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Godwin Roman | "Ein unaufhaltbarer Freistoß zum Thema Milliardengeschäft rund um den Fußball." NDR Kultur

2

28,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.06.2024

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

20,8/13,6/3,8 cm

Gewicht

526 g

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Nikolaus Stingl

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-05048-1

Beschreibung

Rezension

An vielen Stellen des Romans möchte man ausruhen wie in Oasen, so beiläufig großartig sind sie formuliert ... ein komisches und zutiefst schwermütiges Werk – ein Schelmenroman über Menschen, die der Globalisierung nicht gewachsen sind. ("Die Zeit")
Der innere Kern der Geschichte ist rasch erzählt, aber um diesen Kern herum entfaltet Joseph O`Neill eine unglaublich brillante, umfassende Analyse unserer Zeit. ... Ein unaufhaltbarer Freistoß zum Thema Milliardengeschäft rund um den Fußball. ("NDR Kultur")
Ein Fußballroman, der gar keiner ist, und dann doch wieder irgendwie. O'Neills tosende Fabulierlust bringt das Spiel jedenfalls sicher nach Hause: ein klarer Sieg des Erzählens. ("Saarländischer Rundfunk")
Wie in seinen vorangegangenen Romanen findet Joseph O’Neill in den Aporien der globalisierten Welt vor allem das Humoristische, Farcehafte. Sie wird dadurch bei ihm nicht weniger grausam. ("taz.de")
Unglaublich spannend ... grandios erzählt ("WDR Westart Lesestoff")
Ein kompositorisch raffiniertes Buch ... bis zum völlig verblüffenden Ende undurchschaubar ... Man muss sich nicht für Fußball interessieren, um die Kunstfertigkeit von 'Godwin' goutieren zu können. ("Deutschlandfunk "Büchermarkt"")
O’Neill beweist mit seinem fünften Roman einen sehr klaren und nüchternen Blick auf die Welt. Mit dem letztlich unerwarteten Ende von „Godwin“ löst er sich allerdings von den Fesseln des Realismus und macht unbestreitbar klar, dass er auch ein gewisses Faible für Märchen hat. ("Die Presse am Sonntag")

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.06.2024

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

20,8/13,6/3,8 cm

Gewicht

526 g

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Nikolaus Stingl

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-05048-1

Herstelleradresse

Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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Jagd auf ein Phantom

yellowdog am 18.06.2024

Bewertungsnummer: 2225940

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In dem großen, unvergessenen Roman Niederland von Joseph O´Neill ging es um Kricket. In Godwin geht es auch um Sport, insbesondere um die Suche nach einem Fußballtalent aus Afrika. Der Roman führt ein zu Beginn in die Arbeitswelt ein und man erfährt eine Beurteilung des Protagonisten Ark Wolfe von außen. Von Lakesha, einer Kollegin. Mark Wolf wird von seinem Halbbruder Geoff auf das Fußballtalent Godwin angesetzt. Und es geht auch um viel Geld. Doch Godwin ist wie ein Phantom. Zum Ende hin gibt es eine Überraschung. Der Roman hat ein verhaltenes Tempo, das wird durch eine hohe Intensität ausgeglichen. Sprachlich ist es routiniert im Besten Sinne gemacht.

Jagd auf ein Phantom

yellowdog am 18.06.2024
Bewertungsnummer: 2225940
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In dem großen, unvergessenen Roman Niederland von Joseph O´Neill ging es um Kricket. In Godwin geht es auch um Sport, insbesondere um die Suche nach einem Fußballtalent aus Afrika. Der Roman führt ein zu Beginn in die Arbeitswelt ein und man erfährt eine Beurteilung des Protagonisten Ark Wolfe von außen. Von Lakesha, einer Kollegin. Mark Wolf wird von seinem Halbbruder Geoff auf das Fußballtalent Godwin angesetzt. Und es geht auch um viel Geld. Doch Godwin ist wie ein Phantom. Zum Ende hin gibt es eine Überraschung. Der Roman hat ein verhaltenes Tempo, das wird durch eine hohe Intensität ausgeglichen. Sprachlich ist es routiniert im Besten Sinne gemacht.

