Sina ist zielstrebig und strukturiert. Sie gibt ihre Artikel pünktlich ab, geht regelmäßig joggen und weiß, was sie will. Doch ob sie Milos Kinderwunsch teilt, weiß sie nicht. Mit wachsenden Zweifeln beobachtet sie die Frauen um sich herum. Die mit Babybauch wecken Neid in ihr, die mit Kinderwagen Beklemmung. Dann verkündet Klimaaktivistin Eva Lohaus, dass man heutzutage gar keine Kinder mehr in die Welt setzen sollte. Sinas Interview mit Eva tritt einen Shitstorm los … Was spricht heute dafür, Mutter zu werden? Verena Keßler erzählt eindringlich von der Suche nach einer Antwort auf diese eine Frage.
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Tiefgründiges Portrait zum Thema Mutterschaft
Bewertung am 15.02.2025
Bewertungsnummer: 2413242
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Verena Keßlers Roman hat mich unglaublich berührt. Ich bin keiner Erwartung an das Werk herangetragen. Es war für mich ein Zufallsfund, weil es bei mir über die Ausleihtheke in der Bibliothek lief und ich es einfach mal ausgeliehen habe. Zufallsfunde sind oft die wahren Schätze.
"Eva" beleuchtet das Leben von vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Verena Keßler hat ein nuanciertes, warmherziges und tiefgründiges Werk von Mutterschaft geschaffen.
Zum Inhalt:
Was, wenn Sina nicht schwanger werden kann? Wenn Mona nie Kinder bekommen hätte? Wäre die Welt dadurch ein besserer Ort? Ja, findet Klimaaktivistin Eva Lohaus: Nur ein Geburtenstopp kann unseren Planeten noch retten.
Während Eva Lohhaus für ihre Ansichten angefeindet wird, hadern Sina und Mona mit ihren eigenen Schicksalen.
Die vierte Frau bleibt namenlos und dennoch verändert ihre Ansicht den Blick nochmal auf das Muttersein wirklich.
Fazit:
Ich konnte mich mit allen Frauen zum Teil identifizieren. Keßler schafft es mit ihrer präzisen Erzählung verschiedene Blickwinkel auf das Frausein, kinderlos oder Mutter sein zu werfen. Klar bleibt am Ende, dass der Lebensentwurf nicht immer passt und von verschiedenen Faktoren abhängt. Für mich sind alle Leben authentisch nachvollziehbar.
Ganz klare Leseempfehlung. ❤️
Ein Buch rund um (Nicht-)Mutterschaft, das eine herausragende Tiefe und Ambivalenz abbildet
nessabo am 12.12.2024
Bewertungsnummer: 2362953
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Vor der Beobachtungsgabe Verena Keßlers kann ich mich nur verneigen. Sie widmet sich in „Eva“ einem Themenfeld, das von Ambivalenz und Unverständnis geprägt ist, und liefert einfach ab.
Eva Lohaus, die titelgebende Figur, ist dabei nur eine von vier Frauen, denen je ein Kapitel gewidmet wird. Ihre Geschichten sind jedoch nicht isoliert, sondern miteinander verwoben. Dieses Verweben gelingt Keßler mit einer solchen Leichtigkeit und einem gleichzeitigen Feinsinn, dass es mich nur begeistern konnte. Ergänzt wird die Handlung um ganz besondere und zarte Beziehungen, die teilweise wirklich sehr überraschend kommen. ❤️
Zurück zu Eva Lohaus, die öffentlichkeitswirksam darüber spricht, warum sie es mit Blick auf die Klimakrise für egoistisch hält, weitere Kinder zu bekommen. Dem gegenüber stehen Frauen, die keine Kinder bekommen können oder die ihr Kind verloren haben. Außerdem eine Mutter, die erschöpft ist vom Muttersein und welche versucht, sich selbst als Individuum innerhalb und außerhalb der Rolle wieder zu verorten.
Die verschiedenen Positionen scheinen so konträr und konfliktbeladen zu sein, dass ich es schlicht meisterinnenhaft finde, wie Keßler sie zu verbinden vermag ohne sich selbst zu positionieren. Und nicht nur die verschiedenen Lebensperspektiven werfen einen vielschichtigen Blick auf dieses komplexe Thema, sondern auch die Figuren sind in sich von einer Ambivalenz und Tiefe geprägt, die mich beeindruckt hat.
Denn wer keine eigenen Kinder haben möchte, will nicht zwangsläufig gar keine in ihrem Leben haben und wer eigene hat, kann auch abweisende Gefühle empfinden. Und nicht zuletzt darf sich die eigene Position auch einfach verändern, auch wenn das in unseren gesellschaftlichen Strukturen gar nicht so leicht ist. All das findet einen Raum in diesem großartigen Buch, das ich wirklich bedingungslos allen empfehle, weil es ein gut lesbares Plädoyer ist für Solidarität statt Abschottung bei unterschiedlichen Lebenseinstellungen.
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TW: (ungewollte) Kinderlosigkeit, Kindstod, Fruchtbarkeitsuntersuchungen, Gewaltandrohung, M0rd an Tieren (eine Szene, nicht explizit)
Meinung aus der Buchhandlung
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Die Wege von vier, sehr unterschiedlichen Frauen kreuzen sich. Auch weil es ein Thema gibt, das Frauen immer vereinigen wird: Kinder.
Die eine, die erste, hat einen losen Kinderwunsch, die zweite lehnt Kinder aus Prinzip ab, die dritte, ist eine scheinbar glückliche Vielfachmutter und die vierte hat ihr Kind verloren.
Dazu sind es vier sehr unterschiedliche Lebensentwürfe, die hier aufeinandertreffen. Dabei gibt die Autorin keine Meinungen vor, sondern erzählt, zählt auf und führt vor.
Wunderbar kurzweilig und so erhellend. Am besten lesen Sie selbst und diskutieren danach!
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