Das Tor zum Süden
Göschenen, 1872: Helene begleitet ihren Vater oft auf seinen Fahrten über den gefährlichen Gotthardpass. Als ein Tunnel durch den Berg gebaut werden soll, fürchten die Fuhrhalter um ihre Existenz, die Bergarbeiter aus Italien sind Anfeindungen ausgesetzt. Auch wenn ihre Eltern dem Mineur Piero ein Zimmer auf ihrem Hof anbieten, weiß Helene, dass sie eine Verbindung zu dem temperamentvollen Italiener niemals billigen würden - und doch geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf. Als es im Tunnel immer häufiger zu schweren Unfällen kommt, muss sie schon bald um Pieros Leben bangen.
Die epische Geschichte eines kühnen Bauvorhabens und einer Liebe, die nicht sein durfte
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
aus Waldbüttelbrunn
5/5
25.05.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Wow, was für ein geniales Hörbuch, da passt einfach alles!
Inhaltsangabe: "Göschenen, 1872: Helene begleitet ihren Vater oft auf seinen Fahrten über den gefährlichen Gotthardpass. Als ein Tunnel durch den Berg gebaut werden soll, fürchten die Fuhrhalter um ihre Existenz, die Bergarbeiter aus Italien sind Anfeindungen ausgesetzt. Auch wenn ihre Eltern dem Mineur Piero ein Zimmer auf ihrem Hof anbieten, weiß Helene, dass sie eine Verbindung zu dem temperamentvollen Italiener niemals billigen würden - und doch geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf. Als es im Tunnel immer häufiger zu schweren Unfällen kommt, muss sie schon bald um Pieros Leben bangen."
Dieses Hörbuch habe ich als Download gelauscht, es hat eine Spielzeit von 12 Stunden, 38 Minuten (ungekürzte Lesung) und wird von Sophie Hutter einfach grandios eingesprochen. Sie konnte den Schweizer Dialekt genial rüberbringen und man hat sich direkt in der Schweiz gefühlt. Richtig toll!
Hier passte für mich einfach alles, ich wollte am Liebsten die ganze Zeit lauschen. Helene ist so eine tolle Protagonistin, für eine Frau in der damaligen Zeit absolut mutig und vor allem auch emanzipiert. Ich konnte ihre Entscheidungen absolut nachvollziehen und habe mit ihr gebangt, gelacht und geliebt.
Auch die Beschreibungen des Bau des Gotthardtunnels in der damaligen Zeit im 19. Jahrhundert fand ich sehr interessant und es war einfach heftig, welchen Gefahren die Bauleute sich dort auslieferten, hatte man ja bei weitem nicht die Maschinen wie in der heutigen Zeit. Ich habe mich wirklich keine Minute gelangweilt.
Überhaupt kam hier alles sehr zeitgerecht bei mir an, ich habe mich wirklich in das 19. Jahrhundert zurückgesetzt gefühlt. Die Feindseligkeit der Schweizer gegenüber der Italiener wird hier auch sehr gut beschrieben. Wollen die Leute in Göschenen - welches ja nur ein kleiner Ort ist - keine Fremden in ihrem Heimatort haben. Und dann machen die Italiener den jungen Mädchen und Frauen auch noch schöne Augen. Dass das nicht gerne gesehen wurde ist verständlich. Auch einige Bräuche und Sitten der Schweizer in der damaligen Zeit wurden hier mit eingebunden, was ich äußerst interessant fand.
Fazit: Ein richtig tolles Hörbuch, was einem in das 19. Jahrhundert zurückversetzt und einem einen Einblick in den schwierigen Bau des Gotthardtunnel zur damaligen Zeit gibt. Auch die Liebesgeschichte konnte mich komplett für sich einnehmen zwischen der Schweizerin Helene und dem Italiener Piero. Absolut genial eingelesen von Sophie Hutter. Diese Geschichte werde ich nicht so schnell vergessen!