Eigentor in der Nachspielzeit

Christian1977 aus Leipzig am 04.07.2024

Bewertungsnummer: 2236940

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mark Wolfe ist unzufrieden. Sein Job als technischer Redakteur erfüllt ihn nicht, die Boshaftigkeit der Welt plagt ihn. Als sein Halbbruder Geoff in England seine Hilfe benötigt, verlässt er erstmals die USA. Geoff arbeitet als Berater im Fußballbusiness und hat offenbar einen ganz dicken Fisch an der Angel. "Godwin" lautet der Vorname des afrikanischen Talents, dessen Videoaufnahmen an einen neuen Messi erinnern. Das Problem ist: Niemand weiß, wo genau dieser Godwin zu finden ist. Als Geoff verletzungsbedingt ausfällt, ist es an Mark, sich auf die anscheinend aussichtslose Suche zu machen... "Godwin" ist der neue Roman des gebürtigen Iren Joseph O'Neill, der in der deutschen Übersetzung von Nikolaus Stingl bei Rowohlt erschienen ist. O'Neill stürmt dabei zunächst so erfrischend und unterhaltsam los, dass man glauben könnte, den Titel für den besten Fußballroman habe er schon sicher. Doch in der zweiten Halbzeit gibt es zu viel Ballgeschiebe und Geplänkel, bevor ihm in der Nachspielzeit das entscheidende Eigentor unterläuft. In "Godwin" gibt es zwei Erzählstimmen. Neben Mark ist es dessen Vorgesetzte Lakesha Williams, eine glatte Businessfrau, die Mark durch dessen Beurlaubung überhaupt erst ermöglicht, die Suche nach dem Fußballtalent zu beginnen. Joseph O'Neill gelingt es ganz hervorragend, diese beiden Erzählstimmen auch komplett unterschiedlich klingen zu lassen. Die einzige Gemeinsamkeit ist der auffällige Einsatz der indirekten Rede, wenn sie ihre diversen Gesprächspartner:innen zitieren. Ansonsten erzählt Lakesha so, wie sie arbeitet: schnörkellos, effizient, ein wenig unnahbar. Mark Wolfe ist das genaue Gegenteil. Er ist ein Grübler, ein Haderer, der mit sich und der Welt nicht im Reinen ist. Immer wieder scheint in seinen Ausführungen der studierte Biologe durch. O'Neill begegnet diesen zwei Stimmen mit feinem Humor und Überspitzungen, die "Godwin" gerade zu Beginn zu einer unterhaltsamen und klugen Lektüre machen, auch wenn ihm einige Passagen dabei zu geschwätzig geraten. Insbesondere die Teile, die von Mark erzählt werden, sind in der ersten Hälfte große Kunst. In den tragikomischen Ausführungen und dem absurden Humor erinnern sie in den besten Momenten gar an Knut Hamsuns "Hunger". Außerdem streut O'Neill immer wieder philosophische Ausführungen ein, denen man sich als Leser:in mit Genuss hingibt. Ein weiterer Pluspunkt sind die immer wieder mit viel Charme und Liebe erzählten Anekdoten aus der Fußballwelt. Ob Ernst Happel, Eusébio oder Youri Djorkaeff - O'Neill hat wunderbar recherchiert und schafft es, diese kleinen Schnipsel in die Handlung rund um "Godwin" einzuflechten, ohne dass dies bemüht wirkt. Verantwortlich für diese Fußballgeschichten zeichnet übrigens Jean-Luc Lefebvre, ein französischer Talentscout, der zugleich die präsenteste Nebenfigur des Romans ist. Und dieser Lefebvre ist kurioserweise gleichermaßen in nicht geringem Maß dafür verantwortlich, dass sich die erste Hälfte eben so gut und unterhaltsam liest, die zweite aber zu einem Reinfall wird. Denn in einer nahezu unerträglich langen Szene lässt O'Neilll Lefebvre Mark Wolfe und seine Frau Sushila in den USA besuchen. Auf sage und schreibe mehr als 100 Seiten erzählt Lefebvre von dessen Erlebnissen in Afrika und seiner Suche nach Godwin - und damit etwa ein Viertel des gesamten Buches. Unterbrochen wird dieser mit der Zeit unglaublich langweilige Monolog durch wenige Einschübe von Mark und Sushila oder von ein paar Streicheleinheiten für Marks Hund. Der Autor und Dramaturg Roland Schimmelpfennig, selbsternannter Kämpfer gegen die literarische Geschwätzigkeit, hätte seine helle Freude am Zusammenstreichen dieser Szene. Lefebvre lässt sich über afrikanische Mythen und Vorurteile aus und kommt dabei vom Hölzchen aufs Stöckchen. Eine Schwäche, über die man noch hinwegsehen könnte, wenn da nicht auch noch das vermaledeite Ende des Buches wäre. Im letzten Abschnitt kommt wieder Lakesha zu Wort. O'Neill macht daraus eine Wundertüte. Ohne zu viel verraten zu wollen, bricht das Finale nicht nur mit inhaltlichen und erzählerischen Konventionen, sondern präsentiert der mittlerweile ermatteten Leserschaft eine Überraschung nach der anderen. Kann man machen, wäre das nicht alles so furchtbar überkonstruiert, unglaubwürdig und zynisch. O'Neill begeht darin den Fehler, selbst mit der Figur Godwin zu spielen - dabei ist es noch die kleinste zynische Anekdote, dass der Namensgeber des Buches nicht ein einziges Mal während der knapp 430 Seiten wirklich zu Wort kommt. Sprich: Die vordergründige Kritik des Romans am Fußball-Business und an der Globalisierung hintergeht der Autor selbst mit diesem vor Zynismus nur so triefenden Finale. Ein echtes Eigentor in der Nachspielzeit!So hinterlässt "Godwin" trotz der lesenswerten ersten 250 Seiten einen schalen Beigeschmack und ein Gefühl der Ernüchterung.

