Anfang 19. Jahrhundert in Gretna Green, Südschottland. Julia und Thomas sind bis über beide Ohren verliebt, reißen Hals über Kopf aus und heiraten heimlich gegen den Willen ihrer Familien. Nur kurze Zeit später ist Julia allein - und hat keine Ahnung, wo ihr frischangetrauter Ehemann inzwischen steckt und ob er jemals zu ihr zurückkommen wird. Als alles Ersparte aufgebraucht ist, bleibt ihr keine Wahl: Sie muss zu ihrer Familie nach London zurückkehren und hoffen, dass sie ihr vergeben werden. Besonders jetzt, da sie ein Baby hat. In welche dunklen Machenschaften ist Thomas verstrickt? Wird er den Weg zu ihr zurückfinden - und werden sie sich wieder lieben und vergeben können?
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
smillas_bookworld
aus Rheinland Pfalz
5/5
02.05.2024
Buch (Taschenbuch)
Gehaltvoller Regency-Roman über zweite Chancen
Jedes Mal, wenn ich einen Roman von Carolyn Miller gelesen habe, stelle ich fest, dass ich ihre Romane mindestens genauso liebe wie die von Julie Klassen. Beide schreiben erfolgreich christliche Regency-Romane und doch hat jede ihren eigenen Stil. Carolyn Miller schreibt, sagen wir mal, „gehaltvoller“. Ich empfinde es so, dass ihre Protagonistinnen vor größere Herausforderungen gestellt werden und dies im historischen Kontext beleuchtet wird, was ich sehr interessant und spannend finde.
Julia Hales Herausforderung ist, dass sie mittellos und mit einem Baby zurückgelassen wurde. Ihr Ehemann Thomas, den sie Hals über Kopf in Gretna Green geheiratet hat, ist spurlos verschwunden. Notgedrungen kehrt sie als „verlorene Tochter“ zurück nach London in den Schoß ihrer Familie. Dort wird sie semi-liebevoll aufgenommen. Natürlich nimmt man sich ihrer an, aber die letzten Monate und Entscheidungen werfen ein schlechtes Licht auf sie. Julia kämpft gegen das übergriffige, anstrengende Verhalten ihrer Mutter an, was umso schwieriger ist, da sie mit ihren eigenen Sorgen um ihre Zukunft und ihren verschollenen Ehemann zu kämpfen hat. Mit einher kommen die Fragen nach dem Warum: Hat er sie nicht mehr geliebt? Ist sie nicht mehr liebenswert? Hat sie einen Fehler gemacht?
Als Leser erfährt man jedoch, was mit Thomas passiert ist. Sein Verschwinden ist für den Leser ein guter Grund zu hoffen, dass er mit seiner Ehefrau ein Happy End findet – doch auch er hat Dinge getan, auf die er nicht stolz ist, und wünscht sich das Wiedersehen mit Julia mindestens genauso sehr herbei wie er sich davor fürchtet. Was wird Julia sagen? Wird sie ihm vergeben können?
Mit Gottes Hilfe einander vergeben zu können und die Vergangenheit loslassen, ist Kernthema dieses Romans, was die Autorin mit viel Feingefühl und Lebensweisheit in die Handlung einwebt: „Unversöhnlichkeit ist ein Gift, das das Herz auffrisst. Sie bring es mit sich, dass ein Mensch nicht in der Gegenwart leben kann, weil er unablässig an die Vergangenheit denkt.“ (Kapitel 17)
Die Romanfiguren machen – wie in jedem von Carolyn Millers Werken – eine starke Wandlung durch; ich leide und fühle jedes Mal mit ihnen mit. Und damit heben sich die Romane enorm von den leichten Regency-Romanen à la „Bridgerton“ ab. Es geht nicht nur um Äußerlichkeiten und die physische Anziehungskraft, sondern um das Zwischenmenschliche, um Glauben und die Stärke, die er uns geben kann.
Bewertung
aus Staufenberg
5/5
29.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Vergebung und Liebe – kostenlose Geschenke
Und wieder heißt es, eine Zeitreise nach England, Anfang des 19. Jahrhunderts anzutreten. Wieder eine Zeitlang bereits bekannte Charaktere wiederzutreffen oder ein wenig durch eine schwierige und lebensverändernde Zeit zu begleiten.
Die bisher vorhergehenden 5 Romane zur Familie Winthrop konnte ich tief eintauchen in das Familienleben, wobei in jedem Roman einem anderen Familienmitglied eine tragende Rolle zufiel.
