In einem kleinen Städtchen in Lothringen kommt es Ende der 1960er Jahre während einer magischen Nacht zu einer ungewöhnlichen Begegnung zwischen der älteren Frau Irène Beaudoire und einem Raben. In einem Anhänger um seinen Hals führt der Krähenvogel Gegenstände mit sich, die es in diesem Zustand seit Jahrhunderten nicht mehr geben dürfte. Das macht die pensionierte Geschichtslehrerin neugierig und sie versucht herauszufinden, was es mit diesen Gegenständen auf sich hat. Doch an einem der folgenden Tage findet Irène in dem Anhänger etwas, das sie weit in ihre Vergangenheit, zur Zeit des Ersten Weltkrieges zurückwirft und sie zwingt, sich mit den Ereignissen von damals auseinanderzusetzen. Mit Hilfe des Raben und seinen besonderen Fähigkeiten aus der Mondbogenwelt gelingt es ihr aber, die Botschaften aus der Vergangenheit zu entschlüsseln und damit eine längst verloren geglaubte Liebe zu retten.
In einem wundervoll ruhigen erzählerischen Sound entfaltet Joachim Sohn eine zu Herzen gehende Geschichte.
Das Buch beinhaltet eine Auswahl wundervoll-mystischer Illustrationen aus der Feder Holger Muchs.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
phantastische_fluchten
aus Walzbachtal
5/5
10.12.2025
eBook (ePUB)
wunderbar und berührend
Ende der 60er Jahre. Die Witwe Irene Beaudoire verbringt ihren Lebensabend damit, heimatlosen und verwahrlosten Tieren eine Heimat zu geben. Ihr Mann Frederic ist im ersten Weltkrieg gefallen, ihre Tochter ist fortgezogen, so bleiben ihr nur ihre Katze Bavette und ihre Erinnerungen.
Als ihr Mann nicht aus dem Krieg zurück kam wollte Irenes Vater sie zwingen, erneut zu heiraten. Doch Irene weigerte sich, studierte Lehramt und unterrichtete bis zu ihrer Rente Geschichte am örtlichen Lyzeum.
Irene ist eine rationale Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht. Nur wenn der Vollmond am Himmel strahlt und es leicht regnet, geht sie hinaus um die Mondscheinbrücke zu betrachten. Es geht die Legende, wenn das Licht des Mondes sich in den Regentropfen spiegelt bildet sich ein Mondbogen und es kommen Tiere aus einer anderen Welt zu uns. Irene weiß natürlich das dies nur eine Legende ist, bis eines Tages ein Rabe neben ihr Platz nimmt, der ein Medaillon um den Hals trägt. Irene öffnet neugierig das Schmuckstück und damit ändert sich ihr Leben.
Kommentar:
Ich habe dieses Buch ohne Erwartungen entgegengenommen.
Ich kenne einige Bücher von Joachim Sohn, sie sind teils etwas verrückt, immer abenteuerlich und spannend. Dieses Buch ist anders. Es wird sicherlich bei meinen Highlights 2023 auftauchen, denn es hat mich tief im Innersten berührt. Ich gebe zu, ich habe Joachim eine so zarte und feinfühlige Geschichte nicht zugetraut und ich entschuldige mich für diese Fehleinschätzung bei ihm.
Wie schon in dem Buch »die Schatten von Sev-Janar von Anke-Höhl Kayser« geht es in diesem Buch und Trauer und Verlust. Das Leben, ihr Beruf und ihre Tochter haben Irene ausgefüllt doch jetzt, im Alter und in ihrer Einsamkeit, treiben diese Gefühle wieder an die Oberfläche. Ich habe eine 90jährige Freundin, deren Cousin im zweiten Weltkrieg gefallen ist. Niemand weiß, wie er gestorben und wo und diese Frage treibt sie jetzt, im Alter, wieder um. So ergeht es auch Irene. Sie hat nie erfahren, was mit ihrem Mann passiert ist und wo und unter welchen Umständen er gefallen ist.
