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Die ungeduldigen Frauen Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis

Aus der Reihe afrika bewegt
9

9,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

ab 14 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

07.02.2024

Herausgeber

Ela zum Winkel

Verlag

Beltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

18/12,8/1,2 cm

Gewicht

176 g

Farbe

Bordeaux / Lichtgrau

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Ela zum Winkel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-407-81348-0

Beschreibung

Rezension

»Amal zeigt in überzeugender Verdichtung, was ›Geduld‹ hier bedeutet: bedingungslose Unterwerfung, Unfreiheit und das Verschweigen von Gewalt an Frauen. Afrikanische Literatur ebenso wie das hier autobiografisch gefärbte Thema der Zwangsheirat, sind auf dem deutschen Jugendbuchmarkt eine Seltenheit. [...] Junge Lesende werden von der Autorin in ein aufwühlendes, polyphones Leseerlebnis hineingerissen, das ihr Mitgefühl mit unbekannten Lebenslagen schürt. Darüber hinaus gibt der Text in seiner Universalität unterdrückten Stimmen eine Bühne und ist ein Plädoyer für Weltoffenheit.« Jurybegründung Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis 2023

»Ein herausragender Text, der Gewalt gegen Frauen anprangert: Djaïli Amadou Amal ist eine Stimme, der man zuhören muss« Buchreport, 3/2022

»In einer Prosa, die alle sprachlichen Register von brutaler Direktheit bis zu poetischer Zartheit ausschöpft, erzählt Amal darin die Ehehöllen dreier zwangsverheirateter Frauen – jeweils aus deren Perspektive: Jede der drei Geschichten steht für sich, macht einen eigenen Teil des Buchs aus – und zugleich sind sie kunstvoll miteinander verwoben.« Benno Schirrmeister, taz, 2.5.2022

»Djaïli Amadou Amal (…) beleuchtet in ihrem schlicht geschriebenen, aber berührenden und verstörenden Roman, wie die muslimischen Mädchen in der Sahelzone frühzeitig für ein Leben konditioniert werden, das mit Angst, Unterdrückung und Gewalt verbunden ist. (…) Er sollte auch hierzulande Schullektüre werden.« Ulrike Baureithel, Der Tagesspiegel, 12.6.2022

»Pflichtlektüre aus dem Kamerun. Die Sprache ist leise, die Botschaft unüberhörbar. Amadou Amals autobiografisch geprägter Roman Die ungeduldigen Frauen ist ein vehementes Plädoyer gegen Zwangsheirat.« Amnesty Journal, 11-12/2022

»Die Tatsache, dass solche Romane geschrieben (…) werden, zeigt: Veränderungen sind notwendig und möglich.« monalisablog.de, 31.3.2022

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Taschenbuch

Altersempfehlung

ab 14 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

07.02.2024

Herausgeber

Ela zum Winkel

Verlag

Beltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

18/12,8/1,2 cm

Gewicht

176 g

Farbe

Bordeaux / Lichtgrau

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Ela zum Winkel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-407-81348-0

Herstelleradresse

Beltz Verlagsgruppe
Werderstraße 10
69469 Weinheim
DE

Email: beltz@vva-arvato.de

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Frauen, die sich wehren...