So auch in dem aktuellen Roman, der nahtlos an die vorhergehende Geschichte um Miss Serena anschließt und nun Julia, behütete und gehobenen Gesellschaftskreisen aufgewachsen, gab für die Liebe ihres Lebens alles auf, heiratete in Gretna Green ihre große Liebe, und kämpft nur wenig später als verlassene Ehefrau, Mutter eines Säuglings, mittellos ums nackte Überleben. Nur aus grenzenloser Liebe zu ihrem Sohn kehrt sie zurück nach London, mit großem Unbehagen darauf hoffend, dass ihr geholfen wird. Über allem schwebt aber auch die große Ungewissheit um den Verbleib, vor allem aber den Grund, für das Verschwinden ihres Ehemannes Thomas.
Die Autorin nutzt geschickt zwei Erzählstränge, in dem sie auf der einen Seite an Julias Geschichte teilhaben lässt und man mit Hilfe des zweiten Erzählstrangs genaueres über den Aufenthaltsort von John, vor allem aber auch von seinen Gedanken erfährt.
Auch dieser Roman lässt sich dank des flüssigen Schreibstile, aber auch der überzeugenden Beschreibung der damaligen Zeit, insbesondere im Hinblick auf die Erwartungshaltung an das Verhalten von Frauen der oberen Gesellschaftsschicht, wieder sehr gut lesen. Und endlich lüftet sich auch das Geheimnis um Julia, die man bereits in vorhergehenden Romanen nur sehr flüchtig kennenlernen konnte. In diesem Zusammenhang auch eine realistische Einbindung von weiteren Charaktere aus vorhergehenden Bänden, sodass sich ein wirklich rundum gelungenes Familienportrait ergibt.
Erschienen in einem christlichen Verlag, sind natürlich auch christliche Werte mit eingebunden worden. Dies auf eine sehr empathische und auch nachvollziehbare Weise, verknüpft und eingebettet in die jeweilige persönliche Situation von Julia und Thomas. Beide mit der Suche und dem Bedürfnis nach Vergebung ausgestattet, liegt ein schwieriger aber durch Gottes Hilfe erfolgreicher Weg vor Ihnen.
Bewertung
aus Glauchau
5/5
27.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Haben Julia und Thomas eine weitere Chance?
„...Julia stimmte ihr insgeheim zu. Wie viel Leid wäre ihr erspart geblieben, wenn sie mit ihrer Mutter geredet hätte! Tränen traten ihr in die Augen...“
Zusammen mit ihren Geliebten hatte Julia ihr Elternhaus heimlich verlassen. Nun kehrt sie zurück – mit einem Kind auf dem Arm und sonst nichts. Thomas, ihr Mann, den sie heimlich geheiratet hat, ist verschwunden.
Die Autorin hat eine spannende Fortsetzung ihrer Reihe geschrieben. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet und lässt sich angenehm lesen. Die gesellschaftlichen Verhältnisse im England des 19. Jahrhunderts werden treffend wiedergegeben. Stellenweise fühlt man sich wie in einem historischen Krimi.
Julia wird von der Mutter im Elternhaus aufgenommen. Ihr Bruder und dessen Freunde stehen ihr zur Seite. Doch Julia hat ein Geheimnis, dass sie noch nicht lüften will.
„...Wie um alles in der Welt sollte sie es schaffen, die Fragen ihrer Familie zu beantworten, ohne die ganze Wahrheit zu erzählen? Sie musste auf der Hut sein...“
Ihre Mutter möchte, dass die Ehe annulliert wird. Doch Julia gibt die Hoffnung nicht auf, dass Thomas zurückkehrt.
Der kämpft derweilen in Spanien um seine Freiheit und sein Leben. Er ahnt nicht, in welch fiese Intrige er verstrickt wurde. Wird er seine Frau je wiedersehen?
Das Buch verfügt über einen hohen Spannungsbogen. Deutlich wird dabei, dass eine junge Frau schnell von der Gesellschaft geächtet wird, wenn sie sich nicht so verhält, wie es von ihr erwartet wird.
Einen breiten Raum in der Geschichte nehmen die Themen Vergeben und Verzeihen ein. Dazu sollte man wissen, dass Thomas` Vater Geistlicher war, der seinem Sohn das Bild eines strafenden Gottes vermittelt hat. Das wird besonders im Gespräch von Thomas mit Lord Hawkesbury deutlich, der ihm erst Fragen stellt und ihm dann ein neues Gottesbild vermittelt.
