Produktbild: Verlust und Erwartung

Verlust und Erwartung Erinnerungen

Aus der Reihe edition ost
4

26,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

42811

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.07.2025

Abbildungen

mit 32 Seiten Bildteil

Verlag

Das Neue Berlin

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

21,1/15,1/3,3 cm

Gewicht

644 g

Farbe

Anthrazit / Cool Grey

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-360-02817-4

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

42811

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.07.2025

Abbildungen

mit 32 Seiten Bildteil

Verlag

Das Neue Berlin

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

21,1/15,1/3,3 cm

Gewicht

644 g

Farbe

Anthrazit / Cool Grey

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-360-02817-4

Herstelleradresse

Das Neue Berlin
Märkisches Ufer 28
10179 Berlin
DE

Email: kontakt@eulenspiegelverlag.de

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  • j.h.

    aus Berlin

    5/5

    26.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    VERLUST UND ERWARTUNG – Der 3. Band der Erinnerungen von Egon Krenz

    Nach den mit "Aufbruch und Aufstieg" betitelten Erinnerungen bis 1973 und dem 2. Band "Gestaltung und Veränderung" über die Jahre 1974 bis 1988 legt Egon Krenz (*1937) mit „Verlust und Erwartung“ den 3. Band seiner Erinnerungen vor. In 39 mit aussagekräftigen Überschriften versehenen Kapiteln unterschiedlicher Länge lässt Egon Krenz den interessierten Leser sehr persönlich an teils konfliktträchtigen Entscheidungen und Ereignissen in den Jahren 1988 bis 1990 teilhaben, an deren Ende er 50 Tage als Staatsoberhaupt amtierte. Das Verhältnis zu Erich Honecker war lange Zeit von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Dass sich dieses in den letzten Jahren eher in Misstrauen änderte, hatte vor allem mit den unterschiedlichen Ansichten zur Macht Moskaus - insbesondere Gorbatschows - zu tun. Erich Honecker erscheint hier als mehr um Eigenständigkeit der DDR bemüht als aus der "offiziellen" Geschichtsschreibung bekannt. Ebenso wird klar, dass Gorbatschow bis 1989 gewiss nicht jene Lichtgestalt war, als die er sich später gern sah - und als welche er in Deutschland auch noch heute dargestellt wird. Nach 150 Seiten beginnt mit „Die Zeit danach“ gewissermaßen der bis in die Gegenwart reichende zweite Teil des Buches, in dessen Mittelpunkt der Schauprozess um den Schießbefehl und Gefängnisaufenthalt stehen. „Die westdeutsche politische Elite lässt einen differenzierten Blick auf die DDR nicht zu. Für sie ist ihr Kapitalismus das Alleinseligmachende, die Norm, das Beste, was sie sich überhaupt vorstellen können. Dass es im Osten Menschen gab, die es vorzogen, ohne Kapitalisten zu leben, für die nicht der Ellenbogen das wichtigste Körperteil in den zwischenmenschlichen Beziehungen war, für die das gesellschaftliche Miteinander wichtiger war als der eigene Kontostand – das wollte und will absolut nicht in die Köpfe der DDR-Hasser, die in der Politik und in den Medien das Sagen hatten und haben.“ (S. 340) Dieser Satz aus dem letzten Kapitel sagt sehr viel aus über eine „deutsche Einheit“, die auch nach 35 Jahren in weiter Ferne scheint. Egon Krenz gelingt es in flüssiger Schreibweise, den interessierten und mit der DDR-Geschichte vertrauten Leser zu fesseln. Und das kann man über Erinnerungen von Politkern leider nur selten sagen. Das in der edition ost erschienene Hardcover-Buch bietet auf 32 Seiten auf Kunstdruckpapier zusätzlich zwei Fotostrecken mit teils privaten Aufnahmen.

  • Gisela.1318

    5/5

    23.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein eindrucksvolles Zeugnis politischer Verantwortung und Selbstbehauptung.

