Mitteleuropa hat sich 2074 in eine sturmgebeutelte Hölle verwandelt, vor der sich nur die privilegierte Oberschicht in festungsgleichen Städten schützen kann. Alle anderen kämpfen in den Ruinen der früheren Welt um das Überleben.
Miriam Halder, Schiffsärztin auf der seit sechsundzwanzig Jahren als verschollenen geltenden Raumstation Hope, kehrt auf die Erde zurück. In ihrer Obhut befindet sich ein krankes, außerirdisches Kind, dessen Leben nur durch Digitalis purpurea gerettet werden kann.
Bei einem wilden Wettlauf gegen die Zeit findet sie auf ihrem Weg Mitstreiter, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Sebastian, den Sohn des Statthalters von München und Dafina, eine bezaubernde Tänzerin aus dem Senegal, die bei der Rebellengruppe Sturmkrähen lebt.
Gemeinsam werden sie an die Front des uralten Konflikts zwischen Arm und Reich katapultiert, wo sie beim Kampf gegen Willkür und Brutalität zu Freunden und Liebenden werden.
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Klima-Dystopie mit Herz!
Bewertung am 10.05.2026
Bewertungsnummer: 3134470
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Es ist selten, dass ich 5 Sterne vergebe, aber ich glaube hier ist es angebracht. Die Story hat ganz viele meiner Interessen vereinigt. Weltraum, andere Spezies, fachliches Wissen (in dem Fall Medizin), Rebellen, Dystopie, Klimawandel, Ungerechtigkeit, eine queere Lovestory, erwachsene Protagonisten, Elternliebe, Plot twists und wichtige politische Botschaften! Gegen Rassismus, gegen Ungerechtigkeiten, für ein gemeinsames Miteinander, für unseren Planeten. Und Bayern mag ich auch. Also für mich einfach stimmig! Hab zwar ein bisschen gebraucht um reinzukommen, aber dann habe ich die Geschichte von Miriam, Dafina, Sebastian und Traks nur so verschlungen! Danke für dieses tolle Buch von der Buchmesse!
Super spannende Dystopie
Sally am 16.09.2023
Bewertungsnummer: 2023335
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Wow, gerade habe ich das neue Buch von Ilka Mella „Blumenherz“ beendet. Ich bin total geflashed und sprachlos, wie ich das in Worte fassen kann, was diese Geschichte mit mir gemacht hat.
Miriam lebt seit 26 Jahren auf der „Hope“, einer Raumstation, die im Jahre 2046 der Versuch sein sollte, ein Leben für Menschen, mithilfe von Pflanzen, Saatgut und Nutztieren, weit weg von der Erde zu ermöglichen. Doch die Mission ist gescheitert und die Raumstation wird nun von Abkömmlingen der Yhuru beherrscht. Axok, der Kommandant auf der Hope, ist Vater des schwer herzkranken Kindes Traks. Miriam, die als Ärztin für Traks zuständig ist, weiß, dass ihr Überleben und das all der weiteren Menschen auf der Hope vom Überleben von Traks abhängig ist. Um ihn zu behandeln, hat sie Beete mit Naturheilpflanzen angelegt und behandelt Traks mit „Digitalis purpurea“.
Miriam habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen. Schon auf der Raumstation beweist sie Mut und steht bei Unrecht für andere ein. Auch wenn das für sie Konsequenzen hat und sie weiß, dass sie an der Situation nichts ändern kann, ist es ihr wichtig, da zu sein. Zwar ist Gewalt keine Lösung, aber Wegsehen auch nicht. Die Betroffenen sollen sehen, dass sie nicht alleine sind. Sie hat das Gefühl, in der „Hope“ in eine Art von Gefängnis zu leben, die vielleicht irgendwann mal ihr Grab („ein Grab aus Rost und Stahl“) wird. Nämlich dann, wenn Traks eines Tages sterben wird.
Als ihre Beete angezündet werden, weiß sie, ihre einzige Hoffnung, an die lebensrettende Heilpflanze zu gelangen, ist eine kurze Reise zur Erde.
Doch auf der Erde hat sich alles verändert. Der Jahrhundertsturm hat unfassbares Leid über die Menschen gebracht. Schwere Unwetter bedrohen Leib und Leben. Unwetter, die mit aller Macht über das Land herrschen.