Der Wiederaufbau, die Erziehung ihrer Tochter und ihr Beruf als Lehrerin ließen keinen Platz für Trauer. Wir nachfolgenden Generationen wissen nicht zu schätzen was diese Generation geleistet hat. Irene hat zwei Weltkriege erlebt und überlebt, ebenso wie ihr alter Freund Gustave. Sie hat beim Wiederaufbau des Landes mitgeholfen, Entbehrungen erlitten und ist doch ihren Weg gegangen, hat ihr Ziel, Lehrerin zu werden, erreicht. Der Respekt und die Wertschätzung für diese Generationen sind leider verloren gegangen. Ihre Leistungen, von denen wir nun profitieren, werden nicht anerkannt, im Gegenteil, die Nutznießer dessen was damals alles erreicht und erarbeitet wurde, schimpfen nur über diese Generation.
Als Irene nachts auf der Parkbank sitzt und den Mondbogen betrachtet, ahnt sie noch nicht, dass ihre unerfüllte Sehnsucht über diesen Bogen treibt. Und als Antwort erscheint ein Rabe. Durch diese Begegnung beginnt sie nun Fragen zu stellen. Was ist damals im ersten Weltkrieg wirklich passiert? Wo war die Einheit ihres Mannes stationiert? Gibt es Unterlagen dazu? Fragen, die sie bisher nie laut gestellt hat. Ihr Freund Gustave, der damals mit Frederic im Krieg war, hilft ihr, diese Fragen zu beantworten und er musss sich dabei seiner eigenen Vergangenheit stellen. Mir hat fast das Herz geblutet als er Irene von damals erzählt. Soviel Leid, Kummer und Scham, dass man überlebt hat während die Kameraden gestorben sind. Der Rabe, den Irene Jacques Schroeder nennt, ermöglicht es Irene, endlich Antworten zu finden.
Der Schreibstil von Joachim Sohn ist direkt und schnörkellos ohne falsche oder übertriebene Dramatik. oder blendende Effekte. Einfache Worte für eine einfache Lebensgeschichte, nichtsdestotrotz wunderschön. Gerade diese Schlichtheit lässt die Geschichte noch intensiver wirken.
Das Cover und die Illustrationen runden das Buch perfekt ab und Worte und Bilder harmonieren wunderbar. Wenn man das Buch durch die Finger laufen lässt (am Schnitt schnell blättert) , sieht man den Raben auch fliegen, ein kleines Bonbon, dass man erst entdecken muss
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten aber Joachim Sohn weiß, dass ich keine Gefälligkeitsrezensionen schreiben. Eher schreibe ich keine. Meine Meinung ist subjektiv aber sie kommt von Herzen. Danke für diese schöne Geschichte.
Fazit:
Bild und Wort gehen eine perfekte Symbiose ein und die Geschichte berührt das Herz. Hut ab vor Joachim Sohn und Holger Much, die zusammen etwas außergewöhnliches geschaffen haben. Ein Buch. für alle Menschen, die noch träumen können.
Bewertung
aus Liebefeld
5/5
26.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Emotinal und Spannend
Das Buch war für mich sehr überraschend. Ich wusste nicht auf was ich mich da einlasse Wir begleiten sie wundervolle Irene, die einen Raben trifft und in die Vergangenheit zurück "geworfen" wird. Der Schreibstil ist sehr lebhaft und einfach, so, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann und sich wunderbar in das Buch hinenversetzen kann. Das Buch behält die Spannung und wird mit jeder Seite emotionaler. Während den letzten ca. 15 Seiten habe ich geweint
Ich bin zwar nicht fan von Kriegsgeschichten, aber dieser Teil wird kurz gefasst. Es ist ein Teil davon aber die Quintessenz ist deutlich lesbar...
Fazit:
Kurzweiliges, spannendes und emotionales Buch
5/5
Bewertung
5/5
19.07.2023
Buch (Taschenbuch)
mystisch, emotional, erfrischend anders
Die Nacht des Mondbogens aus der Feder von Joachim Sohn hat mich durch ihr wundervoll mystisches Cover angesprochen.
