Der Mord an der jungen Joelle Winter erschüttert die Öffentlichkeit. Der Leichenfundort direkt neben dem historischen Pissoir im Braunschweiger Museumpark sorgt für Aufsehen und Gerüchte. Kommissar Wim Schneider und seine Kollegin Rosalie Helmer nehmen die Ermittlungen auf und stoßen auf Parallelen zu einem mysteriösen Cold Case aus dem Jahr 1993. Gibt es eine Verbindung nach Hannover? Die Spuren führen zur düsteren Sage vom „Teufelsspring“ und einem gut gehüteten Geheimnis.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Bewertung
aus Bühne
5/5
21.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Der brisante letzte Fall für Wim
Der vierte Fall für Wim Schneider und Rosalie Helmer hat es wieder in sich. Ich habe dieses Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen, denn es ist der letzte Teil einer tollen Reihe von Niedersachsenkrimis mit viel Lokalkolorit und sehr lebensechten Figuren. Auch der Bezug und die Orte in Braunschweig gefallen mir wieder gut und ich war mit dem Buch mal wieder in der Stadt wandern.
Der Autor hat, wie in jedem Buch der Reihe, ein gesellschaftlich nicht einfaches Thema, gut recherchiert und in den Kriminalfall verwoben. Eigentlich sind es hier sogar zwei wichtige Themen, nämlich Missstände in der Pflege und queere Sichtbarkeit in der Gesellschaft. Beide Themen werden tiefgründig beleuchtet und regen sehr zum Nachdenken. Der Schreibstil ist wie gewohnt klasse und die Verknüpfung mit einem Cold Case finde ich wunderbar. Ich werde die Charaktere, die ich lieben gelernt habe, sehr vermissen und der nicht ganz verknüpfte Faden Wim und Biggi ist - schade. Da hätte ich mir so sehr ein anderes Ende gewünscht. Doch das tut dem tollen Buch keinen Abbruch. Ich kann es einfach nur weiter empfehlen für sehr spannende Lesestunden. Danke dafür!
Bewertung
5/5
03.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Ruhiger, spannender Krimi
Das war er also nun, der vierte und wohl abschließende Band der Wim Schneider-Niedersachsen-Krimis, einer Reihe, die mich jedes Jahr aufs neue überzeugt hat.
Bekeschus hat in seinen Büchern immer queere Themen und Charaktere geschaffen, in seinem vierten Buch gibt er der Transcommunity eine Stimme und hat einen spannenden Fall inszeniert. Dabei geht er sensibel und informativ mit dem Thema um und hat es geschafft zu erschüttern und Augen zu öffnen.
Auch im vierten Teil entwickeln sich die Charaktere weiter und wurden weitesgehend sympathisch, aber vor allem überaus authentisch gezeichnet. Bekeschus hat einen wunderbaren Schreibstil, spricht wichtige Themen an, zudem lebt das Buch von Lokalkolorit.
Ja, auch hier musste ich mich erst wieder an die Aufbau der Kapitel gewöhnen, weil hier jeder Charakter pro Kapitel einen Abschnitt serviert bekommt. Nach kurzer Zeit liest es sich aber wunderbar und die verschiedenen Perspektiven fügen sich zu einem großen Ganzen, was spannend inszeniert wurde und sogar für die ein oder andere Überraschung sorgt.
Die Bücher bieten ruhige, aber spannende Unterhaltung mit wichtigen Themen, wunderbar geschrieben. Deshalb: Empfehlung für die Reihe.
mimitatis_buecherkiste
aus Krefeld
5/5
13.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Prost, Gemeinde!
Die junge Joelle Winter wird ermordet aufgefunden, Kommissar Wim Schneider nimmt zusammen mit seiner Kollegin Rosalie Helmer die Ermittlungen auf. Zufällig stößt Wims frühere Partnerin auf einen Cold Case aus dem Jahr 1993 und findet Parallelen zum aktuellen Fall, die nach Hannover führen.
„Es begann mit »Gaußberg« im Frühling, setzte sich fort mit »Hinter Liebfrauen« im Sommer, zeigte mit »Im Eichtal« Wims düsterste Momente im nebeligen Herbst und bildet nun einen Abschluss mit »Teufelsspring« in einem hartnäckigen Winter.“ (Seite 372)
Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den vierten Teil der Reihe mit Kommissar Wim Schneider, die mich seit unglaublichen vier Jahren begleitet. Die Fälle selbst sind hierbei in sich abgeschlossen, aufgrund der immer tiefergehenden Verflechtungen der Personen miteinander möchte ich jedoch dazu raten, die Reihenfolge einzuhalten. Besonders dieser Band bezieht sich auf einige zurückliegende Ereignisse und das Lesen ohne Vorwissen würde dazu führen, dass bestimmte Situationen einfach nicht richtig gedeutet werden können.
