Die Leidenschaft und die Musik sind stärker als jede Vernunft.
Dresden 1869: Die gefeierte Violinistin Elise Jacobi hat die Liebe zur Musik an ihre Kinder weitergegeben. Tochter Netty probt an der Semperoper als Primaballerina für die Rolle ihres Lebens, Sohn Julius ist ein begabter Pianist und verliebt sich in die unabhängige Bankierstochter Rahel Cohn. Eine neue Generation wächst heran, die den Mut hat, nach der Freiheit zu greifen und neue Wege zu gehen. Doch dann kommt es zu einem verheerenden Feuer, bei dem das Königliche Theater in Schutt und Asche gelegt wird. Fassungslos stehen die Menschen vor den Trümmern. Auch für Elise ist der Anblick kaum zu ertragen, verbindet sie doch mit dem Hoftheater lang unterdrückte Gefühle für den ehemaligen Dekorationsmaler Christian Hildebrand. Bei den Maiaufstände vor zwanzig Jahren musste Christian aus der Stadt fliehen. In aller Heimlichkeit trägt Elise sein Andenken noch heute in ihrem Herzen – ebenso wie das große Geheimnis, das seit so vielen Jahren auf ihr lastet. Denn es hat die Kraft, alles zu zerstören, was sie sich seit Christians Flucht aufgebaut hat.
Eine neue Generation am Opernhaus – das fulminante Finale der groß angelegten Dresden-Trilogie von Bestsellerautorin Anne Stern.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Oberursel
5/5
25.08.2024
Buch (Taschenbuch)
beste Unterhaltung
In dieser Dresden-Trilogie fehlt mir persönlich der Anfang, ich bin im letzten Teil hier eingestiegen, aber das macht nichts, prinzipiell sind die Bände auch unabhängig voneinander lesbar. Wir begleiten durch die komplette Reihe die begabte Violinistin Elise durch ihr Leben, aber da die Bücher einmal die Jugend / das frühe Erwachsenenalter, dann die Zeit der ersten Ehe und nun Elises 50er beinhalten, ist jeder band in sich auch abgeschlossen. Macht natürlich Sinn, von vorne zu beginnen, aber man bekommt alle nötigen Hintergründe auch nebenbei geliefert. Das mal vorab.Und so ganz nebenbei spielt die Geschichte des Dresdner Opernhauses immer die tragende Rolle im Hintergrund.
Hier nun sind wir bei Elise und ihrer Familie 1869. Elise ist mittlerweile in zweiter Ehe mit dem Chirurgen Leopold mehr oder weniger glücklich verheiratet. Die Ehe ist harmonisch, aber – wir erinnern uns – eigentlich ist Elises Herz an den Bühnenmaler und Revolutionär Christian gebunden, der bei den Aufständen vor 20 Jahren aus Dresden geflüchtet ist und seitdem genauso wie der Erbauer der Oper, Semper, im Züricher Asyl weilt. Neue Protagonisten betreten in diesem Band die Bühne: Tochter Netty ist mittlerweile Primaballerina und neuer Stern auf der nationalen Ballettbühne, und Sohn Julius macht als Pianist von sich reden – und verliebt sich ausgerechnet in die wohlhabende Bankierstochter Rahel, die als Jüdin ja nun gesellschaftlich so gar nicht in Frage kommt. Die Konstellationen sind spannend, denn Nettys Ensemble probt an der Semperoper, die in diesem Jahr in Schutt und Asche gelegt werden wird, und Julius' Liebesgeschichte gibt viel Stoff für die gesellschaftlichen Zustände der damaligen Zeit her: eine Liebesgeschichte gegen alle religiösen Vorurteile – und mit Rahel haben wir auch eine junge, intelligente Dame, die mehr vom Leben erwartet als nur das Eheleben....Rahel will alles: Bildung, Freiheit, und die Liebe. Kann das klappen?
Mein Leseeindruck: Das hat mal wieder echt Spaß gemacht! Ein toller, super gut geschriebener historischer Roman, gut recherchiert, für meine Gefühle super authentisches Setting im Dresden der 1860er Jahre, mit einer tollen Cast. Wobei ich hier tatsächlich am meisten mit Julius und Rahel mitgefiebert habe. Mir haben die zwei echt gut gefallen. In der ganzen Reihe spielen die neuen Frauenvereine und der Kampf der Frauen um ihre Rechte eine Rolle im Hintergrund, und das wurde hier alles geschickt miteinander verwoben. Die schlaue Rahel, die ihre individuellen Ziele im Kopf hat und für sich eintritt, und die trotzdem sich nicht mit ihrer kompletten Herkunft überwirft. Hat mir gefallen.
