Was geschieht, wenn Neid und Gier zu Streit und Krieg führen: das große Karolinger-Epos
Eigentlich macht Ludwig, Kaiser der Franken und Sohn Karls des Großen, alles richtig: Er regelt seine Nachfolge früh, ernennt seinen ältesten Sohn Lothar zum Mitregenten und bedenkt die jüngeren Söhne mit großen Ländereien. Schnell zeigt sich jedoch, dass Ludwig und Lothar unterschiedliche Vorstellungen darüber haben, wie das Land regiert werden soll. Während sich der Vater um Frieden und Ausgleich bemüht, drängt der Sohn darauf, die Interessen des Reiches mit Härte durchzusetzen. Als Ludwig nach dem Tod seiner Frau ausgerechnet um Judith wirbt, für die sich auch sein Sohn interessiert, eskalieren die Streitigkeiten. Bald steht alles auf dem Spiel, was Karl der Große einst geschaffen hat ...
In seinem gut recherchierten und einfühlsam erzählten Roman über Politik, Familie und Liebe im frühmittelalterlichen Frankenreich lässt Claudius Crönert eine wichtige Epoche der Geschichte lebendig werden.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Eliza
5/5
23.03.2025
eBook (ePUB)
Erbnachfolge Karls des Großen
Der Autor hat über die Erben Karls des Großen eine sehr spannende und interessante Geschichte in Romanform gegossen. In der Handlung geht es um den Sohn von Karl dem Großen, Ludwig, der drei Söhne hat. Er ernennt seinen ältesten Sohn Lothar zu seinem “Mitkaiser” und versucht so sehr schnell einen Nachfolger zu etablieren. Mit der Zeit werden seine anderen beiden Söhne Pippin, sowie der “kleine Ludwig”, das Nesthäkchen, ebenfalls mit Aufgaben im Reich betraut. Doch der Frieden in der Familie wird gestört, als Irmgard, Ludwigs Frau, stirbt. Ludwig ist in tiefer Trauer und lernt über eine Brautschau, welche quer aus dem Reich an den Hof des Kaisers reist, die junge und interessante Judith kennen. Er ist gewillt diese zu heiraten und schafft damit Tatsachen, die das Machtgefüge der Familie erschüttern. Bald kommt es zu Streitigkeiten. Wird es Ludwig schaffen das Reich zu erhalten oder kommt es zum großen Bruch?
Ludwig ist ein eher friedsamer Kaiser, der versucht Konflikte über den diplomatischen Weg zu lösen. Militärische Auseinandersetzungen sind für ihn nur der letzte Ausweg. Sein Sohn Lothar ist der Antagonist in diesem Fall. Er empfindet seinen Vater als zu weich und harmlos, er möchte am liebsten immer mit dem Kopf durch die Wand. Er liebt das Militär und ist gewillt das Recht mit Schwert zu seinen Gunsten zu entscheiden. Diese gegensätzlichen Charaktereigenschaften sorgen für ein spezielles Verhältnis dieser beiden Protagonisten und dies sorgt während der gesamten Geschichte für sehr viele Spannungsmomente.
Auch die beiden Brüder sorgen mit ihrem wechselhaften Verhalten für viel Spannung und Wendungen in der Geschichte. Der Autor hat es geschafft diese familiären Spannungen immer wieder in die Handlung zu integrieren. Dabei ist es interessant das gerade die zwischenmenschlichen Problematiken, obwohl diese über 1000 Jahre zurückliegen auch heute noch durchaus aktuell sein können.
Der Schreibstil des Autors ist sehr detailliert und gut lesbar. Die Dialoge sind so geschrieben das man als lesende Person diese sehr gut auch in die heutige Zeit transportieren kann.
Die Spannung des Romans ist sehr gut und es kommt so zu einigen Wendungen in der Geschichte. Im Zentrum steht der familiäre Konflikt mit seinen politischen Folgen für das fränkische Reich. Ein Personenverzeichnis und eine Karte über das fränkische Reich von 817 bis 840 n. Christus sorgen für eine gute Orientierung und Information beim Lesen. Sehr detailliert und mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren hat mich dieser Roman sehr gut unterhalten. Wer historische Romane und sehr gut ausgearbeitete Charaktere liebt wird hier mehr als fündig werden.