Bereits zum vierten Mal durfte ich dem speziellen, aber durchaus liebenswerten Kommissar Wim Schneider über die Schulter schauen, ihm und seinen Kollegen sowie anderen mal mehr, mal weniger sympathischen Figuren dabei zusehen, wie sie Fälle aufklären, Freundschaften schließen oder sich verkrachen, Spuren verfolgen, falsche Wege einschlagen, echte Indizien finden und Erfolge erzielen, indem sie den oder die Täter aufspüren und der gerechten Strafe zuführen. Besonders gefiel mir, dass der Fokus nicht ausschließlich auf Kommissar Wim Schneider lag, sondern permanent ein Wechsel der Perspektive erfolgte, der einen Einblick möglich machte, der weit über die Ermittlungsarbeit hinausging. Dies und der großartige Humor machten die Lektüre zu einem unvergleichlichen Erlebnis.
Wieder einmal bin ich begeistert, wie gut der Autor es geschafft hat, die verschiedenen Erzählstränge so passend miteinander zu verbinden, dass zuletzt alles phantastisch zusammenfand und keine Fragen offen blieben. Einige falsche Fährten und überraschende Wendungen später steuerte die Geschichte auf ein Finale zu, das mich vollständig zufriedenstellte, sogar auf den letzten Seiten kam keine Langeweile auf. Der Abgang mit einem Paukenschlag war typisch für den Protagonisten, ich hoffe sehr, dass nach den vier Jahreszeiten noch ein Nachspiel folgt, schließlich habe ich noch lange nicht genug. Für mich der absolute Höhepunkt der tollen Reihe, die mich wunderbar unterhalten hat.
CleoBe
aus Berlin
5/5
25.04.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein Buch, das bleibt. Wie ein Schatten im Licht
Ein Krimi, der weit mehr ist als bloß die Suche nach dem Täter – ein Buch, das Spuren hinterlässt.
Zwischen Sage, Stadtgeschichte und Abgründen der Gegenwart – Es gibt Kriminalromane, die spannend sind. Es gibt welche, die unterhalten. Und dann gibt es jene, die beides können – und dabei noch etwas viel Wertvolleres leisten: Sie halten uns einen Spiegel vor. Schon beim Aufschlagen dieses vierten und angeblich letzten Teils der Wim-Schneider-Reihe ist etwas spürbar: eine besondere Dichte, ein Sog, der einen augenblicklich mitreißt. „Teufelsspring“ von Mario Bekeschus – erschienen im Gmeiner Verlag – ist kein Buch, das man einfach konsumiert. Es ist ein Roman, der sich Zeit nimmt – für seine Figuren, für seine Themen, für seine Sprache. Doch dieser Band ist noch mehr als ein klassischer Krimi: Er ist ein Kaleidoskop menschlicher Abgründe, ein Spiegel gesellschaftlicher Realitäten und zugleich eine tiefe Verbeugung vor dem Ort, in dem er spielt – mit all seinen Brüchen, Geschichten und Menschen. Wenn du jetzt neugierig geworden bist, dann komm doch auf eine Buchlänge mit – es lohnt sich auf jeden Fall!
Ein Fall, der tief geht – und weit zurück – Der Mord an der jungen Joelle Winter erschüttert nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch mich. Der Fundort – direkt neben dem historischen Pissoir im Braunschweiger Museumspark – ist skurril und aufsehenerregend, gleichzeitig aber sinnbildlich für die Widersprüchlichkeit dieses Falls: modern und doch historisch verwoben, offensichtlich brutal und doch voller verborgener Nuancen. Schnell wird klar: Dieser Fall ist keine bloße Tat aus Leidenschaft oder Zufall. Es ist dieser für Mario Bekeschustypische Mix aus Lokalkolorit, gesellschaftlich relevanten Themen und fein gezeichneten Charakteren, der auch diesmal wieder auf ganzer Linie überzeugt. Vielmehr verwebt er geschickt die Gegenwart mit den Schatten der Vergangenheit. Der mysteriöse Cold Case aus dem Jahr 1993 wirft Fragen auf, deren Antworten tief ins gesellschaftliche Gefüge führen – bis hin zur düsteren Sage vom „Teufelsspring“, die als symbolischer Leitfaden über allem zu schweben scheint.
