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Nochmal von vorne Roman | Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2024

16

23,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.03.2024

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

20,8/13,5/2,6 cm

Gewicht

358 g

Farbe

Anthrazit / Seidengrau

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00297-3

Beschreibung

Rezension

»Dana von Suffrin versteht es meisterhaft, tonnenschwere Themen federleicht zu erzählen. Klug, witzig und liebevoll, dabei mit herrlich schwarzem Humor.« ("BR Fernsehen "Wir in Bayern"")
»Dana von Suffrin (erzählt) nicht nur oft komisch, sondern auch mit dem Kunstgriff einer verschlungenen Prosa, die sich immer wieder nach hinten ausholendend nach vorn bewegt.« ("FAS")
»Ein kolossal gelungener Familienroman.« ("Hamburger Abendblatt")
»Ebenso tragisch wie urkomisch.« ("Aachener Zeitung")
»Dana von Suffrin schickt sich an, das Erbe der großen jüdischen US-amerikanischen Schriftstellerin Lily Brett anzutreten.» ("Deutschlandfunk Büchermarkt")
»Man kann nicht anders, lacht, weil die Autorin mit so viel leisem Sarkasmus schreibt. Das ist stiller, schwarzer Humor, der fast unbemerkt daherkommt, und wenn man ihn bemerkt, ist er schon um die Ecke verschwunden, um sich erneut anzuschleichen.« ("WDR 5")
»Dana von Suffrin schreibt in einem leichtfüßigen, angenehmen, uneitlen Stil, und stets streut sie in diese schwere deutsch-jüdische Familiengeschichte auch eine Prise Humor.« ("SRF 1")
»Dana von Suffrins Roman ›Nochmal von vorne‹ erzählt eine berührende Familiengeschichte, die den größtmöglichen Abstand zu jeglicher Schuldzuweisung hält. Und den Blick aufs große Ganze richtet.« ("NDR Kultur")
»Dass letztlich alles mit allem zusammenhängt, das Kleine und das Große, vermittelt dieses Buch mit einer mühelosen Selbstverständlichkeit.« ("Der Tagesspiegel")
»Eine Familie, die sich zwischen München und Tel Aviv fasst verliert und uns mit bissigem Humor nahegebracht wird.« ("Brigitte")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.03.2024

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

20,8/13,5/2,6 cm

Gewicht

358 g

Farbe

Anthrazit / Seidengrau

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00297-3

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

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  • Bewertung

    5/5

    09.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein toll geschriebener Familienroman

    Als ihr Vater nach an Krebs stirbt, versucht Rosa Jerucher ihre ältere Schwester Nadja, mit der sie seit Jahren nicht mehr gesprochen hat, ausfindig zu machen. Dabei kommen immer mehr Erinnerungen hoch – Erinnerungen an Streitigkeiten, an ihre vom Leben enttäuschte Eltern und ihre Kindheit zwischen München und Israel. Vor allem aber an ihre Schwester, um deren Zuneigung Rosa lange vergeblich gekämpft hat und die die Familie so schnell es ging verlassen hat. Genauso fließend und flüchtig, wie Rosa durch ihre Familienerinnerungen streift, wirkt auch der einzigartige Stil der Autorin. Dana von Suffrin erzählt die Geschichte der Familie Jerucher und springt dabei zwischen Ort und Zeit und reiht Erinnerungen an Erinnerungen. So spiegelt ihre Sprache auch die Zerrissenheit einer ganzen Familie auf eindringlich Art und Weise wieder. Vor allem die besondere Beziehung zwischen den Schwestern zwischen Rosa und Nadja, und das Spiel zwischen „gut“ und „böse“ hat mich fasziniert und berührt. Die Autorin zeigt sowohl Rosas tiefen Wunsch nach Harmonie und Verbundenheit mit ihrer „rebellischen“ Schwester als auch die tiefen Verletzungen und das Misstrauen, die Jahre der Vernachlässigung und Funkstille hinterlassen haben. „Nochmal von vorne“ ist keine leichte Kost für nebenbei, der Roman steigt tief hinein in komplexe Familienbeziehungen, die von unterschiedlichen Erwartungen und Wünschen genauso geprägt sind wie von über Generationen vererbte Traumata. Neben dem immer allgegenwärtigen Schmerz, den Hoffnungen und der Zerrissenheit dieser deutsch-jüdischen Familie schwingt immer auch eine besondere Prise Humor durch die Zeilen Fazit: Ein toll geschriebener Familienroman, bei dem es sich lohnt zwischen den Zeilen zu lesen und der neben all der Tragik auch ganz viel schwarzen Humor, Komik und Hoffnung mitbringt.