Buchkathi
5/5
26.07.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Unheimlich gute Verbindung zwischen Geschichtsdetails und Story
Bergleuchten spielt Ende des 19. Jahrhunderts, als in Göschenen der Gotthard-Tunnel gebaut wird. Im Zentrum der Geschichte steht Helene Härger, deren Vater als Fuhrhalter Waren über den Pass bringt, wodurch er wegen des neue Tunnels um seinen Job bangen muss. Doch Franz Härger ist ein guter Geschäftsmann und wittert die Chancen, die durch die riesige jahrelange Baustelle entstehen, schnell und weiß diese zu nutzen. Doch der Tunnelbau bringt nicht nur zusätzliche Fahrten in die Fuhrhalterei, sondern auch eine Vielzahl an Fremden ins Dorf. Denn hunderte von Italienern finden auf der Baustelle Arbeit und wollen in dem einst kleinen Dorf leben. Und obwohl Helenes Eltern dem italienischen Mineur Piero ein Zimmer auf ihrem Hof vermieten, wünschen sie sich für ihre Tochter keinen näheren Umgang mit ihm. Aber Helene und er ziehen sich an und schon bald kämpfen sie für ihre nicht geduldete Liebe.
Dieses Buch schafft es unfassbar schnell, den Leser – oder in meinem Fall Hörer – in den Bann und in das muntere Treiben dieser Jahrhundertbaustelle zu ziehen. Man ist von der Beschließung des Plans bis zur endgültigen Durchfahrt dabei und erlebt nicht nur die Geschichte der Protagonisten, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte. Durch diese kluge und leichte Verbindung zwischen dem Erzählstrang der Protagonisten und den Ereignissen in Zusammenhang mit dem Gotthardtunnel, aber auch dem Klatsch und Tratsch im Dorf, hat man fast das Gefühl selbst zu dieser Zeit zu leben, weil man alles mitbekommt. Man könnte fast sagen, man hat einen lebendigen 360-Grad Blick auf alle Ereignisse rund um Göschenen.
Besonders mochte ich auch die Entwicklungen, die die Figuren machen und wie man Wendungen erlebt, die man nicht kommen sieht: So ist beispielsweise der Knecht der Härgers anfangs ein netter, geselliger und schwer verliebter Kerl, der schlussendlich zu einem richtig verbitterten Griesgram wird. Oder Helene, die anfangs so unschuldig unbedarft daherkommt und treu auf dem Hof hilft und letztendlich für sich, ihre Ziele und ihre Liebe kämpft. Das alles wird abgerundet mit einer tollen Erzählerin im Hörbuch, die mit einem wunderbar schweizerischen Dialekt die Dialoge spricht und so die Geschichte richtig zum Leben erweckt.
Ich mochte an dieser Erzählung wirklich alles und ich habe das Gefühl, die Protagonisten wirklich gekannt zu haben. Das macht Bergleuchten für mich wirklich zu einer echten Top-Empfehlung.
Venice
aus Frankfurt
5/5
01.07.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Ein Loch im Berg
Schon seit Jahren wurden Waren mit Fuhrwerken über den Gotthard Pass transportiert. Der Gedanke an einen Tunnel zwischen dem schweizerischen Göschenen und dem italienischen Aiolo behagt den Fuhrwerkern gar nicht und doch hat der Bauunternehmer Louis Favre 1872 genau das vor.
Bei den Fuhrunternehmern herrscht Zwiespalt. Wollen sie die Gotthard Bahn unterstützen und das Baumaterial transportieren oder verweigern sie die Zusammenarbeit. Helenes Vater entscheidet sich für die Zusammenarbeit. Helene begleitet gerne ihren Vater und fährt auch gerne selbst. Doch als Frau im 18 Jahrhundert ist das nicht möglich.
Piero, ein Mineur aus Italien sucht sein Glück auf der Tunnelbaustelle. Beim Fuhrwerker Herger findet er ein Zimmer und verliebt sich in Helene. Eine Liebe die nicht sein darf, denn bei den Schweizern herrscht Misstrauen gegenüber den Fremden.
Karin Seemayer gelingt in diesem Buch eine gute Mischung zwischen Liebesroman und historischen Begebenheiten des Tunnelbaues.
Ich hatte das Hörbuch das mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Gesprochen im leichten Dialekt von Sophie Hutter kommt die Geschichte sehr lebendig rüber.
Magnolia
5/5
19.06.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Der Bau des Gotthardtunnels – ein Hörgenuss
Wer kennt ihn nicht, den Gotthardtunnel. „Bergleuchten“ erzählt vom Bau des Tunnels unter den Gipfeln des Gotthardmassivs. Die Tunnelröhre auf 1150 m Höhe über dem Meer verbindet Göschenen im Kanton Uri mit Airolo im Kanton Tessin.