Und natürlich immer wieder Elise: klar, die Hauptdarstellerin in dieser Trilogie, die gerne rückwirkend einiges anders sieht als früher (wer tut das nicht in ihrem Alter), aber trotzdem sich treu bleibt und ihren Platz findet – denn am Ende wird alles gut, oder? Und so soll es sein :-)
Mich hat der Roman erneut abgeholt und bestens unterhalten.
zauberblume
aus Altdorf
5/5
18.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Dies ist nun das großartige…
Dies ist nun das großartige Finale der herausragenden Dresden-Trilogie aus der Feder der Bestsellerautorin Anne Stern, die uns in diesen Romanen in die Welt der Musik entführt hat. Der Inhalt: Dresden 1869: Die gefeierte Violinistin Elise Jacobi hat die Liebe zur Musik an ihre Kinder weitergegeben. Tochter Netty probt an der Semperoper als Primaballerina für die Rolle ihres Lebens, Sohn Julius ist ein begabter Pianist und verliebt sich in die unabhängige Bankierstochter Rahel Cohn. Eine neue Generation wächst heran, die den Mut hat, nach der Freiheit zu greifen und neue Wege zu gehen. Doch dann kommt es zu einem verheerenden Feuer, bei dem das Königliche Theater in Schutt und Asche gelegt wird. Fassungslos stehen die Menschen vor den Trümmern. Auch für Elise ist der Anblick kaum zu ertragen, verbindet sie doch mit dem Hoftheater lang unterdrückte Gefühle für den ehemaligen Dekorationsmaler Christian Hildebrand. Bei den Maiaufstände vor zwanzig Jahren musste Christian aus der Stadt fliehen. In aller Heimlichkeit trägt Elise sein Andenken noch heute in ihrem Herzen – ebenso wie das große Geheimnis, das seit so vielen Jahren auf ihr lastet. Denn es hat die Kraft, alles zu zerstören, was sie sich seit Christians Flucht aufgebaut hat. Wow! Was für ein spannendes und hochemotionales Ende dieser beeindruckenden Trilogie. Noch jetzt nach Beendigung der Lektüre läuft das Gelesene wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Ich habe mich riesig gefreut, wieder all die bekannten und zum Teil lieb gewonnenen Charaktere wieder zu treffen. Allen voran natürlich Elise, die mir richtig ans Herz gewachsen ist. Nun ist sie die Frau eines angesehenen Arztes und lebt in einer schönen Villa vor den Toren Dresdens. Doch irgendwie scheint Elise nicht richtig glücklich zu sein, zu sehr beschäftigen sie die Ereignisse der Vergangenheit und die damit verbundenen Folgen. Ihre Tochter Netty ist mittlerweile eine erfolgreiche Primaballerina geworden und ihr Sohn Julius, zu dem sie eine ganz besondere Verbindung hat, ist ihr Sonnenschein. Wir erfahren wieder viel aus dem Leben der Familie und von manchen Geschehnissen bin ich wirklich tief berührt. Der Spannungsbogen ist einfach wieder fantastisch und ich konnte die Lektüre nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe Elise für ihren Mut bewundert, endlich Klarheit in alles Ungesagte zu bringen. Am Ende der Lektüre kann man seinen Gedanken freien Lauf lassen und sich die Geschichte weiterspinnen. Für mich ist diese Lektüre ein absolutes Lesehighlight, das ich von der ersten bis zur letzten Seite genossen habe. Ich habe mit dieser Traumlektüre wunderschöne spannende und auch aufwühlende Lesestunden verbracht. Selbstverständlich vergebe ich sehr gerne 5 Sterne. Das Cover hat für mich übrigens einen gewissen Wiedererkennungswert.
Bewertung
aus Weißenfeld
5/5
14.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Grandioses Finale einer mitreißenden Trilogie
"Samtschwarz die Nacht" von Anne Stern - das großartige Finale der Trilogie über Dresden und sein bekanntes Opernhaus!
Ich mach es kurz: Dieses Buch/ diese Reihe ist grandios!!!
