Eine wahre Abenteuergeschichte: vom einfachen Arbeiterjungen zum Forschungsreisenden
Deserteur, Pilger, Arzt, Archäologe, Spion und Wissenschaftler: Die Lebensgeschichte des einfachen Arbeiterjungen James Lewis, besser bekannt als Charles Masson, klingt wie eine abenteuerliche Erzählung. Doch sie ist wahr: Edmund Richardson nimmt uns mit in die Abgründe der Geschichte des 19. Jahrhunderts. Sein erzählendes Sachbuch entführt in die Welt imperialer Mächte und Spionage, berichtet von Besessenheit, Hoffnung und unfassbaren Entdeckungen aus einer anderen Zeit.
Es ist die sorgfältig recherchierte Geschichte eines Abenteurers, der in Afghanistan die verlorene Stadt Alexanders des Großen entdeckte.
- Das atemberaubende Leben eines Forschungsreisenden in einer packend erzählten Roman-Biografie
- Als Europäer für die Ostindien-Kompanie in Indien, Balochistan und Afghanistan
- Ein fesselndes Buch über den Entdecker von Alexandria und weiterer Zeugnisse afghanischer Geschichte
- Für alle, die an außergewöhnlichen Biografien, Entdeckungsreisen und der Geschichte des 19. Jahrhunderts interessiert sind
Als imperiale Mächte und die Ostindischen Kompanien die Welt beherrschten
Wir schreiben das Jahr 1827, als Charles Masson beschloss, seinem Leben eine andere Wendung zu geben. Was er als Soldat für die Ostindien-Kompanie erlebt hatte, war zu viel. Er wollte nach eigenen Vorstellungen leben und die Gewalt durch die imperialen Handelsgesellschaften nicht länger mittragen. Schon bald wurde er als Deserteur durch Indien gejagt.
Plötzlich ist man mittendrin im Abenteuer eines Mannes, der sein Leben selbst in die Hand nimmt. Und schier Unfassbares entdecken sollte. Lassen Sie sich zurückversetzen in vergangene Zeiten und reisen Sie Seite an Seite mit einem legendären Entdecker durch faszinierende Länder und ihre Geschichte.
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Das Leben von Charles Masson…
VolkerM am 18.03.2025
Bewertungsnummer: 3013897
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Leben von Charles Masson als schillernd zu bezeichnen, wäre eine glatte Untertreibung. Ein veritables Chamäleon, das seiner Biografie mehrfach eine völlig neue Richtung gab, angefangen damit, dass er seinen Namen änderte. Geboren als James Lewis stand er zunächst in Diensten der militärisch organisierten aber „privaten“ East India Company, bis er 1827 desertierte und auf der Flucht den Namen Masson annahm. Die Tarnung blieb tatsächlich bis zum Ende seines Lebens aufrecht und kurioserweise bekam er später sogar eine Leibrente der Company, die ihn eigentlich seit 1827 mit Kopfgeld suchte. Da war Charles Masson allerdings schon berühmt als einer der bedeutendsten Entdecker der antiken Kulturen Afghanistans und Pakistans. Wie abenteuerlich der Weg dahin war, erzählt der Historiker Edmund Richardson in seinem Buch, das er bewundernswert detailliert recherchiert hat. Masson ist in den letzten Jahren quasi wiederentdeckt worden, nachdem das British Museum sein umfangreiches Erbe als Studiensammlung erschlossen hat. Masson hatte in den 20 Jahren seiner Reisen durch den Punjab gewaltige Mengen an Artefakten gesammelt, die heute zusammen mit seiner für die Zeit mustergültigen Dokumentation im British Museum und der British Library verwahrt werden. Masson ist auch der Entdecker der Indus-Kultur, obwohl ihm die Bedeutung dieser Entdeckung nur andeutungsweise bewusst war. Er sah als Erster Harappa, erstieg als Erster die buddhistischen Höhlen von Bamyan und identifizierte die antike Stadt Begram nahe Kabul korrekt als das „Alexandria des Kaukasus“, die westlichste Städtegründung Alexanders des Großen. Ständig in Geldnot und mit wechselnden Unterstützern gelang es Masson immer wieder, sich aus prekären Situationen herauszuwinden, wobei ihm sein offensichtliches Sprachtalent