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Ours. Die Stadt Roman

3

28,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.10.2024

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

704

Maße (L/B/H)

21,9/15,1/4,4 cm

Gewicht

820 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Ours

Übersetzt von

Milena Adam

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397609-0

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

[...] lässt sich als labendes Comeback der Fantasie lesen [...] oder einfach als einen gelungenen Roman ("taz")
[...] ein herausfordernder Solitär, ein fantastischer Kommentar zur afroamerikanischen Geschichte und ein überbordendes Spektakel. ("Stadtmagazin FRIZZ")
Roman [...], dessen Kühnheit jedenfalls unvergleichlich ist. ("Frankfurter Rundschau")
Dem jungen US-amerikanischen Autor [...] ist ein kraftvoller Roman über Gemeinschaft, Magie und Widerstand gelungen. ("annabelle")
Kraftvolles, beeindruckendes Debüt! ("HÖRZU")
Alle Fans des Romans ›Underground Railroad‹ werden die fantasievolle Kraft dieses Debüts lieben. ("BRIGITTE")
[...] ein großer, [...] Triumph der Vorstellungskraft über die trübe Realität, der Magie über den Realitätssinn, der Poesie über die Prosa der Verhältnisse. ("Die Zeit")
Visionär und packend hat Williams [...] einen Rahmen gefunden, der die Geschehnisse einer zweihundert Jahre alten Vergangenheit in die Gegenwart holt. ("Esquire Magazin")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.10.2024

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

704

Maße (L/B/H)

21,9/15,1/4,4 cm

Gewicht

820 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Ours

Übersetzt von

Milena Adam

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397609-0

Herstelleradresse

S.Fischer Verlag GmbH
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt am Main
DE
produktsicherheit@fischerverlage.de

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Die Folgen von Sklaverei

hallobuch, Silke Schröder aus Hannover am 28.10.2024

Bewertungsnummer: 2327348

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

“Ours – Die Stadt” liest sich wie ein Märchen oder eine opulente Fantasy-Story. Phillip B. Williams, der an zwanzig Jahre an der Geschichte gearbeitet hat, schafft hier eine epische Saga, die randvoll mit spannenden Geschichten rund um gefährliche Zauber, afrikanische Spiritualität, Voodoo, komplexe Beziehungen und eine sich gegenseitig schützende Gemeinschaft ist. Im Mittelpunkt steht die Zauberin Saint, die einen Safespace für ehemalige Sklaven schafft, aber ihren Zauber bei der Organisation der Stadt ziemlich eigenwillig einsetzt. Zugleich will der Autor zeigen, welche Traumata die Menschen durch die Sklaverei erlitten, wie unterschiedlich sie mit diesen seelischen Erschütterungen umgingen und was das aus ihnen machte. Hinzu kommt Williams großes Interesse an afrikanischer Mythologie, das ihm seine Mutter in die Wiege gelegt hat. So ist “Ours – Die Stadt” von Phillip B. Williams ein eindringlicher Gesellschaftsroman, der sich vordergründig mit Mythen, Voodoo und Zauberei, hintergründig aber intensiv mit den Folgen von Sklaverei auseinandersetzt.

Die Folgen von Sklaverei

hallobuch, Silke Schröder aus Hannover am 28.10.2024
Bewertungsnummer: 2327348
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

