Er kann sie nicht retten, doch er hilft ihr, sich selbst zu retten *Wie Feuer und Wasser: Opposite-Attract-Romance - so stürmisch wie das Meer *Mit opulentem Farbschnitt und Character Card in limitierter Erstauflage
Die talentierte Musikstudentin Clara fühlt oft eine bohrende Einsamkeit. Zusammen mit dem riesigen Erwartungsdruck droht sie, daran zu zerbrechen. In einer Klinik sucht sie therapeutische Hilfe - und findet dort im Lonely-Hearts-Club Gleichgesinnte, die sich gegenseitig Halt geben.
Dann trifft sie Emilian, genannt Milly. Für sein letztes Schuljahr zieht er als Gastschüler in Claras Elternhaus an der rauen französischen Küste ein. Zwischen den beiden wächst eine Liebesbeziehung, so stürmisch und besonders wie der saphirblaue Ozean. Auch wenn sie so unterschiedlich sind wie Feuer und Wasser, verbindet beide eine Gemeinsamkeit: die schwierige Beziehung zu den Eltern. Doch während Milly es schafft, sich davon zu lösen und seinen eigenen Weg zu gehen, hat Clara zu kämpfen und rutscht immer wieder in emotionale Krisen. Je mehr Milly seine brennende Lebensfreude in Claras kühle und dunkle Welt mit den ungeahnten Tiefen bringt, umso mehr möchte sie heilen und glücklich sein. Doch während ihre Gefühle füreinander wachsen, holen Claras innere Dämonen sie ein - und Milly steht vor einer Entscheidung, die alles verändern könnte.
Eine tiefgründige Geschichte über Liebe, Verlust und den mutigen Weg der Heilung.
Book-Tropes:
Opposites Attract
Fateful Encounter
Grumpy meets Sunshine
Kundinnen und Kunden meinen
3.7/5.0
marcello
4/5
18.06.2025
eBook (ePUB)
Auf einem interessanten Weg
GU ist für mich vor allem im Ratgeberbereich verortet. Gerade in die Koch- und Backbücher stöbere ich immer gerne mal rein. Dass der Verlag sich inzwischen breiter aufstellt, habe ich nebenbei schon mal mitbekommen, aber ich war bislang wohl noch nicht neugierig genug. New Adult ist ein neuer Schwerpunkt und das jetzt schon ein Jahr. Aber erst „Lonely Hearts Club“ hat mich aufgrund der Farbgestaltung des Covers richtig angezogen und da entstand dann doch auch die Faszination, wie New Adult bei GU wohl aussieht.
Die Autorin, Nasanin Kamani, ist selbst Psychiaterin und inhaltlich damit wohl in der Öffentlichkeit öfters im Radio, Fernsehen etc. anzutreffen. Mir war sie kein Begriff, aber ich konnte mir immerhin gleich denken, dass GU nicht einfach jetzt nur New Adult macht, sondern dass sich der Verlag dennoch etwas verschrieben hat. Wenn Kamani also Psychiaterin ist, dann ist sie einfach vom Fach, wenn es um mentale Gesundheit geht. Auch wenn man die Thematik selbst viel in dem Genre findet, entweder weil die Autoren selbst betroffen sind oder weil sie intensiv mit Sensitivity-Readern zusammenarbeiten, dann ist es doch ein Unterschied, es jetzt einmal aus ‚professioneller‘ Sicht verarbeitet zu sehen. Das hat mich gleich neugierig gemacht. Umgekehrt ist nicht jeder geboren, um zu erzählen. Was habe ich also bei „Lonely Hearts Club“ empfunden?
