Texas, 1892: Penelope erhält bei einer exzentrischen Schauspielerin eine Stelle als Assistentin. Um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, versteckt sie ihre Schönheit unter farblosen weiten Kleidern. Aber schon ein Missverständnis genügt und sie erregt den Unmut ihrer eifersüchtigen Vorgesetzten. Diese beschließt, dass Penelope von der Bildfläche verschwinden muss.
Als der Texas Ranger Titus Kingsley die junge Frau mitten in der Wildnis findet, bringt er sie zu seinem Großvater, einem Arzt, der mit einigen alt gewordenen Rangern auf einer Farm lebt. Dort soll sich Penelope erholen.
Die Männer sind ganz hin und weg von der hilfsbereiten jungen Frau. Nur Titus hält Abstand und will sich von ihrer freundlichen Art nicht beeindrucken lassen. Er hat seine eigenen Erfahrungen mit hübschen Frauen gemacht und seine Lehren daraus gezogen. Als gegen Penelope ein böser Verdacht aufkommt, sieht Titus sich bestätigt. Aber da hat er die Rechnung ohne seinen Großvater und dessen Freunde gemacht …
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Kerstin1975
aus Crailsheim
5/5
04.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Spannende Westerngeschichte mit Kriminalfall - lesenswert!
Buchinhalt:
Texas, 1892: Penelope, selbst als Findelkind aufgewachsen, nimmt eine Stellung als Dienstmädchen bei einer exzentrischen Schauspielerin an. Durch ein Missverständnis erregt sie deren Unmut und wird kurzerhand in der Prärie ausgesetzt. Texas Ranger Titus findet die junge Frau und bringt sie zu seinem Großvater, einem Arzt, der zusammen mit alternden Cowboys auf einer Ranch lebt. Penelope gewöhnt sich rasch in ihrem neuen Zuhause ein, doch Titus traut ihr aufgrund schlechter Erfahrungen in seiner Vergangenheit nicht richtig über den Weg. Als Penelope zu Unrecht des Diebstahls beschuldigt wird, ist sie mehr denn je auf die Hilfe der alten Cowboys angewiesen....
Persönlicher Eindruck:
Spannend und mit Western-Flair nimmt Autorin Witemeyer ihre Leserschaft mit nach Texas ins ausgehende 19. Jahrhundert. Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Western, Krimi und Liebesgeschichte, die die Seiten nur so dahin fliegen lässt. Es geht um Freundschaft, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, aber auch um Intrigen, krumme Machenschaften und falsche Verdächtigungen.
Hauptfigur in der Geschichte ist Penelope, eine junge Frau Anfang Zwanzig, die zunächst eine Stellung als Dienstmädchen bei einer in die Jahre gekommenen Schauspielerin antritt, dieser aber aufgrund ihrer Schönheit und natürlichen Anmut bald Konkurrenz macht, ohne es zu wollen. Ihr männlicher Gegenpart ist Texas Ranger Titus, der alsbald zu Penelopes Retter in der Not wird.
Der Großteil des Romans spielt sodann auf Diamond D, der Ranch von Titus' Großvater. Dieser ist Arzt im Ruhestand und lebt mit sechs alt gewordenen Cowboys in einer Art Senioren-WG. Penelope füllt die weibliche lücke, freundet sich schnell an mit den grummeligen Käuzen und ist schon bald das umsorgte „Nesthäkchen“, das keiner wieder hergeben will.
Was mir sehr gut gefallen hat, ist der Kriminalfall, der dem Western innewohnt. Witemeyer versteht es vortrefflich, die Spannung von Seite zu Seite zu steigern und so manchen Aha-Moment einzubauen. Natürlich ist absehbar, dass sich etwas zwischen Penelope und Titus anbahnt, doch der Ranger ziert sich lange Zeit – hat er doch in seiner Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit einem anderen Mädchen machen müssen.
Der Roman hat eine christliche Grundhaltung, welche sich mit Gottvertrauen, Nächstenliebe und Vergebung befasst und angenehm dezent in das Leben der handelnden Personen eingeflochten ist.
