Richard Fords Frank Bascombe ist zurück. Lässiger und berührender hat noch niemand seinen Frieden mit dem Schicksal gemacht. "Ein großes Buch. Sarkastisch, unsentimental, voller Liebe." (Christian Brückner)
Richard Fords berühmteste Figur, Frank Bascombe, ist zurück. Und nun, mit 74, wird seine unangefochtene Meisterschaft, auf lässige Weise den Frieden mit sich und dem Leben zu machen, noch einmal extrem gefordert. Sein Sohn Paul, 47, ist krank, ihm bleibt nicht viel Zeit. Eng waren beide nie, doch jetzt verbindet sie die Bereitschaft, sich mit ungelenker Liebe auf das Kommende einzulassen, und ihr Blick für die Komik des Abseitigen. Für ein letztes Abenteuer mieten sie ein Wohnmobil, einmal von Minnesota bis zum Mount Rushmore - der Weg ist das Ziel.
Ford, der große Chronist des modernen Amerika, schickt seine Helden auf eine Odyssee durch die scheinbar banalen Attraktionen im Herzen des Landes und zeigt uns mit jeder kleinen Provinzhölle eine neue Facette des amerikanischen Lebens, das wir so gut zu kennen glauben.
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Ans Ende kommen ist schwer
Bewertung aus Quickborn am 21.08.2023
Bewertungsnummer: 2005129
Bewertet: eBook (ePUB)
Richard Ford, einer der großen amerikanischen Schriftsteller des 20. Und 21. Jahrhunderts scheint mit „Valentinstag“ der Romanserie um sein Alter Ego Frank Boscombe tatsächlich ein Ende setzen zu wollen. Dass er es dem einst leichtfüßigen Protagonisten im hohen Alter so schwer macht, hätte ich nicht gedacht. Der nun mittlerweile über 70jährige Frank, der sich von seinem Seniorendasein in einen Job bei den Hausflüsterern, einer Immobilienfirma mit besonderem Anspruch, als Teilzeitangestellter flüchtet, muss mit einer tragischen Tatsache zurechtkommen. Meine Überschrift ist ein Zitat aus diesem Buch.
Nachdem seine Ex-Frau ebenso verstorben ist wie sein erster Sohn, bekommt nun Franks Sohn Paul die Diagnose ALS. Der Roman beginnt mit Rückblicken, mit Gedanken übers Glücklichsein, mit der Erinnerung an seine Mutter und mit der Behandlung Pauls an einer Mayo-Klinik. Dass die Behandlung von ALS, einer Krankheit, die das gesamte Nervensystem „auffrisst“, nur erleichternden und aufschiebenden Charakter hat, das weiß jeder, die Ärzte, Frank, Paul, auch seine Schwester und natürlich jeder Leser. So werden die kommenden Kapitel eine tour de Force für Frank und Paul. Schon ein misslungener Kinobesuch gerät zu einer anstrengenden Tortur, dann beschließt Frank, mit Paul zum Mount Rushmore zu reisen. Der Weg ist das Ziel, der Weg ist das Glück. Wie die beiden das hinbekommen, lasse ich selbstverständlich offen, aber eines kann ich schreiben, es wird von Seite zu Seite spannender.
Dass sich ein Buch über ALS nicht gerade als leichte Lektüre entpuppt, wird wohl jeder akzeptieren, besonders die Ford-Fans finden in diesem Buch sicher dutzende Aha-Momente, die sich auf Franks und Pauls Vergangenheit beziehen.
Dem Übersetzer Frank Heibert ist ein Kunststück gelungen, die Übersetzung liest sich meiner Meinung nach sogar besser als das Original. Das heißt „Be mine“ und ist schon seit Juni 2023 erhältlich, so auch die recht lange Leseprobe (10 %), die ich nach dem deutschen Buch auch noch gelesen habe. Auch der Titel „Valentinstag“ ist passend gewählt. Heibert hat diesem Buch ein einfühlsames Nachwort gewidmet und auch einige Anmerkungen zu amerikanischen, dem deutschen Leser nicht unbedingt geläufigen Details verfasst. Eigentlich schade, dass diese nicht im laufenden Text mit einer Fußnotennummer versehen sind. Nicht jeder liest zuerst am Ende des Buches das Nachwort, gerade beim gedruckten Buch ist das nachträglich Auffinden der Textstellen, die zu den Anmerkungen passen, nicht so leicht wie in einem e-Book.
Fazit: Richard Fords Schreibstil wird für Ford-Neueinsteiger zuerst etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, aber ich denke, dass sich das Weiterlesen unbedingt lohnt. Für mich gewöhnungsbedürftig war in erster Linie die sehr naturalistische Art, mit der Frank als Vater über seinen schon von der Krankheit schwer gezeichneten Sohn erzählt. Aufgehoben wird das aber vielfach durch ironische Bemerkungen, mit denen der Autor versucht, das Gleichgewicht zwischen Tragik und Komik wieder herzustellen. Die Ironie hat in diesem Buch eindeutig die Oberhand.
