Produktbild: Karl Marx in Algier

Karl Marx in Algier Leben und letzte Reise eines Revolutionärs

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26,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Rezension

Ein Klassiker."

Leipziger Internet Zeitung, Ralf Julke

Viel mehr als ein Sachbuch, es ist eine höchst unterhaltende Reise durch das Leben des uns allen bekannten Revolutionärs und zugleich dessen letzte Reise Marx bleibt spannend, so wie dieses kluge Buch.

Kölner Stadt-Anzeiger, Elke Heidenreich

Wittstock ist als erfolgreicher Autor fesselnder Sachbücher über das Schicksal deutscher Literaten in der NS-Zeit bekannt.


tz Buchtipp





Wer sich schon immer einmal mit Karl Marx beschäftigen wollte, aber bisher keinen Zugang fand, dem bietet dieses Buch einen exzellenten Einstieg

Main-Echo Zeitung

Literaturgeschichte in lebendig

WELT am Sonntag

Wer sich schon immer einmal mit Karl Marx beschäftigen wollte, dem bietet dieses Buch mit seiner klaren, leichten Sprache einen exzellenten Einstieg.

Allgemeiner Anzeiger, Sibylle Peine

Sein neues Buch ist für mich sein bislang bestes eine reflektierende, kritische und kompakte biografische Skizze des alten Marx mit sehr interessanten ideengeschichtlichen Betrachtungen heiter und leicht wie ein Reiseroman

Der siebte Tag, Nils Minkmar

Das Bestechende an diesem Buch ist, dass es Wittstock gelingt, Marx Reise lebendig und anschaulich darzustellen. Sie erscheint dem Leser wie ein klares Bild vor dem inneren Auge: das Panorama von Algier, der Hafen mit den Fischerbooten, die Bucht ... Ein originelles und allemal lesenswertes biographisches Werk.

Jungle World, Christian Hofmann

Wittstock verknüpft in seinem eleganten Buch «Karl Marx in Algier» einer überarbeiteten Neuausgabe des 2018 erschienenen «Karl Marx beim Barbier» das Leben mit der Theorie.

NZZ Bücher am Sonntag, Urs Hafner

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.03.2025

Abbildungen

mit 17 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

249

Maße (L/B/H)

22,1/15/2,7 cm

Gewicht

403 g

Farbe

Altweiß / Kaffee

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-83072-3

Rezension

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.03.2025

Abbildungen

mit 17 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

249

Maße (L/B/H)

22,1/15/2,7 cm

Gewicht

403 g

Farbe

Altweiß / Kaffee

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-83072-3

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

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  • Lesenswege

    5/5

    08.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Am Ende kommt der Bart ab