Viele vergleichen den Roman mit dem Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen, doch in meinen Augen ist das mehr dem Zufall geschuldet - Witemeyers Geschichte ist eigenständig und hat so viel mehr zu bieten als eine leichte Unterhaltung für zwischendurch, so dass ich hier ganz klar sagen möchte, dass ich das Buch für keine Märchen-Adaption halte. Vielleicht wurde der deutsche Titel einfach unglücklich gewählt, der Originaltitel lässt jedenfalls keine Märchenschlüsse zu.
Insgesamt eine absolute Leseempfehlung abseits des Mainstreams, mit Werten und mit sympathischen Charakteren.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen!
claudi-1963
aus Schwaben
5/5
03.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Jeder braucht einen Helden
"In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden." (Joh. 16,33)
Texas 1892:
Die als Waise aufgewachsene Penelope erhält bei der Schauspielerin Narcissa LaBelle eine Anstellung. Mit ihr und einer Schauspieltruppe bereisen sie das Land. Um nicht bei den Männern aufzufallen, versteckt sich Penelope unter einfachen, farblosen Kleidern. Doch dann passiert eines Tages doch ein Missgeschick, bei dem Penelope durch ihre Schönheit die Aufmerksamkeit von Mr. Billings erlangt. In Madame LaBelles Eifersucht beschließt sie, Penelope von ihrem Helfer töten zu lassen. Doch statt sie zu töten, setzt Mr. Hunt sie in der Wildnis aus, wo sie wenig später durch Zufall vom Texas Ranger Titus Kingsley gerettet wird. Kurzerhand bringt er die schwache junge Frau zu seinem Großvater auf die Diamond D Ranch. Umgeben von sieben freundlichen Großvätern wird Penelope wieder aufgepäppelt und kann sich wieder am Leben freuen. Noch ahnt sie nicht, dass ihre Widersacherin auf der Suche nach ihr ist. ---
Meine Meinung:
Das strahlende Cover mit dem gelben Rock passt gut zum Inhalt der Geschichte. Es ist eine schwere Zeit, in der Penelope lebt, besonders wenn man als Waisenkind aufgewachsen ist und keinerlei Familie hat. Die Arbeit bei Madame LaBelle ist sicher nicht das, was Penelope erwartet hat. Doch sie ist froh, überhaupt eine Anstellung zu haben. Niemand ahnt, dass Madame LaBelle neben ihrer Schauspielerei über noch weitere Talente verfügt, um dabei reiche Verehrer auszunehmen. Penelope hingegen versucht ihre Schönheit unter einfachen Kleidern zu verbergen, um ja nicht bei den Männern aufzufallen. Wäre da nicht dieser eine Moment, als sie dem netten Texas Ranger mit seinem verletzten Hund begegnet. Doch dann ist sie Schneiderin Mildred beim Ändern eines Kleides für die Madame behilflich und das Unheil nimmt seinen Lauf. Der warmherzige Liebesroman spielt mitten mit Wilden Westen und hat Ähnlichkeiten mit dem Märchen "Schneewittchen und die sieben Zwerge" von den Gebrüdern Grimm. Nur diesmal sind es keine sieben Zwerge, sondern sieben freundliche Großväter, die ihren Lebensabend auf der Diamond D Ranch fristen. Titus Großvater, der nach einem schweren Schicksalsschlag seinen Doktorberuf an den Nagel gehängt hat, erwirbt diese Ranch für seinen Lebensabend. Er konnte ja nicht ahnen, dass immer mehr ehemalige Viehtreiber eine Bleibe bei ihm suchen, bis das Haus mit sieben Personen voll war. Inzwischen hat jeder einzelne dieser Großväter, der seine ganz eigene Geschichte mitbringt, seinen individuellen Job auf der Ranch. Da ist so eine junge Schönheit wie Penelope, ein wirklicher Sonnenstrahl und eine Überraschung für diese Männer. Während Ranger Titus seiner Arbeit nachgeht und eine Diebesserie aufklären soll, ahnt er nicht, in welcher Gefahr die Großväter und vor allem Penelope schweben. Die individuellen, unterschiedlichen Charaktere der Großväter sind hier sehr gut ausgearbeitet. Zusammen mit der zurückhaltenden, lebenslustigen und freundlichen Penelope ergibt es eine geniale Gemeinschaft. Nicht nur das Setting gefällt mir, sondern außerdem der Glaube, der für viele der Großväter genauso so wichtig ist wie für Penelope und Titus. Gleichwohl schwärmt sie für den fürsorglichen, kühnen Ranger, dessen Herz für Tiere schlägt und gleichzeitig so verschlossen gegenüber Frauen ist. Madame LaBelle dagegen ist eine eifersüchtige, frustrierte, falsche Schlange, die Männer um den Finger wickelt oder ausnutzt. Wer gerne einmal Schneewittchen in einem neuen Kostüm mitten im Wilden Westen erleben möchte, der ist bei diesem Buch goldrichtig. Die Herzlichkeit Penelopes und dieser besonderen Großväter hat es mir besonders angetan und erzählt dieses alte Märchen ganz neue Weise und von mir gibt es dafür 5 von 5 Sterne.