  • meerblick

    4/5

    02.01.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Familienverhältnisse

    Rosa erzählt in 'Nochmal von vorne', dem Roman von Dana von Suffrin, die komplizierte Geschichte ihrer deutsch-jüdischen Familie, die mit dem Tod ihres Vaters ihren Anfang findet. Die Protagonistin lässt ihre Gedanken von der Jetztzeit bis in die neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, in die Zeit ihrer Jugend und Kindheit schweifen. Einen Zusammenhalt in der vierköpfigen Familie scheint es nicht gegeben zu haben. Jeder trachtete auf seine Weise danach, dem Verbund zu entfliehen, Vater, Mutter, Rosa und auch ihre ältere Schwester Nadja. Hier spielen vor allem Themen wie stetige Streitigkeiten und Unzufriedenheit eine wichtige Rolle. Auch intellektuelle Unzufriedenheit im Berufsleben führte zu Verdruss, zu extremen Zerwürfnissen zwischen den Eltern. Der Kontakt zwischen den Schwestern ist abgebrochen und so kümmert sich Rosa allein um den Nachlass des Vaters in Rumänien. Der Buchtitel suggeriert einen Neubeginn zur Korrektur begangener Fehlhandlungen. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern eher um das Verstehen, um das Heilen gekränkter Gefühle und einer Versöhnung mit den Geschehnissen.

  • Forti

    4/5

    15.07.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Geschichte einer dysfunktionalen Familie

    Wie schon in ihrem Debut "Otto" widmet sich Dana von Suffrin auch in "Nochmal von vorne" einer dysfunktionalen, traumatisierten deutsch-(ost)jüdischen Familie. Das ist oft schwarz-humorig, bohrt in Abgründen ohne immer Antworten zu haben. Das Buch hat wenig Handlung, beleuchtet in Rückblenden das Familienleben mit all seinen Abgründen. Und obwohl das Buch durchaus Potential zu einer sehr dunklen Lektüre hat, wird es nicht dauerhaft düster. Die Ich-Erzählerin Rosa vermittelt immer die Hoffnung, zwar nicht auf eine strahlende Zukunft, aber darauf, irgendwie mit diesem Leben und all seinem Ballast zurecht zu kommen. Wem "Otto" gefallen hat, der wird auch das neue Buch von Dana von Suffrin mögen. Wer hingeben ein Problem mit Schachtelsätzen und/oder der Abwesenheit einer Handlung hat, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden.

  • Katrin

    aus Kiel

    4/5

    23.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Von unglücklichen Eltern und beobachtenden Kindern