Bewertung am 02.04.2024

Bewertungsnummer: 2168752

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Im Koran steht, ein Mann darf seine Frau bestrafen und schlagen, wenn sie sich auflehnt. Aber er darf sie nicht ins Gesicht treffen.“ Als Beitrag der Familie zu dem blauen Auge einer der Frauen... Nordkamerun: Fulbe – Land. Die Geschichte von Ramla, Safira und Hindou: Drei junge Frauen, drei Geschichten, drei miteinander verbundene Schicksale. Ramla und Hindou sind Kusinen, beide wehren sich gegen ihre nicht selbst gewählte Verheiratung. Doch die Väter bestimmen, dass die Eheschließungen stattfinden. Denn die Frauen sollen 'Geduld zeigen'. Munyal! Ramla muss einen weitaus älteren Mann heiraten, der bereits in erster Ehe mit Safira verheiratet ist. Weder Ramla noch Safira wünschen diese Ehe. Safira war bislang glücklich in ihrer Ehe, doch nun muss sie sich den polygamen Gesetzen unterwerfen, die verlangen, dass sie ohne zu murren diese neue Ehefrau, jünger und attraktiver, akzeptiert. Der Ehemann nimmt die gebildete Ramla mit nach Paris, was sich zuerst einmal als Glücksfall für die neugierige Ramla anhört. Aber hat sie sich diese Ehe so gewünscht? Safira zeigt nach außen hin Unterwürfigkeit, doch ersinnt einen Plan wie sie der neuen Ehefrau ihres Mannes schaden kann. Auf eine perfide Art und Weise... Denn sie kennt ja ihren langjährigen Gatten und seine Achillesferse, so dass sie seine Fehler und Schwächen gekonnt ausnützt für ihre missgunstige Vorgehensweise. Sie schadet damit der gesamten Hofanlage und nicht nur der jungen Zweitehefrau. Hindou dagegen wird mit dem gleichaltrigen, aber gewaltätigen Cousin verheiratet. Er trinkt und nimmt Drogen. Damit er davon ablässt will man ihn in den Hafen der Ehe einfahren lassen. Was dieser zu noch mehr Gewalttätigkeit nutzt... und die junge Hindou leidet darunter. Sie darf sich nicht beschweren, denn ihr Mann ist nun ihr Herr und Gebieter. Von ihrer Umgebung und Familien wird den jungen Frauen nur „Munyal! Geduld!“ als Rat zugeflüstert. Doch die Ungeduldigen beginnen sich zu wehren. In dem 176 Seiten starken Buch 'Die ungeduldigen Frauen' von Djaïli Amadou Amal erfährt man von Safira, Ramla und Hindou, mit ihren eigenen Worten. Das in drei Teile gegliederte Buch erzählt die Lebensgeschichte der drei Frauen. In jedem Teil berichtet eine der Frauen von dem, was ihr widerfährt: Ramla mit 17 Jahre soll Alhadji Issa, einen älteren polygamen, aber reichen und einflussreichen Mann heiraten. Die Wahl ihres Gatten trifft ihr Onkel, alleine aus Prestigegründen. Ramlas Meinung dazu - zählt nicht. Die 15 jährige Hindou vermählt deren Familie mit ihrem gewalttätigen Cousin Moubarak, obwohl