    Mit Verlust und Erwartung legt Egon Krenz den dritten und abschließenden Band seiner autobiografischen Trilogie vor – ein Werk, das mehr ist als persönliche Erinnerung: Es ist Zeitzeugnis, politische Reflexion und leise Verteidigung eines untergegangenen Staates zugleich. Im Zentrum steht der Herbst 1989: jener Moment, in dem der Autor als Nachfolger Erich Honeckers für 50 Tage die Führung von Partei und Staat übernahm – um wenig später selbst aus Amt, Wohnung und Geschichte gedrängt zu werden. Krenz beschreibt diese Phase weder in heldenhaften noch weinerlichen Tönen, sondern mit sachlicher Distanz – was den Text nicht nur angenehm lesbarer, sondern obendrein auch ambivalenter macht. Die Darstellung des Machtverlusts geht Hand in Hand mit einer biografischen Bestandsaufnahme. Es sind diese letzten Jahre der DDR und die unmittelbare Zeit danach, die dem Band seine eigentümliche Spannung verleihen: nicht nur als politische Chronik, sondern als dokumentierte Reaktion eines Mannes, der sich als Teil eines letztlich gescheiterten Versuchs begreift. Besonders hervorzuheben ist, wie Krenz den Verlust von politischer Verantwortung mit dem bleibenden Anspruch auf politische Deutungshoheit verbindet – ein Spannungsfeld, das sich durch das ganze Buch zieht. Wer hier eine Abrechnung erwartet, wird nicht bedient – und gerade das macht das Buch reizvoll: Krenz analysiert sein eigenes Handeln mit einem Maß an Selbstkritik, das ihn von bloßer Apologie unterscheidet. Krenz sei es wichtig, zu mehr Wahrhaftigkeit zu motivieren, wenn über den ostdeutschen Staat und seine Menschen geurteilt werde. Der friedliche Verlauf des Umbruchs 1989 wird von Krenz als Ergebnis bewusster Entscheidungen dargestellt. Er beschreibt, wie verhindert wurde, dass Schüsse fielen, und der politisch-gesellschaftliche Systemwechsel resp. »die Wende« vollzogen werden konnte. Was bleibt, ist der Versuch, einer Geschichte Raum zu geben, die zu oft nur durch das Prisma des Scheiterns betrachtet wird. Krenz schreibt gegen das Vergessen an – nicht als nostalgischer Rückblick, sondern als Anspruch auf historisches Ernstgenommen werden.

  • Peter Ball

    aus Krefeld

    4/5

    30.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Frage der Perspektive … .

