Produktbild: Greta

Greta

4

18,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.01.2024

Herausgeber

Sonia Lauinger

Verlag

Lauinger Verlag

Seitenzahl

406

Maße (L/B/H)

20,7/13,8/3,5 cm

Gewicht

524 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7650-9174-2

Beschreibung

Rezension

"Das - bislang - bedeutendste Werk Rita Königs ist 'Greta', weil es nicht nur ein individuelles Schicksal in den Blick nimmt, sondern weil es der Autorin gelingt, in diesem Einzelschicksal die unheilvolle Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert zu spiegeln." (Markus Kniebeler, Märkische Allgemeine Zeitung 12.02.24, S. 16)
"Späte Vergangenheitsbewältigung Es war ein langer und anstrengender Weg,nicht nur für Greta, die sich lang gehüteten Erinnerungen stellen und ihr Leben sozusagen aufräumen muß,sondern auch für mich als Leserin.Der ständige Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ,Gedanken und alten Briefen,dazwischen aktuellen Geschehnissen,erforderten äußerste Konzentration. Ich weiß nicht ,ob ich durchgehalten hätte,wenn die Geschichte nicht so interessant und gleichzeitig berührend gewesen wäre.Polen und Lettland kenne ich persönlich nicht und ich habe auch bis jetzt wenig zu diesen Ländern gelesen. Die Protagonistin blickt auf ein sehr ereignisreiches Leben mit vielen Höhen und Tiefen zurück und ihr Mut die physisch und psychisch anstrengende Reise zu wagen,ist bewundernswert. Ein bisschen schade fand ich daß die beiden unterschiedlichen Frauen nur eine relativ kurze Zeit miteinander verbringen konnten,obwohl diese Begegnung auch für Marita einige Erkenntnisse brachte. Ich bin froh, dass ich die beiden Frauen eine Zeit begleiten und an ihrem Leben teilnehmen durfte und vergebe vier Sterne." (Langeweile via lovelybooks)
"Anstrengende Reise zurück in das eigene Leben Die 85jährige Greta möchte mehr über ihr eigenes Leben erfahren. Hierzu unternimmt sie eine sehr anstrengende Reise zurück zu dem Ort ihrer Kindheit. Der Weg, den sie wählt ist der, den sie vor Jahren, nur in umgekehrter Richtung, schon einmal gegangen ist. Ziel soll ihr Kindheitshaus in Lettland sein. Gemeinsam mit ihr starten wir Lesende in der Nähe von Berlin und nehmen an all ihren Gedanken und Erinnerungen teil. Zur gleichen Zeit fliegt Marita, eine junge Frau, ebenfalls nach Lettland. Sie hat für ihre Reise einen anderen Grund. Nur kurz treffen sich die beiden Frauen und berühren sich einander auf unterschiedliche Weise. Das sehr umfangreiche Buch fordert von uns Lesenden ein bestimmtes Durchhaltevermögen. Die Form des Textes entspricht auf sehr originelle Art und Weise dem Inhalt. Wer sich Gretas Vorhaben einer Reise zurück in die verdrängten Teile des eigenen Lebens aber zutraut, wird mit einem sehr ehrlichen Buch belohnt werden. Ich werde dieses Buch gerne weiterempfehlen." (Schmuck_Guggerin via lovelybooks)
"Greta kommt zur Ruhe Sehr berührend, informativ und nachdenklich machend, finde ich diesen Roman über Greta und Marita. Greta muss in ihrem hohen Alter endlich die Vergangenheitsbewältigung in Angriff nehmen. Ohne sie wird sie nicht zur Ruhe kommen, ihren inneren Frieden nie finden. Dazu begibt sich Greta auf eine lange Reise nach Polen und Lettland. Marita, zeitweise ihre Reisebegleitung, muss auf diesem Kurztrip eine herbe Enttäuschung verkraften. Zusammen geht alles, trotz des großen Altersunterschiedes, viel besser. Beide Frauen können nach ihrer Reise optimistisch in die Zukunft schauen." (Tulpe29 via lovelybooks)