Klare Leseempfehlung!
#Valentinstag #NetGalleyDE
Ans Ende kommen ist schwer…
Juma am 21.08.2023
Bewertungsnummer: 2816641
Bewertet: eBook (ePUB)
Ans Ende kommen ist schwer Richard Ford, einer der großen amerikanischen Schriftsteller des 20. Und 21. Jahrhunderts scheint mit „Valentinstag“ der Romanserie um sein Alter Ego Frank Boscombe tatsächlich ein Ende setzen zu wollen. Dass er es dem einst leichtfüßigen Protagonisten im hohen Alter so schwer macht, hätte ich nicht gedacht. Der nun mittlerweile über 70jährige Frank, der sich von seinem Seniorendasein in einen Job bei den Hausflüsterern, einer Immobilienfirma mit besonderem Anspruch, als Teilzeitangestellter flüchtet, muss mit einer tragischen Tatsache zurechtkommen. Meine Überschrift ist ein Zitat aus diesem Buch. Nachdem seine Ex-Frau ebenso verstorben ist wie sein erster Sohn, bekommt nun Franks Sohn Paul die Diagnose ALS. Der Roman beginnt mit Rückblicken, mit Gedanken übers Glücklichsein, mit der Erinnerung an seine Mutter und mit der Behandlung Pauls an einer Mayo-Klinik. Dass die Behandlung von ALS, einer Krankheit, die das gesamte Nervensystem „auffrisst“, nur erleichternden und aufschiebenden Charakter hat, das weiß jeder, die Ärzte, Frank, Paul, auch seine Schwester und natürlich jeder Leser. So werden die kommenden Kapitel eine tour de Force für Frank und Paul. Schon ein misslungener Kinobesuch gerät zu einer anstrengenden Tortur, dann beschließt Frank, mit Paul zum Mount Rushmore zu reisen. Der Weg ist das Ziel, der Weg ist das Glück. Wie die beiden das hinbekommen, lasse ich selbstverständlich offen, aber eines kann ich schreiben, es wird von Seite zu Seite spannender. Dass sich ein Buch über ALS nicht gerade als leichte Lektüre entpuppt, wird wohl jeder akzeptieren, besonders die Ford-Fans finden in diesem Buch sicher dutzende Aha-Momente, die sich auf Franks und Pauls Vergangenheit beziehen. Dem Übersetzer Frank Heibert ist ein Kunststück gelungen, die Übersetzung liest sich meiner Meinung nach sogar besser als das Original. Das heißt „Be mine“ und ist schon seit Juni 2023 erhältlich, so auch die recht lange Leseprobe (10 %), die ich nach dem deutschen Buch auch noch gelesen habe. Auch der Titel „Valentinstag“ ist passend gewählt. Heibert hat diesem Buch ein einfühlsames Nachwort gewidmet und auch einige Anmerkungen zu amerikanischen, dem deutschen Leser nicht unbedingt geläufigen Details verfasst. Eigentlich schade, dass diese nicht im laufenden Text mit einer Fußnotennummer versehen sind. Nicht jeder liest zuerst am Ende des Buches das Nachwort, gerade beim gedruckten Buch ist das nachträglich Auffinden der Textstellen, die zu den Anmerkungen passen, nicht so leicht wie in einem e-Book. Fazit: Richard Fords Schreibstil wird für Ford-Neueinsteiger zuerst etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, aber ich denke, dass sich das Weiterlesen unbedingt lohnt. Für mich gewöhnungsbedürftig war in erster Linie die sehr naturalistische Art, mit der Frank als Vater über seinen schon von der Krankheit schwer gezeichneten Sohn erzählt. Aufgehoben wird das aber vielfach durch ironische Bemerkungen, mit denen der Autor versucht, das Gleichgewicht zwischen Tragik und Komik wieder herzustellen. Die Ironie hat in diesem Buch eindeutig die Oberhand. Klare Leseempfehlung! #Valentinstag #NetGalleyDE
Meinung aus der Buchhandlung
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Da mir der Schreibstil und die Sprache von Richard Ford schon immer gut gefallen hat und Christian Brückner sehr gut liest, habe ich mir natürlich gleich das Hörbuch über das Abo-Angebot heruntergeladen und beim Hören richtig gern gebügelt, Schuhe geputzt und natürlich gestrickt. Der zum Teil sarkastische Blick auf Amerika ist verbunden mit einer traurigen aber versöhnlichen Vater-Sohn-Geschichte.
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