    Erinnerungen (Band 1-3): Egon Krenz‘ “Erinnerungen“ zu lesen, war kein spontaner Entschluss. Trotz großem Interesse für Geschichte und Politik des “anderen“ Deutschland hatte ich bisher eher mit Autoren vorliebgenommen, die ich für unabhängiger (oder auch "unbelasteter") hielt – also solchen, von denen ich glaubte, daß sie keinen “Rechtfertigungsdruck“ aus einer vormals Einfluss nehmenden Rolle mitbrachten. Daß ich mich letztendlich trotzdem allen drei Bänden gewidmet habe, spricht für Egon Krenz. Ich war nie DDR-Bürger, habe aber ihre Menschen und deren Ansichten, ihren Einfallsreichtum und auch so manch‘ staatliche Restriktion noch aus eigener Erfahrung und vielen Verwandtenbesuchen kennengelernt - bin dabei aber wohl recht weit davon entfernt (geblieben), Egon Krenz allem, was er schreibt, zuzustimmen. Unbestreitbar war Egon Krenz als ehemaliger FDJ-Vorsitzender und späteres Politbüromitglied ein intimer Kenner nahezu aller Entscheidungen, Beziehungen und Wendungen, die in irgendeiner Weise dazu beigetragen haben, die DDR zu dem zu machen, was sie wurde. Als jahrelanger Kronprinz von- und mit direktem Zugang zu Erich Honecker weiß er über interessante Aspekte zu berichten, wie es zu weitreichenden Entscheidungen kam – oder ob zu brisante Informationen letztendlich doch in Honeckers Tresor gelandet sind, ohne weiter verfolgt zu werden. Daß auch in den Führungsetagen des Sozialismus ein rauer Wind wehte und die Luft dünner wurde, erfährt man immer wieder, wenn vom Umgang und der Zusammenarbeit mit Genossen wie Schabowski, Mittag oder Mielke die Rede ist. In dieser Hinsicht sind diese “ Erinnerungen“ wirklich lesenswert und interessant. Man ist auch geneigt, Egon Krenz zuzustimmen, wenn er für sich in Anspruch nimmt, letztendlich (staatliche) Gewalt im Jahr des Umbruchs (1989) verhindert zu haben, indem es klare Anweisungen an den Volkspolizei- und MfS-Apparat gab und die in der DDR stationierten Rotarmisten gebeten wurden, in den Kasernen zu bleiben. Offensichtlich gab es hierzu nachträglich massive bundesrepublikanische Diskreditierungsversuche. Die von Krenz geschilderten “großen Linien“ der Geschichte beider deutscher Staaten sind jedoch eher Glaubenssache – zu sehr konterkariert er mit seinen Schilderungen den gewohnten (vielleicht aber auch allzu westlichen?) Blick auf die Dinge. Seien es nun die Währungsunion 1948 in der BRD, mit der lt. Krenz erst die endgültige Teilung Deutschlands vollzogen wurde oder auch der Bau der Mauer, die seiner Ansicht nach notwendig war, einen (3. Welt-) Krieg zu verhindern … . Auch wenn es um das “Schwert und Schild der Partei“, also das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und seine Allgegenwärtigkeit geht, bleibt Krenz erstaunlich schmallippig, wenn man es mit der Schilderung anderer Institutionen vergleicht. Was ist also das (mein) Fazit? Alle drei Bücher sind lesenswert, da Egon Krenz einen immer wieder “mitnimmt“, einen fast plauderhaften Schreibstil hat, der angenehm und flüssig zu lesen ist. Krenz ist glaubwürdig, wenn es um Beziehungen-, um die Geschichten herum um das große Ganze geht. Er ist sichtlich bemüht, die DDR nicht als Fußnote der Geschichte enden zu lassen – das hat seine Berechtigung und Egon Krenz verdient dafür Respekt. Seine Schilderungen der großen Politik jedoch erwecken oftmals eher den Eindruck alter Parteischule, wie sie seinerzeit in Moskau gelehrt wurden und sind daher (wie bereits erwähnt) Glaubenssache.

  • Bewertung

    aus Berlin

    5/5

    15.06.2025

    eBook (ePUB 3)

    Egon Krenz als Autor: Der dritte Teil der Autobiografie – Das Jahr 1989 und die Zeit danach

    Der Apotheker Fontane reüssierte erst im hohen Alter als Autor. Nun war der ehemalige Staatschef der DDR, Egon Krenz, kein Apotheker, aber zu schreiben begann er auch erst jenseits der sechzig. Nach Politik und Haftstrafe nach der Wende. Davon handelt vorzugsweise der dritte Band seiner Erinnerungen. – Er ist für mich der Beste in der Trilogie seiner Erinnerungen. Schon den ersten Band »Aufbruch und Aufstieg« und den folgenden »Gestaltung und Veränderung« habe ich mit Freuden und als „ historisch wertvoll“ gelesen. – Lebendige deutsche und internationale Geschichte aus Insider- Zeitzeugenhand! Die Memoiren sind unterhaltsam und zeitgeschichtlich sehr informativ. »Sie sind über weite Strecken gut und spannend geschrieben«, urteilte auch die Süddeutsche Zeitung. Der Ex-Staats- und Parteichef reflektiert die letzten 35 Jahre Jahre, staatsmännisch abgeklärt. sachlich und dennoch mit innerer Bewegung und Anregung zur eigenen Reflexion – Leseempfehlung!

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Bewertungen (4)

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