Dreamworx
aus Berlin
5/5
13.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll. – J.W. von Goethe
1892 Texas. Penelopes Zuhause war das Waisenhaus, wo die Köchin ein Auge auf sie hatte. Nun als schöne, junge Frau ist sie auf sich allein gestellt und muss ihren Lebensunterhalt verdienen. Unscheinbar gekleidet nimmt sie eine Anstellung als Assistentin der berühmt-berüchtigten Schauspielerin Narzissa LaBelle an. Leider funktioniert die Zusammenarbeit gar nicht gut aufgrund des bösartigen, exzentrischen Charakters von Madame LaBelle, die keinerlei Konkurrenz neben sich duldet und Penelope am liebsten um die Ecke bringen würde. Diese findet sich alsbald fast unbekleidet gefesselt an einem Baum mitten in der Wildnis wieder und wird von dem Ranger Titus Kingsley aus ihrer misslichen Lage befreit, der sie auf die Diamond-D-Farm seines Großvaters in Sicherheit bringt, der dort mit einigen alten Rangerfreunden in einer Art WG lebt. Schon bald ist Penelope der auserkorene Liebling aller Farmbewohner, nur Titus geht ihr aus dem Weg, hat er doch mit Frauen so manch negative Erfahrung gemacht. Als Penelope aber erneut Schwierigkeiten bekommt, gerät seine Zurückhaltung ins Wanken…
Karen Witemeyer hat mit „Sieben Helden für Penelope“ einen sehr unterhaltsamen historischen Roman vorgelegt, der den Leser per Zeitreise nicht nur in den Wilden Westen des 19. Jahrhunderts beamt, sondern dabei das Märchen „Schneewittchen“ in diesem Setting neu zum Leben erweckt. Der flüssige, bildhafte und empathische Erzählstil lässt den Leser schnell an Penelopes Seite gleiten, um sie und ihr Leben kennenzulernen sowie ihre Gedanken- und Gefühlswelt zu erkunden. Penelope hatte bisher nicht so viel Glück im Leben, immer wieder werfen andere ihr Knüppel zwischen die Beine, doch sie gibt nicht auf und stellt sich allen Problemen. Ihre Begegnung mit Titus und der Aufenthalt auf der Farm zwischen all den Senioren ist das Beste, was ihr passieren konnte. Endlich wird sie aufgrund ihres Wesens geschätzt und erhält eine Atempause, die leider nicht lange währt. Doch diesmal ist sie nicht allein, sondern hat eine Armee von alten Rangern hinter sich stehen, die sie zu beschützen versuchen. Nur Titus, selbst geschädigt durch schlechte Erfahrungen, braucht etwas länger, bis er sich schützend vor Penelope stellt. Witemeyer hat das wunderbare Talent, neben den landschaftlichen Gegebenheiten auch ihre unterschiedlichen Protagonisten so lebensecht zu gestalten, dass der Leser sie durch ein perfektes Kopfkino direkt vor sich sehen kann. Mitgehangen, mitgefangen, das betrifft auch die Gefühlsachterbahn, die der Leser während der Lektüre durchläuft. Neben einem gut dosierten Spannungslevel ist auch der christliche Aspekt geschickt in die Handlung eingearbeitet, der sich mit Oberflächlichkeit, Vergebung, Neuanfang und Gottvertrauen beschäftigt.
