Würzburg 1574: Bäckerlehrling Simon leidet unter seinem brutalen Stiefvater und dessen Sohn Wulf. Als die Streitigkeiten eskalieren, muss er die Stadt verlassen und erlernt in Venedig die Kunst der Zuckerbäckerei. Nach Jahren in der Ferne kehrt Simon nach Würzburg zurück. Dort übernimmt er die Backstube des Juliusspitals und gewinnt die Zuneigung des mächtigen, unnahbaren Fürstbischofs Julius Echter. Doch Simons Stiefbruder Wulf, getrieben von Neid und Missgunst, lässt nichts unversucht, um ihm zu schaden …
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Büchertanz.de
aus Freiburg
5/5
23.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein meisterhafter Mix aus Backkunst und Historie
Nachdem ich bereits mehrere Bücher von Johanna von Wild mit großer Begeisterung gelesen habe, war meine Vorfreude auf ihr Werk „Der Pfeiler der Gerechtigkeit“ groß – und ich wurde nicht enttäuscht. Wieder einmal hat es die Autorin geschafft, mich auf eine wunderbare Reise in die Vergangenheit mitzunehmen, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.
Im Mittelpunkt steht der Bäckerlehrling Simon, dessen Schicksal mich tief berührt hat. Der Kontrast zwischen seinem harten Leben unter dem brutalen Stiefvater in Würzburg und seiner Flucht nach Venedig ist erzählerisch brillant gelöst. Besonders fasziniert hat mich die Darstellung der Zuckerbäckerei. Johanna von Wild versteht es meisterhaft, Details über dieses alte Handwerk so einzubauen, dass man beim Lesen nicht nur eine Menge lernt, sondern die Düfte der Backstube förmlich in der Nase hat. Es ist diese Liebe zum Detail, die ihre Bücher für mich so besonders macht.
Ein Highlight war für mich die Begegnung mit der historischen Figur des Julius Echter. Ich muss gestehen, dass ich vor diesem Roman noch nichts über ihn wusste. Zu Beginn wirkte er, wie im Klappentext beschrieben, unnahbar und distanziert. Doch im Laufe der Handlung hat Johanna von Wild aus dieser geschichtlichen Persönlichkeit einen Charakter geformt, den ich sehr zu schätzen gelernt habe. Man lebt und leidet einfach mit. Und das ist die große Kunst der Autorin: Sie macht aus Namen in Geschichtsbüchern echte Menschen aus Fleisch und Blut.
Was diesen Roman für mich besonders auszeichnet, ist das hohe Erzähltempo. Es passiert unheimlich viel und durch den Neid und die Missgunst von Simons Stiefbruder Wulf wird eine ständige Spannung aufrechterhalten. Die Konflikte der Figuren haben mich sehr mitgerissen, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Ein herzliches Dankeschön für dieses wunderbare Lesevergnügen.
Fazit: In meinem persönlichen Ranking steht „Der Pfeiler der Gerechtigkeit“ von Johanna von Wild ganz weit oben, auch wenn ich bisher alle Bücher der Autorin gleichermaßen liebe. Es ist die perfekte Mischung aus akribischer Recherche, handwerklicher Detailverliebtheit und packender Action. Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der gerne gut recherchierte und gleichzeitig hochgradig unterhaltsame historische Romane liest. Sehr lesenswert!
Bewertung
5/5
07.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Eine echt gute Geschichte
"Der Pfeiler der Gerechtigkeit" Schon die Gestaltung des historischen Romans "Der Pfeiler der Gerechtigkeit" von Johanna von Wild hat mir gefallen. Von Anfang an hat mich die Geschichte der realen Figur des Fürstbischofs von Würzburg Julius Echter und der ersonnenen des Zuckerbäckers Simon Reber in den Bann gezogen. Der eine macht sich mit seiner Macht und seinem Kapital stark für eine Universität und den Bau des Juliusspitals in Würzburg , der andere entwickelt sich vom Bäckerlehrling zum Zuckerbäcker. Die Lebensgeschichten der beiden verweben sich kunstvoll zu einer und es entsteht eine wunderbare Freundschaft, die beiden Männern dient . Simon , der um sein Erbe betrogen wird ,muß viele Schicksalsschläge hinnehmen und sich zwischen 2 Frauen entscheiden. Er hat eine widerwärtige Familie, die ihm kein Glück bringt, aber auch viele Freunde, die ihm gewogen sind. Im Roman kann man viel über die Handwerkerzünfte , aber auch Heilmittel / -methoden, den Glauben, Folter und Hexenverfolgung erfahren. Immer wieder ist es J.Echter , der für ausgleichende Gerechtigkeit sorgt und Simon hilft . Wortgewandt und spannend hat J.von Wild das echte Leben von Julius Echter (gut recherchiert) mit dem erdachten von Simon Reber verknüpft. Wer Geschichte in Geschichten liebt, dazu Abenteuer, Liebe, Intrigen und ein glückliches Ende, dem kann ich dieses Buch für unterhaltsame Lesestunden sehr empfehlen.
