Schwarzwald, 1966: Harry Sonntag, der neue Pfarrer von Vierbrücken, ist jung, eloquent und gut aussehend, dem weiblichen Geschlecht gegenüber jedoch ziemlich unbeholfen. Und mit seiner überkorrekten Art eckt der Theologe bei so manchem Vierbrückener an ...
Ellen Stein, die Tochter der Besitzer des Hotels am Liliensee, restauriert mit viel Hingabe die Intarsienschnitzereien der kleinen Dorfkirche. Als Ellen und Harry aufeinandertreffen, dauert es nicht lange, bis sie feststellen, dass sie wider Erwarten die eine oder andere Gemeinsamkeit haben ...
Ein humorvoll-romantischer Wohlfühlroman mit liebenswerten Protagonisten, der aufzeigt, dass jeder Mensch einzigartig und wunderbar gemacht ist.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Netzschkau
5/5
25.08.2023
Buch (Taschenbuch)
Ereignisreicher Sommer am Liliensee
Mit diesem Roman entführt Elisabeth Büchle ihre Leser an den sommerlichen Liliensee im Schwarzwald. Die Handlung spielt im Jahr 1966. Es ist der dritte Band einer Reihe, kann aber unabhängig von den anderen Büchern gelesen werden. Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, war ich schnell vertraut mit den Bewohnern des fiktiven Ortes Vierbrücken.
Die Hauptpersonen sind der neue Pfarrer Harry Sonntag, korrekt, in der Theologie bewandert, aber noch ohne Erfahrung in der Gemeindearbeit und manchmal etwas naiv sowie die Hotelierstochter Ellen, die leidenschaftlich gern und gut mit Holz arbeitet.
Beide müssen ihren Weg finden. Harry muss sich entscheiden, ob ihm die Familientradition über alles geht, er nach Höherem strebt und Vierbrücken bald wieder verlässt, oder ob er bereit ist, andere Wege zu gehen als die, die vorgezeichnet zu sein scheinen. Auch Ellen ist sich unsicher, ob sie in der Heimat bleiben und weiterhin ihre Eltern im Hotel unterstützen oder eine Künstlerkarriere in einer Großstadt anstreben soll. Bei einer dramatischen Suche nach einem vermissten Kind im Wald kommen sich Ellen und Harry näher, doch welchen Weg sie zukünftig gehen wollen, erfährt man erst gegen Ende des Buches.
Sehr gut gefallen haben mir die eindrücklichen Naturbeschreibungen, aber auch die Dialoge, die mich häufig zum Schmunzeln brachten, besonders wenn Ellens schrullig-liebenswerter Großvater Johann beteiligt war.
Auch wenn die Handlung des Buches vor mehr als einem halben Jahrhundert spielt: Die Suche nach der eigenen Identität ist auch in Gegenwart und Zukunft ein wichtiges Thema. Dieses Buch macht Mut, sich mit den eigenen Talenten und Widersprüchlichkeiten Gott anzuvertrauen, und ist außerdem eine unterhaltsame Lektüre.
Klaudia K.
aus Emden
5/5
17.08.2023
Buch (Taschenbuch)
Wege, die zueinander führen
Die Handlung spielt im Schwarzwald um das Jahr 1966.
Harry Sonntag beginnt seine Zeit als neuer Pfarrer in Vierbrücken. Er ist zwar sehr klug und gewissenhaft, hält jedoch seine Predigten für die einfache Bevölkerung am Liliensee leider auf zu hohem theologischen Niveau .
Er träumt davon möglichst rasch die Karriere zu machen und merkt dabei nicht, wie die unverheirateten jungen Damen regelrecht an seinen Lippen hängen.
Ellen Stein, Tochter des Hotelbesitzers, führt die Schnitzerei als ihr Hobby aus und verschönert dabei die Kirche mit bemerkenswert gelungenen Schnitzereien, die schon bald dem Jungen Pastor auffallen.
Als sie sich schließlich begegnen stellen sie fest, dass sie so manche Interessen teilen. Ellen gelingt es letztendlich dem jungen Pfarrer einen Weg zu weisen, wie er von seiner Gemeinde besser als Seelsorger akzeptiert werden kann.
Als sie immer wieder Zeit miteinander verbringen, stellen Ellen und der junge Pfarrer fest, dass sie sich immer mehr zueinander hingezogen fühlen - doch haben die beiden Menschen Vorstellungen vom Leben, die sich kaum vereinbaren lassen.