Elise hadert immer noch mit ihrem Schicksal und trauert vergangenen Chancen nach, während sich ihre Tochter, die mittlerweile eine gefeierte Ballerina ist, auf die Suche nach ihren Wurzeln begibt. Ihr Sohn verliebt sich indessen in eine hochintelligente Jüdin und plötzlich wird er mit einem lange gehüteten Geheimnis seiner Mutter konfrontiert. Und in all diesen Irrungen und Wirrungen brennt auch noch die berühmte Semper-Oper ab....
Anne Stern ist hier wieder einmal ein Meisterwerk gelungen! Allerdings nicht, weil sie mitreißend schreibt und es mit ihrem Schreibstil immer wieder schafft, den Leser einfach mitzunehmen und durch ihre wunderbaren Schilderungen das Kopfkino zum Laufen bringt- nein! Mit diesem Teil der Trilogie hat sie es geschafft, Ungesagtes wichtig werden zu lassen und vielleicht sogar ein wenig philosophisch zu werden!
Am Ende des Romans bleibt der ein oder andere Lesende sicherlich zurück und denkt an vergebene Chancen, aber auch an das Positive, was daraus entstanden ist und welche seltsamen und oft auch erst spät zu verstehenden Wege das Schicksal manchmal geht.
Einfach wunderbar zu lesen und bei sentimentalen Leutchen wie ich es bin, wird wohl auch die ein oder andere Tränen fließen.
Absolute Leseempfehlung!!!!!
Büchertanz.de
aus Freiburg
5/5
13.08.2024
Buch (Taschenbuch)
„«Ein modernes Land braucht Kunst und Musik ebenso wie Bildung und Gerechtigkeit.»"
Dresden 1869: Elise Jacobi lebt mit ihrem zweiten Ehemann in Blasewitz bei Dresden. Ihre Liebe zur Musik hat sie an ihre beiden Kinder weitergegeben: Ziehtochter Netty hat die Rolle ihres Lebens bekommen und probt als Primaballerina an der Semperoper, ihr Sohn Julius ist ein begabter Pianist. Doch noch immer kann Elise nicht mit ihrer Vergangenheit abschließen, denn sie vermisst Christian – ihre erste große Liebe. Dieser lebt nach den Maiaufständen vor zwanzig Jahren in weiter Ferne. Außerdem lastet ein großes Geheimnis auf Elises Schultern, welches nicht nur ihre Vergangenheit berührt, sondern auch ihre Gegenwart und Zukunft.
Als es zu einem verheerenden Feuer kommt und das Königliche Theater in Schutt und Asche gelegt wird, stehen nicht nur Elise und ihre Familie fassungslos vor den verkohlten Trümmern.
Anne Stern gehört seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Ich lese ihre vielfältigen Geschichten sehr gerne und vor allem mit der Reihe um die Hebamme Hulda Gold im Berlin der 1920er Jahre hat sie sich in meine Leseherz geschrieben. Wann immer sie eine Neuerscheinung ankündigt, weiß ich, dass ich diese auch direkt lesen möchte.
Vor etwas mehr als einem Jahr konnte mich der Auftakt der ‚Dresden-Reihe‘ „Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie“ begeistern und auch der zweite Band „Das Opernhaus – Rot das Feuer“ konnte mich von Anfang bis Ende überzeugen. Ich war schon sehr gespannt auf den Abschluss dieser grandiosen Reihe – auch wenn immer etwas Wehmut mitschwingt, wenn eine geliebte Buchreihe zu Ende geht.
Diesen Band bekam ich ebenfalls vom Rowohlt Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.
Ich empfehle, dass man die ersten Bände unbedingt vor dem dritten Band gelesen hat, da man dann die Entwicklung der Figuren und alle anderen Begebenheiten und Ereignisse besser einordnen kann.
Der Prolog des Buches beginnt im Dezember 1859, das erste Kapitel setzt dann im August 1869 an. Insgesamt 41 Kapitel beinhaltet das Buch, das letzte Kapitel spielt im Januar 1870, der nachfolgende Epilog im Februar 1870. Es folgt ein ausführliches Nachwort und der Dank der Autorin.
Inklusive des Prologs und des Epilogs umfasst die gesamte Zeitspanne des Romans etwa 11 Jahre, ohne Prolog und Epilog circa fünf Monate.