    Karl Marx war kein angenehmer Mensch. Er war selbstherrlich, herrschsüchtig und rechthaberisch. Die Gesellschaft anderer Menschen, ausgenommen seiner Familie und engen Freunden, war ihm eher unangenehm, Empathie für andere empfand er nicht. Seine journalistischen Texte bezeugten antisemitisches und rassistisches Gedankengut. Auf Wunsch des Vaters begann er ein Jura-Studium, doch sein Interesse galt der Literatur und der Philosophie. Phasenweise war er als Journalist und Redakteur tätig, die meiste Zeit im Leben jedoch ohne Erwerbstätigkeit. Zeit seines Lebens hat er ohne ein schlechtes Gewissen auf Pump und Kosten anderer, vor allem von Friedrich Engels, gelebt, der ihn nach heutigen Maßstäben mit mindestens 500.000 Euro alimentierte. Marx proklamierte die Revolution der Proletarier, kannte aber keine Arbeiter persönlich und verachtete sie sogar. Obwohl selbst ohne Einkommen, lebte er zeitweise feudal, mit Standesdünkel und Dienstmädchen. Das Ehepaar Marx konnte nicht besonders gut mit Geld umgehen. Eingebettet in die 10 Wochen eines Aufenthalts in Algier, der zur Erholung gedacht war, rekapituliert Wittstock Karl Marx‘ Leben. 1882 verbrachte Karl Marx (1818 - 1883) knapp drei Monate zur Erholung in Algier. Viel Freude hatte er dort nicht, denn das Wetter war schlecht, und gesund wurde er auch nicht. Deshalb bleiben auch die Korrekturfahnen für die überarbeitete dritte Auflage des ersten Teils seines Lebenswerks „Das Kapital“, erstmals erschienen 1867, ungelesen. Friedrich Engels wird das später für ihn erledigen, so wie er auch aus Marx‘ nachgelassenen Fragmenten und Manuskripten die Teile 2 und 3 des „Kapital“ formulieren wird. Karl Marx war Perfektionist, er wurde mit seinen Zeitungsartikeln und eben auch mit dem „Kapital“ einfach nicht fertig, weil er seine Texte wieder und wieder überarbeitet hat. Zugleich war er ein unermüdlicher Leser, jede wirtschaftliche und philosophische Veröffentlichung las er, um die Erkenntnisse daraus in seine Texte einfließen zu lassen, was seine Scheu, ein Manuskript aus den Händen zu geben, erklärt. Teil I des „Kapital“ war eigentlich bereits 1848 fertig. Als es 1868 lang erwartet endlich erschien, war es bereits kurz davor, sich selbst überlebt zu haben, was Marx laut Wittstock auch bewusst gewesen sein muss. Womöglich hat er sich auch deshalb mit den Teilen II und III nicht beeilt. Die Grundlage seiner Theorie: die ökonomischen Verhältnisse prägen das Denken der Menschen und bestimmen den Gang der Geschichte. Die ökonomischen Strukturen bilden zusammen mit den gesellschaftlichen Institutionen den Überbau einer Gesellschaft. Wenn ein wesentlicher Wandel in den Produktionsverhältnissen eintritt, entsteht gesellschaftlicher Veränderungsdruck, und dann ändert sich auch der Überbau. Soweit korrekt. Mit seiner These, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt, wurde er zum Vater der modernen Soziologie. Aber das konnte er damals nicht wissen. Womit er nicht Recht hatte: die Arbeiter intendierten nicht, die Herrschaft zu übernehmen. Sie wollten - und wollen bis heute - lediglich, dass es ihnen wirtschaftlich und gesellschaftlich besser geht, dass sie weniger abhängig sind. Aber das konnte Marx sich vielleicht auch gar nicht vorstellen, denn die Welt der Arbeiter war ihm im Grunde fremd, er schrieb als Gelehrter über sie, aber er lebte nicht in ihr. Trotz seiner Armut war er immer bemüht, die Fassade einer bürgerlichen Existenz aufrechtzuerhalten. Er war ein kluger Kopf, aber ein Heuchler, arbeitsscheu, nicht lebensfähig, seiner Familie gegenüber gewissenlos. Wenn man ganz hart mit ihm ins Gericht geht, kann man ihm die Schuld geben am Tod von vieren seiner sieben Kinder, die Opfer der katastrophalen hygienischen Lebensverhältnisse und schlechter Ernährung wurden, als die Familie völlig verarmt in London lebte. Auch seine Frau Jenny und ihn selbst haben diese Umstände chronisch krank gemacht, und trotzdem hat er es nie mit Arbeit gegen Geld versucht. Mitte der 60er Jahre kam er in den Genuss eines stattlichen Erbes, von dem die Familie fünf Jahre gut hätte leben können, doch das Geld reichte nicht einmal ein Jahr. Schwer zu glauben, dass so ein kluger, wirtschaftsphilosophisch denkender Mann nicht in der Lage war, seine eigene Existenz zu gestalten. In vielen kleinen, detailreichen und oft unterhaltsam zu lesenden Episoden erzählt Wittstock Marxens Leben. Dass er sich dabei nicht auf seinen Schaffensprozess beschränkt, sondern anhand von Quellen, teilweise bislang unveröffentlichten Briefen und Schriften, diese ganzen familiären, privaten und charakterlichen Details einarbeitet, hat für mich das Buch besonders lesenswert gemacht. Es mag sein, dass es für ausgewiesene Marx-Kenner auf der wissenschaftlichen Ebene nichts Neues liefert, doch mich hat es trefflich unterhalten und mir auch Wissenszuwachs beschert. Es ist ein wenig anders konzipiert als Wittstocks gefeierte Werke „Februar 1933“ und „Marseille 1940“, weil es nicht so ausgeprägt episodenhaft, sondern geradliniger erzählt ist. Die Rahmenhandlung, welche die Biografie immer wieder unterbricht, ist Marxens 10-wöchiger Aufenthalt in Algier, der etwa ein Drittel des Buchumfangs ausmacht. In diesen Passagen kommt man dem Mittsechziger sehr nahe, weil er seine Gedanken teilt. Auch ist er hier ein netterer Mann, als im biografischen Teil von mir herausgelesen. Das Buch ist bereits im im Karl-Marx-Jahr 2018, parallel zu etlichen anderen Marx-Biografien, im Verlag Blessing schon einmal erschienen, damals unter dem Titel „Karl Marx beim Barbier“. Denn Marx hatte sich in Algier kurz vor seiner Abreise von seiner ikonischen Haarpracht und seinem markanten Bart getrennt. Ob er sich damit von seinem Werk, von seinen Theorien verabschiedet hat? Den alten Bart abgeschnitten? Den Revoluzzer aufgegeben? Das bleibt Spekulation. Bislang hatte ich nur Texte von Marx und journalistische Arbeiten über ihn gelesen, alles zwar schon vor längerer Zeit, aber komplett fremd war er mir nicht. Dies ist meine erste Biografie über Marx, die ich gerne weiter empfehle. Uwe Wittstock, geboren 1955 in Leipzig, hat Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaft studiert. Als Journalist schrieb er für die FAZ, Die Welt und den Focus, war leitender Lektor für deutschsprachige Gegenwartsliteratur im S. Fischer-Verlag und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Neue Rundschau. Seit 2017 ist er freier Schriftsteller.