“Ours – Die Stadt” liest sich wie ein Märchen oder eine opulente Fantasy-Story. Phillip B. Williams, der an zwanzig Jahre an der Geschichte gearbeitet hat, schafft hier eine epische Saga, die randvoll mit spannenden Geschichten rund um gefährliche Zauber, afrikanische Spiritualität, Voodoo, komplexe Beziehungen und eine sich gegenseitig schützende Gemeinschaft ist. Im Mittelpunkt steht die Zauberin Saint, die einen Safespace für ehemalige Sklaven schafft, aber ihren Zauber bei der Organisation der Stadt ziemlich eigenwillig einsetzt. Zugleich will der Autor zeigen, welche Traumata die Menschen durch die Sklaverei erlitten, wie unterschiedlich sie mit diesen seelischen Erschütterungen umgingen und was das aus ihnen machte. Hinzu kommt Williams großes Interesse an afrikanischer Mythologie, das ihm seine Mutter in die Wiege gelegt hat. So ist “Ours – Die Stadt” von Phillip B. Williams ein eindringlicher Gesellschaftsroman, der sich vordergründig mit Mythen, Voodoo und Zauberei, hintergründig aber intensiv mit den Folgen von Sklaverei auseinandersetzt.

Nur für die, die sich auf etwas ganz anderes einlassen wollen

Eternal-Hope aus Österreich am 19.11.2024

Bewertungsnummer: 2344919

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Gesamteindruck: Vorab: ich würde diesem Buch am liebsten gar keine Sternewertung geben, denn es ist für mich jenseits einer solchen logisch-linearen Bewertung. Die vier Sterne, für die ich mich letztendlich entschieden habe, kommen aus meinem Gefühl: ich habe sehr davon profitiert, dieses Buch gelesen zu haben und werde weiterhin davon profitieren. Jedoch ist es ein sperriges, an vielen Stellen unzugängliches und schwierig zu lesendes Buch. Es ist völlig anders als alles, was ich bisher gelesen habe, und ich, die ich im Durchschnitt drei Bücher pro Woche lese, habe mich an diesem Buch drei Wochen lang abgearbeitet und für die rund 700 Seiten so lang gebraucht, als wären es 2000 gewesen. Es war auch nicht unbedingt durchgängig ein Lesevergnügen, sondern eine große Herausforderung, dranzubleiben. Warum habe ich das Buch also überhaupt gelesen und warum habe ich es zu Ende gelesen? Weil eines meiner wichtigsten Ziele im Leben die persönliche Entwicklung und Erweiterung meines Horizonts ist. Und was diese Kriterien angeht, ist dieses Buch absolut großartig! Es hat mich herausgefordert und aus meiner Lesekomfortzone geschleudert wie schon lange keines mehr. Und ich habe beim Lesen immer wieder gespürt - ja, es ist ein gutes Buch, ein sehr gutes sogar - ein Buch, in das unglaublich viel Wissen, Verständnis und Komplexität geflossen ist, ein Buch mit treffenden und ungewöhnlichen Metaphern, die ich so noch nie gelesen habe, aber zum Nachdenken anregen, und ein Buch jenseits bekannter literarischer Konventionen, das sich völlig dem entzieht, was wir uns als Lesende anspruchsvoller Literatur normalerweise von einem Buch erwarten. Gerade weil dieses Buch so anders ist, hat es mir wieder ins Bewusstsein gerufen, wofür ich sonst eine lange, teure Reise