Ellen ist in sich gekehrt, herzlich und sehr begabt in Umgang mit Holz, das sie als Material für ihre künstlerische Begabung entdeckt hat. Sie möchte allerdings ihre Eltern nicht enttäuschen, wenn sie diese im Hotelbetrieb unterstützt.
Harry ist als Pfarrer sehr karriereorientiert. Diese Ambitionen sind tief in seiner Familie verwurzelt, die den Karrieregedanken schon seit Generationen fordert.
Erneut gelang es Elisabeth Büchler mit diesem 3. Band aus der Reihe der Liliensee Romane eine sehr spannende und äußerst berührende Handlung vor der atemberaubend schönen Kulisse einer malerischen Gegend zu präsentieren.
Der schwungvolle Schreibstil ist, wie immer bei dieser hervorragenden Autorin, leicht verständlich und über zahlreiche humorvolle Momente wunderschön zu lesen.
Auch sind wieder wertvolle christlichen Aspekte in die Story eingewoben und machen den Roman daher durch Botschaften für das eigene Leben zu etwas Besonderem. Ein Beispiel hierfür ist, wie der Roman das Annehmen der eigenen Persönlichkeit darstellt. Gott hat jeden Menschen mit all seinen Fähigkeiten bewusst in diese Welt gestellt. So sind wir alle einzigartig und jeder auf seine Weise ein Wunderwerk der Schöpfung.
"Sommerglanz am Liliensee" ist ein sehr herzlicher, tiefgründiger und romantischer Roman für besonders schöne Stunden der Lektüre.
Ich kann diesen Roman jedem empfehlen, der den Alltag gerne hinter sich lassen, und durch eine spannende Geschichte wertvolle Impulse für das eigene Leben erfahren möchte .
Bewertung
5/5
25.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein Wohlfühlroman mit Tiefgang
Der neue Pfarrer in Vierbrücken ist ein echter Hingucker und zieht weibliche Aufmerksamkeit auf sich. Es fällt ihm jedoch, mit seiner überkorrekten Art, nicht einfach sich einzuleben. Durch seine familiäre Prägung ist er besonders perfektionistisch und zielstrebig und wirkt für die Vierbrücker viel zu steif.
Ellen, in Vierbrücken geboren und aufgewachsen, ist bodenständig, künstlerisch begabt und liebt es mit Holz zu arbeiten. Sie hilft ihrer Familie im Hotelbetrieb und soll in Zukunft das Hotel übernehmen. Doch Ellen hat andere Wünsche und Träume für ihre Zukunft. Am liebsten würde sie sich ganz ihren Holzarbeiten widmen, doch ihr Pflichtbewusstsein ihren Eltern gegenüber im Hotel zu helfen, hält sie davon ab, ihr Hobby zum Beruf zu machen.
Durch ein Restaurierungsprojekt in der Kirche treffen die beiden auf einander und stellen die eine oder andere Gemeinsamkeit fest.
Es war schön den 3. Teil der Schwarzwaldreihe zu lesen und bekannte Charaktere wieder zu treffen.
Der Schreibstil ist flüssig und man kommt gut in die Geschichte rein. Mir haben besonders die humorvollen Abschnitte gefallen. Durch die bildreichen Beschreibungen der Umgebung und Natur, hat man sich Vierbrücken besonders nah gefühlt. Die Geschichte ist leicht aber mit Tiefgang.
Bewertung
aus Brackenheim
5/5
23.07.2023
Buch (Taschenbuch)
schöne Stunden am Liliensee
Wie nicht anders von Elisabeth Büchle erwartet, ist ihr mit Sommerglanz am Liliensee wieder ein wunderschöner Roman gelungen. Die Geschichte entführt, wie die beiden vorherigen Bände der Reihe in den Schwarzwald. Wie schon zu erwarten hatte Opa Johann eine Rolle in dieser Geschichte, jedoch eine ganz andere als in den vorherigen Bänden. In diesem Buch steht Ellen im Mittelpunkt. Sie hat verschiedene Rollen zu erfüllen, was ihr nicht immer leicht fällt. Muss sie sich zwischen diesen Rollen entscheiden oder gibt es eine Möglichkeit, allen Rollen gerecht zu werden? Lest selbst, wie sich alles fügt. Eindeutige Kaufempfehlung.