Wim Schneider und Rosalie Helmer – Ein Ermittlerduo mit Herz und Haltung – Was diese Reihe von Beginn an auszeichnet, ist das authentisch gezeichnete Ermittlerduo. Wim Schneider, kantig, klug und gleichzeitig angenehm unaufgeregt, ist ein Kommissar, der sich nicht in Szene setzen muss, um Eindruck zu hinterlassen. Rosalie Helmer, die sich im Laufe der Reihe von einer eher zurückhaltenden Kollegin zur starken Partnerin an Wims Seite entwickelt hat, brilliert in „Teufelsspring“ mit klarem Verstand, Empathie und Mut zur Menschlichkeit.
Ihr Zusammenspiel wirkt nie aufgesetzt, sondern wie ein gut eingespieltes Team, das sich aufeinander verlassen kann – beruflich wie emotional. Die Ermittlungen führen Wim Schneider und seine Kollegin Rosalie Helmer nicht nur durch das urbane Braunschweig und bis nach Hannover, sondern auch in die Vergangenheit – zu einem dunklen Kapitel rund um die unheimliche Sage vom „Teufelsspring“. Dass dieser Aspekt nicht einfach folkloristische Staffage bleibt, sondern tatsächlich zentraler Teil der Handlung wird, zeugt einmal mehr von der erzählerischen Raffinesse des Autors.
Charaktere – Echt, verletzlich, gewachsen – Was diese Reihe – und insbesondere Teufelsspring – so besonders macht, ist die Tiefe der Figuren. Wim Schneider, inzwischen etwas milder, aber kein bisschen weniger konsequent, wirkt nahbar, ohne seine Eigenheiten zu verlieren. Rosalie Helmer ist nicht mehr die neue Kollegin, sondern längst eine starke Figur mit Rückgrat, Gefühl und Verstand. Die Nebenfiguren wie Mads, Biggi oder auch neue Charaktere aus dem Pflegeheim-Setting fügen sich nahtlos ein und erweitern das Panorama des Buches. Gerade im Heim wird das Thema Pflege nicht bloß gestreift, sondern ernsthaft und kritisch thematisiert – hier wird nichts beschönigt, und das ist gut so.
Gesellschaftliche Tiefe: Zwischen Aufarbeitung und Aufbegehren – Was Mario Bekeschus so eindrucksvoll gelingt, ist die Verbindung von Spannung und gesellschaftlicher Relevanz. Ob es um die queere Community geht, um die oft erschreckenden Zustände in der Altenpflege oder die Verarbeitung von Traumata: „Teufelsspring“ spricht diese Themen nicht nur an, sondern verwebt sie organisch mit dem Kriminalfall. Kein Thema wirkt aufgesetzt, kein Moment belehrend. Stattdessen bleibt der Blick menschlich und respektvoll – und genau das macht die Wucht dieses Romans aus.
Ein Blick auf Nebenstränge, der nie ablenkt, sondern bereichert – Auch die Nebenhandlungen – etwa die Szenen im Altenheim oder im idyllisch wirkenden Aller-Leine-Tal – sind nicht bloß Füllmaterial. Sie fügen sich stimmig ein, vertiefen die Charaktere und öffnen weitere Perspektiven auf die Handlung. Sie geben den Figuren Raum, sich zu entfalten, ihre Widersprüche zu zeigen, ihre Schwächen – und ihre stille Stärke. Manchmal lässt einen ein Kapitel nachdenklich zurück, manchmal wütend, und manchmal erwischt man sich beim Schmunzeln – diese Mischung macht „Teufelsspring“ zu einem besonders vielschichtigen Leseerlebnis.
Ein würdiger Abschluss – oder der Auftakt zu mehr? – Wer die bisherigen Bände kennt, wird viele vertraute Namen wiederentdecken: Mads, Biggi, alte Weggefährten, neue Spuren. Es ist ein großes Vergnügen zu erleben, wie sie sich weiterentwickeln, sich ihren Dämonen stellen und doch immer sie selbst bleiben. Die Frage, ob sie ihr persönliches Happy End finden, bleibt offen – und das ist auch gut so. Denn wie im echten Leben gibt es nicht immer einfache Antworten. Aber es gibt Hoffnung.