Bewegendes Buch Greta ist 85 und möchte so gerne nochmal in ihre alte Heimat Lettland, um dort ihr Haus zu sehen, in dem sie aufgewachsen ist. Auch wenn sie körperlich nicht mehr so fit ist, möchte sie sich diesen Wunsch selbst erfüllen. Schon auf der Reise kommen so viele Erinnerungen hoch, die sie zulassen muss. Marita ist deutlich jünger und auch auf dem Weg nach Lettland. Doch es hat einen anderen Hintergrund, sie ist auf der Suche nach ihrem Geliebten. Die Begegnung der beiden ist sehr kurz und doch intensiv. Das Buch hat mir gut gefallen. Es beschreibt Gretas Leben so gut, dass man mitfühlen kann. Die Schreibweise sowie das EInbringen der alten Briefe hat mir sehr gefallen. Greta und auch Marita sind sehr authentische Personen, die ich gerne begleitet habe. Stets habe ich mitgefiebert und mitgefühlt. Ein bewegendes Buch! (hoonili via lovelybooks)
Kurzmeinung: Sehr flüssig geschrieben und damalige Lebenssituation sehr gut dargestellt. Guter Einblick in das Leben und Denken der Umsiedler. Berührend! "Nicht vergessen, aber verstehen" *Dieses Buch habe ich im Rahmen einer Buchverlosung gewonnen. Meine eigene Meinung bleibt davon unberührt.* „Sich nicht erinnern zu dürfen und alles vergessen zu haben, sind zwei völlig verschiedene Dinge.“ Dieses Zitat aus dem Buch „Greta“ von Rita König ließ mich sofort aufhorchen. Ein interessanter und wahrer Satz, der mich gleich zum Nachdenken brachte. Was hat Greta erlebt und versucht sie zu verdrängen? Inhalt: Greta ist 85 Jahre alt und beschließt noch einmal ihr Kindheitshaus in Lettland zu sehen. Hierfür reist sie mit dem Zug von Berlin aus über Polen nach Lettland. Die Reise ist nicht nur körperlich für sie anstrengend, sondern auch psychisch. Denn je näher sie ihrem Ziel kommt, umso mehr kommen die verdrängten Erinnerungen hoch. Gleichzeitig fliegt die junge Marita nach Lettland, um ihren Geliebten zu suchen. Die zwei Frauen treffen aufeinander. Meinung: Von Anfang an war ich von Greta fasziniert. Auch wenn es mit 85 Jahren spät ist, stellt sie sich der Vergangenheit und nimmt nicht nur eine körperlich anstrengende Reise auf sich. War sie nach dem Krieg von Polen nach Berlin geflohen, reist sie nun in entgegengesetzter Richtung von Berlin aus zurück in ihr Geburtsort nach Lettland. Stück für Stück nähert sie sich der Vergangenheit. Dies geschieht zum einen mit dem Besuch bestimmter Orte, aber auch mit dem Lesen alter Briefe der Mutter an die Großmutter. Die Rückblicke und die eingeschobenen Briefe fand ich sehr gut gelungen. Gretas Gefühle werden sehr gut beschrieben, wenn bei ihr plötzlich eine Erinnerung aufblitzt. Aber auch ihr Zwiespalt, zwischen sich Erinnern wollen und vergessen, wird sehr nachvollziehbar beschrieben. Die Briefe der Mutter haben mir sehr gut gefallen, da hier andere Menschen zu Wort kommen. Man erfährt dadurch sehr viel über die Gefühle und Gedanken der Menschen damals. Überhaupt...habe ich in diesem Buch viel gelernt. Ich wusste nicht, dass es Deutsche in Lettland gab und diese nach Polen umgesiedelt sind. Die Erlebnisse während und nach dem Krieg werden sehr eindrücklich dargestellt und haben mich sehr berührt. Das Zusammentreffen mit Marita ist kurz, aber intensiv. Beide Frauen führen interessante Gespräche und verstehen einander. Eine schöne Freundschaft scheint hier zu entstehen. Fazit: Das Buch "Greta" hat mir gut gefallen. Ich habe etwas über die Umsiedlung von Deutschletten nach Polen bzw. mehr über die Fluchtgeschichten dieser Menschen aus Polen nach Deutschland gelernt. Dank Greta kamen auch Menschen zu Wort, die unter dem Krieg und deren Folgen sehr zu leiden hatten. Dies waren u.a. auch die Menschen, die umsiedeln bzw. flüchten mussten, aber auch die Zivilbevölkerung, die bombardiert wurde. All diese Szenen haben mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Wir sollten all dies nicht vergessen und die Gedanken bzw. Gefühle der Menschen von damals besser verstehen. (Lias_BücherGarten via lovelybooks)

