Ein Schicksal, das zwei Menschen für immer verbindet
Adam Winters wird während seiner Arbeit bei einer internationalen Hilfsorganisation in der Ukraine zusammen mit einer Teamkollegin von Separatisten verschleppt und neun Monate misshandelt. Traumatisiert von seiner Zeit in Gefangenschaft gelingt es ihm nach seiner Befreiung nicht mehr, an sein früheres Leben anzuknüpfen. Mit dem Schritt in die Öffentlichkeit rekonstruiert er den Verlust seiner Würde, des Vertrauens und der Identität und erhofft sich, Frieden mit der Vergangenheit zu schliessen. Doch die Erinnerungen wecken eine tief verborgene Sehnsucht, die ihn beinahe zu zerbrechen droht.
Ein authentisch geschriebenes Buch, das die verwundbare Struktur des Menschen offenbart.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Sara Honegger
Book Circle Community
5/5
11.10.2024
Buch (Taschenbuch)
Tiefgreifend, emotional und düster
Meine Meinung
„Wenn die Wahrheit alles ist, was bleibt“ ist ein Roman der uns sehr deutlich daran erinnert dass das Leben nicht immer so läuft wie man es sich vorgestellt hatte. Diese Buch hat mich sehr mitgenommen
Es geht hier um sehr ernste Themen wie Entführung, Gefangenschaft, Gewalt und auch um Missbrauch. Dadurch dass es sich wie eine Biografie liest, wird es meiner Meinung nach nochmal Persönlicher für den Leser.
Es hat mich auch zum Nachdenken animiert. Durch den Klappentext wusste ich ja am Anfang schon dass es um eine Entführung geht. Ich hatte mir da anfangs ein paar Gedanken gemacht was im Buch vorkommen könnte, was die beiden während ihrer Gefangenschaft erlebt haben könnten. Es waren durchaus auch Punkte die Zutrafen, aber ich habe mir dass nie so detailliert vorgestellt wie es im Buch beschrieben wurde.
Was Adam und Melissa hier erlebt haben, ist für viele unvorstellbar. Ich bewundere die Stärke der Charaktere und deren gemeinsames Ziel die Gefangenschaft durchzustehen. Ich musste beim lesen des Buches ein paar mal an die jüdischen Konzentrazionslager aus dem 2. Weltkrieg denken. Vor allem was die Punkte Gewalt, Gefangenschaft und die Arbeit zu der die Buchcharaktere gezwungen wurden betrifft. Da kam mir oft der Gedanke dass es sich liest als wären Adam und Melissa in einer russischen Version von einem KZ gelandet.
Schreibstil
Ich finde den Mix mit dem Interview und den Buchausschnitten aus Adams Buch sehr gut gelungen. Auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart war gut gemacht und auch sehr schön als einzelne Kapitel verpackt mit der Zeitangabe als Überschrift. Das hat mir sehr gut gefallen.
Der Roman ist gut verständlichen geschrieben, schlicht und ohne unnötig komplizierter Schnickschnack. Das gefällt mir.
Fazit
Wie realistisch das Buch rüber kommt finde ich sehr beeindruckend. Dazu noch diese tollen, greifbaren Charaktere. Einfach ein sehr beeindruckendes Gesamtwerk.
Auch wenn es auf Grund der Trigger nicht für jeden Empfehlenswert ist.
Bewertung
5/5
24.06.2024
eBook (ePUB 3)
Herzzerreisend schön...
Wenn die Wahrheit alles ist, was bleibt, ist ein unglaubliches Buch. Es tut weh es zu lesen, aber es ist den Schmerz wert. Die Autorin schafft es einen mitzunehmen in tiefe Gefühle und eine Welt, vor der wir oft gerne unsere Augen verschließen. Ein sehr wichtiges und absolut relevantes werk... ich kann es nur weiter empfehlen!
Bewertung
5/5
08.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührender biografischer Roman
Während des einzigen Interviews, welches Adam bereit ist zu geben, wandern seine Gedanken immer wieder in die Vergangenheit und zu den Geschehnissen während und nach seiner Entführung. Er schildert uns Ausschnitte aus seinem Buch und teilt mit uns Gedanken, die er bisher niemandem anvertrauen konnte.
Die Autorin Stefanie nimmt uns mit auf eine Reise, die traumatisch, schmerzhaft und gleichzeitig voller Gefühle und Vertrauen ist.
Ungeschönt und knallhart erfahren - nein - erleben wir, durch welche Qualen die beiden Protagonisten gegangen sind und nach der Befreiung noch immer gehen. Zu lesen, was die beiden ertragen mussten, bereitete mir fast körperlichen Schmerz, vor allem aus Sicht einer Frau.
Der Schreibstil von Stefanie ist sehr flüssig und sie malt mit ihren Worten stimmungsvolle Bilder und Eindrücke. Der Wechsel zwischen den Schriftarten - um die Unterscheidung zwischen Buch, Interview und Vergangenheit zu illustrieren - war für mein Auge ungewöhnlich und hat mich zwischendurch etwas abgelenkt. Aber man gewöhnt sich schnell daran
Für mich ist dieser Roman eine dramatische Biografie, aber gleichzeitig auch eine Auseinandersetzung oder vielleicht sogar Kritik an der gesellschaftlichen Erwartungshaltung an ein einzelnes Individuum und der medialen Ausbeutung eines Schicksals, mit dem einzigen Zweck, möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren.
Der Schluss der Geschichte hat nicht meinem Geschmack entsprochen, wobei ich aber zu 100% sicher bin, dass die meisten Leser/innen das anders sehen werden als ich
Triggerwarnung: Das Buch enthält explizite Schilderungen von psychischer, physischer und sexueller Gewalt.
