Nach 'Das Floß der Medusa' und 'Die Eroberung Amerikas' erzählt Franzobel in 'Hundert Wörter für Schnee' die abenteuerliche Geschichte der Eroberung des Nordpols. Im Herbst 1897 bringt der US-amerikanische Entdecker und Abenteurer Robert Peary sechs Inughuit, so der Name der im Norden Grönlands lebenden Menschen, auf einem Dampfschiff nach New York. Untersucht sollen sie werden, vor allem aber ausgestellt und hergezeigt. Vier von ihnen sterben schnell an Tuberkulose, einer wird zurückgebracht - der neunjährige Minik aber bleibt. Seine Geschichte - Taufe, Schule, betrügerischer Pflegevater, Flucht - sorgt für Schlagzeilen. In Franzobels Roman wird Minik nicht nur zum Spielball zwischen der zivilisierten amerikanischen Kultur und der angeblich primitiven eines Naturvolkes. Sein Schicksal ist ein Heldenlied auf den Überlebenskampf eines beinahe ausgestorbenen Volkes, das bewiesen hat, wie der Mensch selbst in der unwirtlichsten Gegend überleben kann.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
5/5
15.03.2025
eBook (ePUB)
historischer Roman
Franzobel beschreibt die realen Ereignisse um Robert Edwin Peary und Frederik Cook bei einer Expeditionen zum Nordpol
Schauplatz ist die eisige Landschaft Grönlands n der die Inughuit, eine kleine Gruppe der indigenen Grönlands, leben.
Es geht um das indigene Volk, das im Nordwesten von Grönland lebt
Das tragische Schicksal des Jungen Minik, der als einziger überlebte ist herzzerreisend
Die Seiten habe ich regelrecht verschlungen, so fasziniert und überzeugt war ich von der Geschichte
Ein spannender Bericht mit historischem Hintergrund.
Ich kann das Buch nur empfehlen
Shilo
aus Ulm
5/5
26.02.2025
eBook (ePUB)
Ein ergreifender Roman mit historischem Hintergrund
Franzobel erzählt in diesem Buch die Geschichte des amerikanischen Abenteurers Robert Edwin Peary (1856-1920), einem Ingenieur und Polarforscher. Im Jahr 1897 verschleppt er sechs Inughuit auf einem Dampfschiff von Grönland nach New York, um sie auszustellen und zu präsentieren. Unter ihnen ist der 9-jährige Minik, der als einziger überleben wird. Sein tragisches Schicksal ist herzzerreißend. Er wird immer heimatlos bleiben und erst am Ende seines Lebens kann er endlich glücklich werden.
Doch es geht auch um die Ureinwohner, die Inughuit, die im Nordwesten der Insel leben. Um ihre Lebensart, ihren Glauben und ihre Traditionen. Und um ihren Überlebenskampf in dieser menschenfeindlichen Umgebung.
Durch diesen überaus spannenden Roman, der wahren Begebenheiten nachempfunden ist, führt der Autor mit einer lebendigen und flüssigen Schreibweise. Er hat die verschiedenen Charaktere lebensecht und detailliert in Szene gesetzt. Die historischen Fakten wurden akribisch recherchiert.
Ebenso hat mich sehr beeindruckt, dass am Ende der Lektüre beschrieben wird, wie sich das Leben der einzelnen Protagonisten weiterentwickelt hat.
Mich hat dieses Buch gefesselt und das Los von Minik schließlich zu Tränen gerührt. 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.
Bewertung
aus Villach
5/5
31.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Clash der Kulturen
Es ist die wahre Geschichte des Robert Peary, der im ausgehenden 19. Jahrhundert „der Erste“ am Nordpol sein wollte – ohne Rücksicht auf Verluste. Etliche Male hat er es versucht, nie ist es ihm gelungen.
Bei einer seiner Rückreisen von Grönland nach New York hat er den damals neunjährigen Minik und fünf weitere Inuit mitgenommen. Bis auf Minik, sind alle Inuit aufgrund von Krankheiten innerhalb kurzer Zeit verstorben. Sie wurden im Naturhistorischen Museum ausgestellt – auch diese Geschichte ist leider wahr.
Minik kommt in New York nur schwer zurecht. Jahre später kehrt er nach Grönland zurück, aber auch da kann er sich nicht mehr einleben und muss zurück nach Amerika.
Franzobel gelingt es mit der richtigen Prise Humor das Leben der beiden und etlicher anderer Protagonist*innen sehr plastisch zu erzählen – es entstehen beim Lesen großartige Bilder im Kopf.
Ich halte den Roman jetzt schon für einen der besten dieses Jahres. Auf über 500 Seiten wird so viel Wissenswertes über Grönland und ihre Bewohner*innen erzählt: es gibt etwa keinen Baum und keinen Busch in Grönland. Waisenkinder wurden damals umgebracht – niemand konnte sie versorgen, wenn die Eltern starben, so wurden sie getötet.
Es geht im Roman auch immer wieder um den Blick der Inuit auf die Amerikaner*innen (natürlich auch umgekehrt): was für ein primitives Volk, das weder an Geister glaubt noch mit ihren toten Verwandten Kontakt hält und ohne Scham Tabus bricht.
Ein wundervolles, lehrreiches, charmantes Buch, das ich wahnsinnig gerne gelesen und dabei jede Menge gelernt habe. Franzobel ist es wieder mal gelungen ein historisches Ereignis in eine Geschichte zu verpacken, die mich nicht mehr losgelassen hat. So spannend und auch emotional! Klare Empfehlung.
yellowdog
5/5
22.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Clash of cultures
Hundert Wörter für Schnee ist kein konventioneller historischer Roman, obwohl Franzobel Ereignisse 1893 bei einer Expedition nach Grönland erzählt. Er benutzt einen modernen Erzählstil und findet schnell einen Ton für den Roman, der auch einiges mit dem Figuren zu tun hat. Hauptfigur ist Robert E. Peary, ein Egozentriker, der zusammen mit seiner Frau Josephine eine Reise nach Grönland macht und dort die Inughuit trifft. Da ist Minik eine zentrale Figur, der ab seiner Geburt gezeigt wird und später Peary auf die Rückreise in die USA begleitet. Für beide Seiten wird es ein Clash of cultures und Franzobel arbeitet das sehr feinfühlig und mit einer Portion Ironie heraus.
Minik wird nachdem er Grönland als Junge verlassen musste, sich stets als Heimatloser fühlen.
Peary ist kein Sympathieträger, aber doch so eine interessante Figur, dass er den Roman tragen kann.
Franzobel findet viele Details, die er in die Handlung einbringt. Dennoch hat man als Leser nie das Gefühl, dass es überfrachtet wird. Das Buch macht wirklich Spaß!
Bewertung
aus Wien
1/5
22.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
100 & mehr sexistische und sexualisierende Darstellungen von Frauen
Zwar mag sich Franzobel auf historische Gegebenheiten berufen, doch nach der 80 Beschreibung von nackten und willigen Frauen sowie eindeutig objektifizierende Vergleichen zwischen Frauenkörpern und Nahrungsmitteln (etwa Teigklumpen) sowie das reine Reduzieren auf Körperlichkeit ohne jegliche historische Einordnung á lá „natürlich sollte man heutzutage nicht so über Menschen/Frauen sprechen“ kann man wohl kaum noch von „historischen Tatsachen“ sondern vielmehr von der Reproduktion von sexistischen Klischees sprechen, die eher der voyeuristischen Unterhaltung dienen als einer ernsthaften Auseinandersetzung mit historischen Realitäten.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.