In Blautönen gehalten sieht man eine Brücke die zwei Waldteile miteinander verbindet. Über die Brücke radelt eine alte Dame. Im Hintergrund leuchtet der Vollmond.
Sobald ich das Buch in Händen hielt, entdeckte ich das wundervolle Daumenkino, das den Leser während des ganzen Buches begleitet.
Joachim Sohn erzählt ruhig und unaufgeregt, dabei aber mit solch bildgewaltigen Worten, dass ich die jeweiligen Stimmungen des Buches förmlich fühlen konnte. Ihm gelingt es eine Geschichte zu schreiben, die so authentisch erscheint, dass sie exakt so wirklich geschehen sein könnte.
Die wundervoll mystischen Illustrationen von Holger Much runden das Buch perfekt ab.
Fazit: Eine Perle ab vom Mainstream!
Bewertung
aus Luckenwalde
5/5
13.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Die Zeit überwinden
"Die Nacht des Mondbogens" von Joachim Sohn ist eine ganz zauberhafte Erzählung, die uns in eine andere Zeit, an einen anderen Ort entführt. Zum Zauber der Geschichte tragen auch die wundervoll passenden Illustrationen von Holger Much bei. Ich liebe illustrierte Bücher sehr und hier ist das Zusammenspiel von Wort und Bild sehr gelungen.
Die Pensionärin Irène Beaudoire hat eine ganz besondere Beziehung zu Tieren, sie hilft wo sie kann und hat auch einige Exemplare bei sich beherbergt. Nun fliegt ihr auch noch ein sonderbarer Rabe fast direkt in den Schoß. Der Rabe trägt einen Anhänger mit Inhalt, den es so eigentlich gar nicht geben dürfte, da er aus einer anderen Zeit stammt.
Sie nennt den Raben Jacques und füttert ihn mit leckeren Keksen und bald wartet sie täglich auf ihn und tauscht den Inhalt des Anhängers aus.
Die Geschichte entführt uns in eine Nacht der Mondbögen, die es wirklich gibt und nimmt mich beim Lesen gefangen. Irene ist eine sehr sympathische Protagonistin, die Welt um sie sehr detailliert dargestellt.
Wohin die Geschichte führt und wo sie endet möchte ich nicht vorwegnehmen, da dieses entdecken einen großen Zauber ausmacht.
Für mich war das ganz große Unterhaltung mit einer kleinen Geschichte voller Emotionen und Zauber in einer realen, kalten Welt.
Buchreisender
aus Ibbenbüren
5/5
11.07.2023
Buch (Taschenbuch)
kurzweilige mystische und emotionale Geschichte
Die Nacht des Mondbogens ist ein wundervolles Buch von Joachim Sohn. Das Buch selbst wartet mit einer kleinen Überraschung und stimmungsvollen Illustrationen auf.
Ende 1960iger Jahre waren Mondbögen zu sehen, eine magische Angelegenheit. Die pensionierte Geschichtslehrerin Irène Beaudoire begegnet einen Raben mit einem Anhänger um den Hals und schon wird auch mystisch. Denn in diesem Anhänger befinden sich Gegenstände, die es eigentlich nicht mehr geben sollte. Keine Angst um Jacques - den Raben, denn er birgt ein weiteres Geheimnis.
Ein ganz besonderer Gegenstand bringt Irène zurück in die Zeit, zurück zu ihrer eigenen Vergangenheit. Eine sehr emotionale Zeit beginnt und es ist einfach nur wunderschön durch das Buch zufühlen. Es gelingt dem Autor meisterhaft jede Gefühlsregung einzufangen und weiter zu geben.
Es ist eine sehr gefühlvolle und kurzweilige mystische und emotionale Geschichte, welche durch ein hübsches Raben-Daumenkino und mystisch dunklen stimmungsvollen Illustrationen.
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