Schon als kleines Kind weiß Patric Gagne, dass sie anders ist. Sie liebt ihre Familie, empfindet Glück und Wut, doch Emotionen wie Reue, Scham oder Mitgefühl sind ihr fremd. Als Heranwachsende beginnt sie zu stehlen, beobachtet fremde Menschen durch Küchenfenster, verletzt eine Mitschülerin – und fühlt nichts dabei.
In diesem bewegenden Memoir entfaltet sich die Geschichte einer Frau, die mit dem Stigma ihrer Diagnose ringt und gleichzeitig versucht, Beziehungen aufzubauen. Als sie ihre Jugendliebe wiedertrifft, öffnet sich eine Tür zu einer Welt, in der Hoffnung und Liebe möglich sind. Kann Patric die Ketten ihrer Vergangenheit sprengen und das Monster in ihrem Inneren zähmen?
»Sie ist fesselnd, wie eine Filmfigur – eine Soziopathin, die schön, warmherzig und witzig, wortgewandt und charmant ist« THE GUARDIAN
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
SweetSmile
aus Chemnitz
5/5
07.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
absolut fesselnd...
persönliche Wertung:
Ein Buch, auf welches ich durch eine Verlagsvorschau aufmerksam geworden bin. Ich fand das Thema gleich wahnsinnig spannend und wusste, dass ich die Geschichte lesen muss.
Ich habe das Buch zur Hand genommen und wurde gleich auf den ersten Seiten in die Geschichte gezogen. Die Worte konnten mich absolut fesseln. Wie Patric ihre eigene Geschichte erzählt, hat mich sofort berührt. Auch wenn ich eher das Gegenteil einer Soziopathin bin, ich habe eher zu vielen Emotionen, konnte ich mich durch den absolut tollen Schreibstil richtig gut in die Gedankenwelt von Patric hineinversetzten. Es hat mir regelrecht das Herz gebrochen, wie sie sich schon als kleines Mädchen gefühlt hat, weil ihre Umwelt einfach überfordert war mit ihrer Andersheit.
Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich diese Frau bewundert. Ich bewundere ihren starken Willen das Richtige zu tun, den täglich Kampf mit sich selbst, die unaufhörliche Suche nach einem Ausweg, die Suche nach einer Definition. Ich habe mir so sehr für sie gewünscht, dass sie sie selbst sein kann und auch von anderen so akzeptiert wird wie sie ist. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass sie einen Ausweg für sich findet, um glücklich zu werden und gut, sicher und vor allem legal leben zu können.
Die Lebensgeschichte von Patric ist so berührend geschrieben, so klar verständlich auch für jemanden der ihre Gedanken- und Gefühlswelt nicht teilt. So viele Worte im Buch konnten mich zum Nachdenken anregen, haben mich langfristig beschäftigt und vor allem meinen Horizont erweitert. Ich finde es so toll was sie erreichen konnte und glaube, dass dieses Buch Betroffenen helfen kann sich selbst besser zu verstehen. Ich glaube es ist so wichtig zu erfahren, dass man nicht alleine ist, was die Hintergründe seiner Andersheit sind und auch wie man mit dieser Persönlichkeitsstörung umgehen kann.
Mich konnte nicht nur der psychologische Aspekt des Buches begeistern, auch die Lebensgeschichte von Patric konnte mich fesseln und hat mich das Buch immer wieder zur Hand nehmen lassen. Ich hatte nicht erwartet so leicht durch die Seiten zu fliegen, aber ich habe tatsächlich immer das Bedürfnis gehabt, wissen zu wollen wie es mit ihr weiter geht.
Eine für mich sehr berührende, zum Nachdenken anregende Geschichte, welche ich immer wieder zur Hand nehmen würde.
Fazit:
Eine absolut richtige und vor allem wichtige Geschichte die jeder gelesen haben sollte, der mit einem Menschen mit soziopathischer Persönlichkeitsstörung in Kontakt kommt, und ganz besonders natürlich diejenigen, welche das Gefühl haben, selbst eine solche Persönlichkeitsstörung zu haben.