Bewertung
Book Circle Community
5/5
25.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nach der Hölle ist vor der Hölle
Ich bin auf dieses Buch durch Social Media aufmerksam geworden. Der Klappentext versprach viel Herzschmerz und das Thema ist aktuell auch mehr als präsent. Zwar konnte ich mich ein wenig auf das schwere Thema vorbereiten, aber als ich das Buch zuklappte, musste ich Rotz und Wasser heulen. Vielen Dank an dieser Stelle für das Lese-Exemplar liebe Stephanie.
Adam und Melissa arbeiten bei einer internationalen Hilfsorganisation in der Ukraine. Er ist Fotograf und sie Krankenschwester. Nicht gerade einfach unter diesen Umständen zu arbeiten, resp. zu leben, aber sie wollen den Menschen in Not helfen. Sehr mutig und verdient grossen Respekt. Dass gerade diese beiden Menschen von Separatisten entführt werden, ahnte keiner.
Die Geschichte fängt damit an, dass Adam sich einverstanden erklärt hat ein Interview zu führen. Um das Ganze zu verarbeiten hat er ein Buch darüber geschrieben. Doch es gab weiterhin offene Fragen und Spekulationen von den Medien, die er ein für alle Mal klären möchte. Während er erzählt, erhalten wir Leser Szenen während ihres Aufenthalts irgendwo in Russland. Es ist furchtbar, was Menschen anderen Menschen alles antun, nur um ihre Macht und Dominanz zu demonstrieren. Schritt für Schritt wird ihnen ihr Leben weggenommen. Angefangen damit, dass sie täglich gedemütigt und misshandelt werden. Die Entführer bestimmt komplett über ihr Leben und zerstörten ihre Privatsphäre. Was und wann sie essen, wann sie schlafen, wann sie duschen… Es ist einfach nur grotesk und furchtbar. Das einzige, was ihnen blieb, sind sie selbst. Ohne einander hätten sie diese Hölle nicht überlebt. Tagtäglich mussten sie ums Überleben kämpfen und dieses Unwissen machte sie auch schier wahnsinnig.
Während dem Interview konnte man auch deutlich spüren, wie schwierig es für Adam ist noch einmal über das Geschehen zu sprechen. Einfache Dinge wurden für ihn unmöglich, oder machten ihm sogar Angst. Stellt euch vor, jedes Nahrungsmittel schmeckt nach Asche, weil ihr während der Gefangenschaft nur Dreck bekommen habt. Wärme wird zur Unsicherheit, weil du diese mit Gefahr assoziierst. Grosse Menschenmengen machen dich paranoid und du vertraust nicht einmal mehr deiner Familie. Meiner Meinung nach war das sogar noch grausamer als die Folter selbst. Jeder erwartet von dir, dass du nach deiner Befreiung dankbar sein sollst, ein paar Wochen in Therapie gehst und anschliessend kannst du wieder normal dein Leben leben. So einfach ist das leider nicht. Ab dem Kapitel, als sie gerettet wurden, hat es mich psychisch fertig gemacht. Ich habe nur noch geheult. Ich spürte ihr Leid, ihre Angst, ihre Sehnsucht wieder in ihr altes Leben zurückzukehren. Das wird gewaltig unterschätzt, denn nach solch einer Erfahrung wirst du nie wieder so sein wie vorher. Deine Psyche, dein Körper, haben haben diese Erlebnisse auf Ewig gespeichert. Du kannst heilen, du kannst lernen damit umzugehen. Das kann aber Jahre dauern, wenn nicht ein Leben lang. Es hat mir schier das Herz gebrochen, was Adam und Melissa alles durchmachen mussten. Wie sie sich nach der Befreiung fühlen. Wie sie versuchten in ihr altes Leben zurückzukehren. Wie die Menschen in ihrem Umfeld sie behandelten. Wie einfache Dinge ihnen Angst macht. Es hat mich komplett zerstört.
Die Autorin hat hier eine Seite gezeigt, die man leider sehr oft vernachlässigt und über die man leider viel zu wenig darüber reden hört. Wir erleben mit den Protagonisten Gewalt und Missbrauch in allen Formen. Wir begleiten sie durch die Hölle und sehen zu, wie sie mehr und mehr gebrochen werden. Und nach der Befreiung begleiten wir sie nochmal durch die Hölle. Denn wir sehen nun zwei gebrochene Seelen, sie mit aller Kraft versuchen nicht auseinander zu fallen.
Es wird hauptsächlich aus Adama’s Sicht erzählt. Zum einen das Interview mit dem Journalisten, zum anderen Kapitel aus seinem Buch, das er nach der Gefangenschaft geschrieben hat. Ganz am Schluss wird noch ein Kapitel über sein Tagebucheintrag gezeigt und schliesslich das letzte Kapitel noch aus der Sicht von Melissa. Ich liebte den Schreibstil sehr. Obwohl das Thema sehr schwer ist, ist der Schreibstil um so leichter. Die ganze Geschichte ist so emotional und gefühlvoll geschrieben, dass ich einfach alles mitfühlen und nachvollziehen konnte. Einfach alles wirkte für mich sehr authentisch. Es ist schrecklich so etwas zu lesen, aber manche Menschen erleben dies Tag täglich. Für viele ist das Alltag und das ist so krass sich dies vorzustellen.
Es ist schrecklich emotionales Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehle. Beachtet aber bitte, dass es alles andere als leichte Kost ist. Informiert euch vorher, ob ihr es wegen der Thematik lesen möchtet. Wenn ihr es tut, dann werdet ihr es garantiert nicht bereuen. Danke Stephanie für dieses tolle Buch.
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