Bewertung
5/5
22.03.2025
eBook (ePUB)
Frühmittelalterliche Geschichte greifbar gemacht
Claudius Crönert führt den Leser in seinem historischen Roman „Das Erbe der Karolinger“ in das frühmittelalterliche Frankenreich, genauer gesagt in die Jahre 817-840 n. Chr. Er erzählt wie die Nachfahren Karl des Großen versuchen, dass große Land zu regieren und zu sichern.
Und genau das ist es, was Crönert meines Erachtens hervorragend gelingt: er erzählt. Er belehrt nicht, er unterrichtet nicht, er erzählt in sehr flüssigem und lebendigem Stil, wie sich die Nachfahren verhalten, wie sie sich verbünden und auch bekämpfen und wie es mit dem einst riesigen Reich weitergeht. Er schafft es, die große Anzahl an Agierenden so einzuführen, dass man nie den Faden verliert, oder dass man sich nicht plötzlich fragt, wer ist das denn nun schon wieder, sondern man behält den Überblick und erfährt neben den geschichtlichen Zusammenhängen auch noch einiges über das Leben und die Alltagsstrukturen der Zeit und - was, wie ich finde, in solch einen Roman auch nicht fehlen darf – es spielt immer auch die Liebe mit. Es ist ihm gelungen die geschichtlichen Fakten so mit fiktiven Begebenheiten und Figuren zu ergänzen, dass ein rundes Ganzes entstanden ist.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Wenn man auf angenehme Weise etwas über die (eigene) Geschichte erfahren will, liegt man mit diesem Buch genau richtig, zumal es die vielen Seiten auch ermöglichen, für etwas längere Zeit in das frühe Mittelalter abzutauchen. Mich hat das Buch auf keiner Seite gelangweilt, sondern im Gegenteil, für mich ist es ein wahrer Pageturner.
buecherwurm_01
aus Heinsberg
5/5
20.03.2025
eBook (ePUB)
Die Zeit nach Karl dem Großen
Der Karolinger Kaiser Ludwig der Fromme, Sohn von Karl dem Großen, und seine Nachfolger sind meist unterschiedlicher Ansicht, wie ein Konflikt zu lösen ist. Er setzt dabei auf Gespräche und nicht auf Kriege, denn er möchte das große Reich, das er von seinem Vater übernommen hat, erhalten und teilt es unter seinen drei Söhnen auf, in der Hoffnung, dass sie es zusammenhalten. Als Ludwig ein zweites Mal heiratet, beginnen die Auseinandersetzungen zu eskalieren, denn ein weiterer Sohn wird geboren. Die Machtkämpfe mit seinen Söhnen aus erster Ehe werden sehr detailliert dargestellt, der auf Diplomatie vertrauende Kaiser wird insbesondere von seinem ältesten Sohn Lothar, den er zum Mitkaiser gekrönt hat, drangsaliert.
Das Buch umfasst die Regierungszeit von 817 bis 840, Ludwigs Todesjahr. Die geschichtlichen Fakten werden häufig im Detail wiedergegeben, auch wenn der Autor mangels fundierter Belege seinen eigenen Weg für die Darstellung der historischen Figuren sucht. Dies ist ihm meines Erachtens glaubhaft und authentisch gelungen. Er hat hervorragend und detailliert recherchiert, um dieses mit mehr als 800 Seiten umfangreiche Buch zu schreiben. Sein Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut, denn er ist flüssig zu lesen. Auch das Cover überzeugt mich, denn es ist ungewöhnlich für einen historischen Roman. Wer sich auf unterhaltsame Weise über die damalige Zeit informieren möchte, sollte dieses Buch lesen.
Bewertung
aus Bruchsal
5/5
14.03.2025
eBook (ePUB)
Der Untergang des Hauses "Karolinger"
Wenn man an deutschsprachige Autoren im Bereich historischer Romane denkt, fallen einem sofort Namen wie Rebecca Gablé, Ulf Schiewe, Oliver Pötzsch, Sabine Weiß, Sabine Ebert, Mac P. Lorne, Andreas Izquierdo, Richard Dübell, Tanja Kinkel, Daniel Wolf oder Peter Prange ein. Einige von ihnen haben den renommierten Homer-Literaturpreis in diesem Genre gewonnen. Zu dieser illustren Gruppe gehört allerdings auch der Journalist Claudius Crönert, der den Preis für sein Werk „Freyas Land“ erhielt und mit Titeln wie „Die Kathedrale des Königs“ oder „Das ewige Licht von Notre-Dame“ weitere bemerkenswerte Romane vorgelegt hat.