Eigentor in der Nachspielzeit

Christian1977 aus Leipzig am 04.07.2024
Bewertungsnummer: 2236940
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mark Wolfe ist unzufrieden. Sein Job als technischer Redakteur erfüllt ihn nicht, die Boshaftigkeit der Welt plagt ihn. Als sein Halbbruder Geoff in England seine Hilfe benötigt, verlässt er erstmals die USA. Geoff arbeitet als Berater im Fußballbusiness und hat offenbar einen ganz dicken Fisch an der Angel. "Godwin" lautet der Vorname des afrikanischen Talents, dessen Videoaufnahmen an einen neuen Messi erinnern. Das Problem ist: Niemand weiß, wo genau dieser Godwin zu finden ist. Als Geoff verletzungsbedingt ausfällt, ist es an Mark, sich auf die anscheinend aussichtslose Suche zu machen... "Godwin" ist der neue Roman des gebürtigen Iren Joseph O'Neill, der in der deutschen Übersetzung von Nikolaus Stingl bei Rowohlt erschienen ist. O'Neill stürmt dabei zunächst so erfrischend und unterhaltsam los, dass man glauben könnte, den Titel für den besten Fußballroman habe er schon sicher. Doch in der zweiten Halbzeit gibt es zu viel Ballgeschiebe und Geplänkel, bevor ihm in der Nachspielzeit das entscheidende Eigentor unterläuft. In "Godwin" gibt es zwei Erzählstimmen. Neben Mark ist es dessen Vorgesetzte Lakesha Williams, eine glatte Businessfrau, die Mark durch dessen Beurlaubung überhaupt erst ermöglicht, die Suche nach dem Fußballtalent zu beginnen. Joseph O'Neill gelingt es ganz hervorragend, diese beiden Erzählstimmen auch komplett unterschiedlich klingen zu lassen. Die einzige Gemeinsamkeit ist der auffällige Einsatz der indirekten Rede, wenn sie ihre diversen Gesprächspartner:innen zitieren. Ansonsten erzählt Lakesha so, wie sie arbeitet: schnörkellos, effizient, ein wenig unnahbar. Mark Wolfe ist das genaue Gegenteil. Er ist ein Grübler, ein Haderer, der mit sich und der Welt nicht im Reinen ist. Immer wieder scheint in seinen Ausführungen der studierte Biologe durch. O'Neill begegnet diesen zwei Stimmen mit feinem Humor und Überspitzungen, die "Godwin" gerade zu Beginn zu einer unterhaltsamen und klugen Lektüre machen, auch wenn ihm einige Passagen dabei zu geschwätzig geraten. Insbesondere die Teile, die von Mark erzählt werden, sind in der ersten Hälfte große Kunst. In den tragikomischen Ausführungen und dem absurden Humor erinnern sie in den besten Momenten gar an Knut Hamsuns "Hunger". Außerdem streut O'Neill immer wieder philosophische Ausführungen ein, denen man sich als Leser:in mit Genuss hingibt. Ein weiterer Pluspunkt