Ein halbnackter Fremder tanzt zwischen den Gräbern des Eferdinger Pfarrfriedhofs. Es ist November 1954, ein nasskalter Tag, und Dragan Džomba ist auf der Suche. Vor dem Friedhofstor stehen die Bürger – aufgebracht, misstrauisch, neugierig. Nur der Dechant nähert sich dem Serben und gibt ihm schließlich Quartier im Pfarrhof. Dragan spricht nicht viel, immer wieder zieht es ihn hinaus zum Lagerfriedhof nahe der Donau. Dort, wo es kaum Spuren der Vergangenheit gibt, sucht Dragan aber genau diese. Er bezieht die Hütte auf dem „Serbenfriedhof“, schließt Freundschaften, erlebt Anfeindung und Argwohn. Jahre später, alt geworden, sitzt er im Gasthof „Zum roten Krebs“ am Stammtisch. Dem Fremden bleibt das Fremde haften, das Seltsame. Ab und zu stellt ihm die zehnjährige Wirtstochter ein Bier hin. Sie ist in ihren Tagträumen daheim und fühlt eine Verbindung zu dem Mann, der nach Wald und Erde duftet, der vor ihr da war und weiß, welche Geschichte sich unter den Feldern verbirgt. Mit „Dschomba“ schreibt sich Karin Peschka das Wissen um die Vergangenheit jenes Ortes, in dem sie aufgewachsen ist, in die eigene Biografie. Sie erzählt vom Leben in einer kleinen Stadt, von Begegnungen, von Lebenswegen und -wendungen, und ein wenig davon, wie es ist, als Wirtstochter aufzuwachsen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
inya
5/5
09.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
anders und gut
Das Cover ist eher sehr schlicht gehalten, aber ich fand den Klappentext sehr interessant und ich wollte es direkt lesen. Die Geschichte handelt von einem Außenseiter. Einem Außenseiter, der in eine Kleinstadt kommt und so ganz anders ist, als die Einwohner dort. Sehr feinfühlig und detailliert wird die Hauptfigur Dschomba beleuchtet, aber nicht nur er, sondern auch die Bewohner der Stadt. Diese werden mit ihren Eigenheiten, ihrem Verhalten und ihrer Vergangenheit sehr gut geschildert. Man lernt die Figuren richtig gut kennen und ich konnte mich sehr gut in die Geschichte und in die Figuren einfühlen. Der Schreibstil ist nicht banal und ich musste mich erst einmal einlesen, aber ich habe mich recht schnell daran gewöhnt und finde ihn passend zu dem Buch. Ich finde es sehr gelungen und kann es jedem Literaturfan empfehlen.
begine
aus Lemwerder
5/5
21.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Ort in Oberösterreich.
Die österreichische Schriftstellerin Karin Peschka ist mit ihrem Roman
Dschomba für den Österreichern Buchpreis nominiert.
Ihr Schreibstil ist leicht und eigenwillig.
Der Roman spielt in Everdingen in Oberösterreich, da lebt auch die Autorin, deshalb kennt sie den Menschenschlag da.
1954 kommt der Serbe Dragan Demba in den Ort, er sucht etwas auf dem Friedhof und bleibt da.
Die Figuren sind teilweise etwas skurril, aber das macht die Geschichte erst zu etwas Besonderem.
Das Cover ist klar und ansprechend, es passt ausgezeichnet zu der Geschichte und der Autorin. Es ist eine Geschichte über die Fremdheit und die Vergangenheit.
Der Roman ist gut geschrieben und gefällt mir.