Mit seinem neuesten Werk „Das Erbe der Karolinger“ begibt sich Crönert nun auf ein gewaltiges historisches Terrain, das die gemeinsame deutsch-französische Geschichte, oder genauer gesagt die fränkische Geschichte, umfasst. Der Autor verwebt meisterhaft gut recherchierte historische Fakten mit fesselnder Fiktion. Wir starten im Jahr 817, als Ludwig der Fromme seit bereits drei Jahren Kaiser des Frankenreiches ist und dürfen bis zu Ludwigs Tod im Jahre 840, also über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten, tief in die Welt der Karolinger-Familie eintauchen. Bereits zu Beginn des Romans merkt man, dass sich Crönert die Zeit nimmt, seine Figuren sorgfältig und authentisch zu entwickeln. Wir lernen Ludwig, den Sohn Kaiser Karls des Großen und Urenkel des Hausmeiers Karl Martell, sehr genau kennen. Seine friedliche Herrschaft stört jedoch die Ambitionen seiner beiden älteren Söhne, Lothar und Pippin, sowie seines Kanzlers Helisachar. Der jüngste Sohn, der kleine Ludwig, ist anfangs noch zu jung, um sich in die politischen und familiären Intrigen einzumischen, und Tochter Rotrud sowie seine Frau Irmgard haben zu dieser Zeit nur wenig Einfluss.
Der Autor schafft es meisterhaft, die angespannte Familienatmosphäre und die Konflikte zwischen den historischen Figuren geschichtlich korrekt einzufangen und greifbar zu machen, sodass man sie förmlich spüren kann, ebenso wird die winterliche Kälte in der Aachener Pfalz so lebendig dargestellt, dass der Leser sie fast selbst zu erleben scheint. Als Ludwig dann von herabfallenden Dachteilen getroffen wird, jedoch fast unbeschadet überlebt, deutet er dies als göttliches Zeichen. Fortan beschäftigt er sich intensiv mit seinem Erbe und regelt dieses in der _Ordinatio Imperii_, einer Verordnung, die das Reich unter seinen Söhnen Lothar, Pippin und (Klein-)Ludwig aufteilen soll. Lothar wird zunächst zum Mitkaiser erhoben und soll nach Ludwigs Tod dann als alleiniger Kaiser über das Reich herrschen. Doch Lothar, der sich selbst als würdigeren Nachfolger im Stile seines Großvaters Karl des Großen sieht, kommt mit der fehlenden Durchsetzungskraft und Nachsicht seines Vaters nicht zurecht. Als dann auch noch Ludwigs Frau Irmgard stirbt und Judith aus dem Hause der Welfen seine neue Frau wird, nimmt das Schicksal seinen geschichtlichen Lauf: Judith schenkt Ludwig einen weiteren Sohn, den kleinen „kahlen“ Karl, was die ohnehin angespannten Beziehungen in der Familie weiter anheizt, spätestens als Ludwig auf Betreiben Judiths schwäbisches Territorium von Lothars Erbe auf Karl übertragen möchte.
Im Rahmen der Handlung begegnen wir einer Vielzahl prominenter historischer Persönlichkeiten und erleben geschichtsträchtige Ereignisse wie Reichstage, kriegerische und friedliche Auseinandersetzungen mit Bretonen, Langobarden, Pannoniern und Mauren im andalusischen Spanien sowie überfallartige Angriffe der Normannen. Es ist eine wahre Freude, die Reise mitten unter diesen historischen Figuren anzutreten – etwa wenn wir die junge Emma und den Teenager Judith, beide aus dem Hause Welf I., am Bodensee kennenlernen und sie bis zu ihren Rollen als Königin und Kaiserin begleiten. Auch der kleine „kahle“ Karl, der später zum König und Begründer der französischen Linie wird, nimmt uns mit auf seine Entwicklung vom Baby zum Herrscher. Als Leser fühlt man sich stets als stiller Beobachter im Geschehen, mitten unter lebendig gewordenen Protagonisten. Manchmal könnte man sich sogar wünschen, ein Schwert in der Hand zu halten, um bei manch einer Auseinandersetzung noch tiefer in diese Welt einzutauchen.
