Das unvergessliche Porträt einer indigenen Gemeinschaft: Ein Junge wächst im Reservat der Penobscot in Maine auf. Das Leben ist geprägt von den Mythen der Ahnen und den Härten des Alltags. Mit der zufälligen Entdeckung eines Gefäßes, auf dem ein alter Fluch lastet, setzt der Junge die Auflösung seiner Familie in Gang. Die demente Großmutter sieht in ihm einen wichtigen Menschen aus ihrer Vergangenheit, doch er muss mit der Gegenwart fertigwerden: kein Job, keine Perspektive, und die illegale Stachelschweinjagd löst die ewigen Geldprobleme nicht. Da kommt ihm die Idee, das Stammesmuseum um wertvolle antike Streitkolben zu erleichtern.
Eindrucksvoll, mit leuchtendem Humor und großer Menschenkenntnis erzählt Morgan Talty vom Rand der Gesellschaft über das Amerika von heute.
«Es steckt so viel rohe und schöne Kraft in diesem Buch. Morgan Talty schreibt gnadenlos ehrlich, komisch und traurig zugleich. Welch eine Leistung! Beim Lesen dieses Buches habe ich buchstäblich gelacht und geweint.» Tommy Orange
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Leben im Reservat Morgan…
kaffeeelse aus D am 25.08.2025
Bewertungsnummer: 2955815
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Leben im Reservat Morgan Talty ist ein indigener Autor und gehört der Penobscot Indian Nation an. Die Penobscot sind ein Volk der Algonkin Sprachfamilie, deren Mitglieder einst große Teile von Nordamerika besiedelten. Einst waren sie Teil der großen Wabanaki Konföderation, die sie mit den Mikmaq, Maliseet, Passamaquoddy und den eigentlichen Abenaki bildeten und die die USA (Maine, New Hampshire und Vermont) und Kanada (New Brunswick, Nova Scotia, Quebec, Prince Edward Island und Neufundland) besiedelten. Die Penobscot waren im Tal des Penobscot River im heutigen Maine beheimatet. Alle diese Völker gibt es auch heute noch, was ein Glücksfall ist, denn die meisten Indigenen sind ja bekanntlich verschwunden. Vielleicht hat hier diese Abgeschiedenheit in den nördlichen Gefilden geholfen. Morgan Talty ist in Bridgeport, Connecticut geboren und lebte dort mit seiner Mutter bis er 6 Jahre alt war, dann zogen sie ins Penobscot Reservat in Maine um. Sie fanden hier ein anderes Leben vor. Ein prägendes Leben, das Morgan Talty bis er 18 Jahre alt war im Reservat durchlief. Erst dann fand er für sich andere Wege Heute unterrichtet Morgan Talty in den Universitäten von Orono und Portland in Maine Kreatives Schreiben. Und er schreibt selbst. Bisher erschienen zwei Bücher. Sein Debut „Nigth oft he living Rez“ erschien 2022 und liegt hier in diesem Buch in deutscher Übersetzung aus dem Englischen vor. Sein zweites Buch „Fire exit“ erschien 2024 in den USA. Sein Buch erschien in Englisch, was vielleicht erstaunen mag, denn es könnte ja auch in der Penobscot Sprache geschrieben sein. Doch hier wird es schwierig. Die letzte Penobscot Sprecherin starb 1990. Was macht das wohl mit einem Volk, welches sich selbst als Volk wahrnimmt, dessen Sprache aber verschwunden ist und sich die Angehörigen des Volkes nun in Englisch, in der Sprache der Eroberer unterhalten. Auch dies thematisiert Morgan Talty in seinem Buch. Ebenso wie er das Leben im Reservat in seinem Buch spiegelt. Nun mag diese gezeichnete und empfundene Ausweglosigkeit, dieser Konsum von Substanzen für manche sicher etwas befremdlich vorkommen. Denn hier schwingt ein unausgesprochenes Warum mit. Doch sicher ist ein Sprung aus diesen Verhältnissen schwierig. Denn dieses eventuelle negative Selbstwahrnehmen, dieses die Sicht der Eroberer übergestülpt bekommen, dieser Bürger zweiter Klasse sein, macht etwas mit den Menschen. Morgan Talty ist dieser Sprung gelungen, was bewundernswert ist, sehr bewundernswert. Gerade wenn man impliziert, was dieses Aufwachsen für ihn bedeutet hat. Denn dieses Buch hier ist dazu sehr bedeutsam. Das Leben in den Reservaten kannte ich schon von anderen Büchern. Angefangen hat dieses Erkennen bei mir mit den Büchern von Liselotte Welskopf-Henrich, mit ihrer Pentalogie „Das Blut des Adlers“. Weitergegangen ist es mit Büchern von Louise Erdrich, Naomi Fontaine, Tommy Orange und Natasha Kanapé Fontaine. Wobei diese zuletzt genannten Autoren alle selbst indigene Wurzeln haben. Auch weitere Autoren haben sich mit dieser Thematik befasst, ich nenne hier mal noch Jacques Poulin, Éric Plamondon und Frauke Buchholz. Alles Buchtipps übrigens. Weitere Autoren mit ihren Büchern warten noch auf ihre Lesezeit, ich denke hier besonders an Michel Jean und Richard Wagamese. Und ja, diese Thematik hat eine Wichtigkeit bei mir. Schon lange. Und weiterhin. Mich hat Morgan Talty mit seinem eindringlichen Buch hier sehr beeindruckt. Ich erhoffe mir sehr, dass auch das zweite Buch von ihm auf Deutsch erscheint. Denn diese Thematik hier, sie beschäftigt mich, sie treibt mich um. Und Morgan Talty hat mit seinem Buch mein inneres Feuer geschürt. Lest es und schaut selbst! Für mich ist „Sein Name ist Donner“ definitiv ein Jahreshighlight in diesem Lesejahr 2025! ❤