Die Charaktere sind liebevoll mit glaubwürdigen menschlichen Eigenschaften ausstaffiert, die den Leser sofort an sich zu binden wissen, der ihnen als unsichtbarer Schatten bei ihrem Abenteuer Leben über die Schulter sieht. Penelope ist eine freundliche, gutmütige Frau, die sich ihrer Schönheit gar nicht so sehr bewusst sein will. Sie vertraut lieber auf innere Werte. Titus ist ein rechtschaffender Mann, der allerdings einiges an Misstrauen in sich trägt und hart daran arbeiten muss, dies abzulegen. Madame LaBelle ist die personifizierte Boshaftigkeit, die vor nichts zurückschreckt, um ihr Ziel zu erreichen. Die Ranger sind ein buntgewürfelter liebenswerter Haufen, die aufgrund ihrer Lebenserfahrung das Gute im Menschen erkennen.
„Sieben Helden für Penelope“ ist ein wunderbar aufgemotztes Märchen mit Liebesgeschichte, Wild West Touch und vielen alltagstauglichen Weisheiten, das den Leser von der ersten Seite einfängt und bis zum Finale nicht mehr loslässt. Die Gebrüder Grimm hätten ihren Heidenspaß gehabt, so geht es auch dem Leser bei der Lektüre. Absolute Leseempfehlung für ein Lesehighlight!!!
Dreamworx
aus Berlin
5/5
13.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Es muss von Herzen kommen,…
Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll. – J.W. von Goethe 1892 Texas. Penelopes Zuhause war das Waisenhaus, wo die Köchin ein Auge auf sie hatte. Nun als schöne, junge Frau ist sie auf sich allein gestellt und muss ihren Lebensunterhalt verdienen. Unscheinbar gekleidet nimmt sie eine Anstellung als Assistentin der berühmt-berüchtigten Schauspielerin Narzissa LaBelle an. Leider funktioniert die Zusammenarbeit gar nicht gut aufgrund des bösartigen, exzentrischen Charakters von Madame LaBelle, die keinerlei Konkurrenz neben sich duldet und Penelope am liebsten um die Ecke bringen würde. Diese findet sich alsbald fast unbekleidet gefesselt an einem Baum mitten in der Wildnis wieder und wird von dem Ranger Titus Kingsley aus ihrer misslichen Lage befreit, der sie auf die Diamond-D-Farm seines Großvaters in Sicherheit bringt, der dort mit einigen alten Rangerfreunden in einer Art WG lebt. Schon bald ist Penelope der auserkorene Liebling aller Farmbewohner, nur Titus geht ihr aus dem Weg, hat er doch mit Frauen so manch negative Erfahrung gemacht. Als Penelope aber erneut Schwierigkeiten bekommt, gerät seine Zurückhaltung ins Wanken… Karen Witemeyer hat mit „Sieben Helden für Penelope“ einen sehr unterhaltsamen historischen Roman vorgelegt, der den Leser per Zeitreise nicht nur in den Wilden Westen des 19. Jahrhunderts beamt, sondern dabei das Märchen „Schneewittchen“ in diesem Setting neu zum Leben erweckt. Der flüssige, bildhafte und empathische Erzählstil lässt den Leser schnell an Penelopes Seite gleiten, um sie und ihr Leben kennenzulernen sowie ihre Gedanken- und Gefühlswelt zu erkunden. Penelope hatte bisher nicht so viel Glück im Leben, immer wieder werfen andere ihr Knüppel zwischen die Beine, doch sie gibt nicht auf und stellt sich allen Problemen. Ihre Begegnung mit Titus und der Aufenthalt auf der Farm zwischen all den Senioren ist das Beste, was ihr passieren konnte. Endlich wird sie aufgrund ihres Wesens geschätzt und erhält eine Atempause, die leider nicht lange währt. Doch diesmal ist sie nicht allein, sondern hat eine Armee von alten Rangern hinter sich stehen, die sie zu beschützen versuchen. Nur Titus, selbst geschädigt durch schlechte Erfahrungen, braucht etwas länger, bis er sich schützend vor Penelope stellt. Witemeyer hat das wunderbare Talent, neben den landschaftlichen Gegebenheiten auch ihre unterschiedlichen Protagonisten so lebensecht zu gestalten, dass