Wir leben in einer Welt voller Fehlinformationen, Vorurteile und Mythen. Es gibt keine Quelle des Wissens, auf die wir uns stets verlassen können – nicht einmal Google. So bleibt uns nur, den eigenen Verstand zu nutzen, um alles kritisch zu hinterfragen. Der beliebte Podcast »The Skeptics’ Guide to the Universe« kämpft mit logischem Denken, skeptischem Hinterfragen und einer guten Portion Humor gegen Aberglaube und Unwissen. In diesem Buch entlarven die Macher des Podcasts Verschwörungstheorien und Pseudowissenschaft. Ihr Leitfaden durch das Labyrinth des modernen Lebens gibt dir nicht nur Hilfestellung beim klugen Denken, sondern eröffnet außerdem aufschlussreiche Einblicke in die Funktionsweise des Gehirns. Der ultimative Guide für alle, die nicht nur lernen, sondern verstehen wollen!.
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Mein Eindruck
HSL am 16.04.2019
Bewertungsnummer: 1203143
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Bei diesem Band, der aus dem amerikanischen übersetzt wurde, ist man an einem Punkt angelangt, wo Überzeugung und Glaube in Frage gestellt werden. Die wissenschaftlichen Skeptiker oder auch die Verfasser des Buches mischen sich ein, wenn jemand versucht, der Gesellschaft seine Vorstellungen von einem Sach- oder Lebensgebiet unbehelligt aufzudrücken, sei es wissenschaftlich, politisch, wirtschaftlich oder sozial. Doch wer darf denn nun den Ton angeben? Die Politik, die Konzerne, die Forscher, die Medien, das Gesetz, das Volk, Gelehrte, Einzelne oder der Verbraucherschutz? Und was ist nun eigentlich anwendungsbezogene, lebensechte und wirklichkeitsnahe Wissenschaft, die sachlich nüchtern, ohne Illusion und Gefühlsregung handelt? Das wollen die Autoren, rechnet man die Quellenangaben und das Stichwortverzeichnis heraus, auf knapp 460 Seiten klären. Das Wort Wissenschaft bezeichnet die Gesamtheit des menschlichen Wissens, der Erkenntnisse und der Erfahrungen einer Zeitepoche, welches systematisch erweitert, gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und überliefert wird. Ganz sicher tauchen hier schon Fehler, eine Menge an Betrügereien und potenzielle Gefahren auf. Deshalb ist eine gesunde Portion an Skepsis gefragt. Meiner Meinung nach hat der Mensch sein Bauchgefühl und gewisse Erfahrung, um Dinge einschätzen zu können. Nur gebrauchen wir es selten, da wir uns nicht mehr vertrauen und Geschicke in andere Hände geben. Um klare Positionen zu beziehen, gerade in der Pseudowissenschaft, Naturheilkunde und bei sogenannten Verschwörungstheorien, die im ersten Teil angegangen werden, bedarf es sicher einiger Kenntnisse mehr, als das was dargelegt wird. Denn die Wissenschaft von heute ist auch nur der aktuelle Stand des Irrtums oder auch nur eine Religion, die Wahrheitsansprüche vertritt. Hier werden Dinge aufgeführt, die sicherlich berechtigt sind, doch pflanzliche Arzneimittel und Heilmethoden generell in Frage zustellen kann nicht richtig sein. Beobachtet man im Gegensatz die vielen schwerwiegenden Fehler in der Schulmedizin, die gerne vertuscht werden, sollten dann ebenfalls auf den Tisch. Ich glaube kaum, dass man angreifen darf, wenn legitime Therapien Schaden verursachen, aber mit der Begründung wissenschaftlich erforscht durchgehen. In jeder Konstellation wird es besser sein, sich auf eigene Instinkte zu verlassen und einmal mehr zu prüfen, wie es auch die Autoren nahe legen. Sie sind Wissenschaftler mit Herz und versuchen etwas über die Realität herauszufinden (wobei ich offen lasse, was genau “Realität” sein soll). Einige Themen wurden gut recherchiert, doch leider etwas einseitig. Ich erkenne Existenzängste des Autors, der sich der Medizin verschrieben hat. Anstatt sich mit der Naturheilkunde zu vereinen, nimmt er sie unter Dauerbeschuss. Wege mit Hindernissen und Stolpersteinen wird es immer geben und es liegt an jedem Einzelnen, wie er sie meistert. Der Mensch will Beweise oder will bewiesen haben, doch es gibt einfach Dinge, die lassen sich nicht beweisen, so wie die Liebe, die man einfach nur fühlen kann.
Lesenswerter Anfang, danach deutlich schwächer
Bewertung am 01.05.2026
Bewertungsnummer: 3125547
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Bedienungsanleitung für deinen Verstand von Steven Novella setzt sich mit den Grundlagen kritischen Denkens in einer Zeit von Informationsüberfluss und Desinformation auseinander. Gerade der Einstieg ist überzeugend: Zentrale Themen wie der Unterschied zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft, kognitive Verzerrungen und der Umgang mit Fake News werden verständlich und alltagsnah erklärt. Hier bietet das Buch einen echten Mehrwert und eignet sich gut für eine erste Orientierung.
Im weiteren Verlauf verliert das Buch jedoch an Klarheit und Tiefe. Einige Inhalte wirken wiederholend oder bleiben oberflächlich, sodass der Eindruck entsteht, dass die zweite Hälfte weniger zur inhaltlichen Vertiefung beiträgt.
Kritisch ist zudem die Quellenarbeit: Die Literatur ist ausschließlich am Ende aufgeführt und nicht direkt im Text verknüpft. Das erschwert die Überprüfung einzelner Aussagen – gerade für Leserinnen und Leser ohne Vorwissen ein klarer Nachteil.
Insgesamt ein guter Einstieg in das Thema, der jedoch nicht durchgehend überzeugt. Der Anfang ist lesenswert, der Umfang insgesamt aber etwas zu groß – eine stärkere Kürzung hätte dem Buch gutgetan.
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