sie bereits in Liebe mit einem anderen Mann verlobt ist. Tägliche Vergewaltigungen gehören zu ihrem Ehealltag. Doch - in der Ehe gibt es keine Vergewaltigung! (Seite 69). Safira dagegen, mit ihren 35 Jahren, die erste und bisherige alleinige Frau von Alhadji Issa, will Ramla, die nun junge Favoritin ihres Ehemannes, verjagen. Mit allen möglichen Mitteln und die sind nicht nur gehässig, sondern auch gefährlich. Mitte der 80er Jahren habe ich bei den Fulbe Frauen in Maroua und Garoua (die Geschichten spielen in Maroua) Forschungen zum Leben der muslimischen Frauen betrieben. Und die Frauen damals erzählten mir genau solche Geschichten. Ihre Geschichten floßen in meine Magistra Arbeit ein. Doch man hat mir Ärger bereitet und mich bei meinem letzten Aufenthalt in Kamerun verhaften lassen. Glücklicherweise konnte ich alle Sprachkassetten mit den Interviews retten, ohne dass die Inhalte und Namen der Frauen bekannt wurden. In meiner Magistra Arbeit habe ich alle Namen verschlüsselt (einsehbar in der Deutschen Zentralbibliothek). Das Land Kamerun habe ich nie mehr betreten. Nun – 40 Jahre später – fangen die jungen Frauen sich an zu wehren. Schon damals erzählten sie mir, dass sie rebellieren wollen, dass sie dieses Leben nicht mehr ertragen... Doch in einer ungerechten Gesellschaft ist es schwer sich gegen ein Machtsystem zu wehren. Ich konnte lediglich in Zeitungsartikel aus dem Leben der Frauen berichten. Ich bin froh, dass die Pullo (Singular für Fulbe) Djaïli Amadou Amal in ihrem Roman „Die ungeduldigen Frauen“ (mit Selbsterlebtem) die Erzählungen der Frauen nach Außen trägt. Die Autorin Djaïli Amadou Amal ist ebenfalls mit 17 Jahren zwangsverheiratet worden und erlebte alle Formen der Unterdrückung einer Frau aus der Sahelzone am eigenen Körper. Die Autorin engagiert sich in der Vereinigung "Femmes du Sahel". Das Buch „Die ungeduldigen Frauen“ zeichnete man 2019 mit dem 'Prix Orange du Livre en Afrique' und '2020 mit dem Prix Goncourt des Lycéens' aus. Djaïli Amadou Amal zählt nun zu einer der wichtigsten Schriftstellerinnen Kameruns (wenn nicht Afrikas). Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis sagt die Jury: „Junge Lesende werden von der Autorin in ein aufwühlendes, polyphones Leseerlebnis hineingerissen, das ihr Mitgefühl mit unbekannten Lebenslagen schürt. Darüber hinaus gibt der Text in seiner Universalität unterdrückten Stimmen eine Bühne und sorgt für Weltoffenheit.“ Unterrichtshandreichung für Lehrende ist in Vorbereitung und wird ab Mitte April beim Verlag kostenfrei zum Download zur Verfügung stehen. Die ungeduldigen Frauen, Djaïli Amadou Amal Umfang:176 Seiten, Verlag:Julius Beltz GmbH & Co. KG