tinstamp
aus Hürm
5/5
06.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Liebe geht durch den Magen
Die ist bereits mein dritter historischer Roman der Autorin, die in diesem Genre unter dem Pseudonym Johanna von Wild veröffentlicht.
Wir befinden uns diesmal im 16. Jahrhundert in Würzburg, wo der 13jährige Simon als Sohn des Steinmetz Gebhard Reber lebt. Als dieser stirbt, muss er seinen Wunsch in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, ad acta legen. Seine Mutter verkauft das Haus und heiratet den Bäckermeister Melchior, um die Kinder durchzubringen. Doch Melchior verprasst das Erbe von Simon und sein Sohn Wulf ist voller Neid zerfressen. Er macht Simon das Leben schwer, der von Melchior wie ein Knecht behandelt wird. Statt kunstvoll den Stein zu behauen, muss er Brote backen und sich mit Wulf auseinandersetzen, der ihm immer wieder Fallen stellt, die zur Folge haben, dass er vom Stiefvaters geschlagen wird. Als er sich in die Apothekertochter Julia verliebt, bäckt er ihr einen süßen Zopf, der jedoch irrtümlich an den neuen Fürstbischof Julius Echter gerät. Dieser erinnert ihn an das Brot, das er als Kind zuhause von der Magd bekommen hat, wenn er Kummer hatte. Sie nannte es Seelenbrot, weil es mit Liebe gebacken war. Doch wer den Zopf wirklich gebacken hat, erfährt Julius erst Jahre später, denn Simon gerät in Gefahr undverlässt Würzburg. Er wird nach Venedig geschickt, wo er bei der Familie Tardelli seine Lehre weiterführen darf.
In Venedig erkennt Zuckerbäcker Francesco Tardelli sehr schnell die Begabung von Simon. Er beginnt immer kunstvollere Gebäckstücke und Torten herzustellen und wird ein gefragter Zuckerbäcker. Doch Simon kann Würzburg und Julia nicht vergessen und kehrt nach einigen Jahren als Meister seines Fachs zurück, wo auch der Fürstbischof Julius Echter auf ihn aufmerksam wird. Wulf hat seinen Hass auf Simon in dieser Zeit allerdings weiter genährt und versucht ihm zu schaden, wo er nur kann....
Die Autorin verknüpft auf geschickte Weise das (fiktive) Leben von Simon Reber mit dem (historisch belegten) des Fürstbischofs Julius Echter. Während Simon in Venedig die Kunst der Zuckerbäckerei erlernt und die Pest über die Lagunenstadt hereinbricht, bemüht sich Julius um den Bau einer Universität und eines Hospitals für die ärmere Bevölkerung. Wir erhalten tolle Einblicke in die damaligen Lebensumstände, dem Religionskonflikt, sowie den Gebräuchen der Zünfte. Lebendiger Geschichtsunterricht, der einem an die Seiten fesselt.
Nachdem mich "Der Getreue des Herzogs" nicht ganz so überzeugen konnte, wie "Die Erleuchtung der Welt", ist der neue historische Roman von Johanna von Wild wieder absolut gelungen. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und habe mit Simon mitgefiebert und mich über all die Ungerechtigkeiten ihm gegenüber geärgert.
Der Spannungsbogen ist ansteigend. Man kann die Geschichte kaum aus der Hand legen. Nur zum Ende hin gibt es noch einen Vorfall, der mir etwas "too much" war und der nicht unbedingt hätte so sein müssen - aber das ist Geschmackssache.
Schreibstil:
Johanna von Wild schreibt sehr bildgewaltig und atmosphärisch. Man taucht beim Lesen direkt in die Zeit ein und hat die Örtlichkeiten bildlich vor Augen. Die Autorin hat wieder sehr intensiv recherchiert und die Sprache ist der Zeit angepasst. Die Figuren sind lebendig und nicht immer schwarz-weiß gezeichnet. Sie haben Ecken und Kanten. Die Handlung ist aus verschiedenen Sichtweisen und Erzählsträngen aufgebaut und fügt sich zum Ende zu einem Ganzen zusammen.