Aitutaki
aus Zürich
5/5
25.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fremdartig, anders.... Was…
Fremdartig, anders.... Was mir als erstes aufgefallen ist am Buch von Karin Peschka ist das stilisierte Cover. Für einmal etwas anderes als all die romantischen Bilder, die man aktuell auf vielen Buchcover findet. Klare Farben und Konturen, ohne grossen Schnickschnack. Und genauso eigensinnig wie das Buchcover ist auch ihr Schreibstil. Prägnante, kurze Aussagen, wenige Worte, dafür wortgewandt und eindrücklich. Man muss sich zunächst etwas daran gewöhnen. Karin Peschka macht sich in „Dschomba“ Gedanken über Menschen, beschreibt ihre Eigenheiten und auch Unarten, erzählt von ihren Wünschen und Werten. Sie beobachtet dabei genau und macht sich eigene Gedanken über das Erzählte. Dabei erzählt sie auch über Eferding, dem Ort wo sie aufgewachsen ist. Sie erzählt wie sie ihren Eltern in der Wirtschaft mithalf. Schon damals hat sie schnell realisiert, dass Menschen sehr unterschiedlich sind. Manch einer mehr aus sich machen könnte als er ist, andere nicht so sind, wie sie eigentlich sein sollten. Und was geschieht als plötzlich ein Fremder - Dragon Dzomba – im Dorf auftaucht und sich zunächst sehr auffällig verhält, als er auf dem Friedhof tanzt? Die Gerüchteküche beginnt zu brodeln und jeder leistet einen Beitrag dazu. Dem Eindringling wird Neugierde, aber auch Interesse und eine gehörige Portion Abwehr entgegen. Doch Dzomba gelingt es, mit seiner unverblümten, direkten Art immer öfter das Vertrauen der Bewohner zu gewinnen. Und plötzlich wird ein dynamisches Miteinander im Dorf in Bewegung gesetzt. Alles in allem ein Buch, das nicht ganz einfach zu lesen ist, aber noch lange nachhallt und über das eigene Verhalten nachdenklich macht.
Bewertung
aus Sundern
5/5
19.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ungewöhnlicher Stil
Von pajo47
Dschomba heißt eigentlich Dragan Dzomba, ein Serbe, der im November 1954 in Eferding an der Donau auftaucht. Die Dörfler nennen ihn der Einfachheit wegen nur Dschomba. Er wird zunächst vom Dechanten Eferdings aufgenommen. Später bezieht er eine Hütte auf dem Serbenfriedhof in der Nähe. Er sucht nach Spuren seines verschollenen Bruders.
Etwa 20 Jahre später, Dschomba ist im Dorf einigermaßen integriert. Denn er nimmt auch im Wirtshaus am Stammtisch Platz. Die Wirtstochter bewundert ihn insgeheim. Sie erzählt uns die Geschichte um Dschomba und ihr Dorf Eferding.
In dieser Wirtstochter finden wir die Autorin Karin Peschka wieder. Sie ist in Eferding als Wirtstochter aufgewachsen und erzählt uns in zwei Zeitebenen die Geschichte ihres Dorfes.
Dazu benutzt sie einen ungewöhnlichen Stil. Unvollständige und grammatikalisch falsche Sätze, oft nur einzelne Brocken, die Fortsetzung muss man sich und kann man sich denken. Mir kam es so vor, als ob sie Gedanken unreflektiert und unformuliert einfach zu Papier gebracht hat. Daran muss man sich erst gewöhnen. Aber dann wirkt es um so authentischer.
Bewertung
aus Hirschberg
5/5
14.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Außergewöhnlich
1954 in einem kleinen Dorf in Oberösterreich names Efterding: der Serbe Dragan tanzt halbnackt auf dem Friedhof - was ist da denn los? Es geht um die Vergangenheit, um das kleine Dorf, um die Menschen dort, ums Leben.
Dass Cover hat mir zuerst eher nicht so gut gefallen, es sah für mich zu leer, zu unharmonisch aus. Aber nach dem Lesen, muss ich sagen, dass es doch gut zur Geschichte passt. Diese ist ungewöhnlich, vor allem wegen des besonderes Schreibstils, der sich trotzdem richtig gut und flüssig hat lesen lassen. Um den zu beschreiben, muss man das Buch einfach selbst in die Hand nehmen und lesen!
Ich war schnell in der Handlung und in diesem kleinen Dorf drin und wurde von Seite zu Seite neugieriger auf die Dinge, die da aufgedeckt werden sollten. Das Buch ist ein literarischer Lesesnack für zwischendurch, der dennoch lange im Gedächtnis bleibt und viel Lesevergnügen bereitet!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.