ins außereuropäisch geprägte Ausland bräuchte: unsere Werte und unsere Art, zu denken, zu planen, zu strukturieren und die Dinge zu betrachten, sind nicht absolut zu sehen, sondern sehr stark kulturell geprägt. Die westlich geprägte Literatur wurzelt in den Säulen, die die westliche Kultur in den letzten Jahrtausenden geprägt haben: auf den Werten der christlich-jüdischen Religionen, auf den philosophischen Vorstellungen der Antike, auf dem rational-wissenschaftlichen Denken der Aufklärung usw. Das ist aber nicht das einzige, was es gibt - so sind andere Kulturräume durch völlig andere Faktoren geprägt worden, das ist mir auch schon bei näherer Auseinandersetzung etwa mit asiatischen Kulturen bewusst geworden. Vor diesem Hintergrund ist zu sagen: wer sich ein logisch-aufgebautes, stringentes Buch mit bekannten, verständlichen Metaphern und einer Beziehungsgestaltung und einem Glaubenssystem, wie wir sie aus unserem westlichen Alltag kennen, erwartet, der wird mit "Ours" nicht glücklich werden. Das Buch ist völlig, völlig anders. Worum geht es (Achtung, hier handelt es sich um meine höchstpersönliche Interpretation... das Buch ist dermaßen vielschichtig und symbolisch, dass vieles unklar bleibt und jede/r was anderes hineininterpretiert): Um eine mystische Geschichte befreiter ehemals versklavter Menschen mit afrikanischen Wurzeln, die in den USA des 19. Jahrhunderts spielt. Diese Geschichte wird aber nicht so erzählt, wie wir westlich sozialisierten Menschen sie vielleicht erzählen oder uns vorstellen würden. Der Autor ist selbst Teil der afroamerikanischen Community und hat sich für die Arbeit an diesem Buch tief in die afrikanische Mythologie eingearbeitet. Kern dieser Mythologie - so wie sie uns im Buch begegnet - ist der Glaube an Energien und Zauberei (ein bisschen ähnlich manchem, was sich in der im Westen verbreiteten Esoterik so findet, aber wesentlich ausgeprägter und ohne den geringsten Zweifel daran). Man kann mit Zauberei etwas oder sich selbst unsichtbar machen, andere heilen oder krank machen, etwas schützen, eine Handlung in ihrer Wirkung umkehren, andere verfluchen und vieles mehr. Ich verstehe es so: dieser Glaube ist etwas, was die versklavten Menschen selbst oder vermittelt durch Verwandte und Bekannte als Erbe aus ihrer afrikanischen Heimat mitgebracht und über die Versklavung hinweg bewahrt haben. Es ist etwas Ursprüngliches, das ihnen geblieben ist, aber das gleichzeitig ebenso wie die Menschen selbst durch die grausame Unterdrückung beschädigt wurde und nur in dieser beschädigten Form und zutiefst traumatisiert weiter praktiziert werden kann, selbst, als die Freiheit wieder erlangt wurde. Die alterslose Saint wandert also durch die USA des 19. Jahrhunderts und befreit auf magischem Wege und dabei meist auch durch Ermordung der sogenannten Herren und Herrinnen einige afroamerikanische Menschen aus der Versklavung. Sie nimmt sie mit nach "Ours", eine neu gegründete Stadt und ein Schutzraum für die Menschen. Ours wird durch Saints Zauber von