H.C. Nachtnebel, ein gescheiterter Lebenskünstler, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, stolpert nach seinem Rauswurf bei ALDI über eine Werbekampagne von "The Länd" gegen den eklatanten Lehrermangel: "Keinen Bock auf Arbeit? Hurraaa - werde Lehrer*in". Obwohl er selbst keinen Schulabschluss hat, versucht er sein Glück und bewirbt sich beim Kultusministerium. Er rennt offene Türen ein und findet sich 2 Tage später als Fachabteilungsleiter an einem ehemaligen Elitegymnasium wieder. Mit seinem Sinn für Humor, seinen verrückten Ideen und unkonventionellen Methoden schafft Nachtnebel es sehr schnell, die Schüler für sich zu gewinnen. Doch als er das Telefon des Schulleiters anzapft und einen vermeintlichen Terroristen in die Schule einschmuggelt, ist der Bogen überspannt. Nun sind seine Tage gezählt, oder?
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
02.07.2026
eBook (ePUB 3)
Der Ernst des Lebens humorvoll rübergebracht
H.C. Nachtnebel jobbt in diversen Supermärkten. Er möchte umstrukturieren, doch seine Chefs sind davon nicht gerade begeistert und schmeissen ihn ein jedes Mal hochkant hinaus. Als er dann ein Werbeplakat sieht mit dem Slogan "Keinen Bock auf Arbeit? Hurraaa - Mach, was dir Spaß macht, und werde Lehrer*in" bewirbt er sich natürlich sofort und wird auch sogleich eingestellt. Aber geht das überhaupt? Eine Klasse unterrichten, obwohl ihm die dafür nötige Ausbildung fehlt?
Schon die erste Seite mit den 3 Hinweisen vom Autor selbst brachte mich zum Schmunzeln. Das Buch versprach lustig zu werden, um mir kurz darauf jedoch gleich einen Dämpfer zu verpassen. Denn Prolog 3 fand ich alles andere als lustig. Im Gegenteil. Es hat mich sogar schockiert! Mein erster Gedanke war: "Echt jetzt?!!!! Das können die doch unmöglich ernst meinen?" Noch dazu dieser Slogan. Das klingt alles andere als seriös und ernst. Echt heftig.
Nach einigen Anmerkungen des Autors ging es nun endlich mit der eigentlichen Story los und ich war von Ulis Schreibstil wieder dermaßen begeistert. Er weiß einfach, wie man Wörter gekonnt in Szene setzt, um den Leser in den Bann zu ziehen.
Zudem muss ich sagen, habe ich bei einem Buch wirklich noch NIE so viel gelacht. Ich musste RICHTIG lachen bzw mich zusammen reissen, nicht laut zu lachen, weil ich sonst meine kleine Tochter aufgeweckt hätte. Das ist mir noch nie passiert. Ja, auch andere Bücher haben mir schon den ein oder anderen Lacher entlockt, aber noch nie in diesem Ausmaß.
Wieder einmal dachte ich mir, schade, dass ich kein Influencer bin mit 50Tsd Follower, ich würde alle influencen, Uli Blacks Bücher zu kaufen, denn wenn es einer verdient hat, dann er. Sein Schreibstil ist unverwechselbar. Dabei kann er auch ganz anders, denn "Amokalarm" ist sprachlich komplett anders, stilistisch aber trotzdem auch TOP.
Uli Black spricht in seinen Büchern außerdem immer Themen an, die Stoff zum Nachdenken und Diskutieren mit sich bringen.
Bei diesem Buch störte mich zwar etwas, dass er denselben Charakter wie bei "Amokalarm" genommen hatte. (Bzw müsste es umgekehrt lauten, denn "Kafka kannste knicken" war ja zuerst da) H.C. Nachtnebel ist hier in meinen Augen nämlich eine komplett andere Person als in "Amokalarm". Trotzdem super sympathisch. Immer wieder war ich erstaunt, wie leicht er sich doch aus jedem Fettnäpfchen herausmanövriert hat. Da stellt sich mir die Frage, wie Uli wohl unterrichtet?
So sicher nicht, das ist mir schon klar, wobei das teilweise ja auch in der Realität echt witzig wäre.
Als Schüler findet man es sowieso immer lustig, Lehrer zu ärgern. Wir hatten einen Physiklehrer, der ist ausgerastet, weil ein Mitschüler mit seinem Taschenrechner so getan hat, als würde er telefonieren. Der Schüler musste dann vor die Türe. Nur die Türschnalle musste er nicht nach unten drücken. Der Schüler ist dann halt einfach in die Cafeteria marschiert. Nach fünf Minuten wollte der Lehrer ihn wieder herein holen, doch oh, der Schüler war ja gar nicht mehr vor der Tür. Er hat ihn dann im ganzen Schulgebäude gesucht.
Wir haben sowas von gelacht.
