Alter könnte so schön sein. Doch ältere Menschen werden in unserer Gesellschaft diskriminiert. Schlimmer noch, sie denken sich alt und grenzen sich selbst aus. Das hat Folgen: Krankheit und Gebrechlichkeit im Alter gelten als normal. Altenpflege folgt daher dem Prinzip "satt, sauber, trocken". Aber muss das Pflegeheim wirklich die Endstation sein?
Dieses Buch stellt einen neuen Blick auf das Alter vor - und einen radikal anderen Ansatz in der Altenpflege. "Coaching statt Pflege" lautet die Formel für mehr Lebensglück im Alter. Ältere Menschen werden nicht nur versorgt, sondern systematisch gefördert. Das Ziel: ein selbstbestimmtes Leben.
Ein Aufruf zum Umdenken von zwei Pionieren der "Pflege von morgen".
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Aufruf zum Umdenken
WortGewand aus Krefeld am 24.11.2025
Bewertungsnummer: 2661925
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Autorenehepaar gehört zu den konsequentesten Pionier:innen der „Pflege von morgen“. Seit Jahrzehnten stellen sie Fragen, die wir uns als Gesellschaft viel zu selten stellen: Warum definieren wir ältere Menschen über Defizite? Warum trauen wir ihnen so wenig Gestaltungskraft zu? Und warum verwalten wir Alter, statt es zu begleiten und zu entwickeln?
Ihr Konzept „Coaching statt Pflege“ ist ein radikal anderer Blick auf das Altern. Es geht darum, Fähigkeiten zu aktivieren statt Abhängigkeiten zu erzeugen. Es geht darum, Menschen wieder zum handelnden Subjekt zu machen. Und es geht darum, Gesundheit als Zusammenspiel von Körper, Psyche, Beziehungen und Lebensbedingungen zu verstehen.
Genau darin liegt für mich die Stärke dieses Buches:
• Es zeigt, wie stark Ageism unsere Haltung prägt im Recht, in der Pflege, im HR, in der Sprache.
• Es beschreibt klar, dass Pflege, wie sie oft praktiziert wird, Menschen passiver und damit kränker macht.
• Es erklärt, wie systemisches Coaching Selbstständigkeit, Motivation und Würde wieder freisetzen kann.
• Es fordert zu einem Perspektivwechsel auf: weg vom „satt, sauber, trocken“, hin zu echter Entwicklung, echter Kommunikation und echter Wertschätzung.
• Und es liefert ein Modell, das bereits erprobt ist vom domino-world Club bis zur domino-coaching Stiftung.
Natürlich sprechen sie auch über die Realität: individuelle Förderung kostet Geld, struktureller Wandel braucht Mut. Und ja, manche Passagen lesen sich gegen Ende werblich. Trotzdem bleibt der Kern bedeutsam: Alter ist kein Stillstand, sondern eine Phase voller Möglichkeiten.
Gerade deshalb halte ich das Buch für relevant für alle, die beruflich oder persönlich mit Alter(n) zu tun haben. Wir brauchen eine Debatte darüber, was es heißt, Menschen zu pflegen und zu befähigen. Wir brauchen eine Sprache, die nicht verletzt, sondern respektiert.
Und wir brauchen eine Haltung, die Ältere nicht aus dem gesellschaftlichen Raum drängt, sondern bewusst integriert.
Ich wünsche mir ein Miteinander, in dem Erfahrung und Zukunft sich nicht ausschließen. In dem Ältere als Elders Raum halten, Orientierung geben und zugleich neugierig bleiben.
In dem Alter nicht entschuldigt werden muss, sondern anerkannt wird als Lebensleistung als Lebenswerk.
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