„...“Er (Anmerkung: Gott) wird mir niemals vergeben.“ „Warum? Glauben Sie Ihre Sünden sind größer als Gottes Vergebung?“...“
Diese Gespräch stellt für mich einen der inhaltlichen und sprachlichen Höhepunkte im Buch dar. Bei dem Dialog zwischen Charlotte und Julia geht es ebenfalls um diese Problematik.
„...Vergebung tut uns gut, weil unser Herz dann nicht mehr mit vergifteten Gedanken gegenüber anderen angefüllt ist. Um das tun zu können, müssen wir aber zuerst uns selbst vergeben...“
Hier spricht Charlotte aus eigener Erfahrung. Momentan ahnt Julia nicht, was in dieser Beziehung auf sie zukommt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist abwechslungsreich und tiefgründig.
Bewertung
aus Steinwenden
5/5
27.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Mitreißend und einfühlsam
"Sie legte Charles an ihre Schulter, strich zärtlich über seine roten Locken und küsste seine pralle kleine Wange.
,Was für ein entzückender Anblick.'
Julia sah zur Tür und ihr Herzschlag beschleunigte sich. ,Thomas!'
,Hallo mein Liebling.'"
("Die ehrenhafte Mrs. Hale", S. 312)
Thomas und Julia sind frisch verheiratet, als er sie zurücklassen muss und mehrere Monate nicht mehr zurückkommt. Verzweifelt ums Überleben kämpfend, kehrt Julia zu ihrer adeligen Familie zurück, die sie durch ihre Hochzeit mit Thomas sehr verletzt hat. Thomas kämpft genauso ums Überleben - und um Julias Vergebung...
Figuren: Julias Charakter war mir sehr sympathisch, viel mehr als in den vorherigen Bänden, in denen sie als oberflächliche Schwester eine Nebenrolle spielte. Sie übernimmt Verantwortung und versucht, trotz der ungewissen Lage und dem Missmut ihrer Familie, ihrem Mann treu zu bleiben. Oft habe ich mich über ihre besitzergreifende Mutter geärgert und Julia tat mir in ihrer schwierigen Situation noch mehr leid.
Thomas erschien mir erst ein wenig oberflächlich, doch schnell wird klar, wie sehr er Julia liebt. Oft sind es Zufälle oder die Bedrohung durch andere, die ihn immer wieder in unglückliche Situationen bringen und von Julia fernhalten.
Viele andere Figuren tauchen auf, die schon in den anderen Bänden der Autorin eine Rolle spielten. Das hat mir gut gefallen.
Schreibstil und Handlung: Die Atmosphäre des Buches bereitet ein gemütliches Leseerlebnis. Aufklärende Gespräche oder Diskussionen wechseln sich mit spannungsgeladenen Szenen ab. Man hofft und fragt sich immer wieder, wann Julia und Thomas denn endlich zusammenbleiben können. Oft erscheint es unmöglich... oder doch nicht?
Glaubensinhalte: Durch Freunde und Verwandte werden Julia und Thomas immer wieder auf Gott hingewiesen. (Gottes) Vergebung spielt eine große Rolle und ist ein zentrales Thema der Geschichte. Der Glaube sticht auf eine schöne Weise heraus.
Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Definitiv eine Leseempfehlung. Das schöne Cover hält, was es verspricht :)
LisaDi
5/5
17.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Liebe, Gnade und Vergebung - Mit Gott ist nichts unmöglich
Julia und Thomas Hale sind ein junges Paar, welches heimlich geheiratet hat. Doch das Glück hält nicht lange, als Julia eines Tages aufwacht und Thomas verschwunden ist.
Sie wartet, doch als er nicht zurückkehrt, beschließt sie, nach England nach Hause zurückzukehren.
Doch für eine junge Frau, die durchgebrannt ist und nach einer Weile mit einem Kind und ohne Ehemann zurückkehrt, ist es sehr schwer, wieder in der Gesellschaft aufgenommen zu werden.
War Julias Entscheidung für Thomas falsch? Wird er je zurückkehren und wenn ja, wird sie ihm vergeben können? Wird sie treu bleiben oder sich der Gesellschaft unterwerfen?
Auch wenn man die vorherigen Bücher nicht gelesen hat, so kann man doch recht schnell in die Geschichte reinfinden.
Das Buch hat einen angenehmen Schreibstil und lässt sich sehr gut lesen. Man fühlt mit den Protagonisten mit, hofft, zweifelt, betet und darf die Gnade der Vergebung miterleben.
Es ist schön zu lesen, wie die Charaktere gewachsen sind, wie sich ihr Glaube verändert hat und wie Gott dadurch in ihren Leben gewirkt hat.
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
1. Korinther 13,13
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