Jetzt als erwachsener Mensch verstehe ich die Lehrer auf jeden Fall besser. Sie haben meinen vollsten Respekt dafür, jeden Tag zu versuchen, den Schülern etwas beizubringen, dabei allerdings auch noch von den Schülern gemocht zu werden, aber trotzdem wiederum eine gewisse Strenge an den Tag zu legen, um respektiert zu werden. Eine herausfordernde Arbeit, die man sicher nicht ohne jegliche fachliche Kenntnisse verrichten kann.
Ich glaube wir alle warten immer noch darauf, dass sich in unserem Bildungssystem endlich etwas ändert. Aber zum POSITIVEN.
Vielleicht sollten sich die Politiker dieses Buch zu Herzen nehmen und ganz scharf darüber nachdenken, was sie so alles verzapfen bzw wohl eher anrichten.
Fazit: Eine absolute Herzensempfehlung für all jene, die humorvoll sind, aber trotzdem den Ernst darin erkennen und mal darüber nachdenken oder sogar diskutieren möchten.
Philipp (@eingemerkt)
5/5
24.07.2024
Buch (Taschenbuch)
Ein humorvoller Roman, der den Finger mit einem Augenzwinkern in die "Wunde" legt - unser Bildungssystem
Meine Schulzeit liegt schon etwas zurück. Uli Black weckte daher mein Interesse, liefert sein Buch doch eine (mögliche) Zukunftsvision unseres Bildungssystems. Er überzeichnet bewusst und dramatisiert satirisch. Dennoch erkannte ich Parallelen zu meiner Schulzeit und ich erkannte Dinge, die mich schon vor 25 Jahren als Schüler stutzig machten: Feste Vorgaben, welche Hefte mit welchem Einband versehen werden müssen, die Verweigerung neue Medien bewusst und regelmäßig in den Unterricht einzubauen, Lehrer, die so viele Hausaufgaben vergeben, dass die Schüler mindestens 2 Stunden dafür brauchen und statt sinnvolle Dinge zu Finanzmanagement, oder Geldanlage zu lernen, werden lieber Sinuskurven berechnet. Statt eine Sprache sprechen und verstehen zu lernen, werden stur einzelne Vokabeln eingetrichtert. Die Folge von all dem: Unmotivierte Schüler und Lehrer.
H.C. Nachtnebel will diesem Trend gegensteuern und stolpert als Quereinsteiger an ein ehemaliges Elitegymnasium. Die anfängliche Unsicherheit ist recht schnell dahin und er findet seinen ganz eigenen Weg Unwissenheit in "innovative" Lehrmethoden zu wandeln. Mit Witz und Geschick bringt er selbst die schwierigsten Klassen auf seine Seite und mausert sich zum Lieblingslehrer. Der Witz kommt garantiert nicht zu kurz in diesem Buch. Ich musste mehrfach herzlich lachen, z.B. als H.C. Nachtnebel das Handyverbot umgeht und sich nebenbei mit ausrangierten Altgeräten an die Spitze der schulinternen Rangliste eingezogener Handys katapultiert. Was es mit P. Immelmann aus der Sackgasse 18 auf sich hat, würde den Rahmen dieser Rezension sprengen, aber das war für mich das Highlight des Buches. Chapeau Uli, großartig!
Neben dem ganzen Klamauk den Nachtnebel da veranstaltet, werden kritische Fragen gestellt, die zum Nachdenken anregen. Hier sei beispielshaft auf die Frage an einen Vater während des Elternsprechtags verwiesen, wie oft denn an seiner Arbeitsstelle unangekündigte Tests geschrieben werden. Bei mir jedenfalls gabs das noch nie. In der Schule ist das Alltag.
Uli Black liefert ein Feuerwerk an lustigen Aktionen rund um Nachtnebel, die mir alle (mit einer Ausnahme) sehr gefallen haben. Als er mutwillig einen riesigen Sachschaden verursacht, war für mich eine Grenze erreicht. Auch weil dies erstmal ohne Konsequenzen blieb, fand ich es etwas zu konstruiert - für die Geschichte aber vermutlich notwendig.
Das Buch ist für mich eine echte Überraschung. Humorvolle Bücher lese ich selten, aber Uli Black schaffte es durch seine lockere Schreibweise, dass ich das Buch in wenigen Tagen durch hatte. Eine klare Leseempfehlung!
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Transparenzhinweis: Ich habe ein kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Dies hat keinen Einfluss auf meine ehrliche Meinung in dieser Rezension!