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.01.2024

Herausgeber

Sonia Lauinger

Verlag

Lauinger Verlag

Seitenzahl

406

Maße (L/B/H)

20,7/13,8/3,5 cm

Gewicht

524 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7650-9174-2

Herstelleradresse

Lauinger
Leopoldstrasse 7b|76133|Karlsruhe|DE
info@derkleinebuchverlag.de

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GRETA

Bewertung aus Wertingen am 18.04.2024

Bewertungsnummer: 2181152

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ich muß sagen, dass dieser Roman sehr an die Substanz geht und zeigt, was die Leute damals während und nach dem zweiten Weltkrieg erdulden mußten. Greta ist 85jährig und nach einem Sturz hat sie nun ihr Sohn in eine Altenheim gebracht. Aber sie möchte noch gerne einmal in ihre Heimat, nach Lettland fahren. Ein Pfleger hilft ihr alles zu oraganisieren und so macht sie sich auf den beschwerlichen Weg. Auf der Zugfahrt liest sie die alten Briefe ihrer Mutter und erfährt nach vielen Jahren deren Einstellung und Lebensauffassung. Sie macht dann eine Zwischenstation in Polen, wo sie kurze Zeit mit ihren Eltern gelebt hat. Dann geht es weiter nach Lettöand, sie kommt in dem Haus ihrer Großmutter unter, dass jetzt Dimitrij, ein russischer Pflegesohn ihrer Großmutter bewohnt. Noch einmal besucht sie die alten Wege und Stätten und denkt intensiv an ihre Jugendliebe Guntis. In Lettland lent sie auch die junge Studentin Marita kennen, die wegen ihrer großen Liebe nach Lettland gefahren ist. Das Buch schildert ganz eindrucksvoll die Jahre in Posen, wo ihre Mutter den Lehrerberuf ausübte und ihr Vater in einem Krankenhaus als Arzt arbeitete. Es werden die alten Traditionen von Lettland aufrechterhalten. Später dann in Berlin wurde das Leben karg, ihre Mutter zog sich total zurück. Nachdem Gretas Mann früh verstarb, zog sie ihren Sohn alleine groß. In Ostberlin war sie recht zufrieden und jammerte nie. Das Buch ist ein Stück Zeitgeschichte und bringt uns das Leben und Leiden, die Trennung, den Tod, die Entbehrungen dieser Menschen wieder. Man lernt und erfährt so manches, wenn man das Buch liest. Nachdem man die Kapitel gelesen hat, muß man sie erst auf sich einwirken lassen und darüber nachdenken, bevor man weiter liest. Rita König schreibt lebensnahe Bücher, sie befassen sich alle mit den Menschen der ehemaligen DDR. Es ist keine leichte Kost, sondern eine Bereicherung an Wissen. Man merkt, dass die Autorin umfangreich recherchiert hat und sich intensiv mit der damaligen Zeit beschäftigt hat. Das Cover ist in der gleichen Art minimalistisch gestaltete. Helles Orange mit roten Menschen darauf. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen.