Es gibt Großstädte wie z.B. München, Berlin und Salzburg, die sogenannten Gated-Städte. Hier können die Menschen weitestgehend sicher und gut leben. Seit 7 Jahren schützt ein Dach aus Energie München vor Unwetterkatastrophen. Das Licht stammt von einem überdimensionalen Laser. Sebastian, der Sohn von Florian Unger, dem Statthalter von München, lebt dort als Kardiochirurg und versucht sein Möglichstes, Kinder zu retten.
Rund um das Chiemgau, Open City, herrscht jedoch nur noch das Chaos. Hier regieren Banden. Dafina, Mitglied der Sturmkrähen, die unter Neo agieren, befindet sich auf Beutezug, als ein riesiger Feuerball auf der Erde einschlägt.
Eigentlich geht Dafina nur an Bord des Raumschiffes, um darin nach Diebesgut zu suchen. Doch an Bord trifft sie auf Miriam, Traks und Shaan, der das Raumschiff geflogen ist.
Beim Lesen überkamen mich immer wieder Schauer, so unvorstellbar erschienen mir diese Szenarien. Aufgrund von Umweltkatastrophen herrscht ein Ungleichgewicht auf der Erde. Es gibt Anteile mit viel zu viel Wasser, und andere, in denen starke Wasserknappheit herrscht, die das Leben von zahlreichen Menschen bedroht. Bei all den Erzählungen über das Chiemgau und die Stadt München wurde mir beim Lesen schwer ums Herz.
Und inmitten all dieser Trost- und Hoffnungslosigkeit leben Miriam und Dafina, die sich selbstlos für andere einsetzen. Egal, ob es sich hier um Menschen oder um die Yhuru in unserer Geschichte handelt. Die ihr Leben aufs Spiel setzen, weil sie nicht zusehen wollen. Bei Gewalt und Bedrohungen. Beide fühlen, dass da etwas zwischen ihnen ist, wenn sie zusammen sind. Doch die Hoffnung auf ein Happyend erscheint so ausweglos.
Und dann gibt es noch Sebastian, der zwar von seiner Familie die Werte der Gated-Städte vorgelebt bekommen hat, aber doch hilft, als es darauf ankommt. Er hatte einen Eid als Arzt geschworen, Menschen zu helfen. Und dieser gilt doch für alle Menschen, nicht nur für die Wohlhabenden aus Gated München. Ich habe ihn für seine Stärke und seinen Mut bewundert.
Auch wenn wir nicht wissen, wohin uns der fortschreitende Klimawandel führen wird, hat die Autorin in dieser Dystopie auf erschreckend authentische Weise vermittelt, was uns bevorstehen könnte. Dass uns alle dieses Thema etwas angeht. Denn auch wenn hier am Beispiel von München gezeigt wurde, dass ein Leben ohne Bedrohung durch weitere Klimakatastrophen vielleicht möglich wäre, sind die Kosten dafür viel zu hoch. Angefangen bei der Ernährung, z.B. Fleisch und das Gemüse ohne Geschmack, angebaut in Untiefen ohne Sonnenlicht (Miriam vergleicht das Essen dort mit dem Essen von der Raumstation). Und nicht zu vergessen, die Menschen drumherum, die unter Zwang in der Geschichte für diesen Wohlstand sorgen.
Mich hat die Geschichte von Anfang an in ihren Bann gezogen. Eine spannende Geschichte, bei der ich immer wieder den Atem anhalten musste, wie es nun weitergeht. Und ich habe geweint. Für und mit den Menschen darin. Die Menschen, die es unter menschenunwürdigsten Bedingungen dem Statthalter und seinem Gefolge ermöglicht haben, in diesem Wohlstand in Gated München zu leben. Eine Geschichte, die Hoffnung macht, dass wirklicher Zusammenhalt auch Unmögliches schaffen kann.
Neben dem Klimaschutz spricht die Autorin noch so viele weitere wichtige Themen an, dass ich "Blumenherz" wirklich allen Lesenden an Herz legen möchte. Eine ganz besondere Geschichte, die noch sehr lange in mir wirken wird.
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