sehr hilfreich war. Auch seine interkulturelle Feinfühligkeit war für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich und so hatte er oft hochrangige einheimische Fürsprecher gewonnen. Das Buch zeichnet Massons abenteuerliches Leben in allen Details nach, wobei ich allerdings manchmal Schwierigkeiten hatte, die verschiedenen Erzählebenen auseinander zu halten. Richardson verlässt gelegentlich Massons Biografie, um Wegbegleiter, Konkurrenten oder Widersacher zu beschreiben, was er dann in ähnlicher Detailtiefe unternimmt, wodurch (zumindest für mich) der Fokus verloren gehen kann. Richardson gelingt es aber stets, das Interesse wachzuhalten, was vor allem an seiner bildhaften Sprache liegt. Er psychologisiert Masson so lebendig, dass sich die „literarischen Freiheiten“, die sich Richardson als Autor nimmt, nahtlos einfügen. Alle historisch belegten Details referenziert er mit wissenschaftlicher Akribie in einem 40-seitigen Anhang, mit unzähligen Originaldokumenten aus Massons Korrespondenz, seinen Aufzeichnungen und Veröffentlichungen. Richardson stützt sich aber nie nur auf Massons Selbstauskunft, sondern sucht stets auch die Bestätigung Dritter, denn Masson war in Hinsicht auf die Schilderung seines eigenen Lebens leider sehr unzuverlässig. „Alexandria“ pendelt zwischen sachlicher historischer Biografie und spannendem Entdeckerroman, exzellent recherchiert und lebendig geschrieben, über einen Mann, der sich bietende Gelegenheiten sofort erkannte und sie brillant zu nutzen verstand. Ein blitzgescheites Stehaufmännchen, das jede der vielen Krisen zur neuen Chance machte. Ein filmreifes Leben.
Auf den Spuren eines Abenteurers mit Ambitionen
eiger aus Berlin am 20.02.2025
Bewertungsnummer: 2418295
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Alexandria – Auf der Suche nach der verlorenen Stadt“ von Edmund Richardson, erschienen 2024 im Midas Verlag, ist ein Sachbuch mit einer ungewöhnlichen Geschichte, die von einem Mann handelt, den die Welt vergessen hat. Charles Masson ist ein einfacher Arbeiterjunge aus London, der seinen Traum lebt und Dinge sieht wie kaum ein anderer Europäer.
Dafür desertiert der Soldat James Lewis aus der Armee der britischen Ostindien-Kompanie. Er schlägt sich als Bettler oder verkleideter Pilger mehr schlecht als recht durch. Er ist nicht der einzige Abenteurer der zwischen Indien und Afghanistan unterwegs ist. Er lernt von anderen Hochstaplern und Einheimischen nicht nur Sprachen, sondern auch Tricks und Täuschungen und wird bald selbst als Charles Masson ein Meister der Verstellung.
Das Buch ist eine Mischung aus den biografischen Hinterlassenschaften Massons und Anekdoten, die in einen historischen Kontext gestellt und mit Zeitzeugnissen versehen werden. Detailliert werden die Wege und Länder beschrieben durch die Charles Masson reist. Dabei lernt er die unterschiedlichsten Menschen kennen. Es ist die Zeit des Great Game und so gerät auch er zeitweise unter Spionageverdacht, obwohl er immer nur seine eigenen Ziele verfolgt. Seine Lebensaufgabe war die Suche nach Spuren und Zeugnissen von Alexander dem Großen und seinen Städten.
„Masson war als wandernder Geschichtenerzähler nach Afghanistan gegangen, heraus kam er als einer der angesehensten Gelehrten Asiens“ – so charakterisiert ihn der Autor.
Als Manson 1853 starb, war die Suche nach Alexander dem Großen noch längst nicht beendet – sie wird wahrscheinlich immer unvollendet bleiben.
Dieses Buch ist sehr informativ und interessant geschrieben. Nicht immer einfach zu lesen, aber eine beeindruckende Lektüre.
Ein großes Manko war für mich die sehr kleine Schrift, die das Lesen ziemlich erschwerte.
Ich kann dieses Buch allen historisch interessierten Lesern empfehlen und vergebe gern 5 Sterne.
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