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Die letzte Patientin Roman | Von der jahrzehntelangen, berührenden Sinnsuche einer Therapeutin | Intensiv, leichthändig und tröstlich

1

23,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.09.2024

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

111

Maße (L/B/H)

20,5/12,9/1,6 cm

Gewicht

216 g

Farbe

Anthrazit / Seidengrau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43183-2

Beschreibung

Rezension

»Literarische Präszisionsmechanik.« ("junge Welt")
»Die Kargheit der Sprache, das Berichtende, Unpathetische ist Edschmids literarisches Programm.« ("Der Standard")
»Ulrike Edschmids Die letzte Patientin erzählt klug und kunstvoll von verletzten Frauen.« ("Frankfurter Rundschau")
»Man kann sich nur schwer dem Sog der Bücher von Ulrike Edschmid entziehen.« ("neues deutschland")
»Ulrike Edschmid nutzt die kurze Form auf eleganteste Weise, um die eigentümliche existenzielle Sinnsuche einer Frau einzufangen.« ("WELT AM SONNTAG")
»Edschmids Bücher sind ... nicht nur Dokumente der Zeitgeschichte, sondern auch Ausdruck eines Weltverhältnisses, in dem politische und sonstige Leidenschaften das Leitmotiv sind.« ("DIE ZEIT")
»[Schicksale] verwandelt Edschmid der Reihe nach in kunstvoll verdichtete Erzähltexte mit einer weit über sich und die eigene Zeitgebundenheit hinausweisende Bedeutung.« ("Der Tagesspiegel")
»Niemand sonst schreibt Sätze wie Edschmid. ... [Ihre] enorme Brillanz [liegt] in der Verknappung.« ("Neue Zürcher Zeitung")
»Man darf sich von Ulrike Edschmids kühlem, vermeintlich protokollarischen Tonfall nicht täuschen lassen – dieser Roman ist ein kurzes und scharfes Kunststück.« ("SWR Kultur")
»Edschmids Prosa ist kühl, präzise und schneidend wie ein frisch desinfiziertes Skalpell – ihr spätberufenes Werk, insbesondere diese kleine Geschichte, Zeugnis einer großen literarischen Könnerschaft.« ("Deutschlandfunk Kultur")

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Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.09.2024

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

111

Maße (L/B/H)

20,5/12,9/1,6 cm

Gewicht

216 g

Farbe

Anthrazit / Seidengrau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43183-2

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Bories vom Berg

    aus München

    3/5

    01.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Psychologischer Doppelroman

    Mit ihrem aktuellen Roman «Die letzte Patientin» hat Ulrike Edschmid ein Werk vorgelegt, das im Umfeld der 68er-Bewegung angesiedelt ist. Es handelt von zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht seien können, und beide Figuren durchleben eine ganz unterschiedliche, komplizierte psychologischen Phase ihres Lebens. Es sind zwei Geschichten, die da erzählt werden, zunächst die einer erlebnishungrigen, unkonventionellen jungen Frau auf der Suche nach ihrer Identität, die erst nach jahrelangen abenteuerlichen Reisen als Psychotherapeutin sesshaft wird und sich dann gesellschaftlich integriert. Erzählt wird diegetisch von einer nicht in das Geschehen einbezogenen Ich-Erzählerin. Deren spätere Freundin, eben jene namenlose Indentitäts-Sucherin, war 1973 in ihre Frankfurter WG eingezogen und hat nach ihren wilden Jahren dann spät noch Psychologie studiert. Deren Briefe und Notizen sind es denn auch, nach denen hier posthum erzählt wird. Ab der Mitte des Romans trifft sie auf eine junge Patientin, die sehr lange sprachlos bleibt und nur «N» genannt wird, «N wie Niemand». Der autobiografisch inspirierte Roman beginnt mit einer Taxifahrt in Barcelona, wo die im Endstadium krebskranke, dann etwa sechzigjährige Psychotherapeutin in Begleitung ihrer ehemaligen Patientin ins Krankenhaus fährt, aus dem sie nicht mehr zurückkommen wird. In vielen kurzen Rückblenden wird anschließend der Weg jener Sinnsucherin nachgezeichnet, die sich gleich nach dem Studium in einen spanischen Anarchisten verliebt, von dem sie nur den Tarnnamen kennt, von dem sie sich aber schnell wieder trennt. Sie vermag in ihrer zwanzigjährigen, odysseeartigen Tour durch Südamerika, die sie u. a. nach Mexiko, Guatemala, Costa Rica, Bolivien und Argentinien führt und in die Betten sehr vieler, unterschiedlichster Männer, wird sie als Anhalterin auch zweimal vergewaltigt. «Wärme sei das Einzige, was sie von einem Mann wolle«, kann man da lesen. «Jedes Verlassen aber liefere sie aus an das Nichts. Und jedes Mal gehe eine Heimat verloren, die sie nie hatte. Sie zwinge sich, dieses Nichts auszuhalten, es genau zu betrachten, damit es seinen Schrecken verliere. Aber es verliere seinen Schrecken nicht. Es bleibe eine graue, kriechende Einsamkeit, kalt wie die Stube, in der ihr Kinderbett stand, sauber, ordentlich und leer». Alle ihre Beziehungen scheitern, aber das Alleinsein ist auch keine Option für die entwurzelte Frau. Schließlich studiert sie auch noch Psychologie, eröffnet eine Praxis und erkrankt später an Brustkrebs, was sie als Zeichen deutet. Dann trifft sie auf «N», eine sechzehnjährige, drogenabhängige Patientin, die jahrelang sprachlos bleibt, zu der sie keinen Zugang findet, die aber ihrerseits unbedingt in therapeutischer Behandlung bei ihr bleiben will, so unsinnig das auch erscheint. Als Ausreißerin ähnlich wie ihre Therapeutin, war sie vor zwei Jahren aus ihrem Elternhaus in die Obhut des Sozialamts geflohen, vom Vater schwer traumatisiert und voller innerer Schreckensbildern, wie deren Leiterin erklärt habe. Diese kranke Innenwelt muss Außenstehenden jedenfalls unverständlich bleiben. Für die Therapie gilt es nun, heraus zu finden, durch welches äußere Ereignis dieses schreckliche Trauma bei «N» bewirkt worden sein könnte. «Die meisten Menschen könnten Schicksalsschläge bewältigen oder verdrängen. Aber bei denen, die dazu nicht in der Lage sind, genüge irgendein Anlass, und ein Geschehnis aus der Vergangenheit breche mit aller Gewalt über sie herein». Ulrike Edschmid versucht in diesem Roman mit psychologischem Sachverstand möglichst präzise das Geheimnis des menschlichen Ichs zu erklären, auch wenn das laut Sigmund Freud von vornherein zum Scheitern verurteil ist. Der kurze Roman ist eine anregende Lektüre, die auf ein leider etwas kitschiges Ende zuläuft, dabei zuweilen aber auch Zweifel aufwirft, was die Glaubwürdigkeit des Geschehens betrifft. Denn allein sechs Jahre wöchentliche Therapiesitzungen ohne ein Wort der Patientin «N» erscheint denn doch mehr als fragwürdig. Beides trübt das ansonsten positive, bereichernde Leseerlebnis.

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