Der Bestseller »Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche« von Alina Bronsky im attraktiven Geschenkbuchformat (9,2 x 14,4 cm). Passt in jede Hand- und Hosentasche.
Eigentlich fühlt sich die Tatarin Rosalinda viel zu jung, um Großmutter zu werden. Doch als Enkelin Aminat gegen alle Widerstände zur Welt kommt, entbrennt ein tragikomischer Kampf um ihre Liebe. Auf der Suche nach Reichtum und Glück ist Rosalinda fast jedes Mittel recht, um ihre Familie ins gelobte Land – nach Deutschland – zu bringen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
5/5
11.03.2022
eBook (ePUB 3)
Leidenschaftlich und durchtrieben - Ein bitterböser Roman über eine Matriarchin sondergleichen
Schon die ersten Sätze dieses Romans sind eine echte Ansage: "Als meine Tochter Sulfia mir sagte, sie sei schwanger, wisse aber nicht, von wem, habe ich verstärkt auf meine Haltung geachtet. [...] Ihre Schultern waren hässlich hochgezohen und die Augen rot, weil sie die Tränen einfach nicht laufen ließ, sondern mit dem Handrücken im Gesicht verrieb. Und das, obwohl ich sie von klein auf gelehrt hatte, wie man weint, ohne hässlich zu werden, und wie man lächelt, ohne zu viel zu versprechen"
Bronskys Protagonistin, die Tatarin Rosalinda, fühlt sich viel zu jung, um Großmutter zu werden und hält ihre Tochter Sulfia zudem keineswegs geeignet dafür, ein Kind großzuziehen. Nach einem misslungenen Abtreibungsversuch wird Aminat geboren, die von da an jedoch den Mittelpunkt im Leben der Großmutter bildet.
Rosalinda und Sulfia lieben und hassen sich, gehen getrennte Wege und finden wieder zueinander, doch egal, was Sulfia tut, sie kann den Ansprüchen ihrer Mutter nicht gerecht werden. Es folgt eine Berg- und Talfahrt in der Beziehung dieser Frauen aus 3 Generationen, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sogar nach Deutschland führt.
Haarsträubende Ereignisse wechseln sich mit urkomischen Szenen ab. Bronsky zieht alle Register: sie erzählt zynisch, tragisch, ironisch und unglaublich witzig. Und wenn Sie dem ganzen noch eins drauf setzen möchten, nehmen Sie sich unbedingt die Zeit für das Hörbuch, gelesen von Sophie Rois! Das ist ein Fest! Sie werden sehen... ähm, hören!
Edith Berger
5/5
15.05.2012
Buch (Taschenbuch)
witzig,schräg, wunderbar
"....Als meine Tochter Sulfia mir sagte, sie sei schwanger, wisse aber nicht, von wem, habe ich verstärkt auf meine Haltung geachtet. Ich hielt meinen Rücken gerade und die Hände würdevoll im Schoß gefaltet............"
So beginnt dieser wunderbare Roman und läßt sie eintreten in die Welt von Rosalinda.
Rosalinda ist Großmutter von Aminat ( in erster Linie) und Mutter von Sulfia (der unbegabten) aber eigentlich ist sie zu schön und zu jung um Großmutter zu sein.
Unbeugsam dirigiert sie ihren Frauenhaushalt in Richtung Reichtum, Glück, Deutschland.
Jedes Mittel scheint ihr gelegen und ihr Blickwinkel ist ziemlich unausgewogen.....
Alina Bronsky hat uns mit" Die Schärfsten Gerichte Der Tatarischen Küche" ein wunderbares Leseabenteuer geschenkt.
Christin Dittert
aus Wuppertal
5/5
26.10.2010
eBook (ePUB 3)
so scharf, dass es einem die Tränen in die Augen treibt
Oh wie böse beginnt diese tatarische Geschichte. Kein gutes Haar lässt Rosalinda an ihrer Tochter Sulfia. Sie findet sie hässlich und dumm, sie verachtet sie geradezu. Als Sulfia die Anzeichen einer Schwangerschaft bemerkt, gibt es nach Meinung von Rosalinda nur einen Ausweg:
Die Geburt muss verhindert werden!
Sie lässt sich so einiges einfallen, doch es hilft alles nichts, dieses zähe Würmchen überlebt die zahlreichen Anschläge und wenige Monate später wird Enkelin Aminat geboren.
Aminat, die so ganz anders ist, wie Rosalindas missratene Tochter Sulfia: hübsch, selbstbewusst, intelligent und mit einer starken Persönlichkeit ausgestattet. So wie sie selbst Aminat ist ihr ein und alles und sie nimmt sofort Besitz von ihr.
Rosalinda bestimmt von nun an auch ihr Leben. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion organisiert Rosalinda sogar die Auswanderung nach Deutschland im Glauben daran es warte ein besseres Leben auf die drei Frauen. Wendet sich nun im Sinne von Rosalinde alles zum Guten?
Doch was will eigentlich Aminat vom Leben?
Dies ist eine Tragikomödie, die mich echt rührte, vor allem das Ende der Geschichte.
Eine garstige und selbstsüchtige Großmutter, durchtriebenen und zynisch in ihrer Art , die am Ende erkennen muss, dass das Leben nur bedingt planbar ist (sowie das Leben der Mitmenschen) und sich auch rächen kann.