  • Bewertung

    5/5

    18.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Spannendes und lehrreiches Buch, toll!

    Mein erstes Buch von Uwe Wittstock. Prägnant und spannend geschrieben. „Februar 33“ und „Marseille 1940“ werde ich mir definitiv auch vornehmen. „Karl Marx in Algier“ kann ich definitiv empfehlen, wenn man sich schnell einen Überblick über die Persönlichkeit und ihr Wirken verschaffen möchte.

  • Johanna

    aus München

    4/5

    12.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Bart des Propheten

    Das letzte Foto, das es von Karl Marx gibt, hat der algerische Fotograf Dutertre 1882 aufgenommen. Der schwerkranke Marx hatte sich kurz vor seiner Abreise aus Algier fotografieren lassen und war unmittelbar darauf zum Barbier nebenan gegangen, um sich seine berühmte Haarpracht und den Bart stutzen zu lassen. Uwe Wittstock fragt sich in seinem Buch, warum sich Marx den legendären Bart abnehmen ließ, ein Markenzeichen aller Revolutionäre des 19. Jahrhunderts. Er spekuliert, „die eigenen Zweifel an seinen politischen Prognosen [seien] zu groß geworden“, die Fotografie vor der Rasur habe sein Selbstbild „gewissenhaft konservieren“, die Rasur die tiefgreifende Veränderung ausdrücken sollen. Nun ja, vielleicht war das so. Uwe Wittstock versucht das mit Stellen aus einem Brief an Engels zu belegen. Vielleicht war er aber auch nur ein todkranker, einsamer, melancholischer Mann, der seinen erfolglosen Erholungsaufenthalt in Algier mit einem radikalen Zeichen abschließen wollte. Der große Mann mit „Prophetenbart“ wollte er nicht mehr sein. Wie auch immer. Die radikale Veränderung des Äußeren dient auf alle Fälle als Aufhänger und als Bindeglied zwischen den beiden Teilen des Buches. Zum großen Teil ist es Biographie – mit Lebensstationen, politischem und gesellschaftlichem Hintergrund, grundlegenden Aussagen zu den politischen Theorien von Marx. Zu einem kleineren Teil aber auch romanhafte, szenische Darstellung der Reise nach Algier. Zu Beginn sind die beiden Teile noch eng miteinander verbunden, später wechseln sie sich einfach ab. Zwei Bücher in einem. Beeindruckend für mich ist vor allem der erzählende Teil. Die Biographie: immerhin Bildungslücken geschlossen. Nach den so hervorragenden Büchern „Februar 33“ und „Marseille 1940“ ein bisschen enttäuschend. Erstmals erschienen ist es im Marx-Jahr 2018 unter einem ähnlichen Namen bei Blessing und nach Aussagen des Autors in der Flut der Marx-Biographien untergegangen. Nach dem Erfolg der beiden anderen Bücher wurde es bei C.H. Beck in einer revidierten Fassung 2025 wieder aufgelegt. Ich wünsche mir von Uwe Wittstock, der Zeitgeschichte so hervorragend erzählen kann, eine Art Fortsetzung von „Marseille 1940“. Wie ging es weiter mit den Geretteten in den USA, Mexiko und anderswo?