Die Bauarbeiten beginnen 1872 und hier treffen wir auf Helene, die die Fahrten über den Gotthardpass nur zu gut kennt. Es ist eine gefährliche Strecke und doch waren die Anwohner strickt gegen den Tunnel, sie fürchteten um ihre Existenz. Wenngleich die Einheimischen durch die Zimmervermietung an die italienischen Arbeiter sich etwas dazu verdienten, waren sie ihnen nicht wohlgesonnen.
Die Arbeiten waren nicht nur beschwerlich, sie waren auch gefährlich. Durch die unzureichende Belüftung und die Sprenggase im Tunnel gab es immer wieder Verletzte und Tote zu beklagen. Vorwiegend Italiener aus ärmlichen Gegenden wurden als Mineure und Arbeiter eingesetzt und war einer arbeitsunfähig, kam der nächste, um sich für einen Hungerlohn zu verdingen. Der Bau damals war trotz der eingesetzten Maschinen harte, kräftezehrende, auslaugende Arbeit, die Arbeitsbedingungen katastrophal.
Vor dem historischen Hintergrund entwickelt sich eine Liebe, die nicht geduldet wird. Die Vermengung zwischen dem Geschichtlichen und all den Schicksalen der Familien und auch der Arbeiter, die sich nicht nur oberflächlich begegnen, die miteinander irgendwie auskommen müssen, ist gelungen, die Charaktere allesamt gut gezeichnet.
Mich hat dieses „Bergleuchten“ tief berührt, ich habe mich für das Hörbuch entschieden, vorgelesen von Sophie Hutter. Die in Deutschland lebende Schweizerin ist die perfekte Interpretin, ihr Schwyzerdütsch, das situationsbedingt in die Geschichte mit einfließt, macht das Ganze nochmal ein Stück authentischer. Das gut erzählte Buch gewinnt durch ihren Vortrag nochmal – ich bin begeistert und restlos überzeugt. Sowohl von der Autorin als auch von der Sprecherin.
„Bergleuchten“ ist die gut recherchierte Geschichte um den Bau des Gotthardtunnels, angereichert mit all dem Zwischenmenschlichen, den fiktiven Elementen.
Sursulapitschi
5/5
19.06.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Ein perfekter Schmöker
Genau so müssen historische Romane sein!
Wie mag der Gotthardtunnel entstanden sein? 1880, zur Zeit seiner Entstehung, war er ein Wunderwerk, Vision eines Phantasten und gleichzeitig ein Zeichen des Wandels, das nicht jedem gefiel. Die Eisenbahn sollte durch das Bergmassiv fahren und damit den Berufszweig der Fuhrhalter überflüssig machen, die bis dahin regelmäßig mit ihren Gespannen Waren und Reisende über die Passhöhe transportiert hatten. Allerdings waren genau diese Fuhrhalter unverzichtbar, um die Baumaterialien heranzuschaffen.
Dieses Buch erzählt von diesem Bau und von einer Fuhrhalterfamilie, die damit klarkommen muss, dass sich die Zeiten ändern. Nicht nur das. Die Tochter Helene verliebt sich auch noch in einen italienischen Mineur. Unmöglich! Ihre Eltern hatten andere Pläne mit ihr.
Dies ist ein wunderbarer Schmöker mit Mehrwert, eine spannende Geschichte, bei der man auch etwas lernt und oben drauf noch eine richtig schöne Liebesgeschichte, dramatisch, bewegend, ohne jeden Kitsch. Hier hat man das Gefühl, man wäre dabei, erlebt ein Jahrhundertereignis mit und bekommt auch viel Zeitkolorit und Informationen geliefert.
Das Hörbuch legt sogar noch eins drauf. Sophie Hutter trägt es sehr charmant vor und kann auch gelegentlich mit einem Hauch Schwitzerdütsch aufwarten, was sehr zur Atmosphäre beiträgt.
Es klingt warmherzig und heimelig, dauert 12 Stunden und 38 Minuten und hat mir sehr gefallen.
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5/5
05.06.2024
Buch (Taschenbuch)
Wunderbarer Roman über den Bau...
Wunderbarer Roman über den Bau des Gotthardtunnels und dessen Konsequenzen für die Bewohner des kleinen Dorfs Göschenen. Interessant, mit historischem Hintergrund aber auch eine Liebesgeschichte für´s Herz.
Auch das Hörbuch empfehle ich sehr.
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