FAZIT: Ein literarischer Abschied, der bleibt – und Hoffnung auf mehr macht – Auch dieser Teil der Krimi-Reihe bekommt von mir eine 100%ige Leseempfehlung. „Teufelsspring“ ist mehr als ein spannender Niedersachsen-Krimi. Es ist ein berührendes, manchmal wütendes, oft nachdenkliches Buch, das sich traut, genau hinzusehen. Mario Bekeschus schafft es, mit kluger Sprache, stimmigen Dialogen und aufwändig recherchierten Inhalten eine Welt zu erschaffen, die uns bekannt vorkommt – und gerade deshalb unter die Haut geht. Und über allem schwebt eine spürbare Liebe zu den Regionen Braunschweig und Hannover, die in dieser Geschichte aufeinander treffen – nicht im Streit, sondern in der Suche nach Gerechtigkeit und Wahrheit. Dass dies der letzte Fall für Wim Schneider sein soll, schmerzt. Denn selten findet man eine Krimireihe, die es schafft, Spannung mit Tiefgang, Lokalkolorit mit Weitblick und Gesellschaftskritik mit Menschlichkeit so stimmig zu vereinen. Und selten sind Ermittler so greifbar, so fehlerhaft und gleichzeitig so aufrecht. Trotzdem bleibt Hoffnung. Hoffnung darauf, dass Wim Schneider vielleicht doch noch einmal den Staub von der Jacke klopft, sich den Hut tiefer ins Gesicht zieht – und erneut loszieht, um das Unrecht ans Licht zu bringen. Bis dahin aber bleibt uns Teufelsspring – ein würdiger, kluger, emotionaler und unvergesslicher Abschluss einer außergewöhnlichen Reihe. Wenn dies also tatsächlich der letzte Fall für Wim Schneider gewesen sein sollte, dann ist es ein Abgang mit Standing Ovations. Sollte es jedoch weitergehen, so wäre das ein Geschenk für uns alle. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern fühlt. Ein Krimi, der im Kopf bleibt – und im Herzen. Mir bleibt jetzt nur noch dir eine sehr schöne Lesezeit zu wünschen. Mir hat es wieder super gefallen und ich bin gespannt auf das was kommen wird. Unbedingte Leseempfehlung!
Bewertung
5/5
23.04.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein spannungsgeladener vierter Fall für Wim und Co.
Inhalt: Ein neuer Fall für die Braunschweiger Ermittler Wim Schneider und Rosalie Helmer: Die Leiche der 20-jährigen Joelle Winter wird im Museumspark aufgefunden. Während Wim und Rosalie sich tiefer in die – nicht einfache – Vergangenheit von Joelle graben, erhalten sie unverhofft einen Anruf von Wims ehemaliger Kollegin Biggi Höfgens (die jüngst vorläufig den Kontakt zu Wim abgebrochen hatte): Zufällig ist sie auf einen bereits seit 30 Jahren ungelösten Cold Case gestoßen, der sich im Braunschweiger Land zugetragen hat und auffällige Ähnlichkeiten zum aktuellen Mordfall aufweist…
Persönliche Meinung: „Teufelsspring“ ist der vierte Niedersachen-Krimi von Mario Bekeschus, der sich um den Ermittler Wim Schneider dreht. Die einzelnen Fälle der Bände sind in sich abgeschlossen, sodass sich die Krimis unabhängig voneinander lesen lassen. Da in der Reihe aber das Privatleben der auftretenden Figuren eine große Rolle spielt, ist es für ein besseres Verständnis sinnvoll, die Reihe chronologisch zu lesen. Die Handlung besteht aus mehreren Erzählsträngen: einerseits die Ermittlung im aktuellen Mordfall um Joelle, andererseits die Ermittlungen im Cold Case. Daneben findet ein weiterer Strang in der Seniorenresidenz „Leugärten“ statt, in der – während Wims Schwester dort temporär untergebracht ist – Merkwürdiges geschieht. Alle drei Erzählstränge haben ihren ganz eigenen Spannungsbogen und besonderen Reiz, sodass „Teufelsspring“ eine abwechslungsreiche und kurzweilige Lektüre ist. Erzählt wird die Handlung aus einer Vielzahl von Perspektiven, was für ein schönes Tempo sorgt: Neben Wim, Rosalie und Biggi kommen u.a. Mads (ein Polizeianwärter), Hinnerk (ein Bekannter von Mads) und verschiedene Angestellte der Seniorenresidenz zu Wort. Dabei scheinen einzelne Figuren mehr zu Wissen, als sie preisgeben, wodurch weiter Spannung entsteht. Die Handlung generell ist fesselnd und endet mit kaum zu erwartenden Aufdeckungen. Insgesamt ist „Teufelsspring“ ein spannender und unterhaltsamer Kriminalroman, der für einige kurzweilige Stunden sorgt.
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