Leben im Reservat
Kaffeeelse (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 25.08.2025
Bewertungsnummer: 2576298
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Morgan Talty ist ein indigener Autor und gehört der Penobscot Indian Nation an. Die Penobscot sind ein Volk der Algonkin Sprachfamilie, deren Mitglieder einst große Teile von Nordamerika besiedelten. Einst waren sie Teil der großen Wabanaki Konföderation, die sie mit den Mikmaq, Maliseet, Passamaquoddy und den eigentlichen Abenaki bildeten und die die USA (Maine, New Hampshire und Vermont) und Kanada (New Brunswick, Nova Scotia, Quebec, Prince Edward Island und Neufundland) besiedelten. Die Penobscot waren im Tal des Penobscot River im heutigen Maine beheimatet. Alle diese Völker gibt es auch heute noch, was ein Glücksfall ist, denn die meisten Indigenen sind ja bekanntlich verschwunden. Vielleicht hat hier diese Abgeschiedenheit in den nördlichen Gefilden geholfen.
Morgan Talty ist in Bridgeport, Connecticut geboren und lebte dort mit seiner Mutter bis er 6 Jahre alt war, dann zogen sie ins Penobscot Reservat in Maine um. Sie fanden hier ein anderes Leben vor. Ein prägendes Leben, das Morgan Talty bis er 18 Jahre alt war im Reservat durchlief. Erst dann fand er für sich andere Wege
Heute unterrichtet Morgan Talty in den Universitäten von Orono und Portland in Maine Kreatives Schreiben. Und er schreibt selbst. Bisher erschienen zwei Bücher. Sein Debut „Nigth oft he living Rez“ erschien 2022 und liegt hier in diesem Buch in deutscher Übersetzung aus dem Englischen vor. Sein zweites Buch „Fire exit“ erschien 2024 in den USA.
Sein Buch erschien in Englisch, was vielleicht erstaunen mag, denn es könnte ja auch in der Penobscot Sprache geschrieben sein. Doch hier wird es schwierig. Die letzte Penobscot Sprecherin starb 1990. Was macht das wohl mit einem Volk, welches sich selbst als Volk wahrnimmt, dessen Sprache aber verschwunden ist und sich die Angehörigen des Volkes nun in Englisch, in der Sprache der Eroberer unterhalten. Auch dies thematisiert Morgan Talty in seinem Buch.
Ebenso wie er das Leben im Reservat in seinem Buch spiegelt. Nun mag diese gezeichnete und empfundene Ausweglosigkeit, dieser Konsum von Substanzen für manche sicher etwas befremdlich vorkommen. Denn hier schwingt ein unausgesprochenes Warum mit. Doch sicher ist ein Sprung aus diesen Verhältnissen schwierig. Denn dieses eventuelle negative Selbstwahrnehmen, dieses die Sicht der Eroberer übergestülpt bekommen, dieser Bürger zweiter Klasse sein, macht etwas mit den Menschen. Morgan Talty ist dieser Sprung gelungen, was bewundernswert ist, sehr bewundernswert. Gerade wenn man impliziert, was dieses Aufwachsen für ihn bedeutet hat. Denn dieses Buch hier ist dazu sehr bedeutsam.
Das Leben in den Reservaten kannte ich schon von anderen Büchern. Angefangen hat dieses Erkennen bei mir mit den Büchern von Liselotte Welskopf-Henrich, mit ihrer Pentalogie „Das Blut des Adlers“. Weitergegangen ist es mit Büchern von Louise Erdrich, Naomi Fontaine, Tommy Orange und Natasha Kanapé Fontaine. Wobei diese zuletzt genannten Autoren alle selbst indigene Wurzeln haben. Auch weitere Autoren haben sich mit dieser Thematik befasst, ich nenne hier mal noch Jacques Poulin, Éric Plamondon und Frauke Buchholz. Alles Buchtipps übrigens. Weitere Autoren mit ihren Büchern warten noch auf ihre Lesezeit, ich denke hier besonders an Michel Jean und Richard Wagamese. Und ja, diese Thematik hat eine Wichtigkeit bei mir. Schon lange. Und weiterhin.
Mich hat Morgan Talty mit seinem eindringlichen Buch hier sehr beeindruckt. Ich erhoffe mir sehr, dass auch das zweite Buch von ihm auf Deutsch erscheint. Denn diese Thematik hier, sie beschäftigt mich, sie treibt mich um. Und Morgan Talty hat mit seinem Buch mein inneres Feuer geschürt.
Lest es und schaut selbst!
Für mich ist „Sein Name ist Donner“ definitiv ein Jahreshighlight in diesem Lesejahr 2025! ❤
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