Sie treffen sich und stürzen ineinander: Helena und Levin, die beide ein erstes Leben hinter sich haben; fast erwachsene Kinder, Karrieren, die sie erfüllen. Es wird eine Episode, die Helena nicht vergessen kann. Was bedeutet es, dieses Gefühl, und wie kommt es, dass wir sogar wider Willen begehren?
Dieser Roman ist eine Zumutung - wie die Liebe selbst. Nach Sigmund Freud, Simone de Beauvoir und Eva Illouz ist die romantische Passion durchschaut als Wahn und Skript. Und doch hört sie nicht auf, für Unruhe, Glück und Qual zu sorgen. Dieses Buch erzählt in einzigartiger Weise - mitreißend, reflektiert, abgründig und amüsant - von Sehnsucht und Kontrollverlust in Zeiten der Emanzipation.
"Wir berühren einander gerade genug, um zu spüren: Hier erwartet uns was. Hier gibt es unter der Vertrautheit, die zutiefst beruhigend wirkt, unter den sanften Wellen, die da hin und her wogen und uns ein wenig enger liegen und dann wieder Abstand nehmen lassen: das Ozeanische, das über Jahre still war. Schlummernd, ohne Beachtung. Was in den letzten Tagen geschah, fühlt sich so sachte wie gewaltig an, und da es Januar ist: Noch kann man gehen, über den See, doch ist es zu hören, wie das reinweiße Eis, von einer Schicht aus knirschendem Reif bedeckt, die ersten Risse bekommt."
Alles, was ich über Liebe weiß, steht in diesem Buch ist eine Geschichte über das Glück und die Qualen der Liebe, über die Sehnsucht, die Nähe und das Nichtweiterwissen. Ein Einbildungsroman. Zugleich ist es ein Bildungsroman - eine Erfahrung, mit Fußnoten bedacht. Was wissen wir inzwischen über die innere Chemiefabrik, über Narzissmus, Ghosting und das Rätsel der spontanen Anziehung? Und sind Liebende aus früheren Jahrhunderten uns darin nah? Ein vielstimmiges Buch über das emotionalste Thema, das es gibt - für alle, die diesen Zustand erlebt haben oder gerade erleben, aber auch für die, denen er fremd ist oder die ihn vergessen haben.
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Bildung über die Einbildung…
kaffeeelse aus D am 25.08.2025
Bewertungsnummer: 2955818
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Bildung über die Einbildung Alles, was man über Liebe weiß. Das klingt vielversprechend. Denn da kommt wohl so einiges zusammen. Und ja, Elke Schmitters Buch verspricht viel und für mich hat dieses Buch das gegebene Versprechen auch eingelöst. Empathisch und emotional eingelöst. Beschrieben ist dieses Buch mit dem Wort EINBILDUNGSROMAN. Was Leser doch irgendwie aufblicken lässt. Denn in genau dieser Beschreibung/dieser Schreibweise steckt ja wohl ein Grund, eine Absicht. Bei der Lektüre entfaltet sich diese Schreibweise, denn das Buch ist in zwei gehaltvolle Teile gegliedert. Der erste Teil ist dann wohl dieser Bildungsroman, denn in diesem Teil erzählt Elke Schmitter, übrigens mit vielen Fußnoten versehen, vielschichtig und vielstimmig über diese so tiefgreifende Emotion, die uns ereilen kann und definitiv ereilen sollte. Die Liebe. Was passiert mit den Liebenden, was passiert mit dem Menschen, was passiert in ihm/ihr? Was macht dieses Gefühl? Was kann es auslösen? Was passiert mit uns, im Gefühl und auch danach? Psychologische Sichten zum Thema, soziologische Blicke und auch philosophische Sichten erweitern diese Blicke auf das Konstrukt Liebe. Blicke auf die Romantik. Blicke auf die Liebe in Literatur und Kunst. Auch dies wird hier erörtert. In Blicken auf Tagebücher wird auch