Frauen, die sich wehren...

Bewertung am 02.04.2024
Bewertungsnummer: 2168752
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Im Koran steht, ein Mann darf seine Frau bestrafen und schlagen, wenn sie sich auflehnt. Aber er darf sie nicht ins Gesicht treffen.“ Als Beitrag der Familie zu dem blauen Auge einer der Frauen... Nordkamerun: Fulbe – Land. Die Geschichte von Ramla, Safira und Hindou: Drei junge Frauen, drei Geschichten, drei miteinander verbundene Schicksale. Ramla und Hindou sind Kusinen, beide wehren sich gegen ihre nicht selbst gewählte Verheiratung. Doch die Väter bestimmen, dass die Eheschließungen stattfinden. Denn die Frauen sollen 'Geduld zeigen'. Munyal! Ramla muss einen weitaus älteren Mann heiraten, der bereits in erster Ehe mit Safira verheiratet ist. Weder Ramla noch Safira wünschen diese Ehe. Safira war bislang glücklich in ihrer Ehe, doch nun muss sie sich den polygamen Gesetzen unterwerfen, die verlangen, dass sie ohne zu murren diese neue Ehefrau, jünger und attraktiver, akzeptiert. Der Ehemann nimmt die gebildete Ramla mit nach Paris, was sich zuerst einmal als Glücksfall für die neugierige Ramla anhört. Aber hat sie sich diese Ehe so gewünscht? Safira zeigt nach außen hin Unterwürfigkeit, doch ersinnt einen Plan wie sie der neuen Ehefrau ihres Mannes schaden kann. Auf eine perfide Art und Weise... Denn sie kennt ja ihren langjährigen Gatten und seine Achillesferse, so dass sie seine Fehler und Schwächen gekonnt ausnützt für ihre missgunstige Vorgehensweise. Sie schadet damit der gesamten Hofanlage und nicht nur der jungen Zweitehefrau. Hindou dagegen wird mit dem gleichaltrigen, aber gewaltätigen Cousin verheiratet. Er trinkt und nimmt Drogen. Damit er davon ablässt will man ihn in den Hafen der Ehe einfahren lassen. Was dieser zu noch mehr Gewalttätigkeit nutzt... und die junge Hindou leidet darunter. Sie darf sich nicht beschweren, denn ihr Mann ist nun ihr Herr und Gebieter. Von ihrer Umgebung und Familien wird den jungen Frauen nur „Munyal! Geduld!“ als Rat zugeflüstert. Doch die Ungeduldigen beginnen sich zu wehren. In dem 176 Seiten starken Buch 'Die ungeduldigen Frauen' von Djaïli Amadou Amal erfährt man von Safira, Ramla und Hindou, mit ihren eigenen Worten. Das in drei Teile gegliederte Buch erzählt die Lebensgeschichte der drei Frauen. In jedem Teil berichtet eine der Frauen von dem, was ihr widerfährt: Ramla mit 17 Jahre soll Alhadji Issa, einen älteren polygamen, aber reichen und einflussreichen Mann heiraten. Die Wahl ihres Gatten trifft ihr Onkel, alleine aus Prestigegründen. Ramlas Meinung dazu - zählt nicht. Die 15 jährige Hindou vermählt deren Familie mit ihrem gewalttätigen Cousin