Ich bin insgesamt etwas unentschlossen. Was definitiv als riesiges Highlight stehen bleiben soll, das ist die Darstellung von Depression und allgemein mentaler Gesundheit, aber das habe ich auch erwartet. Ich fand es toll, dass die Geschichte genau so erzählt wurde, wie es ist. Dadurch, dass Milly lang nicht weiß, was mit Clara los ist, stellen die beiden ein gewaltiges Hoch füreinander dar, doch danach kommt eine riesige Delle, viel emotionale Entfernung und ich fand es realistisch. Insgesamt sorgt das dafür, dass die dargestellte Liebesgeschichte nicht von viel prickelnder Romantik/Chemie lebt, aber sie ist sehr, sehr echt. Das Leben ist nicht immer nur rosarot, es hat so viele Farben, es hat verdammt viel Alltag und die Herausforderung, genau dann die Gefühle füreinander zu behalten. Das war hier ideal dargestellt. Claras innerem Prozess wird viel Zeit gegeben, wir bekommen alle Schritte genau mit. Die ganze Therapiephase, die Analysen zu ihrer Persönlichkeit, hier hat man sehr deutlich gemerkt, dass die Autorin den entsprechenden Job hat. Denn es fühlte sich auf den Punkt an, ohne aber lehrbuchhaft zu wirken, einfach weil Clara Psychiater an die Seite gestellt wurden, die selbst eine Seele und Herz haben. So war das angereichert durch Tiefe und echtem Verständnis. So stellt man sich Therapie im besten Sinne vor.
Umgekehrt würde ich aber sagen, dass die Geschichte insgesamt auch gewisse Mauern hochgefahren hat bzw. vielleicht auch so gemeint, dass es einen starken Fokus gibt, wodurch anderes etwas aus den Augen verloren wurde. Ich fand es inhaltlich in jedem Fall auch debattierbar, dass Milly so lange außen vor bleibt, was Clara betrifft. So gab es einfach Momente, in denen ich ihn als sehr ich-bezogen empfunden habe. Auch wenn Clara das umgekehrt auf eine Art auch ist, aber sie steht auch für ein Krankheitsbild, während das bei Milly gar kein Thema war und so wirkte er manchmal etwas unsympathisch. Ich fand auch die Darstellung von Eifersucht sehr übertrieben. Sicherlich sind beide Figuren sehr jung und ich kann mir auch vorstellen, dass sie im Berufsalltag von Psychiatern eine große Rolle spielt, aber es waren nicht nur Gedanken, es gab auch Handlungen, die aus der Eifersucht herrührten und auch dort war Milly dann Verlierer. Vielleicht hätten wir eine bessere Balance erhalten, wenn es mehr offensive Gespräche gegeben hätte, denn dann wäre die Verständnisebene auch eine andere gewesen.
Was mir auch fehlte, das waren ganz konkrete Szenen und da hatte ich sehr stark den Eindruck, dass eine gewisse Oberflächlichkeit das verhindert hat. Vielleicht hätte es das Buch auch gesprengt, vielleicht hätte man dafür andere Momente streichen können. Denn gerade das Zwischenmenschliche blieb oft etwas auf der Strecke. Die Familienbeziehungen bei Milly waren etwas seltsam. Wir haben viele Gespräche mit dem Bruder, der ihm eindeutig die wichtigste Beziehung ist, aber die Mutter schien kein Problem zu sein, spielt dennoch keine Rolle. Dann haben wir noch den Vater, wo es sicherlich viel aufzuarbeiten gibt, dann kommt am Ende aber nur was Kurzes. Bei Clara ist es etwas intensiver, aber auch dort fehlt vieles. Das Verhältnis zur Mutter soll problematisch sein, sonst würde es keinen Sinn ergeben, aber es gab mir zu wenig gemeinsame Szenen. Der Vater hat einen Moment, geht dann völlig verloren. Dann haben wir noch die Geschwisterbeziehung, die besser ist, aber auch nicht ideal ausgearbeitet. Selbst Clara und Alex habe ich als lückenhaft empfunden. In all den Bereichen gab es genug, was ich gerne noch gesehen und gelesen hätte. Das zeigt doch auf jeden Fall, dass in sich genug Potenzial da war. Zuletzt möchte ich noch mit einem dicken Pluspunkt enden. Die Einbindung von Musik war toll. Claras Liebe für die klassische Musik und andere Stile kam gut rüber. Texte der Lieder spielten eine Rolle, aber vor allem die Gefühle, die alleine die Töne auslösen. Musik war immer Claras Zufluchtsort und das kam durchgängig toll rüber.