mehreren magischen Schutzsteinen geschützt und dadurch für Eindringlinge unsichtbar. Auf ihrer Mission ist Saint nicht zimperlich, es kommen dabei immer wieder Menschen, geplant wie ungeplant, ums Leben, sowohl Weiße als auch Afroamerikaner. Wir erleben die Gründung von Ours durch Saint mit und die Jahre und Jahrzehnte danach. Dabei gibt es immer wieder Zeitsprünge in alle Richtungen. Der komplexeste Charakter im Buch, über den wir auch am meisten erfahren, ist definitiv Saint selbst. Sie ist trotz ihrer grundsätzlich guten Absichten bei der Gründen der Stadt bei weitem keine Heilige, sondern trägt ihre eigenen charakterlichen Herausforderungen wie Eifersucht und Rachsucht sowie ein hohes Ausmaß an Traumatisierung mit sich. Auch wird deutlich, dass sie zwar ein magisches Naturtalent zu sein scheint, aber von niemandem wirklich gut und ethisch fundiert in die Möglichkeiten und Grenzen der Magie eingewiesen wurde - niemand hat diese Eltern- oder Mentorenfunktion für sie längerfristig erfüllt - was diverse unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringt, wenn ein Schutz nicht wie gewünscht wirkt oder ein aus Zorn gewirkter Rachezauber noch deutlich ärger ausfällt als von ihr geplant. Neben Saint lernen wir noch diverse weitere afroamerikanische Bewohner und Bewohnerinnen der Stadt kennen, die verschiedensten Alters sind. Manche sind nach ihrer Befreiung mit Saint dort hingezogen, manche wurden schon dort geboren und wuchsen dort auf. Allen gemeinsam ist das Erbe der eigenen und/oder transgenerationalen Traumatisierung, das überall spürbar ist und sich durch alle menschlichen Beziehungen gibt. Es ist ein düsteres Buch, in dem es sehr wenig echte Liebe und menschliche Verbundenheit gibt, dafür viel Wut, Eifersucht, Trauer, Rache und gegenseitige Missverständnisse. Gerade das macht es aber durchaus authentisch, denn schließlich handelt es sich um lauter Überlebende schwerster Traumatisierung, die zudem von ihrer ursprünglichen Heimat und Kultur entwurzelt wurden. Das Buch ist ein wahres Epos, es nimmt sich ausführlich Zeit, diverse Nebenhandlungen und Nebenfiguren zu schildern, in Form eines Mosaiks einzelner Szenen, die nicht unbedingt auf den ersten Blick (und auch nicht zwangsläufig auf den zweiten oder dritten) in sich logisch sind oder zusammenpassen. Es lohnt sich, sich dabei Zeit zu nehmen und Notizen zu machen, da das Buch leider über kein Personen- oder Sachverzeichnis zum Nachschlagen verfügt. Wie gesagt, wer hier Logik und Linearität sucht, der wird nicht glücklich werden mit dem Buch, es mäandert und umkreist das Thema. Gerade darin liegt für mich aber auch trotz all des Unbequemen ein starker emanzipatorischer Anspruch: denn muss sich ein Buch, geschrieben von jemandem aus der afroamerikanischen Tradition, in dem es um die Befreiung aus der Versklavung geht, denn den literarischen Konventionen anpassen, die die Kultur der Unterdrücker bis heute prägen? Muss es nicht, meiner Meinung nach. Es darf auch etwas ganz anderes sein, und das ist dieses Buch.