Die Handlung des Buches wird chronologisch erzählt und beinhaltet immer wieder einzelne Kapitel, welche aus Zeitungsberichten oder Briefen bestehen – dies sorgte für eine zusätzliche Authentizität des Romans
Dadurch, dass die Ereignisse des Romans zusammenhängend und aufeinanderfolgend erzählt werden, konnte ich mich von Anfang an (wieder) perfekt in die Geschichte einfinden und auch den vielen und vielfältigen Figuren stets gut folgen. Auch die Datums- und Ortsangabe über jedem Kapitel sorgen für eine gute zeitliche und räumliche Orientierung. Sehr intensiv und gelungen empfand ich, dass eine Schlüsselszene des Romans aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird.
Anne Stern hat einen so ausdrucksstarken, bildhaften und poetischen Sprachstil, der mich direkt in die Geschichte mitgenommen hat. Sie beschreibt kleine Begebenheiten am Rande, doch genau diese Beschreibungen füllen das Buch mit Leben und vor allem entsteht eine solch einnehmenden Atmosphäre – die Gedanken und Gefühle der Protagonisten werden direkt aus der Vergangenheit ins Hier und Jetzt transportiert, wodurch längst vergangene Zeiten vor den Augen der Leser und Leserinnen wieder lebendig werden und Geschichte so greifbar, vor allem aber fühlbar wird.
Dies alles – die gut zu verfolgende Handlung, die sich kontinuierlich aufbauende Spannung und die poetische Sprache – sorgten dafür, dass ich völlig in die Geschichte eintauchen konnte und die 416 Seiten so dahin flogen.
Viele der Figuren sind bereits aus den vorherigen Bänden bekannt und ich habe mich sehr gefreut, diese erneut zu treffen und zu sehen, wie sie sich authentisch weiterentwickelt haben. Aus Kindern sind mittlerweile junge Erwachsene geworden, welche mitten im Leben stehen, teilweise ihre Berufung bereits gefunden haben, teilweise ihren Platz im Leben noch suchen.
Nach wie vor steht die sympathische Elise im Zentrum der Geschichte, auch wenn sie und ihre Geschichte etwas in den Hintergrund treten und damit Raum für die Geschichten ihrer Kinder bietet. Elise ist noch immer eine sehr gefühlsbetonte Frau. Sie kann jedoch noch immer nicht mit ihrer Vergangenheit abschließen und sie trägt ein großes Geheimnis mit sich herum, dessen Geheimhaltung sie mehr und mehr belastet. Außerdem musste sie schwere Verluste hinnehmen, welche sie noch immer nicht überwunden hat. Mit all ihren (Selbst)zweifeln, ihrer inneren Zerrissenheit und ihren durchlebten Höhen und Tiefen ist Anne Stern mit Elise eine sehr lebensechte Figur gelungen, die mir mit ihrer mitreißenden Geschichte noch sehr lange im Kopf, vor allem aber im Herzen bleiben wird.
Ihre Kinder Netty und Julius haben sich mittlerweile von Kindern zu jungen Erwachsenen entwickelt und führen ihre eigenen Leben. Der Charakter von Julius ist am Anfang etwas schwer zu fassen – dieser entfaltet sich dann im Laufe der Geschichte immer mehr. Netty ist nach wie vor eine Frohnatur, welche sich von Nichts und Niemanden aus der Ruhe bringen lässt.
Auch Christian, Elises erste große Liebe, spielt wieder eine wichtige Rolle. Er hat ebenfalls eine immense Entwicklung durchlebt. Mittlerweile wohnt er zwar fernab von Dresden, doch noch immer hängt er sehr an der Vergangenheit und an dieser Stadt. Bereits im ersten und zweiten Band mochte ich seine teils etwas unbeholfene, aber doch auch starke und entschlossene Art, welche mich sehr für ihn und seine Geschichte einnehmen konnte.
Neu in der Geschichte ist die Bankierstochter Rahel Cohn. Bereits nach wenigen Szenen hat sich diese starke, intelligente und facettenreiche Figur einen Platz in meinem Herzen gesichert. Ihre Zukunft als treusorgende Ehefrau scheint außer Frage zu stehen, sie ist eine begehrte Partie – doch Rahel möchte das alles nicht und sie bricht mit den Traditionen.
