Die Welt ist für jeden Menschen eine eigene Erfahrung und hinter jeder Stirn, hinter schönen Augen ist ein tiefer Ozean an Vorstellungen, Ideen und Lebensentwürfen. Manche dieser tiefen Ozeane sind aber doch irgendwie anders, sie fallen auf, ecken an, werden ausgegrenzt. Dieses Buch handelt von meinem besonderen Jungen, meinen Sohn mit Autismus und was das mit mir macht. Es sind Ausschnitte in verschiedenen Formaten, die meinen Blickwinkel auf eine Welt darstellen, die sich der Unterschiedlichkeit ihrer Bewohner zwar bewusst ist, aber sich doch überwiegend an den Normen der neurotypischen Menschen ausrichtet.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
05.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Titel, Coverbild und Inhalt - alles passt zusammen - liebevoll, nachdenklich, authentisch
Der Titel „Hinter deinen blauen Augen ein tiefer Ozean“ kommt in dem Buch selbst des Öfteren vor und lässt mich als Leserin verstehen, warum der Name des Buches so gut gewählt ist und zur Geschichte passt. Auch das Coverbild finde ich ansprechend sehr schön, weil es farblich stark ist und Raum zum träumen lässt.
Der Inhalt dieses Buches besteht aus 17 Kapiteln, in denen schon die ersten Sätze und Seiten mich in die Geschichte hineingleiten lassen.
Auf einmal war ich nicht mehr die kinderlose Frau, die ich heute bin, sondern Lisa, die gerade ein Kind zur Welt gebracht hat und sehr glücklich ist, es nun endlich in den Armen halten zu können. Es ist authentisch und geht um Wünsche, Druck der Gesellschaft und Erwartungen.
Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an ihren Sohn, aber auch an das Elternsein im Allgemeinen.
Von dem Zeitpunkt der Geburt ihres besonderen Kindes, geht die Geschichte darum, was das Muttersein mit ihr macht und dass es neben den schönen Momenten auch herausfordernd sein kann, mit ihm zu leben, denn er ist besonders, das merkt sie schon schnell, doch erst später wird ihr klar, inwiefern ihr Kind besonders ist - sie bekommt einen Namen genannt und Gewissheit;
es ist Autismus und daher nicht immer leicht.
Lisas Buch benutzt verschiedene Mittel der Erzählung.
Mal sind es Texte und mal Gedichte, die einen hinter die Fassade blicken lassen. Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen verwirrt oder überrascht war, dass es doch einige Gedichte sind, da ich irgendwie davon ausging, dass alle Texte in romanähnlicher Form zu finden sind.
Trotzdem habe ich mein Lieblingszitat gefunden:
„Du bist wie drei Kinder, haben manche gesagt.
Ein Glück,
dass ich dich hab,
denn ich wollte immer mehr als ein Kind“
Bewertung
5/5
14.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hinter deinen blauen Augen ein tiefer Ozean" berührt zutiefst. Eine ehrliche Erzählung, die die Vielfalt des Lebens feiert. Inspirierend!
Lisa Smolinskis 'Hinter deinen blauen Augen ein tiefer Ozean' ist ein berührendes und ehrliches Porträt ihres Lebens mit einem autistischen Sohn. Das Buch bietet einen tiefen Einblick in die Welt der Autorin und ihrer Familie, indem es die Freuden, Anstrengungen, Glücksmomente und Verzweiflung beschreibt, die sich unaufhaltsam in ihren Alltag einschleichen.
Besonders beeindruckend sind die Kapitel, die Gedichte enthalten, in denen der Leser auf poetische Weise in die Gedankenwelt der Autorin eintaucht. Diese Gedichte haben mich zutiefst berührt und verstärken die emotionale Intensität des Buches.
'Hinter deinen blauen Augen ein tiefer Ozean' ist jedoch nicht nur für Familien in ähnlichen Situationen von Interesse. Es bietet jedem Leser einen neuen Blick auf die Vielfalt und Einzigartigkeit der Welt, in der wir leben. Es erinnert uns daran, dass wir alle auf unsere eigene Art und Weise besonders, manchmal einsam und immer einzigartig sind.
Insgesamt ist dieses Buch eine herzergreifende Lektüre, die nicht nur Familien mit autistischen Kindern anspricht, sondern auch eine universelle Botschaft der Menschlichkeit vermittelt. Es ist eine Geschichte, die lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt und zum Nachdenken anregt.