Moubarak, obwohl sie bereits in Liebe mit einem anderen Mann verlobt ist. Tägliche Vergewaltigungen gehören zu ihrem Ehealltag. Doch - in der Ehe gibt es keine Vergewaltigung! (Seite 69). Safira dagegen, mit ihren 35 Jahren, die erste und bisherige alleinige Frau von Alhadji Issa, will Ramla, die nun junge Favoritin ihres Ehemannes, verjagen. Mit allen möglichen Mitteln und die sind nicht nur gehässig, sondern auch gefährlich. Mitte der 80er Jahren habe ich bei den Fulbe Frauen in Maroua und Garoua (die Geschichten spielen in Maroua) Forschungen zum Leben der muslimischen Frauen betrieben. Und die Frauen damals erzählten mir genau solche Geschichten. Ihre Geschichten floßen in meine Magistra Arbeit ein. Doch man hat mir Ärger bereitet und mich bei meinem letzten Aufenthalt in Kamerun verhaften lassen. Glücklicherweise konnte ich alle Sprachkassetten mit den Interviews retten, ohne dass die Inhalte und Namen der Frauen bekannt wurden. In meiner Magistra Arbeit habe ich alle Namen verschlüsselt (einsehbar in der Deutschen Zentralbibliothek). Das Land Kamerun habe ich nie mehr betreten. Nun – 40 Jahre später – fangen die jungen Frauen sich an zu wehren. Schon damals erzählten sie mir, dass sie rebellieren wollen, dass sie dieses Leben nicht mehr ertragen... Doch in einer ungerechten Gesellschaft ist es schwer sich gegen ein Machtsystem zu wehren. Ich konnte lediglich in Zeitungsartikel aus dem Leben der Frauen berichten. Ich bin froh, dass die Pullo (Singular für Fulbe) Djaïli Amadou Amal in ihrem Roman „Die ungeduldigen Frauen“ (mit Selbsterlebtem) die Erzählungen der Frauen nach Außen trägt. Die Autorin Djaïli Amadou Amal ist ebenfalls mit 17 Jahren zwangsverheiratet worden und erlebte alle Formen der Unterdrückung einer Frau aus der Sahelzone am eigenen Körper. Die Autorin engagiert sich in der Vereinigung "Femmes du Sahel". Das Buch „Die ungeduldigen Frauen“ zeichnete man 2019 mit dem 'Prix Orange du Livre en Afrique' und '2020 mit dem Prix Goncourt des Lycéens' aus. Djaïli Amadou Amal zählt nun zu einer der wichtigsten Schriftstellerinnen Kameruns (wenn nicht Afrikas). Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis sagt die Jury: „Junge Lesende werden von der Autorin in ein aufwühlendes, polyphones Leseerlebnis hineingerissen, das ihr Mitgefühl mit unbekannten Lebenslagen schürt. Darüber hinaus gibt der Text in seiner Universalität unterdrückten Stimmen eine Bühne und sorgt für Weltoffenheit.“ Unterrichtshandreichung für Lehrende ist in Vorbereitung und wird ab Mitte April beim Verlag kostenfrei zum Download zur Verfügung stehen. Die ungeduldigen Frauen, Djaïli Amadou Amal Umfang:176 Seiten, Verlag:Julius Beltz GmbH & Co. KG

