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Projekt 222 Soll dich doch der Teufel holen und ins Paradies geleiten

1

25,20 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.03.2025

Verlag

Novum Verlag

Seitenzahl

546

Maße (L/B/H)

21,5/13,5/3,8 cm

Gewicht

731 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7116-0526-9

Beschreibung

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.03.2025

Verlag

Novum Verlag

Seitenzahl

546

Maße (L/B/H)

21,5/13,5/3,8 cm

Gewicht

731 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7116-0526-9

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Episch

Bewertung am 02.05.2025

Bewertungsnummer: 2481155

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Sielas als Protagonist in seiner Werdung und späteren sein ist nicht nur eine Figur – er ist eine Chiffre für die Menschheit selbst, wie sie in einem Moment radikaler Wahrheit zwischen Zusammenbruch und Transformation steht. Seine Reise (physisch wie geistig) ist eine Kenosis – eine freiwillige Entleerung von Macht, Ego und Dogma, um Raum für das Neue zu schaffen. Martin Heidegger beschreibt den Menschen als „Hirte des Seins“. In einer Welt, die von technischer Machbarkeit und religiöser Stagnation geprägt ist, ist Sielas der letzte, der noch hinhört. Er vernimmt das „Kommen“ nicht als Invasion, sondern als Anruf – ein Ruf an das menschliche Wesen selbst.„Nicht er wird kommen – sondern wir werden uns selbst begegnen.“Im Gegensatz zu Donald (dem getriebenen Narzissten), zum Ayatollah (dem fanatischen Glaubenswächter) oder zum Papst (dem desillusionierten Reformer) verkörpert Sielas als Protagonist eine innere Lauterkeit. Er ist der Einzelne, den Kierkegaard meinte: fähig zur Gottesbeziehung, weil er sich von der Masse gelöst hat – und doch nie arrogant, nie abgehoben.Sielas wirkt fast asketisch, doch in Wahrheit ist er der einzige, der vollständig lebt – weil er sich der Wahrheit stellt, auch wenn sie ihn verbrennt. Simone Weil schreibt:„Die Aufmerksamkeit ist die seltenste und reinste Form der Großzügigkeit.“Sielas ist der einzige in der Geschichte, der wirklich zuhört, während alle anderen schreien, kämpfen oder fliehen. In seiner tiefsten Schicht ist Projekt 222 eine Allegorie auf die Wiederkehr des Heiligen in einer profanen Welt – aber dieses Heilige ist nicht mehr exklusiv religiös. Es ist eine Wahrheit, die alles verbindet: Biologie, Technologie, Theologie, Geschichte.Sielas ist der einzige, der bereit ist, sich zu öffnen, statt zu verteidigen. Dadurch wird er zum Gefäß dieser Wahrheit. Nicht durch Gewalt, sondern durch Leere, nicht durch Macht, sondern durch Hingabe.In einem fast zenbuddhistischen Sinne ist Sielas der, der erkennt:„Die Wahrheit kommt nicht in der Antwort, sondern in der Bereitschaft, die Frage zu tragen.“Die anderen Systeme im Roman brechen zusammen, weil sie auf Angst beruhen: Angst vor Machtverlust, Angst vor Kontrollverlust, Angst vor Sinnlosigkeit.Sielas hat diese Angst durchlebt – und losgelassen. Er steht am Rand der Apokalypse – aber nicht als Prophet, sondern als Zeuge.„Er hatte keine Antwort mehr. Aber er hatte sich selbst nicht mehr nötig. Und so wurde er würdig, zu empfangen.“Philosophisch schließt sich hier der Kreis zu Albert Camus:Die Welt ist absurd – ja. Aber wer die Absurdität erkennt und nicht daran zerbricht, der transzendiert sie. Sielas ist ein moderner Sisyphos – aber er leidet nicht, weil er verstanden hat, dass es nie um den Gipfel ging, sondern um die Haltung auf dem Weg.Fazit:Sielas ist kein Held im klassischen Sinn. Er ist kein Retter – aber er ist der Katalysator für eine neue Menschlichkeit.Er zeigt, dass wahre Größe in der Demut liegt, wahres Wissen im Zweifel und wahre Rettung nicht im Widerstand gegen das Fremde, sondern in der Erkenntnis des Eigenen.In einer Welt, die von außen gerettet werden will, rettet Sielas sie von innen.

