In dem Land, in dem Tobias lebt, sind endlich wieder bessere Zeiten eingekehrt, und alle Kinder sollen zur Erholung die Sommerferien auf dem Land verbringen. Doch statt auf einem idyllischen Bauernhof landet der 11-jährige Tobias allein auf einer Insel weit draußen im Meer, wo er bei einer in sich gekehrten Frau namens Lothe unterkommt. Als Tobias dort einen verschlossenen Raum voller geheimnisvoller Kinderzeichnungen entdeckt, kommt er einem alten Rätsel um einen Leuchtturm und zwei unzertrennlichen Freundinnen auf die Spur. Plötzlich findet es Tobias in Lothes Umgebung spannend, und es beginnt das Abenteuer eines unvergesslichen Sommers. »Die Windmacherin« ist ein liebevoller Roman über eine Kinderfreundschaft, die Kraft der Fantasie und des Zusammenhalts.
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Zauvervoll
Bewertung am 27.07.2025
Bewertungsnummer: 2551083
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Kinder sind traumatisiert und ausgehungert vom Krieg, auf der Wetterinsel sollen sie einen unbeschwerten Sommer bei einer Gastfamilie verbringen. Schöne Erlebnisse sammeln, wieder zu Kräften kommen. Tobias trennt sich nicht gerne von seinen Eltern und doch steigt er in den Zug, einem unbekannten Sommer entgegen.
Tobias stellt sich eine liebevolle Familie mit einem Garten voller Beeren vor, bei welcher er den Sommer verbringen wird – so dass kein Heimweh aufkommen kann.
Doch er landet bei Lothe, sie ist schweigsam, reserviert ja fast ein wenig griesgrämig mit einem Steinhaus hoch über dem Meer auf einer Klippe – weit weg von einem grünen Sommergarten. Doch schon bald merkt Tobias, dass nicht nur seine Vergangenheit schwer auf ihm lastet, sondern auch Lothe eine Last aus der Vergangenheit auf ihren Schultern trägt – warum sonst fristet ihr Malatelier ein solch vernachlässigtes Dasein? Tobias macht es sich zu seiner Aufgabe, Lothes Vergangenheit auf den Grund zu gehen und es gelingt ihm, dass ein altes Missverständnis geklärt wird und findet auf der Wetterinsel Freunde und vielleicht auch die Liebe seines Lebens?
Fazit:
Maja Lunde versteht es immer wieder wundervolle, zu Herzen gehende Geschichten zu schreiben, werden diese noch zusätzlich mit den herzerwärmenden Illustrationen von Lisa Aisato untermalt, sind zauberhafte Bücher das Resultat. Ich konnte mich in der Geschichte verlieren, habe mir die Illustrationen eingehend angeschaut und habe das Buch von Anfang bis Ende genossen. Ein zauberhaftes Buch mit einer herzerwärmenden Geschichte über die Macht der klärenden Gespräche und ein Buch voller Zuversicht und Wärme. Es ist der dritte Band der Jahreszeiten-Bücher, kann jedoch unabhängig von den beiden bereits erschienenen gelesen werden. Eine grosse Leseempfehlung für Klein und Gross.
Melancholisch-schön!
lesenmitausblick am 25.07.2025
Bewertungsnummer: 2549277
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Wer liebt sie nicht? Die norwegische Autorin Maja Lunde und die Illustratorin Lisa Aisato ergeben zusammen ein perfektes Team. Ich kenne keinen Bookie, der ihren Büchern nicht erlegen wäre. Lunde und Aisato erschaffen Bücher, die berühren und im Gedächtnis bleiben. Es sind Kunstwerke.
So gibt es nun den langersehnten dritten Band aus dem Jahreszeiten-Quartett. Nach dem Auftaktband „Die Schneeschwester“(Weihnachten/Winter) und dem zweiten Teil „Die Sonnenwächterin“(Frühling) liegt nun also „Die Windmacherin – Eine Sommergeschichte“ wie immer hochwertig gestaltet und bei btb erschienen vor. Aus dem Norwegischen übersetzt hat Ina Kronenberger. Das Hardcoverbuch hat einen Schutzumschlag, Goldprägung und ein schön gestaltetes Vorsatzpapier, das auf die Geschichte einstimmt. Denn es geht ans Meer.
Der Junge Tobias Whim wird von seinen Eltern in den Ferien nach Wetterland geschickt. Im Land herrscht Krieg. Auch Tobias hat traumatisierende Dinge erlebt und der Hunger nagt an der Familie. Auf dem Land sollen die Leute noch zu essen haben. Mit vielen anderen Kindern wird Tobias verschickt, um aufgepäppelt zu werden. Der Abschied fällt ihm sehr schwer, er will Mama und Papa nicht verlassen. Von der Endstation des Zuges aus nehmen die letzten Verschickungskinder das Boot von Peter, dem Bürgermeister von Wetterland. Er erzählt ihnen von der Windmacherin, die schuld am Wind und den Stürmen auf See ist. Auf der einsamen Insel angekommen, wartet kein Erwachsener, um Tobias abzuholen. So bringt ihn Peter zur Kante, einer steinernen Hütte an der Steilküste, wo Lothe wohnt, eine allein und zurückgezogen lebende Fischerin. Lothe ist barsch und ablehnend. Murrend nimmt sie Tobias für eine Nacht auf…
Auch im dritten Band des Jahreszeitenquartetts erzählt Lunde nicht von fröhlich freien Sommertagen, sondern von Menschen, die eine Vergangenheit haben, die davon geprägt sind, die zunächst verschlossen sind, unnahbar. Nach und nach erfahren Tobias und wir Leser*innen, wie Lothe zu dem Menschen geworden ist, der sie jetzt ist. Was das Leben an der Steilküste bedeutet. Es gilt Geheimnisse aufzudecken, die nicht nur schwer auf Lothe drücken, sondern auch Peter und Dina betreffen, die im Waldgarten lebt. Gepaart mit den unglaublich atmosphärischen, den Moment und die Emotionen einfangenden Illustrationen von Lisa Aisato, kann man dieses Buch nicht einfach so weglegen. Es nimmt gefangen, man taucht tief in die Geschichte ein. Lothe und Tobias nähern sich einander an, lernen sich kennen und – nach einem aufrüttelnden Erlebnis, in dem sich Tobias in Lebensgefahr begibt – verstehen. Am Ende verbindet sie eine lebenslange tiefe Freundschaft, über die Generationen hinweg, trotz des Altersunterschieds. „Ich will einfach nur, dass alle, die das Buch lesen, das Gefühl haben, wirklich dabei zu sein und zu erleben, was wir erlebt haben.“, sagt Tobias zu Lothe. Ich glaube, das ist Maja Lunde mit ihrer ihr eigenen melancholischen Erzählweise gelungen. Auch „Die Windmacherin“ ist eine berührende, zu Herzen gehende Geschichte. Ich habe jedes Wort genossen und jedes Bild lange betrachtet. Ein Buch, das man lieben muss.
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