Philipp (@eingemerkt)
5/5
24.07.2024
Buch (Taschenbuch)
Ein humorvoller Roman, der…
Ein humorvoller Roman, der den Finger mit einem Augenzwinkern in die "Wunde" legt - unser Bildungssystem Meine Schulzeit liegt schon etwas zurück. Uli Black weckte daher mein Interesse, liefert sein Buch doch eine (mögliche) Zukunftsvision unseres Bildungssystems. Er überzeichnet bewusst und dramatisiert satirisch. Dennoch erkannte ich Parallelen zu meiner Schulzeit und ich erkannte Dinge, die mich schon vor 25 Jahren als Schüler stutzig machten: Feste Vorgaben, welche Hefte mit welchem Einband versehen werden müssen, die Verweigerung neue Medien bewusst und regelmäßig in den Unterricht einzubauen, Lehrer, die so viele Hausaufgaben vergeben, dass die Schüler mindestens 2 Stunden dafür brauchen und statt sinnvolle Dinge zu Finanzmanagement, oder Geldanlage zu lernen, werden lieber Sinuskurven berechnet. Statt eine Sprache sprechen und verstehen zu lernen, werden stur einzelne Vokabeln eingetrichtert. Die Folge von all dem: Unmotivierte Schüler und Lehrer. H.C. Nachtnebel will diesem Trend gegensteuern und stolpert als Quereinsteiger an ein ehemaliges Elitegymnasium. Die anfängliche Unsicherheit ist recht schnell dahin und er findet seinen ganz eigenen Weg Unwissenheit in "innovative" Lehrmethoden zu wandeln. Mit Witz und Geschick bringt er selbst die schwierigsten Klassen auf seine Seite und mausert sich zum Lieblingslehrer. Der Witz kommt garantiert nicht zu kurz in diesem Buch. Ich musste mehrfach herzlich lachen, z.B. als H.C. Nachtnebel das Handyverbot umgeht und sich nebenbei mit ausrangierten Altgeräten an die Spitze der schulinternen Rangliste eingezogener Handys katapultiert. Was es mit P. Immelmann aus der Sackgasse 18 auf sich hat, würde den Rahmen dieser Rezension sprengen, aber das war für mich das Highlight des Buches. Chapeau Uli, großartig! Neben dem ganzen Klamauk den Nachtnebel da veranstaltet, werden kritische Fragen gestellt, die zum Nachdenken anregen. Hier sei beispielshaft auf die Frage an einen Vater während des Elternsprechtags verwiesen, wie oft denn an seiner Arbeitsstelle unangekündigte Tests geschrieben werden. Bei mir jedenfalls gabs das noch nie. In der Schule ist das Alltag. Uli Black liefert ein Feuerwerk an lustigen Aktionen rund um Nachtnebel, die mir alle (mit einer Ausnahme) sehr gefallen haben. Als er mutwillig einen riesigen Sachschaden verursacht, war für mich eine Grenze erreicht. Auch weil dies erstmal ohne Konsequenzen blieb, fand ich es etwas zu konstruiert - für die Geschichte aber vermutlich notwendig. Das Buch ist für mich eine echte Überraschung. Humorvollen Bücher lese ich selten, aber Uli Black schaffte es durch seine lockere Schreibweise, dass ich das Buch in wenigen Tagen durch hatte. Eine klare Leseempfehlung! --- Transparenzhinweis: Ich habe ein kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten. Dies hat keinen Einfluss auf meine ehrliche Meinung in dieser Rezension!
Bewertung
5/5
25.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Du liebst Ironie und Sarkasmus? Das ist dein Buch!
Für alle Liebhaber des Sarkasmus und der Ironie ist das Buch eine Pflichtlektüre. Wer sich und das Leben und das aktuelle Bildungssystem nicht allzu ernst nimmt, für den ist es das richtige Buch. Toller Humor und toller Autor, ich bin gespannt auf alle folgenden Bücher.
Bewertung
5/5
25.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Satire trifft Bildung - Absolutes Must-Have!
Mit "KAFKA KANNSTE KNICKEN - Bildung war gestern, heute ist TikTok" ist dem Autor Uli Black gelungen, was kaum noch einer schafft heute:
Ein Buch zu schreiben, das man von der ersten Sekunde an liest und nicht mehr aus der Hand legen möchte. Der Leser begleitet den Protagonisten H.C. Nachtnebel bei seinem irren Karriereweg vom Regaleinräumer im Discounter zum Abteilungsleiter an einem Elitegymnasium. Hintergrund hierzu: Die Werbekampagne, die das Kultusministerium BaWü letztes Jahr ins Leben gerufen hat, um Quereinsteiger in den Lehrerberuf zu holen.
Was passiert, wenn man die wahrscheinlich vorstellbar ungeeignetste Person vor eine Klasse stellt, um ihnen den Lehrstoff zu vermitteln? Mit unkonventionellen Unterrichtsmaßnahmen, die hitzige Diskussionen mit dem unsympathischsten Alki-Schulleiter mit sich ziehen, wandelt sich Nachtnebel das Buch über für den Leser zu einem Lehrer der etwas anderen Art - den man sich selbst vielleicht auch so gewünscht hätte.
Uli Black schafft es in KAFKA KANNSTE KNICKEN mit jeder Menge Humor die Mängel, Lücken und Ironien im Bildungssystem aufzuzeigen. Dieser Roman sollte sich in jedem Bücherregal (oder jeder ebook-Galerie) wieder finden von allen, die sich an ihre Schulzeit erinnern möchten - oder diese schon erfolgreich verdrängt haben.
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