Dreamworx
aus Berlin
5/5
23.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Der Zweifel ist dein bester Freund. - Marcel Proust
1966 Schwarzwald. Harry Sonntag tritt seinen Dienst als neuer Pfarrer der Gemeinde in Vierbrüggen am Liliensee an. Gepflegt gekleidet und gewissenhaft versieht er seinen Dienst, um seine neuen „Schäfchen“ von sich zu überzeugen und in absehbarer Zeit die Karriereleiter hinaufzusteigen. Allerdings ist es vor allem sein gutes Aussehen, das die Damenwelt sich an seine Fersen heftet. Ellen Stein hilft eigentlich im elterlichen Hotel mit, doch sie liebt die Arbeit mit Holz, obwohl sie dieses Talent nur insgeheim ausüben kann. Mit großer Inbrunst restauriert sie die Intarsienschnitzerei der Kirchenempore und trifft dabei auch auf Pfarrer Harry. Immer öfter begegnen sich die beiden und finden alsbald heraus, dass sie einiges gemeinsam haben. Während sich langsam Gefühle für den jeweils anderen in ihren Herzen einnisten, sind es die eigenen Vorstellungen vom Leben, die sie voneinander trennen. Werden sie doch noch einen gemeinsamen Nenner finden?
Elisabeth Büchle hat mit „Sommerglanz am Liliensee“ den dritten Band ihrer Liliensee-Reihe vorgelegt, der den beiden in sich geschlossenen Romanen in punkto Unterhaltungswert, Warmherzigkeit, Romantik, wunderbar ausgearbeitete zwischenmenschliche Beziehungen sowie deren zwiespältige Gefühle in nichts nachsteht. Der flüssige, farbenprächtige und empathische Erzählstil lädt den Leser in den malerischen Schwarzwald ein, wo er sich in Vierbrüggen am Liliensee mal an der Seite von Ellen, mal an der von Harry wiederfindet und ihnen bei der wichtigsten Zeit ihres Lebens beisteht. Sowohl Ellen als auch Harry sind in ihrer jeweiligen Art zurückhaltende Menschen. Harry spricht zwar mutig von der Kanzel zu seinen Kirchenbesuchern, hat aber so seine Probleme mit dem weiblichen Geschlecht. Insgeheim hat er schon jeden seiner Karriereschritte geplant und hofft auf größere Chancen, sieht die kleine Dorfgemeinde als Sprungbrett. Ellen dagegen ist eher in sich gekehrt und lebt ihre künstlerische Liebe im Geheimen aus, um ihre Familie und deren Erwartungen an sie nicht zu enttäuschen. Sie muss sich zwischen der Übernahme des elterlichen Hotels oder dem Ausleben ihres Restaurationstalents entscheiden. Die wunderbar gezeichnete Wohlfühlkulisse der Landschaft und seiner Bewohner lässt beim Leser ein unterhaltsames Kopfkino anspringen, doch täuscht es nicht darüber hinweg, wie sehr sowohl Harry als auch Ellen im Zwiespalt sind über ihre jeweiligen Lebenswege, was auch der Leser hautnah zu spüren bekommt. Feinfühlig und emotional laviert Büchle den Leser durch die Gedanken- und Gefühlswelt von Ellen und Harry, die es beide nicht leicht haben, besonders, da sie auch noch gegenseitig ihr Herz an den anderen verloren haben. Es ist spannend und rührend zu beobachten, wie beide innerlich mit sich kämpfen.
Den Charakteren wurde liebevoll Leben eingehaucht, mit ihren menschlichen Ecken und Kanten wirken sie authentisch, so dass der Leser sich ihnen sofort nahe fühlt und sich an ihre Fersen heftet. Ellen ist eine liebenswerte, sympathische Frau, die Angst vor ihrer eigenen Courage hat. Sie will niemanden enttäuschen, deshalb ist sie zurückhaltend, scheu, ja fast verschlossen, nur in den Gesprächen mit Harry kommt sie aus sich heraus. All ihre Hingabe legt sie in ihre künstlerische Arbeit, die sie erfüllt. Harry ist strebsam, korrekt, beflissen, gutaussehend und unbeholfen Frauen gegenüber. Seine Karriere hat er bereits genau geplant, ohne Eventualitäten zu bedenken. Ebenfalls überzeugen Opa Johann, Charlotte, Georg und weitere Protagonisten mit ihren Auftritten.
„Sommerglanz am Liliensee“ ist eine warmherzige, tiefgründige, aber auch romantische und sehr menschliche Geschichte, die den Leser sofort in ihren Bann zieht und die Gefühle Achterbahn fahren lässt. Wunderbares Herz- und Kopfkino mit absoluter Leseempfehlung!
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