Bewertung
5/5
22.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Ein Buch, das nachwirkt und Klarheit schenkt“
Am Anfang wirkt das Buch sehr amerikanisch geprägt – fast schon ungewohnt. Doch je weiter man liest, desto klarer und eindringlicher wird die Darstellung. Die Autorin schafft es, eine enorme Klarheit zu vermitteln, die den Blick auf das Thema nachhaltig verändert. Besonders die zweite Hälfte ist überwältigend in ihrer Intensität und öffnet einem die Augen. Ein Buch, das nachwirkt und absolut lesenswert ist!
MarieOn
5/5
09.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
So eine erhellende Analyse einer Persönlichkeitsstörung
Patric hatte schon mit sechs oder sieben eine ganze Kiste geklauter Dinge. Ihr Vater war ein aufstrebendes Licht in der Musikbranche und so saß Patric auf Ringo Starrs Schoß und stahl ihm die Brille. In der ersten Klasse saß sie hinter Clancy. Patric war frustriert und der Druck in ihrem Inneren wurde so groß, dass sie sich die Finger in der Stahltür einklemmen oder ihr Pult umwerfen wollte. Da erregte eine von Clacys Haarspangen ihre Aufmerksamkeit. Sie saß gar nicht richtig fest, wäre wahrscheinlich eh bald rausgerutscht. Patric griff vorsichtig nach vorne, klippte die kleine pinkfarbene Schleife ab und steckte sie ein. Sofort ließ der Druck nach. Sie hatte ganz allein eine Lösung für das Problem gefunden.
Wenn Patrice stahl, konnte sie die Gewaltfantasien beenden. Die fehlende Angst vor Konsequenzen machte es ihr leicht. Sie empfand durchaus Freude und Wut, aber Schuld, Empathie, Reue oder Liebe fehlten auf ihrer Farbpalette. Die fehlenden Gefühle wurden von der fehlenden Mimik begleitet und Patric merkte, dass es andere irritierte. Sie schaute sich erwünschtes Verhalten bei ihrer kleinen Schwester ab, die ganz anders war als sie oder besser Patric war anders als alle anderen.
Dad arbeitete fast nur noch, das macht Mum depressiv. Sie weinte oder schnauzte rum im Wechsel. In der Schule hatte Syd Patric elendig genervt. Sie spürte, wie der Druck anstieg, wie in einem Wasserkessel, nahm ihren Bleistift und rammte ihn Syd in den Kopf. Die schrie, ihre Mitschüler schrien und Mum verschwand für Monate in ihrem Schlafzimmer. Ihr Kopf sagte Patric, dass es falsch ist jemanden zu verletzen, aber das Gefühl, wenn Kopfschmerz und Druck wichen und eine wärmende Euphorie sie flutete, war einfach geil.
Fazit: Patric Gagne ist Therapeutin und Anwältin für Menschen, die unter antisozialen Persönlichkeitsstörungen leiden. Sie beschreibt ihre eigene Leidensgeschichte und wie sie einen Weg fand, ihr Verhalten zu analysieren. Schon früh merkt sie am Verhalten ihrer Schwester, dass sie anders ist. Sie versucht die Erwartungen, die die Umwelt an sie stellt, zu erfüllen, indem sie die anderen spiegelt. In regem Austausch mit ihrer Mutter sagt sie die Wahrheit, erzählt ihr, dass sie stielt. Die Konsequenz ist, dass sie all diese Sachen zurückgeben muss. Da sie keine Scham und kein schlechtes Gewissen kennt, bereitet ihr die Rückgabe kein Problem. Allerdings stiehlt sie um den Druck, der in ihr entsteht, weil sie sich ständig verstellen muss, zu neutralisieren und ein Teufelskreis beginnt. In einer analytischen Odyssee über viele Jahre registriert sie, dass der Druck sich aufbaut, weil sie Angst hat, die Erwartungen ihrer Mitmenschen nicht zu erfüllen. Diese Angst, der sie sich lange nicht bewusst ist, löst Gewaltfantasien aus. Sie versucht diese Angst immer aufs Neue zu kompensieren und ist am liebsten allein, weil sie dann sein darf, wie sie ist. Beziehungen scheitern an ihrer Gefühlsarmut. Die Autorin hat hart an sich gearbeitet und nicht nur durch eine kognitive Umstrukturierung, die alten Muster und Mechanismen aufgelöst, sondern hilft mit ihren Erfahrungen anderen Soziopath*innen. Mit diesem Buch hat sie endlich ein Tabu gebrochen und ein Stigma gelöst. Soziopathen werden immer mit Psychopathen gleichgesetzt (Hannibal Lecter, American Psycho) Auch in der Psychologie gibt es keine differenzialdiagnostischen Unterschiede. Dieses Buch ist so erhellend, weil der Leidensdruck so gut aufgezeigt wird und die Norm so einen hohen Stellenwert hat. Mir ist klar geworden, was Soziopathen antreibt zu manipulieren, zu stehlen, zu lügen und dass sie nicht der gesellschaftliche Abschaum sind, sondern dass sie Hilfe brauchen. Mir sind im Übrigen auch deutliche Parallelen zu Autismus aufgefallen. Ein wirklich guter Fahrplan in das Innenleben von Menschen im Spektrum.