Nur für die, die sich auf etwas ganz anderes einlassen wollen

Eternal-Hope aus Österreich am 19.11.2024
Bewertungsnummer: 2344919
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Gesamteindruck: Vorab: ich würde diesem Buch am liebsten gar keine Sternewertung geben, denn es ist für mich jenseits einer solchen logisch-linearen Bewertung. Die vier Sterne, für die ich mich letztendlich entschieden habe, kommen aus meinem Gefühl: ich habe sehr davon profitiert, dieses Buch gelesen zu haben und werde weiterhin davon profitieren. Jedoch ist es ein sperriges, an vielen Stellen unzugängliches und schwierig zu lesendes Buch. Es ist völlig anders als alles, was ich bisher gelesen habe, und ich, die ich im Durchschnitt drei Bücher pro Woche lese, habe mich an diesem Buch drei Wochen lang abgearbeitet und für die rund 700 Seiten so lang gebraucht, als wären es 2000 gewesen. Es war auch nicht unbedingt durchgängig ein Lesevergnügen, sondern eine große Herausforderung, dranzubleiben. Warum habe ich das Buch also überhaupt gelesen und warum habe ich es zu Ende gelesen? Weil eines meiner wichtigsten Ziele im Leben die persönliche Entwicklung und Erweiterung meines Horizonts ist. Und was diese Kriterien angeht, ist dieses Buch absolut großartig! Es hat mich herausgefordert und aus meiner Lesekomfortzone geschleudert wie schon lange keines mehr. Und ich habe beim Lesen immer wieder gespürt - ja, es ist ein gutes Buch, ein sehr gutes sogar - ein Buch, in das unglaublich viel Wissen, Verständnis und Komplexität geflossen ist, ein Buch mit treffenden und ungewöhnlichen Metaphern, die ich so noch nie gelesen habe, aber zum Nachdenken anregen, und ein Buch jenseits bekannter literarischer Konventionen, das sich völlig dem entzieht, was wir uns als Lesende anspruchsvoller Literatur normalerweise von einem Buch erwarten. Gerade weil dieses Buch so anders ist, hat es mir wieder ins Bewusstsein gerufen, wofür ich sonst eine lange, teure Reise ins außereuropäisch geprägte Ausland bräuchte: unsere Werte und unsere Art, zu denken, zu planen, zu strukturieren und die Dinge zu betrachten, sind nicht absolut zu sehen, sondern sehr stark kulturell geprägt. Die westlich geprägte Literatur wurzelt in den Säulen, die die westliche Kultur in den letzten Jahrtausenden geprägt haben: auf den Werten der christlich-jüdischen Religionen, auf den philosophischen Vorstellungen der Antike, auf dem rational-wissenschaftlichen Denken der Aufklärung usw. Das ist aber nicht das einzige, was es gibt - so sind andere Kulturräume durch völlig andere Faktoren geprägt worden, das ist mir auch schon bei näherer Auseinandersetzung etwa mit asiatischen Kulturen bewusst geworden. Vor diesem Hintergrund ist zu sagen: wer sich ein logisch-aufgebautes, stringentes Buch mit bekannten, verständlichen Metaphern und einer Beziehungsgestaltung und einem Glaubenssystem, wie wir sie aus unserem westlichen Alltag kennen, erwartet, der wird mit "Ours" nicht glücklich werden. Das Buch ist völlig, völlig anders. Worum geht es (Achtung, hier handelt es sich um meine höchstpersönliche Interpretation... das Buch ist dermaßen vielschichtig und symbolisch, dass vieles unklar bleibt und jede/r was anderes hineininterpretiert): Um eine mystische Geschichte befreiter ehemals versklavter Menschen mit afrikanischen Wurzeln, die in den USA des 19. Jahrhunderts spielt. Diese Geschichte wird aber nicht so erzählt, wie wir westlich sozialisierten Menschen sie vielleicht erzählen oder uns vorstellen würden. Der Autor ist selbst Teil der afroamerikanischen Community und hat sich für die Arbeit an diesem Buch tief in die afrikanische Mythologie eingearbeitet. Kern dieser Mythologie - so wie sie uns im Buch begegnet - ist der Glaube an Energien und Zauberei (ein bisschen ähnlich manchem, was sich in der im Westen verbreiteten Esoterik so findet, aber wesentlich ausgeprägter und ohne den geringsten Zweifel daran). Man kann mit Zauberei etwas oder sich selbst unsichtbar machen, andere heilen oder krank machen, etwas