Leser, die eine gewisse Ironie und schwarzen Humor an einer Geschichte schätzen, kommen an diesem Roman nicht vorbei. Er gehört zu meinen Lieblingsbüchern in dieser Saison!
Umso mehr freue ich mich über die Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2010.
Bories vom Berg
aus München
2/5
03.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Klamauk mit Katharsis Wenn…
Klamauk mit Katharsis Wenn ein Roman wie der von Alina Bronsky mit «Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche» betitelt ist, erwartet man als Leser eine unkonventionelle, lustige Geschichte. Und der zweite Roman der russisch-deutschen Schriftstellerin zeichnet sich auch tatsächlich durch eine schon fast überbordende Komik aus, mit der über allerdings weniger lustige Probleme einer resoluten Tatarin in der UDSSR und späteren Migrantin in Deutschland berichtet wird. Der Buchtitel ist genau so ironisch gemeint wie der ganze Roman ironisch erzählt ist. Dessen oft verblüffender, manchmal kindlich anmutender Witz wird darin allein durch eine ebenso unerschütterlich selbstbewusste wie grotesk naive, ungebildete Protagonistin verkörpert. Die Geschichte beginnt im Jahre 1978 mit einem gescheiterten Abtreibungsversuch, den die 40jährige Ich-Erzählerin Rosalinda Kalganowa von einer Engelmacherin aus der Nachbarschaft an ihrer hässlichen, dummen Tochter Sulfia vornehmen lässt. Der Abbruch gelingt nur zur Hälfte, es handelte sich nämlich um Zwillinge. Von denen überlebt einer den Eingriff und kommt wohlbehalten als Enkeltochter Aminat zur Welt, die zu einem wunderschönen Mädchen heranwächst. Was folgt ist die in rasantem Tempo chronologisch erzählte Geschichte dieser drei Frauen, in der die dominante Großmutter unangefochten das Kommando führt. Zunächst sorgt sie dafür, dass ihre Tochter Sulfia, die inzwischen Krankenschwester geworden ist, endlich einen Ehemann bekommt. Dabei kommt für Rosa, ihre Tochter hat da keinerlei Mitspracherecht, schließlich nur ein deutscher Patient Sulfias in Frage, der an einem Kochbuch über die tatarische Küche arbeitet. Mit dessen Hilfe erreicht sie dann auch tatsächlich für das Frauentrio die Auswanderung aus ihrem sozialistischen Mangel- und Korruptionsstaat in das aus tatarischer Sicht paradiesische Deutschland. Dabei nutzt sie völlig unerschrocken und skrupellos die pädophile Neigung von Dieter, dem künftigen Ehemann ihrer Tochter Sulfia, der ein Auge auf die schöne Aminat geworfen hat, - Vladimir Nabokov lässt grüssen! In einem ständigen Auf und Ab passieren in diesem Roman, der einen erzählerischen Zeitraum von etwa dreißig Jahren umfasst, die seltsamsten Dinge. Die Heldin Rosa ist in ihrem heroischen Kampf für die drei Frauen unermüdlich und mit scheinbar nie versiegender Kraft im Einsatz, um ein besseres Leben für sie alle zu erreichen. Männer sind im Roman-Geschehen allenfalls unbedeutende Randfiguren, ihren Ehemann Kalganov hat sie fest im Griff und nennt ihn demonstrativ nur beim Nachnamen. Überhaupt taugen Männer ihr persönlich allenfalls für gelegentliche Dienste im Bett und als potentielle Ernährer, mehr erwartet sie nicht von ihnen. Mit eisernem Willen lässt sie sich auch von den zahlreichen Rückschlägen nicht entmutigen, die das Leben für sie bereithält und sie bis zum elegischen Ende der Geschichte begleiten. Ohne Zweifel ist dies eine Satire, eine mit viel schwarzem Humor karikaturhaft, manchmal sogar zynisch überzeichnete Familiengeschichte. Hinter deren amüsant «tatarischem» Duktus schimmert jedoch allzu deutlich das Elend des Sozialismus durch mit seiner absurden Mangelwirtschaft und der prekären Wohnungsnot. All das menschliche Elend, das daraus erwächst und das dieses erbitterte kämpferische Verhalten der Protagonistin zur Folge hat, wie es hier bewusst verharmlosend in beschwingt lustigem Ton geschildert wird, bildet den alles andere als lustigen Hintergrund dieses abgründigen, tragischen Romans. Und genau darin liegt seine große Schwäche, er leidet literarisch an der Ambivalenz zwischen Form und Inhalt. Nur die dem Geschehen zugrunde liegende Tragik rettet das Buch vor dem Verdikt «Klamauk». Amüsante Schundliteratur der anspruchslosen Sorte liegt hier also nicht vor, auch wenn das streckenweise so scheint und vom Buchtitel und Cover her auch suggeriert wird. Dass die Heldin am Ende schließlich resigniert, könnte man dann wohlwollend sogar als Katharsis deuten.
Bewertung
aus Wien
2/5
03.04.2020
Buch (Taschenbuch)
Eine Großmutter, die mit allen...
Eine Großmutter, die mit allen Mitteln versucht ihrer Tochter und Enkelin ein besseres Leben zu verschaffen und dabei nichts auslässt.
Leider, so gar nicht mein Humor.
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