Fazit: „Lonely Hearts Club“ hat mich einerseits überzeugt, andererseits aber auch vermuten lassen, dass es mit etwas mehr Schreibübung für Nasanin Kamani noch besser hätte sein können. Die Idee, von einer Frau vom Fach, mentale Gesundheit darstellen zu lassen, das ist aufgegangen. Auch ihre private Liebe für die Musik kam durch und überzeugte. Aber auf der zwischenmenschlichen Ebene, abseits von Clara, hätte ich mir mehr Tiefgang, mehr Momente gewünscht. Es gab dementsprechend Highlights, aber auch genug Momente, wo es mehr hätte sein dürfen, vielleicht sogar müssen.
Bewertung
Book Circle Community
2/5
07.08.2025
eBook (ePUB)
Liebesspiel ohne Tiefe
«Lonely Hearts Club» von Nasanin Kamani ist für mich ein typischer Jugendroman, der versucht, tiefgründige Themen aufzugreifen, aber leider nicht ganz überzeugt.
Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen um Clara und Emilien (kurz Milly). Alles beginnt als Clara ihr Klinikaufenthalt plötzlich verlässt und Milly als Gastbruder in ihrem eigenen Zimmer einzieht, was Clara zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt. Beide lernen sich schnell kennen als Clara eines Tages in ihr Zimmer befindet und Milly sie überrascht anschaut. Denn Milly weiss zu diesem Zeitpunkt auch nicht, dass es ihr Zimmer ist.
Im Zentrum der Handlung stehen Clara und Emilien (kurz Milly). Die Geschichte nimmt ihren Lauf, als Clara nach einem Klinikaufenthalt nach Hause zurückkommt und plötzlich feststellen muss, dass Milly als Gastbruder in ihr Zimmer eingezogen ist. Ihr erstes Aufeinandertreffen ist in ihrem Zimmer als Clara sich dort befindet und Milly überraschenderweise reinplatzt.
Der Schreibstil ist in einer einfach verständlichen Jugendsprache geschrieben. Chats und innere Gedanken ergänzen die Erzählung, die abwechselnd aus der Perspektive von Clara und Milly erzählt wird. Dies verleiht der Geschichte einen modernen Touch, der besonders jugendliche Zielgruppe ansprechen könnte.
Was mich jedoch dazu brachte, dieses Buch auszuwählen, war das Buchcover mit dem schönen Farbverlauf und der vielversprechende Klappentext. Ich hatte hohe Erwartungen an die Handlung, doch leider wurde ich enttäuscht. Die Grundidee, dass Clara mit mentalen Problemen kämpft und ihr Leben in den Griff bekommen möchte, ist durchaus vielversprechend, aber die Umsetzung liess zu wünschen übrig. Denn die plötzliche Liebe zwischen Clara und Milly wirkt sehr unrealistisch. Sie sind zwei Fremde, kennen sich überhaupt nicht und verlieben sich zu schnell. Beim ersten Aufeinandertreffen spürt man keinerlei emotionale Verbindung. Und als sie schliesslich zusammen im Bett landen, ohne dass ein glaubwürdiger Übergang dorthin stattfindet, war ich auch etwas skeptisch. Die Liefe und die Tiefgründigkeit war einfach nicht zu spüren.
Es ist schade… Denn die Probleme, mit denen Clara konfrontiert ist, könnten in einem anderen Kontext viel kraftvoller dargestellt werden. Ich habe schon lange keinen Liebesroman mehr gelesen, in dem ich die Gefühle der Protagonisten so wenig gespürt habe. Ich denke, Nasanin Kamani könnte mit Sachbüchern, die sich mit psychischen Herausforderungen in der heutigen Zeit auseinandersetzen, möglicherweise mehr Leute erreichen (Besonders in einer Zeit, in der immer mehr Menschen mit mentalen Problemen kämpfen, verstärkt auch durch die Covid-19-Pandemie).
Aus all diesen Gründen kann ich diesem Buch leider nur 2 Sterne ⭐️⭐️ geben… Es war einfach nicht ganz nach meinem Geschmack und ich bin mir unsicher, ob ich ein weiteres Buch dieser Autorin lesen werde. Falls es dazu kommt, wird es wahrscheinlich ein Sachbuch sein, in der Hoffnung, dass deren Inhalte mehr Tiefe bieten können.