schützen, eine Handlung in ihrer Wirkung umkehren, andere verfluchen und vieles mehr. Ich verstehe es so: dieser Glaube ist etwas, was die versklavten Menschen selbst oder vermittelt durch Verwandte und Bekannte als Erbe aus ihrer afrikanischen Heimat mitgebracht und über die Versklavung hinweg bewahrt haben. Es ist etwas Ursprüngliches, das ihnen geblieben ist, aber das gleichzeitig ebenso wie die Menschen selbst durch die grausame Unterdrückung beschädigt wurde und nur in dieser beschädigten Form und zutiefst traumatisiert weiter praktiziert werden kann, selbst, als die Freiheit wieder erlangt wurde. Die alterslose Saint wandert also durch die USA des 19. Jahrhunderts und befreit auf magischem Wege und dabei meist auch durch Ermordung der sogenannten Herren und Herrinnen einige afroamerikanische Menschen aus der Versklavung. Sie nimmt sie mit nach "Ours", eine neu gegründete Stadt und ein Schutzraum für die Menschen. Ours wird durch Saints Zauber von mehreren magischen Schutzsteinen geschützt und dadurch für Eindringlinge unsichtbar. Auf ihrer Mission ist Saint nicht zimperlich, es kommen dabei immer wieder Menschen, geplant wie ungeplant, ums Leben, sowohl Weiße als auch Afroamerikaner. Wir erleben die Gründung von Ours durch Saint mit und die Jahre und Jahrzehnte danach. Dabei gibt es immer wieder Zeitsprünge in alle Richtungen. Der komplexeste Charakter im Buch, über den wir auch am meisten erfahren, ist definitiv Saint selbst. Sie ist trotz ihrer grundsätzlich guten Absichten bei der Gründen der Stadt bei weitem keine Heilige, sondern trägt ihre eigenen charakterlichen Herausforderungen wie Eifersucht und Rachsucht sowie ein hohes Ausmaß an Traumatisierung mit sich. Auch wird deutlich, dass sie zwar ein magisches Naturtalent zu sein scheint, aber von niemandem wirklich gut und ethisch fundiert in die Möglichkeiten und Grenzen der Magie eingewiesen wurde - niemand hat diese Eltern- oder Mentorenfunktion für sie längerfristig erfüllt - was diverse unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringt, wenn ein Schutz nicht wie gewünscht wirkt oder ein aus Zorn gewirkter Rachezauber noch deutlich ärger ausfällt als von ihr geplant. Neben Saint lernen wir noch diverse weitere afroamerikanische Bewohner und Bewohnerinnen der Stadt kennen, die verschiedensten Alters sind. Manche sind nach ihrer Befreiung mit Saint dort hingezogen, manche wurden schon dort geboren und wuchsen dort auf. Allen gemeinsam ist das Erbe der eigenen und/oder transgenerationalen Traumatisierung, das überall spürbar ist und sich durch alle menschlichen Beziehungen gibt. Es ist ein düsteres Buch, in dem es sehr wenig echte Liebe und menschliche Verbundenheit gibt, dafür viel Wut, Eifersucht, Trauer, Rache und gegenseitige Missverständnisse. Gerade das macht es aber durchaus authentisch, denn schließlich handelt es sich um lauter Überlebende schwerster Traumatisierung, die zudem von ihrer ursprünglichen Heimat und Kultur entwurzelt wurden. Das Buch ist ein wahres Epos, es nimmt sich ausführlich Zeit, diverse Nebenhandlungen und Nebenfiguren zu schildern, in Form eines Mosaiks einzelner Szenen, die nicht unbedingt auf den ersten Blick (und auch nicht zwangsläufig auf den zweiten oder dritten) in sich logisch sind oder zusammenpassen. Es lohnt sich, sich dabei Zeit zu nehmen und Notizen zu machen, da das Buch leider über kein Personen- oder Sachverzeichnis zum Nachschlagen verfügt. Wie gesagt, wer hier Logik und Linearität sucht, der wird nicht glücklich werden mit dem Buch, es mäandert und umkreist das Thema. Gerade darin liegt für mich aber auch trotz all des Unbequemen ein starker emanzipatorischer Anspruch: denn muss sich ein Buch, geschrieben von jemandem aus der afroamerikanischen Tradition, in dem es um die Befreiung aus der Versklavung geht, denn den literarischen Konventionen anpassen, die die Kultur der Unterdrücker bis heute prägen? Muss es nicht, meiner Meinung nach. Es darf auch etwas ganz anderes sein, und das ist dieses Buch.