Die große Stärke des Buches liegt in seinem gefälligen Schreibstil und der Authentizität der historischen Figuren, die vor der komplexen Kulisse jener Zeit ihre Entwicklung entfalten. Emotional versteht es der Autor zu polarisieren: Während der Leser einige Protagonisten mit großer Zuneigung begleitet, entstehen für andere feindselige Gefühle. Einige weniger wichtige historische Details wurden vereinfacht, verändert oder schlicht weggelassen – was angesichts des riesigen Themenfeldes vollkommen legitim ist. Hätte man alle Nebenfiguren und Handlungsstränge berücksichtigt, wäre der Umfang des Buches deutlich ausgeufert.
Abgerundet wird das Werk durch einen exzellenten Gesamteindruck als historisches Epos: ein übersichtliches Personenverzeichnis, eine kleine Landkarte und ein Nachwort des Autors, in dem er die Rolle einiger Charaktere einordnet und die sich anschließenden Bruderkriege innerhalb der karolingischen Herrscherfamilie erläutert. 843 wird das karolingische Großreich schließlich im Frieden von Verdun unter den Brüdern Lothar, Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen aufgeteilt. Besonders hervorzuheben ist auch das Buchcover, das mit seiner fast hypnotischen Wirkung fasziniert.
Fazit: „Das Erbe der Karolinger“ von Claudius Crönert ist ein äußerst gelungenes historisches Epos, das besonders für Freunde des guten historischen Romans ein Muss darstellt. Insbesondere Anhänger von Rebecca Gablé oder Ulf Schiewe werden Crönerts Werk lieben. Der Autor versteht es meisterhaft, sowohl Geschichtsinteressierte auf eine spannende und emotionale Reise mitzunehmen als auch jenen, die nach packender Spannung und tiefgehenden Emotionen suchen, Geschichte zu vermitteln. Nach diesem Roman bleibt einem nur die Vorfreude auf Crönerts nächstes Buch.
Martin Schult
aus Borken
5/5
08.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Ringen um die Macht
Kaiser Ludwig, der Sohn von Karl dem Großen, führt sein Land mit Weitsicht und dem unbedingten Wunsch eines friedlichen Miteinanders. Er muss sich nun, da seine drei Söhne nach und nach in ein regierungsfähiges Alter kommen, um die Nachfolge kümmern. Er teilt sein Reich in drei Teile auf und mach seinen ältesten Sohn Lothar zum Mitkaiser. Dieser strebt eher nach seinem Großvater, das Reich mit Stärke und Gewalt zu regieren, was schnell zu Konflikten im Kaiserreich führt. Droht ein Krieg und ein Familienstreit um die Macht im Reich?
Ich habe bereits einen hervorragenden historischen Roman aus der Feder vom Autor Claudius Crönert gelesen und bin daher mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in sein neues Werk, dem Karolinger-Epos, eingestiegen. Er erzählt die Geschichte in einem bildreichen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mir die Geschehnisse der damaligen Zeit lebendig vor Augen führte. Das direkt zu Beginn aufgeführte Personenregister und die gute Erzählstruktur haben es mir leicht gemacht, trotz einiger handelnden Personen, stets den Überblick zu behalten. Der Spannungsbogen wird mit der nicht ganz einfachen Erbfolge und den damit verbundenen politischen Konflikten aus meiner Sicht auf einem hohen Niveau gehalten. Die Protagonisten werden umfangreich beschrieben und charakterisiert, was im Verlauf deren Handeln immer nachvollziehbar erscheinen lässt und dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht. Die historischen Hintergrundinformationen wirken sehr gut recherchiert und geben so noch spannende Einblicke in die damalige Zeit.
Insgesamt ist "Das Erbe der Karolinger" ein für mich mehr als gelungener historischer Roman, der mit der fesselnden Handlung, der lebendigen Erzählweise und den gut recherchierten Protagonisten eine mehr als spannende Reise in die Vergangenheit darstellt. Ich empfehle den lesenswerten Roman daher sehr gerne weiter und bewerte ihn mit den vollen fünf von fünf Sternen.
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