GRETA

Bewertung aus Wertingen am 18.04.2024
Bewertungsnummer: 2181152
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ich muß sagen, dass dieser Roman sehr an die Substanz geht und zeigt, was die Leute damals während und nach dem zweiten Weltkrieg erdulden mußten. Greta ist 85jährig und nach einem Sturz hat sie nun ihr Sohn in eine Altenheim gebracht. Aber sie möchte noch gerne einmal in ihre Heimat, nach Lettland fahren. Ein Pfleger hilft ihr alles zu oraganisieren und so macht sie sich auf den beschwerlichen Weg. Auf der Zugfahrt liest sie die alten Briefe ihrer Mutter und erfährt nach vielen Jahren deren Einstellung und Lebensauffassung. Sie macht dann eine Zwischenstation in Polen, wo sie kurze Zeit mit ihren Eltern gelebt hat. Dann geht es weiter nach Lettöand, sie kommt in dem Haus ihrer Großmutter unter, dass jetzt Dimitrij, ein russischer Pflegesohn ihrer Großmutter bewohnt. Noch einmal besucht sie die alten Wege und Stätten und denkt intensiv an ihre Jugendliebe Guntis. In Lettland lent sie auch die junge Studentin Marita kennen, die wegen ihrer großen Liebe nach Lettland gefahren ist. Das Buch schildert ganz eindrucksvoll die Jahre in Posen, wo ihre Mutter den Lehrerberuf ausübte und ihr Vater in einem Krankenhaus als Arzt arbeitete. Es werden die alten Traditionen von Lettland aufrechterhalten. Später dann in Berlin wurde das Leben karg, ihre Mutter zog sich total zurück. Nachdem Gretas Mann früh verstarb, zog sie ihren Sohn alleine groß. In Ostberlin war sie recht zufrieden und jammerte nie. Das Buch ist ein Stück Zeitgeschichte und bringt uns das Leben und Leiden, die Trennung, den Tod, die Entbehrungen dieser Menschen wieder. Man lernt und erfährt so manches, wenn man das Buch liest. Nachdem man die Kapitel gelesen hat, muß man sie erst auf sich einwirken lassen und darüber nachdenken, bevor man weiter liest. Rita König schreibt lebensnahe Bücher, sie befassen sich alle mit den Menschen der ehemaligen DDR. Es ist keine leichte Kost, sondern eine Bereicherung an Wissen. Man merkt, dass die Autorin umfangreich recherchiert hat und sich intensiv mit der damaligen Zeit beschäftigt hat. Das Cover ist in der gleichen Art minimalistisch gestaltete. Helles Orange mit roten Menschen darauf. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen.

Erinnerungen an ein bewegtes Leben

kuddel am 21.04.2024

Bewertungsnummer: 2183886

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Mit 85 Jahren hat Greta schon viele Weggefährten verloren. Nach einem Sturz ist sie auf Hilfe angewiesen und wird von ihrem Sohn in ein Altenheim verbracht, in dem er sie selten besucht. Greta möchte ihren Traum verwirklichen und noch einmal ihr Kindheitshaus in Lettland besuchen. Trotz absehbarer Strapazen büxt die alte Dame aus und begibt sich per Zug auf die Reise. Ihre etwas umständliche Route richtet sich nach der in der Kindheit erfolgten Flucht. Die wichtigen Stationen möchte sie nicht auslassen. Die Reise ist beschwerlich für die alte Dame, aber beflügelt sie auch. Während der langen Zugfahrten liest sie erstmals in alter Korrespondenz von ihrer Mutter mit deren Mutter. Dadurch werden viele Erinnerungen wachgerufen, auch unangenehme. Die Briefe sind im Text abgedruckt und man entdeckt und liest sie mit Greta gemeinsam, das versetzt einen sehr authentisch in die Vergangenheit und lässt einen die Zeit miterleben. Durch die Briefe der Erwachsenen erhält man viele geschichtliche und politische Informationen, die das Kind Greta noch nicht so interessierten, evtl. nicht mit ihr besprochen wurden oder auch von ihr verdrängt wurden. Greta vergegenwärtigt sich durch diese Briefe sehr viel und reist so immer tiefer in ihre Vergangenheit. Die einzelnen Orte, die sie besucht, holen ebenfalls viel Verdrängtes wieder an die Oberfläche. So reist Greta buchstäblich rückwärts, sie nähert sich ihrem Geburtsort und ihrer Vergangenheit immer mehr an. In einem weiteren Handlungsstrang reist Marita mit dem Flugzeug nach Lettland, um ihren Geliebten zu suchen. Die beiden suchenden Frauen begegnen sich, lernen sich kennen und helfen einander. Eine schöne Verbindung voller Hilfsbereitschaft und Empathie. Beide Frauen machen eine nachvollziehbare Entwicklung durch, was mir gut gefällt. Nebenbei erhält man interessante Einblicke in die deutsche Geschichte, insbesondere die der Umsiedler und Flüchtlinge. Auch die familiäre Situation von Greta wird sehr authentisch beschrieben, sowohl die der Kindheit mit der Flucht nach Berlin und den beschwerlichen Bedingungen im Nachkriegsdeutschland, aber auch die Beziehung zum Sohn, der immer mehr drängende Fragen hatte, als die Mutter beantworten wollte oder konnte. Die psychisch und physisch anstrengende Reise ist sehr interessant und ausführlich beschrieben. Bemerkenswert, wie eine alte Dame, die schlecht zu Fuß ist, ihren Mut zusammennimmt und sich noch einen wichtigen Traum erfüllt, der sie zurück zu ihren Wurzeln bringt und die damit ein Stück in der Gegenwart aufschließt, das ihr zuvor nicht zugänglich war. Durch die vielen Briefe und die detaillierten Erinnerungen hat das Buch in einen Teilen ein paar Längen, die sich aber auszuhalten lohnen. Das Buch ist sehr gut recherchiert und ausführlich. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Erinnerungen an ein bewegtes Leben