    Rosas Vater stirbt, und auch wenn das nicht überraschend kommt, schließlich hatte er Krebs, wirft es sie doch ziemlich aus der Bahn. Zum einen sitzt sie nun in der alten Wohnung, in der sie auch aufgewachsen ist, und muss sie auflösen. Zum anderen versucht sie ihre ältere Schwester zu finden, die die Familie früh verlassen hat und mit der schon seit Jahren kein Kontakt besteht. Und doch ist Nadja jetzt die einzige, die ihr von ihrer Familie noch geblieben ist, die Mutter ist schon seit längerer Zeit tot. Rosa versucht zu verstehen, was in der Familie Jeruscher so alles schiefgegangen ist. Die Liebe ihrer Eltern jedenfalls hielt nicht lange an. „Es wäre natürlich schöner, die Geschichte einer großen Liebe zu erzählen, einer Liebe zwischen einer Deutschen und einem Israeli, zwischen einer Katholikin und einem Juden, die sich gegen alle Widerstände durchgesetzt haben, (…) aber so war es natürlich nicht, es war ganz anders, es war völlig banal.“ Rosa erinnert sich an ihre Kindheit, an den Streit und das Schweigen, an ihre Schwester, die schon immer gemacht hat, was sie wollte und damit vielleicht glücklicher geworden ist. Und an ihren Exfreund David, mit dem immer alles so schön vorhersehbar war, und trotzdem hat die Beziehung nicht gehalten. Dana von Suffrin schreibt mit leichter Melancholie und einem subtilen Humor von einem Aufwachsen zwischen München und Tel Aviv, von Verwandten, die man sich nicht ausgesucht hat und deren Schicksal trotzdem das eigene prägt. Es geht um die großen Themen wie Verfolgung und Neuanfang, Trauma und Verdrängung, Identität im Zwischenraum und immer um die Frage, wie man trotz der eigenen Familie glücklich werden kann. Das liest sich leicht und oft witzig, die Autorin hat Sinn für pointierte Beschreibungen eigentlich alltäglicher Begebenheiten, die sich fast unbemerkt im Gedächtnis verhaken und die die dunklen Seiten der Geschichten erst auf den zweiten Blick offenlegen. Ich habe das Buch auf einer längeren Zugfahrt gelesen und mochte es wirklich gern.

  • Bewertung

    4/5

    29.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gehaltvoller Easyread

    »Du bist also an dem Tag, an dem wir sozusagen unsere Wurzeln verloren haben, über eine Wurzel gefallen, das ist doch hochinteressant, sagt sie, das ist quasi freudianisch, hast du darüber nicht nachgedacht heute Nacht? Ich antworte nicht, denn ich bin ja nur über die Wurzel gefallen, weil sie in meinem Weg war.« |230 Wem gehört unsere Geschichte? Unseren Eltern und was ist mit der Generation darüber? Und wann gehört unsere Geschichte uns selbst? Ist es, wenn Mutter und Vater gestorben sind und ihre Wurzeln nicht mehr im Weg? Ist es, wenn die Geschichten über unsere Großeltern zu fragmentierten Anekdoten werden? Oder ist es nie so weit, stellen sie sich immer quer und verästeln sich immer weiter in viele Richtungen? Es gibt doch immer Andere, die anderen Verläufe folgen und auch auf Quellen der Geschichte kommen. Rosa ist voll von verästelten Wurzeln, den sichtbaren, den entdeckten und den verborgenen. Ihr Papa, der stark nach der Vaterfigur des Debütromans »Otto« klingt, ist gerade gestorben und nun sitzt sie in seiner Wohnung, isst sein abgepacktes Brot, die Oliven aus dem Glas und denkt über ihn und die Familie nach. Sie tastet seine zurückgezogene Schweigsamkeit ab, seine Strenge, die Bescheidenheit und den Wunsch nach ruhiger Normalität. Sie folgt der Geschichte ihres Vaters, der Jude war, der in Israel zur Welt kam als Kind einer Holocaustüberlebenden aus Ungarn, der ausgerechnet nach Deutschland ging und eine aus Sicht von Rosa lieblose Ehe mit einer Deutschen einging. Dass diese aus der Ehe ausbrach, wie zuvor aus ihrem Nazi-Elternhaus und dann für immer verschwand, ist eine Randnotiz für Rosa, während sie für ihre Schwester den Mittelpunkt ihrer Biographie bildet. Harmonisch, gleichmütig fließend erzählt sich der Roman, unter dessen Oberfläche es brodelt, ohne zu explodieren. Von Suffrin gelingt es, über Andeutungen und in Nacherzählung von fragmentarisch überlieferten Geschichten, Spannungen in der jüdisch-deutschen Familiengeschichte aufzubauen. Mit der Schwester zeigen sich die Variationsmöglichkeiten in einer Familiengeschichte.

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