Bewertung
5/5
10.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine erstklassige Biografie!
Patric Gagne hat eine wahnsinnig angenehme Art zu erzählen: die Wortwahl scheint nüchtern und sachlich, aber der Inhalt selbst ist total spannend und emotional (woher das wohl kommt?). Sie berichtet von ihrer Kindheit, in der sie sich selbst nicht verstehen konnte, von ihrer Jugend, in der sie niemand sonst verstehen konnte und schließlich vom Erwachsensein und dem allmählich einkehrenden Verständnis ihres Partners und Umfelds. Gagne macht es einem zwar nicht unbedingt leicht, aber dafür extrem aufregend und spaßig, sich in sie reinzufühlen. Immer wieder darf man sich nebenbei fragen, was Gut und was Böse ist, wer das bestimmt und wie man das wohl selbst als Kind gelernt hat, falls man es gelernt hat.
Doch abgesehen vom wirklich gekonnten Näherbringen des Themas Soziopathie ist auch Gagnes Geschichte selbst unglaublich spannend. Ich habe sehr oft vergessen können, dass es sich bei "Soziopathin" um eine Biografie handelt, weil ich zunehmend das Gefühl hatte, einfach einen richtig spannenden Roman zu lesen. Es geht um berühmte Sänger, eine erpresserische Karen, Jugendliebe, und Therapie. Das Hörbuch ist übrigens besonders auf Englisch sehr empfehlenswert! Viel Spaß beim Lesen / Hören!
Bewertung
4/5
23.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Für alle, die sich für tabuisierte Persönlichkeitsstörungen interessieren
Super interessantes Buch über eine antisoziale Persönlichkeitsstörung, die entweder tabuisiert oder für Psychofilme benutzt wird. Das Buch war: verständlich geschrieben, chronologisch aufgebaut und sehr persönlich. Leider wird es ab der Mitte etwas zäh und ich hätte mir mehr sachliche Info's gewünscht - wie Statistiken oder Fakten über Soziopathie.
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4/5
14.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Soziopathin von nebenan hat eine Autobiografie geschrieben.
Geschätzte 1 bis 4% der Weltbevölkerung gehören dem soziopathischem Spektrum an.
Patric begreift schon als Kind, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Sie fühlt nicht, was andere Menschen fühlen. Sie braucht einen starken "Kick", um überhaupt zu fühlen. Sie muss etwas tun, von dem sie weiß, dass es nicht in Ordnung ist. Sie dringt in anderer Leute Häuser ein, verfolgt sie durch die Nachbarschaft, stiehlt und manchmal gibt sie dem Drang nach, andere zu verletzen. Mit kleineren Übergriffen hält sie den Druck ihrer Emotionen niedrig genug um einigermaßen normal zu funktionieren. Bis zu dem Tag, an dem sie an der Uni einen Kurs in Psychologie belegt und anfängt, sich mit der Diagnose Psychopathin auseinander zu setzen.
Ein faszinierendes, wenn auch manchmal ein wenig langatmiges Buch, das wenigstens ein wenig mit den landläufigen Vorstellungen aufräumt.
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2/5
13.04.2025
eBook (ePUB)
Die Autobiographie einer Soziopathin
Die Therapeutin Patric Gagne berichtet in ihrer Autobiographie über ihre diagnostizierte Soziopathie. Dabei geht sie chronologisch beginnend in ihrer Kindheit vor. Es ist ein Tabuthema, ein sehr wichtiges.
Mir war es leider viel zu langatmig und ausführlich.
Nichtsdestotrotz kostet es großen Mut über so ein wichtiges,in diesem Fall sehr persönliches Thema mit solch einer Offenheit zu schreiben.
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