die Liebe in vergangenen Zeiten in Augenschein genommen. Und mit diesem Hochgefühl auch das durchaus passende Pendant, das Liebesleid. Denn diese Irrungen und Wirrungen erzeugen ja nicht nur Glückseligkeit. Braucht man dann diese romantische Liebe? Meiner Meinung nach Ja. Denn ohne dieses Gefühl würde wohl im Leben etwas fehlen. Etwas Essentielles. Dennoch ist das Konstrukt der Liebe durchaus hinterfragbar. Und diese Fragen werden hier auch gestellt. Indirekt und direkt. Zu welchem Schluss hier jeder kommt. Nun denn. Findet es heraus. Der zweite Teil des Buches befasst sich mit der Beschreibung Einbildungsroman. Es geht um das Miteinander von Helena und Levin. Es geht um das rosarote Gefühl und es geht um das Erwachen aus diesem wattigen Gefühl, es geht um den Fall aus den Wolken. Es geht um den Kampf dagegen, die Versuche des Schönredens, des Nichtloslassenwollens. Nun könnte man hier durchaus in die Versuchung geraten eine Bewertung einzuflechten. Sich mit dieser Bewertung auch schützen. Schützen wollen. Doch warum machen manche Menschen so etwas? Sich davon abgrenzen wollen. Denn kann man sich davon abgrenzen? Warum wird dies so negativ aufgenommen? Kommt dies von der eigenen schon durchlebten Erfahrung? Oder von der selbst empfundenen Abscheu vor den negativen Geschehnissen? Oder von der Bewertung der Betroffenen als Verlierer? Denn gibt es Menschen, die vor so einer Einbildungskraft gefeit sind? Oder hängt dies nicht auch mit dem bisher Erlebten zusammen, dass man manchmal nicht wahrhaben möchte, nicht wahrhaben kann? Und das bisher Erlebte, ist das immer steuerbar? Meiner Meinung nach mitnichten. Aber auch hier. Findet heraus, wie ihr dazu steht. Mich hat dieser zweite Teil getriggert, Erinnerungen hochgeholt und auch eine Scham. Doch genauso wie diese Empfindungen kamen, kam auch ein Verständnis, ein heilsames Verständnis. Denn manchmal geht es nicht anders. Leider. Um so schöner dies später aus einem anderen Licht sehen zu können. Und auch etwas darüber lächeln zu können. Über sich selbst zu lächeln. Denn dieses Ganze impliziert halt auch ein war, eine Vergangenheit. Und das ist gut so. Denn letztlich macht ja alles, was damals war, dieses Jetzt. Das Damals macht das Jetzt erst möglich. Auch Helena tendiert in diese Richtung. In dem Buch „Alles, was ich über Liebe weiß, steht in diesem Buch“ von Elke Schmitter steht alles über die Liebe. Meiner Meinung nach. Alles an Bildung. Aber auch alles von der Einbildung. Das Buch macht diese Einbildung, das Warum der Einbildung greifbar und verständlich. Für daran Interessierte ist dieses Buch durchaus ein Gewinn. Für mich war es definitiv ein Gewinn. Aus verschiedenen Gründen.
Bildung über die Einbildung
Kaffeeelse (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 25.08.2025
Bewertungsnummer: 2576301
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Alles, was man über Liebe weiß. Das klingt vielversprechend. Denn da kommt wohl so einiges zusammen. Und ja, Elke Schmitters Buch verspricht viel und für mich hat dieses Buch das gegebene Versprechen auch eingelöst. Empathisch und emotional eingelöst.
Beschrieben ist dieses Buch mit dem Wort EINBILDUNGSROMAN. Was Leser doch irgendwie aufblicken lässt. Denn in genau dieser Beschreibung/dieser Schreibweise steckt ja wohl ein Grund, eine Absicht.
Bei der Lektüre entfaltet sich diese Schreibweise, denn das Buch ist in zwei gehaltvolle Teile gegliedert.