sind die immer wieder mit viel Charme und Liebe erzählten Anekdoten aus der Fußballwelt. Ob Ernst Happel, Eusébio oder Youri Djorkaeff - O'Neill hat wunderbar recherchiert und schafft es, diese kleinen Schnipsel in die Handlung rund um "Godwin" einzuflechten, ohne dass dies bemüht wirkt. Verantwortlich für diese Fußballgeschichten zeichnet übrigens Jean-Luc Lefebvre, ein französischer Talentscout, der zugleich die präsenteste Nebenfigur des Romans ist. Und dieser Lefebvre ist kurioserweise gleichermaßen in nicht geringem Maß dafür verantwortlich, dass sich die erste Hälfte eben so gut und unterhaltsam liest, die zweite aber zu einem Reinfall wird. Denn in einer nahezu unerträglich langen Szene lässt O'Neilll Lefebvre Mark Wolfe und seine Frau Sushila in den USA besuchen. Auf sage und schreibe mehr als 100 Seiten erzählt Lefebvre von dessen Erlebnissen in Afrika und seiner Suche nach Godwin - und damit etwa ein Viertel des gesamten Buches. Unterbrochen wird dieser mit der Zeit unglaublich langweilige Monolog durch wenige Einschübe von Mark und Sushila oder von ein paar Streicheleinheiten für Marks Hund. Der Autor und Dramaturg Roland Schimmelpfennig, selbsternannter Kämpfer gegen die literarische Geschwätzigkeit, hätte seine helle Freude am Zusammenstreichen dieser Szene. Lefebvre lässt sich über afrikanische Mythen und Vorurteile aus und kommt dabei vom Hölzchen aufs Stöckchen. Eine Schwäche, über die man noch hinwegsehen könnte, wenn da nicht auch noch das vermaledeite Ende des Buches wäre. Im letzten Abschnitt kommt wieder Lakesha zu Wort. O'Neill macht daraus eine Wundertüte. Ohne zu viel verraten zu wollen, bricht das Finale nicht nur mit inhaltlichen und erzählerischen Konventionen, sondern präsentiert der mittlerweile ermatteten Leserschaft eine Überraschung nach der anderen. Kann man machen, wäre das nicht alles so furchtbar überkonstruiert, unglaubwürdig und zynisch. O'Neill begeht darin den Fehler, selbst mit der Figur Godwin zu spielen - dabei ist es noch die kleinste zynische Anekdote, dass der Namensgeber des Buches nicht ein einziges Mal während der knapp 430 Seiten wirklich zu Wort kommt. Sprich: Die vordergründige Kritik des Romans am Fußball-Business und an der Globalisierung hintergeht der Autor selbst mit diesem vor Zynismus nur so triefenden Finale. Ein echtes Eigentor in der Nachspielzeit!So hinterlässt "Godwin" trotz der lesenswerten ersten 250 Seiten einen schalen Beigeschmack und ein Gefühl der Ernüchterung.

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