Frauen, die sich wehren...…

LindaRabbit aus Freiburg am 02.04.2024

Bewertungsnummer: 2850561

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Frauen, die sich wehren... Nordkamerun: Fulbe – Land. Die Geschichte von Ramla, Safira und Hindou: Drei junge Frauen, drei Geschichten, drei miteinander verbundene Schicksale. Ramla und Hindou sind Kusinen, beide wehren sich gegen ihre nicht selbst gewählte Verheiratung. Doch die Väter bestimmen, dass die Eheschließungen stattfinden. Denn die Frauen sollen 'Geduld zeigen'. Munyal! Ramla muss einen weitaus älteren Mann heiraten, der bereits in erster Ehe mit Safira verheiratet ist. Weder Ramla noch Safira wünschen diese Ehe. Safira war bislang glücklich in ihrer Ehe, doch nun muss sie sich den polygamen Gesetzen unterwerfen, die verlangen, dass sie ohne zu murren diese neue Ehefrau, jünger und attraktiver, akzeptiert. Der Ehemann nimmt die gebildete Ramla mit nach Paris, was sich zuerst einmal als Glücksfall für die neugierige Ramla anhört. Aber hat sie sich diese Ehe so gewünscht? Safira zeigt nach außen hin Unterwürfigkeit, doch ersinnt einen Plan wie sie der neuen Ehefrau ihres Mannes schaden kann. Auf eine perfide Art und Weise... Denn sie kennt ja ihren langjährigen Gatten und seine Achillesferse, so dass sie seine Fehler und Schwächen gekonnt ausnützt für ihre missgunstige Vorgehensweise. Sie schadet damit der gesamten Hofanlage und nicht nur der jungen Zweitehefrau. Hindou dagegen wird mit dem gleichaltrigen, aber gewaltätigen Cousin verheiratet. Er trinkt und nimmt Drogen. Damit er davon ablässt will man ihn in den Hafen der Ehe einfahren lassen. Was dieser zu noch mehr Gewalttätigkeit nutzt... und die junge Hindou leidet darunter. Sie darf sich nicht beschweren, denn ihr Mann ist nun ihr Herr und Gebieter. Von ihrer Umgebung und Familien wird den jungen Frauen nur „Munyal! Geduld!“ als Rat zugeflüstert. Doch die Ungeduldigen beginnen sich zu wehren. In dem 176 Seiten starken Buch 'Die ungeduldigen Frauen' von Djaïli Amadou Amal erfährt man von Safira, Ramla und Hindou, mit ihren eigenen Worten. Das in drei Teile gegliederte Buch erzählt die Lebensgeschichte der drei Frauen. In jedem Teil berichtet eine der Frauen von dem, was ihr widerfährt: Ramla mit 17 Jahre soll Alhadji Issa, einen älteren polygamen, aber reichen und einflussreichen Mann heiraten. Die Wahl ihres Gatten trifft ihr Onkel, alleine aus Prestigegründen. Ramlas Meinung dazu - zählt nicht. Die 15 jährige Hindou vermählt deren Familie mit ihrem gewalttätigen Cousin Moubarak, obwohl sie bereits in Liebe mit einem anderen Mann verlobt ist. Tägliche Vergewaltigungen gehören zu ihrem Ehealltag. Doch - in der Ehe gibt es keine Vergewaltigung! (Seite 69). Safira dagegen, mit ihren 35 Jahren, die erste und bisherige alleinige Frau von Alhadji Issa, will Ramla, die nun junge Favoritin ihres Ehemannes, verjagen. Mit allen möglichen Mitteln und die sind nicht nur gehässig, sondern auch gefährlich. Mitte der 80er Jahren habe ich bei den Fulbe Frauen in Maroua und Garoua (die Geschichten spielen in Maroua) Forschungen zum Leben der muslimischen Frauen betrieben. Und die Frauen damals erzählten mir genau solche Geschichten. Ihre Geschichten floßen in meine Magistra Arbeit ein. Doch man hat mir Ärger bereitet und mich bei meinem letzten Aufenthalt in Kamerun verhaften lassen. Glücklicherweise konnte ich alle Sprachkassetten mit den Interviews retten, ohne dass die Inhalte und Namen der Frauen bekannt wurden. In meiner Magistra Arbeit habe ich alle Namen verschlüsselt (einsehbar in der Deutschen Zentralbibliothek). Das Land Kamerun habe ich nie mehr betreten. Nun – 40 Jahre später – fangen die jungen Frauen sich an zu wehren. Schon damals erzählten sie mir, dass sie rebellieren wollen, dass sie dieses Leben nicht mehr ertragen... Doch in einer ungerechten Gesellschaft ist es schwer sich gegen ein Machtsystem zu wehren. Ich konnte lediglich in Zeitungsartikel aus dem Leben der Frauen berichten. Ich bin froh, dass die Pullo (Singular für Fulbe) Djaïli Amadou Amal in ihrem Roman „Die ungeduldigen Frauen“ (mit Selbsterlebtem) die Erzählungen der Frauen nach Außen trägt. Die Autorin Djaïli Amadou Amal ist ebenfalls mit 17 Jahren zwangsverheiratet worden und erlebte alle Formen der Unterdrückung einer Frau aus der Sahelzone am eigenen Körper. Die Autorin engagiert sich in der Vereinigung "Femmes du Sahel". Das Buch „Die ungeduldigen Frauen“ zeichnete man 2019 mit dem 'Prix Orange du Livre en Afrique' und '2020 mit dem Prix Goncourt des Lycéens' aus. Djaïli Amadou Amal zählt nun zu einer der wichtigsten Schriftstellerinnen Kameruns (wenn nicht Afrikas). Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis sagt die Jury: „Junge Lesende werden von der Autorin in ein aufwühlendes, polyphones Leseerlebnis hineingerissen, das ihr Mitgefühl mit unbekannten Lebenslagen schürt. Darüber hinaus gibt der Text in seiner Universalität unterdrückten Stimmen eine Bühne und sorgt für Weltoffenheit.“ Unterrichtshandreichung für Lehrende ist in Vorbereitung und wird ab Mitte April beim Verlag kostenfrei zum Download zur Verfügung stehen.