Der erste Teil ist dann wohl dieser Bildungsroman, denn in diesem Teil erzählt Elke Schmitter, übrigens mit vielen Fußnoten versehen, vielschichtig und vielstimmig über diese so tiefgreifende Emotion, die uns ereilen kann und definitiv ereilen sollte. Die Liebe. Was passiert mit den Liebenden, was passiert mit dem Menschen, was passiert in ihm/ihr? Was macht dieses Gefühl? Was kann es auslösen? Was passiert mit uns, im Gefühl und auch danach? Psychologische Sichten zum Thema, soziologische Blicke und auch philosophische Sichten erweitern diese Blicke auf das Konstrukt Liebe. Blicke auf die Romantik. Blicke auf die Liebe in Literatur und Kunst. Auch dies wird hier erörtert. In Blicken auf Tagebücher wird auch die Liebe in vergangenen Zeiten in Augenschein genommen. Und mit diesem Hochgefühl auch das durchaus passende Pendant, das Liebesleid. Denn diese Irrungen und Wirrungen erzeugen ja nicht nur Glückseligkeit. Braucht man dann diese romantische Liebe? Meiner Meinung nach Ja. Denn ohne dieses Gefühl würde wohl im Leben etwas fehlen. Etwas Essentielles. Dennoch ist das Konstrukt der Liebe durchaus hinterfragbar. Und diese Fragen werden hier auch gestellt. Indirekt und direkt. Zu welchem Schluss hier jeder kommt. Nun denn. Findet es heraus.
Der zweite Teil des Buches befasst sich mit der Beschreibung Einbildungsroman. Es geht um das Miteinander von Helena und Levin. Es geht um das rosarote Gefühl und es geht um das Erwachen aus diesem wattigen Gefühl, es geht um den Fall aus den Wolken. Es geht um den Kampf dagegen, die Versuche des Schönredens, des Nichtloslassenwollens.
Nun könnte man hier durchaus in die Versuchung geraten eine Bewertung einzuflechten. Sich mit dieser Bewertung auch schützen. Schützen wollen. Doch warum machen manche Menschen so etwas? Sich davon abgrenzen wollen. Denn kann man sich davon abgrenzen? Warum wird dies so negativ aufgenommen? Kommt dies von der eigenen schon durchlebten Erfahrung? Oder von der selbst empfundenen Abscheu vor den negativen Geschehnissen? Oder von der Bewertung der Betroffenen als Verlierer? Denn gibt es Menschen, die vor so einer Einbildungskraft gefeit sind? Oder hängt dies nicht auch mit dem bisher Erlebten zusammen, dass man manchmal nicht wahrhaben möchte, nicht wahrhaben kann? Und das bisher Erlebte, ist das immer steuerbar? Meiner Meinung nach mitnichten. Aber auch hier. Findet heraus, wie ihr dazu steht.
Mich hat dieser zweite Teil getriggert, Erinnerungen hochgeholt und auch eine Scham. Doch genauso wie diese Empfindungen kamen, kam auch ein Verständnis, ein heilsames Verständnis. Denn manchmal geht es nicht anders. Leider. Um so schöner dies später aus einem anderen Licht sehen zu können. Und auch etwas darüber lächeln zu können. Über sich selbst zu lächeln. Denn dieses Ganze impliziert halt auch ein war, eine Vergangenheit. Und das ist gut so.
Denn letztlich macht ja alles, was damals war, dieses Jetzt. Das Damals macht das Jetzt erst möglich. Auch Helena tendiert in diese Richtung.
In dem Buch „Alles, was ich über Liebe weiß, steht in diesem Buch“ von Elke Schmitter steht alles über die Liebe. Meiner Meinung nach. Alles an Bildung. Aber auch alles von der Einbildung. Das Buch macht diese Einbildung, das Warum der Einbildung greifbar und verständlich. Für daran Interessierte ist dieses Buch durchaus ein Gewinn. Für mich war es definitiv ein Gewinn. Aus verschiedenen Gründen.
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