Neben diesen Hauptfiguren spielen auch in diesem dritten Band wieder eine Vielzahl weiterer Figuren eine Rolle. Ich möchte auf diese nicht detailliert eingehen, da ich sonst zu viel von der Handlung vorwegnehme. Diese zahlreichen Figuren hat Anne Stern sehr verschiedenartig, lebensecht und interessant dargestellt, mitunter konnten mich einige mit ihren Taten, Gedanken und Entwicklungen sehr überraschen. Alle zusammen stellen ein gutes Bild der damaligen Gesellschaft da und geben Einblicke in die Denkweisen und strengen Konventionen zu jener Zeit.
Nun heißt es wieder Abschied von einer grandiosen Buchreihe zu nehmen. Alle drei Teile konnten mich bestens unterhalten. Persönlich hat mit der dritte Band am besten gefallen, da dieser unfassbar spannend und gleichzeitig sehr emotional ist.
Danke liebe Anne Stern für dieses mitreißende und lehrreiche Lesevergnügen.
Fazit: Vor etwas über einem Jahr begann ich mit dem ersten Band „Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie“ die Reise in das Dresden des 19. Jahrhunderts – und ich war unglaublich begeistert. Auch der zweite Band „Rot das Feuer“ konnte mich von Anfang bis Ende überzeugen. Der dritte Band ist ein spannendes und emotionales Finale und ich bin so berührt, hingerissen, aufgewühlt und beeindruckt. Was für eine Geschichte. Sehr lesenswert!
Bewertung
4/5
08.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein letztes Mal zurück nach Dresden – ein emotionales, fesselndes Finale mit Tiefgang
Auch mit diesem dritten Band der Trilogie hat mich Anne Stern wieder vollkommen in den Bann gezogen. Kaum hatte ich die ersten Seiten gelesen, war ich erneut in dieser besonderen Atmosphäre gefangen – zwischen Musik, politischen Umbrüchen und persönlichen Konflikten. Es ist, als würde man alte Freunde wiedersehen, mit all ihren Ecken, Stärken und Schwächen.
Was mich besonders berührt hat, war erneut der herausragende Schreibstil der Autorin. Anne Stern erzählt mit einer solchen Feinfühligkeit und emotionalen Klarheit, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte. Ihre Sprache ist poetisch, aber nie überladen – sie trifft genau den Ton, der den Figuren Tiefe verleiht und historische Ereignisse lebendig macht. Oft hatte ich das Gefühl, selbst inmitten der dampfenden Straßen Dresdens zu stehen oder mit Elise am Klavier zu sitzen. Ihre Worte malen Bilder, die lange im Gedächtnis bleiben.
Elise selbst ist für mich eine der eindrücklichsten Frauenfiguren, die mir in der historischen Literatur begegnet sind. Ihre inneren Konflikte – zwischen dem geordneten Leben an der Seite ihres Mannes Leopold und den unausgesprochenen Gefühlen für Christian – waren so menschlich und nachvollziehbar erzählt, dass ich regelrecht mitgelitten habe. Es ist dieser stille Schmerz, diese Zerrissenheit, die mir noch lange nachging.
Auch Julius’ Liebesgeschichte mit Rahel fand ich besonders gelungen – nicht nur, weil sie romantisch ist, sondern weil sie mutig gesellschaftliche Grenzen in Frage stellt. Rahel hat mich mit ihrer Klugheit und ihrem Freiheitsdrang sofort fasziniert. Sie steht für all die Frauen, die mehr wollten als die Rolle der braven Tochter oder Ehefrau. Dass sie für ihre Überzeugungen einsteht, obwohl sie dadurch viel zu verlieren hat, hat mich tief beeindruckt.
Der Brand des Hoftheaters ist ohne Zweifel der dramatische Höhepunkt – und Stern beschreibt ihn so eindringlich, dass ich beim Lesen den Atem angehalten habe. Diese Katastrophe steht sinnbildlich für einen Moment des Übergangs, in dem nicht nur Gebäude, sondern ganze Lebensentwürfe ins Wanken geraten. Und doch keimt daraus etwas Neues: Hoffnung, Wandel, vielleicht auch Vergebung.
Mein Fazit: Dieser Roman ist viel mehr als ein historisches Porträt einer Stadt – er ist ein bewegendes Stück Zeit- und Familiengeschichte, geschrieben mit außergewöhnlichem Gespür für Charaktere, Stimmungen und leise Zwischentöne. Ich bin wieder einmal tief beeindruckt, wie kunstvoll Anne Stern Geschichte und Gefühl miteinander verwebt. Ein würdiger Abschluss der Trilogie – und ein Buch, das lange nachhallt.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.