Der Autor Sven Stroh zieht in seinem neuen Lyrikband UND SONST WAR NICHTS nochmal alle Register seines lyrischen Könnens.
Auf die Leser und Leserinnen warten mehr als 100 Gedichte und Haiku.
Es sind mit Leidenschaft verfasste Zeilen über die Liebe, das Leiden und das Leben. Es geht um alles. Und sonst war nichts.
"Aus den tiefen Schatten des Seins schreibe ich mich ans Licht." Sven Stroh
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Bewertung
5/5
01.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Auf der Suche nach innerem Frieden – Tiefgründiger Lyrikband, feinsinnig und berührend!
Der vielschichtige Titel „Und sonst war nichts“ bringt den Leser gleich vom ersten Moment an zum Nachdenken, lässt sich so doch bereits erahnen, dass es in den Texten wohl ganz im Gegenteil um sehr viel geht – und so war ich von Anfang an gespannt auf das Buch.
Die ersten Gedichte sind von einer angenehmen inneren Ruhe, einer Verbundenheit zum Leben und einem zarten Glück durchdrungen. Überraschend harmonisch gelingt so der Einstieg in das von außen betrachtet eher dunkel und schwermütig erscheinende Werk. „Lichter“, „Vollkommen“ und „Zeitlos“ sind dabei die Texte, die mich besonders angesprochen haben.
Der Autor Sven Stroh kommt in seinen durchweg sehr schön gereimten Versen stets zum Wesentlichen. Sprachlich alltagsnah und doch sehr poetisch gelingt es ihm auf einzigartige Weise, den Gedichten Tiefgang zu verleihen. So lassen sie sich leicht und mühelos lesen. In aufmunternden und einfühlsamen Tönen handeln sie sowohl von der Vollkommenheit des Lebens, als auch kritisch vom Egoismus und der Hektik der Menschen oder wie nachteilig wir manchmal miteinander umgehen und wieviel schöner es anders doch sein könnte. „Affirmationen“ und „Aus Lob wird Lächeln“ sind sehr lebensbejahende Gedichte, die mir gut gefallen und mich neben vielen weiteren inspiriert haben.
Zentrale Themen des Bandes sind außerdem die Bewältigung schwerer Krisen aus der Vergangenheit mit oft zermürbenden Folgen für den Alltag und die Suche nach „der Einen“.
In der polaren Welt, in der wir leben, erfährt das lyrische Ich dabei immer wieder großes Leid. Enttäuschungen folgen dem Neubeginn, neue Träume den Mühlen des Alltags, doch man weiß nicht, ob sie sich erfüllen. Innen einsam und leer, nach außen hin jedoch unversehrt, bestreitet man seine Tage. „Dort, wo man sieht, da gibt’s mich nicht.“
Der Autor fasst es am Ende des Buches so zusammen: „Leben und leiden, freuen und trauern, hoffen und bangen, bleiben und gehen, lieben und hassen (…).“ Dieses ständige mühsame Hin- und Herschwingen zwischen den Polen verschiedenster Emotionen und Erfahrungen auf der Suche nach Erlösung bewegte mich beim Lesen immer wieder. Das konsequente Durchleben der Gegensätze verleiht den Texten eine hohe Intensität.
Und so, wie es auf dem Klappentext heißt „Aus den tiefen Schatten des Seins schreibe ich mich ans Licht“, so zielen die Bestrebungen des lyrischen Ichs schließlich auch darauf ab, diese Polaritäten in sich zu überwinden. Aus Kälte kann Wärme, aus dem Dunkeln wieder Licht werden. Am Ende steht der innere Frieden, jenseits von aller Dualität.
Fazit: Sehr schöne und bewegende Gedichte mitten aus dem Leben, feinsinnig geschrieben und sehr empfehlenswert! :)
Im Anschluss findet sich noch ein kleineres Kapitel mit einigen Haiku. Auch diese haben mir sehr gefallen, hier v.a. „Unsichtbar“, „Finden“, „Richtung“, „Halbes Leben“, und „Traum“.
FINDEN
Hinter den Wolken
Einst verlorenes Lächeln
Wiedergefunden.
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