Zu Beginn gibt es ein Personenverzeichnis, am Ende werden die historisch belegten Personen gelistet und es gibt auch eine Zeittafel. Im Inneren des Buchumschlages befindet sich die historische Abbildung der fürstlichen Residenz.
Dem Gmeiner Verlag muss ich gratulieren, denn das Cover passt hervorragend zu den Vorgängerromanen und hat sofort Wiedererkennungswert.
Fazit:
Ein packender historischer Roman aus dem 16. jahrhundert, der Spannung und Unterhaltng garantiert. Überraschende Wendungen, facettenreiche Figuren und ein interessanter Blick zurück in die Zeit des 16. Jahrhunderts ergeben wieder einen tollen historischen Roman der Autorin, der ich sicher "treu bleiben" werde. Ich freue mich schon auf ihr nächstes Buch.
Dante
5/5
23.10.2021
eBook (PDF)
Johanna von Wild – Der Pfeiler der Gerechtigkeit
Als Simons Mutter nach dem Tod des Vaters erneut heiratet haben es Simon und seine kleine Schwester Barbara schwerer denn Je.
Mit seinen 13 Jahren geht er bei seinem Stiefvater dem Bäckermeister Melchior Bernbeck in die Lehre und muss nicht nur all die Arbeit ganz allein verrichten, nein, sein Stiefvater und dessen Sohn Wulf schikanieren ihn wo es nur geht. Als dann auch noch Simons Mutter verstirbt flieht er aus dem unliebsamen Heim und reist nach Venedig wo er das Handwerk des Zuckerbäckers erlernt. Als er Jahre später als Meister seiner Zunft wieder zurück nach Würzburg kommt wird nicht nur der Fürstbischof auf ihn aufmerksam, auch sein Stiefbruder Wulf hat noch eine Rechnung mit Simon zu begleichen…
In ihrem neuen historischen Roman „Der Pfeiler der Gerechtigkeit“ versteht es die Autorin Johanna von Wild wieder meisterlich den Leser in die Geschichte um Simon eintauchen zu lassen. Die gewohnt angenehme, ruhige und dabei sehr bildliche Erzählweise lassen einen bereits zu Beginn an Simons Seite zu treten und alles beinahe hautnah miterleben und seinen Werdegang zu verfolgen. Die Charaktere sind liebevoll und glaubhaft gezeichnet und die Beschreibung der Umgebungen und der Gegebenheiten lassen gleich die passenden Bilder im Kopf entstehen. Manches Mal meinte ich sogar den Duft von Gebäck in der Nase zu spüren. Insgesamt wieder ein zauberhafter historischer Roman der schöne Lesestunden beschert und den ich auch gern uneingeschränkt empfehle!
Michaela Weber
aus Weimar
5/5
22.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein toller historischer Roman
Die Geschichte spielt im 16.Jahundert in Würzburg.
Als sein Vater stirbt ahnt der 13.jährige Simon noch nicht ,das für ihn nun schwere Zeiten anbrechen.Seine Mutter heiratet wieder und für den Bäckermeister ist Simon ein besserer Knecht.Der sich neben der vielen Arbeit auch noch ,Wulf dem Sohn des Bäckermeister unterzuordnen hat.Das Erbe von Simons Vater wird zu dem in die Ausstattung der Backstube gesteckt.
In Würzburg wird ein neuer Fürstbischof gewählt,die Stelle bekommt Julius Echter-obwohl dieser noch recht jung ist.
Als Simon sich in die Apotheker Tochter Julia verliebt,backt er ihr einen Zopf aus süßem Teig.Nur leider fällt der Zopf in die Hände des Fürstbischofes.Der Zopf erweckt Erinnerungen an das Brot,was ihm eine Magd immer gab-wenn er Kummer hatte.Sie nannte es Seelenbrot,weil es mit viel Liebe gebacken war.Doch es sollen noch viele Jahre vergehen,bevor der Fürstbischof erfährt,wer es gebacken hat.
Simon ist im Streit von seinem Zuhause fort,nach Venedig,dort wird er ein gefragter Zuckerbäcker…….
Die Autorin Johanna von Wild hat einen sehr schönen und bildhaften Schreibstil.Die Geschichte ist sehr spannend und ich erlebte die Zeit um 16..Jahundert hautnah mit-sehr gerne 5 Sterne.
Ein Personenverzeichnis und eine Zeittafel rundeten die Geschichte im Buch ab.
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