Hüte dich vor Helen . Als ihre Mutter wieder heiratet, versuchen Molly und ihr Bruder Michael, sich mit ihrer neuen Stiefschwester Heather anzufreunden. Die macht aber immer nur Ärger. Heather lügt und benimmt sich daneben, und irgendwie bekommen die beiden immer die Schuld. Das Verhalten von Heather wird noch seltsamer, als sie immer öfter auf dem Friedhof hinter dem Haus spielt. Sie sagt, sie könne mit dem Mädchen Helen sprechen, die vor über 100 Jahren bei einem mysteriösen Feuer ums Leben kam. Michael glaubt nicht an Geister. Aber Molly ist sich da nicht so sicher, vor allem als Heather droht, dass Helen kommt und sie holen wird . Mary Downing Hahn (geboren 1937) ist eine amerikanische Autorin, die für ihre gruseligen Geschichten für Jugendliche bekannt ist. Wait Till Helen Comes erschien 1986 und wurde ein Klassiker, der bis heute immer wieder aufgelegt wird. Ihre Werke enthalten selten grafische Gewalt, doch einige ihrer Themen eignen sich eher für Erwachsene, etwa Selbstmord, das Übernatürliche und psychische Erkrankungen. Aus diesem Grund werden ihre Bücher häufig aus Schulbibliotheken verbannt.
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Tiefgründig, herzzerreißend, unheimlich
Recensio aus Datteln am 07.12.2024
Bewertungsnummer: 2358781
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Habt ihr eine/n beste/n Freund/in? Jemanden, der für euch da ist, der euch zuhört, eure Geheimnisse kennt ... und der euch tief in einen Teich ziehen möchte, damit ihr sterbt?
Ähh, Moment ...
Molly zieht mit ihrem Bruder Michael und ihrer Mutter in eine abgelegene Gegend in Holwell, genauer gesagt in eine umgebaute Kirche mit angrenzendem Friedhof. Mit dabei: Stiefvater Dave und Stiefschwester Heather. Und letztere ist es, die uns hier ordentlich auf Trab hält. Gerade mal sieben Jahre alt, aber gehässig und intrigant wie eine Siebzigjährige. Es gab zahlreiche Momente, in denen ich mit Heather geschimpft und wegen ihr genervt die Augen verdreht habe. Was für eine Rotzgöre! Sie tut alles, um das neue Familienbündnis zu stören und alle gegeneinander auszuspielen. Immer wieder lügt sie und behauptet Dinge, die für Molly zur Belastung werden. Während des Lesens habe ich gemerkt, dass ich Heather dadurch in eine Schublade gesteckt und mich gefragt habe, was das eigentlich für eine seltsam verkorkste Familie ist.
Wir werden hier mit traumatischen Erlebnissen konfrontiert, mit Schuldzuweisungen, psychischen Machtspielchen, Erziehungsproblemen und Grenzüberschreitungen. Doch zwischen den Zeilen steckt so viel mehr. Ich habe verstanden, dass man den Figuren - wie im echten Leben - nur vor den Kopf gucken kann. Dass man nicht voreilig urteilen und schon gar nicht jemanden leichtfertig aufgeben sollte. Denn oft stecken hinter Wut ganz einfach Angst und Traurigkeit.
Ab Seite 150 hat mir die Autorin die Augen geöffnet und Tränchen in diese getrieben. Ich bin noch einmal verschiedene Situationen gedanklich durchgegangen und so manches Verhalten konnte ich nun besser nachvollziehen. Auch, warum die ruhelose Helen solch eine gefährliche Wirkung auf die kleine Heather hatte.
Als Seitenanzeige wurden hier kleine Grabsteine gewählt, die von einem schwarz-grauen Mauerwerk umgeben sind. Eine gelungene Idee, die das Buch optisch aufwertet und zum Setting (Friedhof+Umgebung) passt.
Fazit: Tiefgründig, herzzerreißend, unheimlich - eine Geistergeschichte, die dem Leser trotz der wenigen (170) Seiten viel mit auf den Weg gibt.
Ein Sprung zurück in die 80er – Retro-Grusel made in the USA
Olivia Grove am 17.11.2024
Bewertungsnummer: 2343206
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Könntest du nachts schlafen, wenn direkt vor deinem Fenster ein Friedhof liegen würde?
Unheimlich gut: Grusel-Nostalgie aus den 80ern
Zum Inhalt:
Heather ist die nervigste kleine Göre, die man sich vorstellen kann – die neue Stiefschwester ist ein wahrer Quälgeist für Molly und Michael in ihrer neuen Patchwork-Familie. Doch als ob das nicht schon genug Drama wäre, beginnt der eigentliche Albtraum, als Heather auf dem düsteren Friedhof hinter ihrem neuen Zuhause, einer unheimlichen alten Kirche, eine neue »Freundin« findet: Helen.
Kein gewöhnliches Mädchen, sondern ein ruheloser Geist, der dort seit über hundert Jahren lauert – verborgen im Schatten der Grabsteine, mit einem finsteren Plan ...
»Wait Till Helen Comes« erschien 1986 und wurde ein Klassiker, der bis heute immer wieder aufgelegt wird.
Meine Meinung:
»Meine Freundin Helen« ist vielleicht nicht die furchteinflößendste Gespenstergeschichte, die ich je gelesen habe, aber sie hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und bestens unterhalten. Denn es verbindet eine berührende Botschaft mit einer charmanten Geschichte, die gleichzeitig herzzerreißend schön, tieftraurig und tröstlich herzerwärmend ist. Die gruseligen Momente sind atmosphärisch, aber nicht so schaurig, dass sie Albträume bescheren.
Kritik:
Die Eltern wirken aus heutiger Sicht völlig verantwortungslos, unsensibel und wenig unterstützend. Statt sich um die emotional instabile Heather und die angespannte Familiendynamik zu kümmern, ziehen sie in eine abgelegene Kirche und reißen die Kinder aus ihren sinnvollen Bildungsprogrammen für den Sommer, um ihre eigenen künstlerischen Ambitionen zu verfolgen – ohne jede Rücksicht auf die Bedürfnisse ihrer Familie. Besonders bedenklich ist, dass sie Molly mit der Verantwortung für Heather alleinlassen, obwohl diese klar sichtbar überfordert ist.
Zwar mag diese Art der Erziehung in den 80ern noch als normaler wahrgenommen worden sein, heute würde man solch eine Vernachlässigung jedoch als inakzeptabel betrachten – sie zeigt, wie wenig ernst die Eltern ihre Rolle nehmen.
Fazit:
Ich hätte mir gewünscht, dass die 170-seitige Geistergeschichte das Paranormale stärker in den Fokus rückt. Trotzdem ist »Meine Freundin Helen« ein wirklich einfühlsames, liebevoll geschriebenes Buch – eine wunderbare Lektüre, die nicht nur zu Halloween passt.
Fünf Sterne gibt es allein für die nostalgische Atmosphäre!
Der Festa Verlag hat angekündigt, weitere Werke von Mary Downing Hahn zu veröffentlichen, und ich freue mich schon riesig darauf, mehr von ihr zu lesen!
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