Frauen, die sich wehren...…

LindaRabbit aus Freiburg am 02.04.2024
Bewertungsnummer: 2850561
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Frauen, die sich wehren... Nordkamerun: Fulbe – Land. Die Geschichte von Ramla, Safira und Hindou: Drei junge Frauen, drei Geschichten, drei miteinander verbundene Schicksale. Ramla und Hindou sind Kusinen, beide wehren sich gegen ihre nicht selbst gewählte Verheiratung. Doch die Väter bestimmen, dass die Eheschließungen stattfinden. Denn die Frauen sollen 'Geduld zeigen'. Munyal! Ramla muss einen weitaus älteren Mann heiraten, der bereits in erster Ehe mit Safira verheiratet ist. Weder Ramla noch Safira wünschen diese Ehe. Safira war bislang glücklich in ihrer Ehe, doch nun muss sie sich den polygamen Gesetzen unterwerfen, die verlangen, dass sie ohne zu murren diese neue Ehefrau, jünger und attraktiver, akzeptiert. Der Ehemann nimmt die gebildete Ramla mit nach Paris, was sich zuerst einmal als Glücksfall für die neugierige Ramla anhört. Aber hat sie sich diese Ehe so gewünscht? Safira zeigt nach außen hin Unterwürfigkeit, doch ersinnt einen Plan wie sie der neuen Ehefrau ihres Mannes schaden kann. Auf eine perfide Art und Weise... Denn sie kennt ja ihren langjährigen Gatten und seine Achillesferse, so dass sie seine Fehler und Schwächen gekonnt ausnützt für ihre missgunstige Vorgehensweise. Sie schadet damit der gesamten Hofanlage und nicht nur der jungen Zweitehefrau. Hindou dagegen wird mit dem gleichaltrigen, aber gewaltätigen Cousin verheiratet. Er trinkt und nimmt Drogen. Damit er davon ablässt will man ihn in den Hafen der Ehe einfahren lassen. Was dieser zu noch mehr Gewalttätigkeit nutzt... und die junge Hindou leidet darunter. Sie darf sich nicht beschweren, denn ihr Mann ist nun ihr Herr und Gebieter. Von ihrer Umgebung und Familien wird den jungen Frauen nur „Munyal! Geduld!“ als Rat zugeflüstert. Doch die Ungeduldigen beginnen sich zu wehren. In dem 176 Seiten starken Buch 'Die ungeduldigen Frauen' von Djaïli Amadou Amal erfährt man von Safira, Ramla und Hindou, mit ihren eigenen Worten. Das in drei Teile gegliederte Buch erzählt die Lebensgeschichte der drei Frauen. In jedem Teil berichtet eine der Frauen von dem, was ihr widerfährt: Ramla mit 17 Jahre soll Alhadji Issa, einen älteren polygamen, aber reichen und einflussreichen Mann heiraten. Die Wahl ihres Gatten trifft ihr Onkel, alleine aus Prestigegründen. Ramlas Meinung dazu - zählt nicht. Die 15 jährige Hindou vermählt deren Familie mit ihrem gewalttätigen Cousin Moubarak, obwohl sie bereits in Liebe mit einem anderen Mann verlobt ist. Tägliche Vergewaltigungen gehören zu ihrem Ehealltag. Doch - in der Ehe gibt es keine Vergewaltigung! (Seite 69). Safira dagegen, mit ihren 35 Jahren, die erste und bisherige alleinige Frau von Alhadji Issa, will Ramla, die nun junge Favoritin ihres Ehemannes, verjagen. Mit allen möglichen Mitteln und die sind nicht nur gehässig, sondern auch gefährlich. Mitte der 80er Jahren habe ich bei den Fulbe Frauen in Maroua und Garoua (die Geschichten spielen in Maroua) Forschungen zum Leben der muslimischen Frauen betrieben. Und die Frauen damals erzählten mir genau solche Geschichten. Ihre Geschichten floßen in meine Magistra Arbeit ein. Doch man hat mir Ärger bereitet und mich bei meinem letzten Aufenthalt in Kamerun verhaften lassen. Glücklicherweise konnte ich alle Sprachkassetten mit den Interviews retten, ohne dass die Inhalte und Namen der Frauen bekannt wurden. In meiner Magistra Arbeit habe ich alle Namen verschlüsselt (einsehbar in der Deutschen Zentralbibliothek). Das Land Kamerun habe ich nie mehr betreten. Nun – 40 Jahre später – fangen die jungen Frauen sich an zu wehren. Schon damals erzählten sie mir, dass sie rebellieren wollen, dass sie dieses Leben nicht mehr ertragen... Doch in einer ungerechten Gesellschaft ist es schwer sich gegen ein Machtsystem zu wehren. Ich konnte lediglich in Zeitungsartikel aus dem Leben der Frauen berichten. Ich bin froh, dass die Pullo (Singular für Fulbe) Djaïli Amadou Amal in ihrem Roman „Die ungeduldigen Frauen“ (mit Selbsterlebtem) die Erzählungen der Frauen nach Außen trägt. Die Autorin Djaïli Amadou Amal ist ebenfalls mit 17 Jahren zwangsverheiratet worden und erlebte alle Formen der Unterdrückung einer Frau aus der Sahelzone am eigenen Körper. Die Autorin engagiert sich in der Vereinigung "Femmes du Sahel". Das Buch „Die ungeduldigen Frauen“ zeichnete man 2019 mit dem 'Prix Orange du Livre en Afrique' und '2020 mit dem Prix Goncourt des Lycéens' aus. Djaïli Amadou Amal zählt nun zu einer der wichtigsten Schriftstellerinnen Kameruns (wenn nicht Afrikas). Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis sagt die Jury: „Junge Lesende werden von der Autorin in ein aufwühlendes, polyphones Leseerlebnis hineingerissen, das ihr Mitgefühl mit unbekannten Lebenslagen schürt. Darüber hinaus gibt der Text in seiner Universalität unterdrückten Stimmen eine Bühne und sorgt für Weltoffenheit.“ Unterrichtshandreichung für Lehrende ist in Vorbereitung und wird ab Mitte April beim Verlag kostenfrei zum Download zur Verfügung stehen.

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