Bewertung
5/5
27.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erfahrungsbericht einer Mutter mit besonderem Kind
Ein Buch voller Gedanken und Gedichte zum eigenen Kind, das hier etwas anders ist, als die anderen. Hier liest man nicht aus der Sicht des Kindes, sondern der der Mutter und bekommt einen ersten Eindruck, was es in dieser Gesellschaft bedeutet, ein behindertes Kind zu haben und warum nicht das Kind das Problem ist, sondern die Erwartungen und Anforderungen der Gesellschaft.
Ich hätte auch die doppelte Länge gelesen!
Bewertung
5/5
15.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liebeserklärung an ihr autistisches Kind
Ohne Schönmalerei schildert Lisa Smolinski, wie es ist, Mutter eines autistischen Kindes zu werden & zu sein. Eben weil nichts von den Eindrücken geschönt ist, entsteht eine authentische Beschreibung, die Beschreibung der Liebe einer Mutter, die glaubhaft ist.
»Als mich damals diese Erkenntnis erschlug, habe ich vermutlich erkannt, was es bedeutet Mutter zu sein und dass das manchmal größer ist als ich.«
Es handelt sich bei diesem Buch vor allem um eine Nacherzählung. Was bedeutet: geballter Text, keine eifrig erzählten Szenen; bisweilen vermisste ich ein wenig das Szenische, manche Situationen hätte ich lieber „miterlebt“, anstatt erzählt bekommen. Die Sätze aber sind kunstvoll und wortstark.
Immer wieder streut Lisa Gedichte in ihr Buch ein, die tief in die Gefühlswelt der Erzählerin, also der Mutter, eintauchen lassen. Sie sind schlicht, aber berührend, bisweilen klug (»Rat ohne Schlag«).
Kritik kann man – wenn man möchte – am transportieren Rollenbild üben: Der »Liebste« geht die Familie ernähren, die Mutter geht ganz in der Rolle als Mutter auf. Allerdings: Es handelt sich um eine biographische Erzählung, die – vermute ich – fiktiv nicht manipuliert ist; es handelt sich also um eine reale, ungeschönte Version des familiären Lebensalltags. So werden auch Reibereien zwischen Mann und Frau nicht verschwiegen – man kann die schwelenden Konflikte intuitiv nachfühlen:
»Papa stand fassungs- und wortlos in der Türe, aber er hatte diesen verurteilenden Blick. Wir dachten ja damals noch, einer von uns hat Schuld.«
Etwas pikiert ließ mich auch ein Zitat der Band Rammstein zurück, aus naheliegenden Gründen; aber das soll hier nicht im Mittelpunkt stehen.
Die große Stärke dieses Buches ist die Nahbarkeit, die es zum Thema autistisches Kind transportiert. Es ist wunderbar leicht und liebevoll erzählt (»Was hat der Hund gesagt?«, fragte das Kind seine Mutter im Glauben, sie könne Hundisch sprechen!). Auch hier wird die tiefe Liebe der Erzählerin mit schonungsloser Ehrlichkeit gemischt. Geradezu zerreißend der Zwiespalt zwischen defizit-orientiertem Denken & der Wertung des Kindes als etwas Besonderes; nicht schlechter, nicht besser – anders.
Meine absoluter Lieblingsstelle: Als Mutter und Kind über den Tod sprechen. Dass wir alle einmal sterben müssen. »Ich würde es mir so sehr wünschen«, sagte das Kind, »dass das Leben wäre wie die Levels, die ich spiele.« Nach dem Game Over kommt der Neuanfang. Eine Fantasie, wie sie nur einem Kinderkopf entspringen kann.
Der Titel ist zugleich der Schlusssatz; ein passendes Ende.
Bewertung
5/5
11.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine bunte Collage des Familienlebens
"Das ist das kleinste gemeinsame Vielfache zwischen uns Menschen."
Ein Satz direkt ins Herz. Lisa Smolinski erzählt aus ihrem Familienalltag, von der Geburt ihres autistischen Sohnes und den Alltagsschwierigkeiten, die der Familie im Leben begegnen. Trotz dieser ist Hinter deinen blauen Augen ein tiefer Ozean kein wütendes Buch- eher eine Collage an Eindrücken, die auch Kinderlosen einen Einblick in ihr Leben bietet. Dankeschön, für deine Offenheit und Ehrlichkeit.
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