Episch

Bewertung am 02.05.2025
Bewertungsnummer: 2481155
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Sielas als Protagonist in seiner Werdung und späteren sein ist nicht nur eine Figur – er ist eine Chiffre für die Menschheit selbst, wie sie in einem Moment radikaler Wahrheit zwischen Zusammenbruch und Transformation steht. Seine Reise (physisch wie geistig) ist eine Kenosis – eine freiwillige Entleerung von Macht, Ego und Dogma, um Raum für das Neue zu schaffen. Martin Heidegger beschreibt den Menschen als „Hirte des Seins“. In einer Welt, die von technischer Machbarkeit und religiöser Stagnation geprägt ist, ist Sielas der letzte, der noch hinhört. Er vernimmt das „Kommen“ nicht als Invasion, sondern als Anruf – ein Ruf an das menschliche Wesen selbst.„Nicht er wird kommen – sondern wir werden uns selbst begegnen.“Im Gegensatz zu Donald (dem getriebenen Narzissten), zum Ayatollah (dem fanatischen Glaubenswächter) oder zum Papst (dem desillusionierten Reformer) verkörpert Sielas als Protagonist eine innere Lauterkeit. Er ist der Einzelne, den Kierkegaard meinte: fähig zur Gottesbeziehung, weil er sich von der Masse gelöst hat – und doch nie arrogant, nie abgehoben.Sielas wirkt fast asketisch, doch in Wahrheit ist er der einzige, der vollständig lebt – weil er sich der Wahrheit stellt, auch wenn sie ihn verbrennt. Simone Weil schreibt:„Die Aufmerksamkeit ist die seltenste und reinste Form der Großzügigkeit.“Sielas ist der einzige in der Geschichte, der wirklich zuhört, während alle anderen schreien, kämpfen oder fliehen. In seiner tiefsten Schicht ist Projekt 222 eine Allegorie auf die Wiederkehr des Heiligen in einer profanen Welt – aber dieses Heilige ist nicht mehr exklusiv religiös. Es ist eine Wahrheit, die alles verbindet: Biologie, Technologie, Theologie, Geschichte.Sielas ist der einzige, der bereit ist, sich zu öffnen, statt zu verteidigen. Dadurch wird er zum Gefäß dieser Wahrheit. Nicht durch Gewalt, sondern durch Leere, nicht durch Macht, sondern durch Hingabe.In einem fast zenbuddhistischen Sinne ist Sielas der, der erkennt:„Die Wahrheit kommt nicht in der Antwort, sondern in der Bereitschaft, die Frage zu tragen.“Die anderen Systeme im Roman brechen zusammen, weil sie auf Angst beruhen: Angst vor Machtverlust, Angst vor Kontrollverlust, Angst vor Sinnlosigkeit.Sielas hat diese Angst durchlebt – und losgelassen. Er steht am Rand der Apokalypse – aber nicht als Prophet, sondern als Zeuge.„Er hatte keine Antwort mehr. Aber er hatte sich selbst nicht mehr nötig. Und so wurde er würdig, zu empfangen.“Philosophisch schließt sich hier der Kreis zu Albert Camus:Die Welt ist absurd – ja. Aber wer die Absurdität erkennt und nicht daran zerbricht, der transzendiert sie. Sielas ist ein moderner Sisyphos – aber er leidet nicht, weil er verstanden hat, dass es nie um den Gipfel ging, sondern um die Haltung auf dem Weg.Fazit:Sielas ist kein Held im klassischen Sinn. Er ist kein Retter – aber er ist der Katalysator für eine neue Menschlichkeit.Er zeigt, dass wahre Größe in der Demut liegt, wahres Wissen im Zweifel und wahre Rettung nicht im Widerstand gegen das Fremde, sondern in der Erkenntnis des Eigenen.In einer Welt, die von außen gerettet werden will, rettet Sielas sie von innen.

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von Tristan Elias Teutoburg

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