der Leser sie durch ein perfektes Kopfkino direkt vor sich sehen kann. Mitgehangen, mitgefangen, das betrifft auch die Gefühlsachterbahn, die der Leser während der Lektüre durchläuft. Neben einem gut dosierten Spannungslevel ist auch der christliche Aspekt geschickt in die Handlung eingearbeitet, der sich mit Oberflächlichkeit, Vergebung, Neuanfang und Gottvertrauen beschäftigt. Die Charaktere sind liebevoll mit glaubwürdigen menschlichen Eigenschaften ausstaffiert, die den Leser sofort an sich zu binden wissen, der ihnen als unsichtbarer Schatten bei ihrem Abenteuer Leben über die Schulter sieht. Penelope ist eine freundliche, gutmütige Frau, die sich ihrer Schönheit gar nicht so sehr bewusst sein will. Sie vertraut lieber auf innere Werte. Titus ist ein rechtschaffender Mann, der allerdings einiges an Misstrauen in sich trägt und hart daran arbeiten muss, dies abzulegen. Madame LaBelle ist die personifizierte Boshaftigkeit, die vor nichts zurückschreckt, um ihr Ziel zu erreichen. Die Ranger sind ein buntgewürfelter liebenswerter Haufen, die aufgrund ihrer Lebenserfahrung das Gute im Menschen erkennen. „Sieben Helden für Penelope“ ist ein wunderbar aufgemotztes Märchen mit Liebesgeschichte, Wild West Touch und vielen alltagstauglichen Weisheiten, das den Leser von der ersten Seite einfängt und bis zum Finale nicht mehr loslässt. Die Gebrüder Grimm hätten ihren Heidenspaß gehabt, so geht es auch dem Leser bei der Lektüre. Absolute Leseempfehlung für ein Lesehighlight!!!
Buchweltenreise
5/5
11.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Märchenhaft, zauberhaft und spannend!
INHALT:
Texas, 1892: Die junge wie schöne Penelope muss nach einem unverschuldeten Skandal ihre Heimatstadt verlassen und findet eine Anstellung bei der exzentrischen und anspruchsvollen Schauspielerin Narcissa LaBelle. Von ihrer Schönheit darf die gefeierte Madame LaBelle nichts bemerken, weshalb sich Penelope fortan in weite und unauffällige Kleider hüllt. Doch ein Zwischenfall erweckt den Zorn der Schauspielerin, die Penelope daraufhin in der Wildnis zurücklässt.
Titus Kingsley, Texas Ranger und voller Vorurteil gegenüber schönen Frauen findet Penelope zusammen mit den pensionierten Cowboys und Rangern, die auf der Farm des Arztes und Titus‘ Großvater „Doc“ wohnen. Während die älteren Herren allesamt wie verzaubert von Penelope sind, bleibt Titus trotz seiner verwirrenden Gefühle skeptisch und fühlt sich bestätigt als ein böser Verdacht auf die junnge Frau fällt. Kann diese ihre Unschuld bezeugen und was führt Madame LaBelle im Schilde?
MEINUNG:
Es war einmal in vergangener Zeit in einem weit entfernten Land – mit diesen Worten könnte der neue Roman von Karen Witemeyer auch beginnen, hat die Autorin hier eine wunderschöne wie märchenhafte Geschichte gesponnen. Dabei ist die Geschichte jedoch keineswegs realitätsfern, sondern enthält im Großen und Ganzen Personen, Situationen und Prüfungen, wie sie uns manchmal auch in unserem Leben begegnen. Vor allem Vorurteile und zu schnelle Rückschlüsse, aber auch Menschen, die gar zu sehr von sich selbst überzeugt und neidisch sind, begegnen im alltäglichen Leben auf die ein oder andere Weise immer wieder.
Es ist sicherlich nicht zu viel verraten, wenn gesagt wird, dass Karen Witemeyer für ihrem neuen Roman Inspiration im Märchenschatz bei Schneewittchen fand. Die Protagonisten und Nebenfiguren erinnern teilweise genauso wie einzelne Situationen an das Grimm’sche Erzählung. Dennoch erzählt „Sieben Helden für Penelope“ eine eigene, selbständige Geschichte, die auf den moralischen Lektionen des Märchens aufbaut und diesen christliche Werte an die Seite stellt.
