Amsterdam 1942. Heimlich schmuggeln Rosie, Kaat und die anderen jüdische Kinder aus der Kinderkrippe, um sie vor der drohenden Deportation zu bewahren. Sie bringen sie zu Untertauchadressen im ganzen Land. Ihren wirklichen Namen dürfen die Kinder von nun an nicht mehr sagen. "Nenn keine Namen. Vergiss, wer du bist!", schärfen die jungen Leute ihnen ein. Die Arbeit im Widerstand ist anstrengend und gefährlich, doch es gibt kein Zurück.
Eine Geschichte von Mut, Angst und Hoffnung, von Verzweiflung, Liebe, Freundschaft und Verrat. Der packende Roman der niederländischen Historikerin Astrid Sy, der auf wahren Begebenheiten beruht, geht unter die Haut.
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starker historischer Roman
Bewertung aus Essen am 30.12.2023
Bewertungsnummer: 2098114
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Ab jetzt nicht mehr deinen Namen sagen. Oder den deiner Eltern. Nenn keinen Namen. Vergiss, wer du bist.”
Kaat wird auf der Straße Amsterdams zum ersten Mal mit der Verzweiflung von Eltern, die deportiert werden sollen, konfrontiert, denn eine Frau will ihr ohne weiteres ihren Säugling in die Arme geben und fleht sie an, sich um diesen zu kümmern. Kaat, die eigentlich nur ihr unbeschwertes Studentenleben führen wollte, wird jäh aus ihrer naiven Hoffnung gerissen, dass der Krieg schnell vorübergehen würde. Ihr guter Freund Pim öffnet ihr die Augen und zeigt ihr, wie sie Kinder tatsächlich retten kann.
Währenddessen weigert sich Rosie beharrlich, die Augen vor der düsteren Realität zu verschließen. Entschlossen weigert sie sich, den Judenstern zu tragen, und drängt darauf, dass ihre Familie sofort untertaucht. Rosie, die in einer Kinderkrippe im Zentrum Amsterdams arbeitet, wird unmittelbar mit den Auswirkungen der Deportation konfrontiert. Hier verschmelzen ihre Lebensgeschichten, denn es sind genau diese Kinder in der Krippe, die durch den mutigen Widerstand gerettet werden.
Sowohl Kaat als auch Rosie und ihre Mitstreiter riskieren ihr eigenes Leben, um Kinder vor dem sicheren Tod zu bewahren.
Ein starker historischer Roman, der seine Wurzeln in zahlreichen wahren Geschichten findet. Die Figuren des Romans sind authentischen Vorbildern nachempfunden, und so liegt der Roman mit seiner ungeschönten Darstellung eng an der Realität vergangener Zeiten. Durch diese Darstellung wird der Schrecken des Krieges ebenso eindrücklich vermittelt wie die Heldentaten des Widerstands. Die Erzählstränge reichen über das Kriegsende hinaus, denn das Leben der Menschen setzt sich fort, ohne dass ein einfaches Happy End möglich wäre. Der Roman ehrt auf wunderbare Weise die realen Held*innen des Widerstands, die trotz ihres beispiellosen Einsatzes zur Rettung vieler Kinder stets das Gefühl hatten, nicht genug getan zu haben.
Besonders schön ist, dass sowohl Rosie als auch Kaat nicht nur als repräsentativ für alle Helfer*innen stehen, sondern gerade in ihrer Unterschiedlichkeit den Seiten Leben geben. Dadurch treffen manche Ereignisse die Lesenden noch tiefer als ohnehin.
Die Auseinandersetzung mit dem historischen und sensiblen Material erfolgt äußerst transparent. Begriffe, die einer Erklärung bedürfen, sind mit einem Asterisk gekennzeichnet und finden sich im Glossar am Ende des Buches wieder. Die Lesenden haben somit die Möglichkeit, sich bei Bedarf näher mit spezifischen Begriffen vertraut zu machen. Zusätzlich ist die umfassende Recherchearbeit der Autorin dokumentiert und kann nachgelesen werden.
"Nenn keine Namen" von Astrid…
Dani12143 aus Oldenburg am 04.08.2023
Bewertungsnummer: 2813264
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
"Nenn keine Namen" von Astrid Sy ist ein packender und fesselnder Thriller, der den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Mit einer mitreißenden Handlung und gut gezeichneten Charakteren entführt uns die Autorin in eine Welt voller Geheimnisse, Intrigen und unerwarteter Wendungen. Ein Netz aus Lügen und Verschwörungen warten hier auf den Leser/in, und die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel. Astrid Sy versteht es meisterhaft, die Spannung aufrechtzuerhalten und den Leser bis zur letzten Seite in Atem zu halten. Die Charaktere des Buches sind gut entwickelt und facettenreich. Die Hauptfiguren sind starke und furchtlose Frauen, die trotz aller Gefahren und Hindernisse nicht aufgeben, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Die Nebencharaktere sind ebenfalls interessant und tragen zur Komplexität der Geschichte bei. Besonders beeindruckend ist der Schreibstil der Autorin, der präzise und bildhaft ist. Die Atmosphäre des Buches ist düster und beklemmend, was die Spannung und die Intensität der Geschichte noch verstärkt. Ein weiteres Highlight des Buches ist, wie Astrid Sy geschickt mit verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen spielt, um die Geschichte zu entfalten. Dadurch wird der Leser immer wieder aufs Neue überrascht und in die Irre geführt, was das Lesevergnügen umso größer macht. Ein möglicher Kritikpunkt könnte sein, dass das Buch an manchen Stellen etwas komplex und verworren sein kann, besonders wenn es zwischen verschiedenen Zeitebenen und Handlungssträngen wechselt. Manche Leser könnten sich möglicherweise eine etwas klarere Struktur wünschen. Im gesamten ist "Nenn keine Namen" ein fesselnder und mitreißender Thriller, der die Leser auf eine nervenaufreibende Reise mitnimmt. Astrid Sy beweist sich als talentierte Autorin, die es versteht, den Leser in eine Welt voller Geheimnisse und Gefahren zu entführen. Eine klare Empfehlung für alle, die spannende und packende Thriller lieben. Rezension von: Die Magie der Bücher
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