kuddel am 21.04.2024
Bewertungsnummer: 2183886
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Mit 85 Jahren hat Greta schon viele Weggefährten verloren. Nach einem Sturz ist sie auf Hilfe angewiesen und wird von ihrem Sohn in ein Altenheim verbracht, in dem er sie selten besucht. Greta möchte ihren Traum verwirklichen und noch einmal ihr Kindheitshaus in Lettland besuchen. Trotz absehbarer Strapazen büxt die alte Dame aus und begibt sich per Zug auf die Reise. Ihre etwas umständliche Route richtet sich nach der in der Kindheit erfolgten Flucht. Die wichtigen Stationen möchte sie nicht auslassen. Die Reise ist beschwerlich für die alte Dame, aber beflügelt sie auch. Während der langen Zugfahrten liest sie erstmals in alter Korrespondenz von ihrer Mutter mit deren Mutter. Dadurch werden viele Erinnerungen wachgerufen, auch unangenehme. Die Briefe sind im Text abgedruckt und man entdeckt und liest sie mit Greta gemeinsam, das versetzt einen sehr authentisch in die Vergangenheit und lässt einen die Zeit miterleben. Durch die Briefe der Erwachsenen erhält man viele geschichtliche und politische Informationen, die das Kind Greta noch nicht so interessierten, evtl. nicht mit ihr besprochen wurden oder auch von ihr verdrängt wurden. Greta vergegenwärtigt sich durch diese Briefe sehr viel und reist so immer tiefer in ihre Vergangenheit. Die einzelnen Orte, die sie besucht, holen ebenfalls viel Verdrängtes wieder an die Oberfläche. So reist Greta buchstäblich rückwärts, sie nähert sich ihrem Geburtsort und ihrer Vergangenheit immer mehr an. In einem weiteren Handlungsstrang reist Marita mit dem Flugzeug nach Lettland, um ihren Geliebten zu suchen. Die beiden suchenden Frauen begegnen sich, lernen sich kennen und helfen einander. Eine schöne Verbindung voller Hilfsbereitschaft und Empathie. Beide Frauen machen eine nachvollziehbare Entwicklung durch, was mir gut gefällt. Nebenbei erhält man interessante Einblicke in die deutsche Geschichte, insbesondere die der Umsiedler und Flüchtlinge. Auch die familiäre Situation von Greta wird sehr authentisch beschrieben, sowohl die der Kindheit mit der Flucht nach Berlin und den beschwerlichen Bedingungen im Nachkriegsdeutschland, aber auch die Beziehung zum Sohn, der immer mehr drängende Fragen hatte, als die Mutter beantworten wollte oder konnte. Die psychisch und physisch anstrengende Reise ist sehr interessant und ausführlich beschrieben. Bemerkenswert, wie eine alte Dame, die schlecht zu Fuß ist, ihren Mut zusammennimmt und sich noch einen wichtigen Traum erfüllt, der sie zurück zu ihren Wurzeln bringt und die damit ein Stück in der Gegenwart aufschließt, das ihr zuvor nicht zugänglich war. Durch die vielen Briefe und die detaillierten Erinnerungen hat das Buch in einen Teilen ein paar Längen, die sich aber auszuhalten lohnen. Das Buch ist sehr gut recherchiert und ausführlich. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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