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Ours. Die Stadt

von Phillip B. Williams

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Jakob Rimmler

OSIANDER Aalen

Zum Portrait

5/5

Diese Stadt ist ein atemberaubendes Panorama

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Im 19. Jahrhundert gründet die geheimnisvolle Saint, die nicht alle als Heilige sehen würden, die Stadt Ours. Eine Stadt ausschließlich für die ehemals Versklavten, die Verfluchten und Verstoßenen. Saint beschützt diese Stadt und ihre erkämpfte Freiheit mit allen Mitteln vor der Außenwelt – notfalls mit todbringender Magie. Aber was passiert, wenn in dieser Parallelwelt dutzende geplagte Seelen ihre jeweils ganz eigenen Ansichten von Individualität und Gerechtigkeit zum Ausdruck bringen wollen? Dieser Roman ist eine Herausforderung, überzeugt aber auf allen Ebenen. Inhaltlich werden tiefschürfende, tragische Schicksale miteinander verwoben und die sprachlichen Bilder, die Phillip B. Williams dabei erschafft, begeistern so sehr, dass man sich unzähligen Sätze markieren und/oder herausschreiben möchte. Wer sich auf die magischen Elemente einlassen kann, wird mit einem einzigartigen literarischen Epos über den verheerenden Kampf um Freiheit belohnt. Ein Jahreshighlight für mich.
  • Jakob Rimmler
  • Buchhändler/-in

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5/5

Diese Stadt ist ein atemberaubendes Panorama

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Im 19. Jahrhundert gründet die geheimnisvolle Saint, die nicht alle als Heilige sehen würden, die Stadt Ours. Eine Stadt ausschließlich für die ehemals Versklavten, die Verfluchten und Verstoßenen. Saint beschützt diese Stadt und ihre erkämpfte Freiheit mit allen Mitteln vor der Außenwelt – notfalls mit todbringender Magie. Aber was passiert, wenn in dieser Parallelwelt dutzende geplagte Seelen ihre jeweils ganz eigenen Ansichten von Individualität und Gerechtigkeit zum Ausdruck bringen wollen? Dieser Roman ist eine Herausforderung, überzeugt aber auf allen Ebenen. Inhaltlich werden tiefschürfende, tragische Schicksale miteinander verwoben und die sprachlichen Bilder, die Phillip B. Williams dabei erschafft, begeistern so sehr, dass man sich unzähligen Sätze markieren und/oder herausschreiben möchte. Wer sich auf die magischen Elemente einlassen kann, wird mit einem einzigartigen literarischen Epos über den verheerenden Kampf um Freiheit belohnt. Ein Jahreshighlight für mich.

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Simon Reuber

Thalia Osiander Konstanz – LAGO Shopping-Center

Zum Portrait

5/5

Ein Buch der Selbstermächtigung

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Im Mittleren Westen der USA liegt im Jahre 1860 eine verborgene Stadt, die von ehemaligen Sklaven bewohnt wird. Die Stadtgründerin, Saint, versucht mit ihrem Zauber, das Böse fernzuhalten. Die grausamen Gefahren der Außenwelt sollen die Ouhmey, wie sich die befreiten Menschen nennen, nie wieder bedrohen. Gleichzeitig schnürt die Anführerin die Fesseln ihrer Schwestern und Brüder immer enger... Eine einzigartige Heldensaga voller Mystik. Phillip B. Williams hat einen großartigen Debütroman über Freiheit, afrikanischen Zauber und seine afroamerikanischen Wurzeln geschrieben. Mich hat vor allem die raffinierte Storyline voll abgeholt, daneben die tiefe Mystik, die diesem Roman innewohnt.
  • Simon Reuber
  • Buchhändler/-in

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Ein Buch der Selbstermächtigung

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Im Mittleren Westen der USA liegt im Jahre 1860 eine verborgene Stadt, die von ehemaligen Sklaven bewohnt wird. Die Stadtgründerin, Saint, versucht mit ihrem Zauber, das Böse fernzuhalten. Die grausamen Gefahren der Außenwelt sollen die Ouhmey, wie sich die befreiten Menschen nennen, nie wieder bedrohen. Gleichzeitig schnürt die Anführerin die Fesseln ihrer Schwestern und Brüder immer enger... Eine einzigartige Heldensaga voller Mystik. Phillip B. Williams hat einen großartigen Debütroman über Freiheit, afrikanischen Zauber und seine afroamerikanischen Wurzeln geschrieben. Mich hat vor allem die raffinierte Storyline voll abgeholt, daneben die tiefe Mystik, die diesem Roman innewohnt.

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Ours. Die Stadt

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