Bewertung
5/5
18.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Eine fesselnde Liebesgeschichte, die so viel mehr ist. Klare Empfehlung!
Die Geschichte von Clara und Milly ist gefühlvoll und mitreißend, sie berührt beim lesen das eigene Herz und lässt einen um das Glück und Unglück der Protagonisten mit fiebern. In einem Setting zwischen der windigen bretonischen Küste und der Musikhochschule mitten in Paris, steht immer das Gefühl im Vordergrund. Die seelische Verfassung der Protagonisten so erlebbar zu machen, gelingt der Autorin vermutlich nur so herausragend, weil sie selbst vom Fach ist und schon in viele Seelen blicken durfte.
Bewertung
5/5
10.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Tolle Romance mit Schwerpunkt Mental Health
„Lonely Hearts Club“ erzählt von Clara, einer hochbegabten Musikstudentin, die mit Einsamkeit und Erwartungsdruck ringt. Sie ist sich ihrer Probleme bewusst und sucht in einer Klinik Halt. Doch der erste Versuch scheitert und sie kehrt in ihr Leben zurück – wo sie dem Austauschschüler Emilian („Milly“) begegnet, der ihre Welt auf seine Weise auf den Kopf stellt. Doch kann Milly es schaffen, ihre Mauern zu überwinden oder sorgt ihre Liebe nur dafür, dass Clara sich noch weiter in sich zurückzieht?
Was mich begeistert hat: Kamani behandelt mentale Gesundheit respektvoll und ohne Romantisierung. Claras Rückschritte werden nicht glattgebügelt und Milly ist kein „Retter“. Es wird klar geschildert, dass man mentale Probleme nur selbst überwinden kann, indem man sich völlig öffnet und ehrlich zu sich selbst ist.
Sprachlich ist das Buch geschliffen und zart zugleich – viele Sätze bleiben hängen. Die Dynamik „grumpy x sunshine“ knistert, ohne je toxisch zu werden, und das Finale fühlt sich verdient an statt erzwungen.
Eine ganz klare Empfehlung für jeden, der eine New Adult Story mit Tiefgang sucht.
Frederic Becker
5/5
29.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Sanft, leise und doch tief berührend: „Lonely Hearts Club“ erzählt eine Liebesgeschichte, die ganz ohne großes Drama auskommt und gerade deshalb so echt wirkt.
„So viele Walzer, Etüden, Balladen, Nocturnes, Mazurken… Alle in nur einem Menschen. So viele verschiedene Melodien und Geschichten. Wie ist das möglich?“
Keine Rock-Oper, kein Feuerwerk und kein großer Knall, der den Leser mit emotional aufgeladenen Szenen bombardiert. Die Geschichte um Clara und Milly ist vielmehr eine feine, kleine Melodie, die sich durch die Seiten spinnt und sich langsam entfaltet. Ihr Anschwellen und Abebben folgt dem gleichen Rhythmus wie die zahlreichen im Buch gestreuten Musikstücke, insbesondere die klassischen, denen Claras wahre Leidenschaft gilt – und auch die der Autorin.
Nasanin Kamani schreibt mit bemerkenswerter Zurückhaltung, die umso eindringlicher wirkt. Es sind die leisen Töne, die nachhallen – die kleinen Gesten, verschwiegenen Gedanken und unbeantworteten Fragen, die sich unter der Oberfläche entfalten. Die Sprache bleibt dabei klar, poetisch und bildhaft. Sie passt sich dem Innenleben ihrer Figuren an, die immer wieder Ausflüge in die Welt der Kunst unternehmen – sei es durch Musik, Theater und Schauspiel oder durch die Architektur und Landschaft der bretonischen Smaragdküste und der französischen Hauptstadt.