  • Sue

    aus Uelzen

    4/5

    24.03.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Interessante Rückblicke, sehr süffig geschrieben

    Eingebettet in einer ausschwingenden Bucht, mit einem Panorama, das auch bei trübem Wetter beeindruckend ist, präsentiert sich Algier im Februar 1882 Karl Marx, als dieser dort an Land geht. Aufgrund seiner Lungenerkrankung hat Marx' Arzt ihm einen Aufenthalt in mildem Klima empfohlen und für einen staatenlosen und politischen Flüchtling bot sich Algier als Erholungsaufenthalt für Marx an. Zudem ist es auch seine Flucht vor den Erinnerungen an seine vor drei Monaten verstorbene Frau Jenny. Albert Fermé, der sich in der französischen Kommune in Algier engagiert, nimmt Marx in Empfang, kümmert sich um sämtliche Anliegen und ist ein treuer Begleiter in dieser Zeit. Doch Marx' Erkrankung wird auch in Algier nicht besser, er leidet zunehmend unter Schmerzen und schlimmem, blutigen Husten. Während Marx morgens auf der Galerie vor seinem Zimmer steht und auf das weite Meer, welches sich ruhig und flimmernd bis zum Horizont erstreckt, blickt, schaut er ganz unsentimental zurück auf sein Leben. Wir erfahren von der ersten Begegnung mit seiner Frau und die große Liebe zu ihr und auch viel über das Verhältnis zu seinen Töchtern - besonders zu Jenny hält Marx von Algier aus regen Briefkontakt, wie auch zu seinem Freund Engels. Ebenso bekommen wir einen kleinen Einblick in das wildes Studentenleben von Karl Marx, über die Beziehung zu seinem liberalen Vater (der jüdische Wurzeln hat und daher irritierten mich Marx' antisemitischen Äußerungen und Gedanken). Aber wir lesen auch einiges über Marx' journalistische Höhen und Tiefen und über seine Jahre in Armut im Exil, die ihm und seiner Familie viel abverlangten. Als Marx im Mai 1882 wieder nach Marseille zurückkehrt, stellt sich heraus, dass sich sein Gesundheitszustand nicht verbessert hat. 10 Monate nach seiner Rückkehr stirbt Marx in London. Uwe Wittstock liefert uns mit seinem Buch "Karl Marx in Algier" einen Einblick auf die letzte Reise des Revolutionärs und viele Rückblicke auf sein Leben und die Menschen, die ihn durchs Leben begleiteten. Ich fand es wirklich interessant noch einiges aus Marx Leben zu erfahren, aber ich habe im Vorfeld doch viel mehr Einblicke zu seine Zeit in Algier erwartet. Rückblickend, und mit dem Wissen, dass er nur drei Monate in Algier verbrachte, war die Gewichtung dann aber vollends in Ordnung. Der Schreibstil ist sehr angenehm - wenn auch eher unemotional - und lässt sich locker leicht weglesen.

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Bewertungen (4)

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  • Produktbild: Karl Marx in Algier
  • Vorbemerkung

    Algier I: Kalte Stadt
    Trier und die Väter
    Algier II : Profunda melancolia
    Berlin und der Student
    Algier III: Die große Faust
    Paris und das Genie
    Algier IV: Hausarrest
    Brüssel und die Theorie
    Algier V: Das Palais im Park
    Köln und die Revolution
    Algier VI: Vom Wunsch zu schweigen
    Intermezzo: Julius Fröbel
    London und das Elend
    Algier VII: Im Garten der Versuche
    London und der Ruhm
    Algier VIII: Die Kunst des Abschieds
    Epilog oder: Bilder und Bärte

    Dank
    Anmerkungen
    Bildnachweis
    Personenregister