Vom schlichten Matratzenlager bis zum Gourmetrestaurant auf 3000 Metern – die Hütten in den Schweizer Alpen haben viele Gesichter. Und mit ihnen die Menschen, die dort tagein tagaus im Hintergrund wirken. Zwölf Frauen zwischen 30 und 80 Jahren haben Daniela Schwegler Einblick in ihr Leben als Hüttenwartin gegeben. Ob alpines Urgestein oder städtische Quereinsteigerin, ob Handwerkerin oder Akademikerin: Alle haben sie das Bergfi eber! Frank und frei und mit viel Humor erzählen die Frauen von ihrem Beruf, der stählerne Nerven und viel Improvisationstalent erfordert; von der fantastischen Freiheit am Berg und der grossen Demut, die er sie lehrt. Tourentipps und thematische Extras runden jedes Porträt ab.
«Ein Lese- und Augenschmaus. Auf der Hütte oben ist das Leben faszinierend anders als im Tal. Mit ‹Bergfi eber› sind wir ganz nah daran. Noch näher kommen wir nur mit einem Hüttenbesuch.» Daniel Anker, bergliteratur.ch
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Diese Frauen hat eindeutig das Bergfieber gepackt!
peedee am 10.10.2015
Bewertungsnummer: 893626
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin porträtiert in diesem Buch 12 Frauen zwischen 32 und 79 Jahren, die aus ihrem Leben als Hüttenwartinnen erzählen. Unterschiedliche Frauen, die aber eins eint: Ihre Liebe zur Natur, zu den Bergen.
Erster Eindruck: Ein schöner Einband mit einem imposanten Panorama; ein gut gewählter Titel. Im Buch hat es sehr viele Fotos, Tourentipps oder auch geschichtliche Hintergründe zu den jeweiligen Hütten oder Gebieten. Zudem sind in einer Schweizerkarte die einzelnen Hütten verzeichnet.
Wer wird eigentlich Hüttenwartin? Eins ist klar, das Wichtigste ist die Liebe zur Natur, zu den Bergen. Dann muss man die Einfachheit lieben, Verzicht üben können (man kann nicht kurz am Abend ins Kino oder shoppen gehen), kontaktfreudig sein, sich mit dem omnipräsentem Thema Wetter auseinandersetzen, Trubel lieben, aber auch Einsamkeit (bei schlechtem Wetter) aushalten können.
Gabi Aschwanden, 44, Fridolinshütte (unterhalb des Tödi, Kanton Glarus), wurde nach 20 Jahren Erfahrung etwas schwermütig: Die Hütte erdrückte mich. Es wird mir einfach zu viel, immer hier zu sein und allen gerecht zu werden ausser mir selber. Dann hat sie sich wieder aufgerappelt, u.a. eine Ausbildung als Wanderleiterin und GeoGuide gemacht und jetzt noch eine naturpädagogische Ausbildung angehängt.
Irene Beck, 41, Trifthütte (zwischen Grimsel- und Sustenpass, Kanton Bern), hat fast die ganze Welt bereist und ist nun mit ihrem Mann, einem Trekkingleiter aus Nepal, glücklich auf einer einfachen Hütte schön!
Wer in den Bergen lebt oder arbeitet, kennt immer jemanden, der in den Bergen schon sein Leben verloren hat. So auch Susanne Brand, 35, Gaulihütte (Innertkirchen, Kanton Bern), deren Partner am Mont Blanc tödlich verunglückte. Und wütend war ich! Auf den Mont Blanc und auf den Schnee! Am Gauligletscher passierte im November 1946 ein Drama: Ein amerikanisches Kleinflugzeug stürzt im dichten Nebel und Schneesturm auf den Gletscher ab. Alle zwölf Passagiere überlebten, obwohl minus fünfzehn Grad herrschten und sie fünf Tage und Nächte auf dem Gletscher ausharren mussten, bis sie ausgeflogen werden konnten. Interessant ist, dass seit 2012 nun Teile des Flugzeugs gefunden werden, die nun nach Jahrzehnten vom Gletscher freigegeben wurden.
Das Buch verwendet immer wieder Schweizerische Dialektausdrücke; für mich als Schweizerin ist das natürlich sehr schön. Ich habe die Geschichten der 12 Frauen sehr gerne gelesen, denn ich finde es spannend, mehr über ihre Herkunft, ihre Beweggründe, Motivation und auch Zukunftspläne zu erfahren. So unterschiedlich die Frauen auch sind sie alle hat das Bergfieber gepackt!
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