Die Liebesgeschichte zwischen Clara und Milly entfaltet sich nicht durch große romantische Gesten oder emotional aufgebauschte Szenen, sondern durch kleine, nuancierte Momente, die bemerkenswert real wirken. Die Autorin verzichtet bewusst auf Kitsch und Pathos – stattdessen lässt sie ihre Figuren atmen, zweifeln, schweigen. Es sind die Blicke, das Zögern, das Nebeneinandersein ohne Worte, die das Unsichtbare spürbar machen. Kamani überfordert ihre Leser:innen nicht mit künstlich erzeugter Dramatik – sie traut ihnen zu, die Zwischentöne zu hören und unterstreicht diese mit einer sorgfältig ausgewählten musikalischen Begleitung, die der Geschichte eine zusätzliche Ebene verleiht. Die Musikstücke wirken wie eine innere Partitur: Sie tragen Stimmungen nach außen, übersetzen Gefühle in Klang.
Für Clara ist die Musik ohnehin mehr als ein Hobby – sie ist Zuflucht, Ausdrucksmittel und Schutzschild zugleich. In ihr findet sie einen Weg, sich selbst zu begegnen, ohne sich ausliefern zu müssen. Hinzu kommt der Aspekt ihrer mentalen Gesundheit: Clara wirkt oft überfordert, erschöpft vom Leben, innerlich abgeschlagen. Im Sinne des neueren Subgenres Healthy Romance (wie es etwa beim GU-Verlag etabliert wurde) widmet sich der Roman diesem Thema mit bemerkenswerter Offenheit und Tiefe. Kamani beleuchtet unterschiedliche Facetten psychischer Belastung und macht das Innenleben von Betroffenen auf eindrückliche Weise nachvollziehbar – auch für Außenstehende.
So dürften sich sowohl Leser:innen, die selbst ähnliche Erfahrungen gemacht haben, abgeholt fühlen, als auch jene, die sich dem Thema aus Interesse oder auf der Suche nach Verständnis nähern. Hier zeigt sich deutlich, dass Nasanin Kamani vom Fach ist und selbst über klinisch-therapeutische Erfahrung verfügt. Ihre generellen Stärken als bildstarke und eindrückliche Erzählerin treten hier besonders hervor: Sie zeichnet ein lebendiges, empathisches Bild des Klinikalltags und der psychisch-medizinischen Seite seelischer Erkrankungen – ohne zu dramatisieren und ohne zu vereinfachen.
Das wunderschön gestaltete Cover zieht einen ebenso in seinen Bann wie der Verlauf der Geschichte. Die sanfte Farbgebung ist ein sofortiger Blickfang – harmonisch und gleichzeitig vielschichtig. Das dargestellte Wasserbecken auf dem Frontcover entfaltet seine Wirkung erst bei genauerer Betrachtung: Je länger man hinsieht, desto mehr Tiefe scheint es zu gewinnen – ruhig, aber nicht still, offen, aber nicht eindeutig. Es spiegelt damit auf subtile Weise die Atmosphäre des Romans wider.
Fazit:
Nasanin Kamanis „Lonely Hearts Club“ ist ein leiser, eindringlicher Roman über Nähe, Verletzlichkeit und die heilende Kraft der Kunst. Es ist ein Buch, das nicht laut sein muss, um lange nachzuklingen – gerade weil es so viel zwischen den Zeilen erzählt. Wer sich auf die feinen Zwischentöne einlässt, wird mit einer Geschichte belohnt, die unter die Haut geht, ohne je aufdringlich zu sein. Eine Empfehlung für alle, die Literatur lieben, die berührt, ohne zu überwältigen – und für alle, die wissen oder ahnen, dass emotionale Tiefe oft in der Stille liegt.
Ich persönlich verstehe, wenn der Roman nicht sofort für jede:n funktioniert – vor allem, wenn die Erwartungshaltung etwas anderes suggeriert. Wer hier ein großes romantisches Feuerwerk oder dramatische Gefühlsausbrüche erwartet, wird womöglich zunächst enttäuscht. Auch Leser:innen, denen Themen wie mentale Gesundheit und Therapie für eine Liebesgeschichte zu sperrig erscheinen, finden vielleicht nur schwer einen Zugang – das zeigen auch einige der bisherigen Rezensionen. Aber für alle, die sich auf diese besondere Reise einlassen und dem Roman die Zeit und den Raum geben, den er braucht, um sich zu entfalten, offenbart sich eine zarte, feinfühlige Romanze, die vor allem eines ist: erstaunlich real und tief berührend.
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