So spielt die Themen Vergebung, Gottvertrauen und Gnade eine große Rolle im Roman, daneben aber auch Nächstenliebe und die Aufforderung sich nicht von Vorurteilen o.ä. leiten zu lassen, sondern jedem Menschen zuerst unbelastet entgegen zu treten und anzunehmen. Doch auch die Schönheit der Natur spielen eine Rolle. Diese Aspekte sind gleichsam unaufdringlich wie tiefgründig in die Handlung eingewoben. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir hierbei eine Szene, wo Titus in der Bibel seiner Mutter liest. Die Verknüpfung von Handlung und Passagen aus der Bibel ist hierbei nicht nur bruchlos, sondern auch ohne jeglichen Eindruck von Aufgesetztheit.
Für mich war dies der erste Roman aus der Feder Karen Witemeyer. Ein Roman, der mich vollkommen und vollumfänglich überzeugen und begeistern konnte. Die Autorin ist eine Künstlerin im Erzählen, welche es hervorragend versteht die gegenteiligen Faktoren Humor und Spannung absolut harmonisch in die Geschichte zu integrieren. Die Handlung, Figuren und die genannten Elemente verbinden sich zu einem Roman, welchen man nicht aus der Hand legen mag oder kann! Es ist eines dieser Bücher, die den Leser/ die Leserin dazu einladen, mitzufiebern, -leiden, -träumen oder kurzum einfach in die Geschichte einzutauchen!
Ein guter Roman lebt aber auch von seinen Figuren, von denen der Roman einige zu bieten hat. Sei es Penelope, die mit Stärke und Mut beeindruckt, auch wenn ihr das Leben gerade böse mitzuspielen scheint, die aber auch so viel Herzenswärme und Hilfsbereitschaft für die Menschen ihres Umfeldes mitbringt. Titus hingegen ist ein eher ruhiger, nachdenklicher und in sich gekehrter Protagonist, der seine Gefühle nicht wie Penelope sprichwörtlich auf der Zunge trägt. Doch zeichnet er sich vor allem durch seinen Gerechtigkeitssinn und ein Schutzbedürfnis für ihm nahestehende Personen aus. Doc und die sechs älteren Herren der Diamond Ranch muss man einfach mögen, sind diese doch manchmal etwas kauzig und eigenbrödlerisch, haben jedoch alle ein Herz aus Gold. Wie sie sich trotz der oberflächlich harten Schale umeinander kümmern wie sie auch für Penelope sorgen, war einfach herzerwärmend zu lesen.
Wie in jeder Erzählung muss es auch Antagonisten geben, welche jedoch zum Teil keine reine Schwarz-weiß-Zeichnung aufweisen oder vor Augen führen, dass man sich zugunsten von Erfolg und Ruhm nicht selbst verlieren sollte…
Die Liebesgeschichte steht m.M.n. nicht ganz im Vordergrund des Romans, sondern wird auch der persönlichen Entwicklung der Figuren Raum gegeben. Zumal der Roman einige leichte Krimielemente aufweist, sind natürlich auch die diesbezüglichen Ermittlungen thematisiert. Mit Penelope und Titus ist dann aber auch ein Paar geschaffen, dass, nachdem es zarte Bande knüpft, wahrlich die ein oder andere Herausforderung überstehen muss.
Karen Witemeyer hat einen sehr angenehmen, flüssigen Schreibstil, der entsprechend der Handlung zwischen bildhaft ausführlich und an Stellen schnellerer Handlung temporeich-präzise ist.
Zum Abschluss möchte ich noch eine meiner Lieblingsszenen im Buch teilen, welche die besondere märchenhafte Atmosphäre des Buches gut abbildet (kein Spoiler!):
„Tausende Monarchfalter flatterten um sie herum wie Herbstblätter im Wind. Sie tanzten über ihr, umfingen sie, waren überall. In langsamen Kreisen drehte sie sich herum, die Arme weit ausgestreckt, zu sehr von Ehrfurcht ergriffen, um mehr zu tun, als zu lächeln. Dann landete einer auf ihrem Rock. […] Ein weiterer Schmetterling ließ sich auf ihrer Hand nieder.“ (S. 154)
FAZIT:
Karen Witemeyer hat mit „Sieben Helden für Penelope“ einen jener Romane geschrieben, welche man nur schwer aus der Hand legen mag, Spannung, Romantik, Freundschaft, Humor – alles ist dabei. Kurzgefasst lässt sich sagen, dass die Autorin hier einen märchenhaften, kurzweiligen, aber gleichzeitig auch tiefgründigen Roman geschrieben hat. Es wird auf keinen Fall mein letzter Witemeyer gewesen sein!
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