Produktbild: Andorra
Gebraucht Band 8

Andorra Stück in zwölf Bildern

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.11.1975

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

129

Maße (L/B/H)

17,7/10,9/1 cm

Gewicht

92 g

Auflage

83. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710000008729

Beschreibung

Rezension

»Das Stück jagt dem Leser kalte Schauer über den Rücken: Die Unausweichlichkeit der Ausbreitung der Rassenvorurteile, die Unmöglichkeit ihrer Rücknahme, die Vergeblichkeit aller Gegenwehr ist heute noch so beängstigend wie vor einem halben Jahrhundert.« Franz Schröpf Fantasia 1045e - Magazin für Phantastik

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Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.11.1975

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

129

Maße (L/B/H)

17,7/10,9/1 cm

Gewicht

92 g

Auflage

83. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710000008729

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Themen die nie alt werden

Bewertung aus Bremen am 20.01.2026

Bewertungsnummer: 2985692

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Geschichte erzählt von dem imaginären Ort Andorra. Die Menschen, die dort leben, meinen gute Menschen zu sein, „Alle Andorrer sind gute Menschen“. Auch Andri wohnt in diesem Ort, bei seinen Pflegeeltern, dem Lehrer und seiner Frau. Der Lehrer hat ihn als Baby mit in den Ort gebracht und den Bewohnern von Andorra erzählt, er habe ihn aus dem Nachbarort vor den Schwarzen (Die Bösen, die Armee, die Soldaten) gerettet, die Juden umbringen. In Wahrheit handelt es sich dabei um das leibliche Kind des Lehrers und einer Senora aus dem Nachbarort. Andri hat immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen, je älter er wird, desto schlimmer wird es. Bis er dann selber fest daran glaubt, und meint die vorverurteilten Charaktereigenschaften eines Juden an sich festzustellen. Inzwischen ist er erwachsen, 20 Jahre alt und möchte Tischler werden. Außerdem hat er ein Verhältnis mit Barblin, der Tochter des Lehrers und seiner Frau. Andri hält um die Hand von Barblin an, doch der Lehrer verweigert sie ihm. Deshalb ist Andri am Boden zerstört, denn er kennt die Wahrheit nicht, das Barblin und er Halbgeschwister sind. Er glaubt seine Juden-Herkunft sei der Grund. Als die Situation sich zuspitzt, und sogar ein Mord im Ort passiert, will der Lehrer Andri unbedingt als seinen Sohn akzeptieren, auch bei den Dorfbewohnern. Er will die Wahrheit erzählen und verbreiten, doch es wird ihm nicht mehr geglaubt. Es ist zu spät … Andorra ist als Theaterstück in zwölf Bildern geschrieben. Es hat mir gefallen ein Buch als Theaterstück zu lesen. Die Inszenierung konnte ich mir bildhaft vorstellen. Nur die Zeitsprünge waren etwas irritierend. Themen wie Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Rassenvorurteile, so wie auch Vorurteile im allgemeinen sind hier sehr gut beschrieben. Die Geschichte macht nachdenklich, wie schnell jemand von der Gesellschaft verurteilt wird, wenn er nicht in eine bestimmte Schublade passt, dann muss man eben eine andere Schublade finden … Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Ich empfehle diese Lektüre gerne weiter.

Themen die nie alt werden

Bewertung aus Bremen am 20.01.2026
Bewertungsnummer: 2985692
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Geschichte erzählt von dem imaginären Ort Andorra. Die Menschen, die dort leben, meinen gute Menschen zu sein, „Alle Andorrer sind gute Menschen“. Auch Andri wohnt in diesem Ort, bei seinen Pflegeeltern, dem Lehrer und seiner Frau. Der Lehrer hat ihn als Baby mit in den Ort gebracht und den Bewohnern von Andorra erzählt, er habe ihn aus dem Nachbarort vor den Schwarzen (Die Bösen, die Armee, die Soldaten) gerettet, die Juden umbringen. In Wahrheit handelt es sich dabei um das leibliche Kind des Lehrers und einer Senora aus dem Nachbarort. Andri hat immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen, je älter er wird, desto schlimmer wird es. Bis er dann selber fest daran glaubt, und meint die vorverurteilten Charaktereigenschaften eines Juden an sich festzustellen. Inzwischen ist er erwachsen, 20 Jahre alt und möchte Tischler werden. Außerdem hat er ein Verhältnis mit Barblin, der Tochter des Lehrers und seiner Frau. Andri hält um die Hand von Barblin an, doch der Lehrer verweigert sie ihm. Deshalb ist Andri am Boden zerstört, denn er kennt die Wahrheit nicht, das Barblin und er Halbgeschwister sind. Er glaubt seine Juden-Herkunft sei der Grund. Als die Situation sich zuspitzt, und sogar ein Mord im Ort passiert, will der Lehrer Andri unbedingt als seinen Sohn akzeptieren, auch bei den Dorfbewohnern. Er will die Wahrheit erzählen und verbreiten, doch es wird ihm nicht mehr geglaubt. Es ist zu spät … Andorra ist als Theaterstück in zwölf Bildern geschrieben. Es hat mir gefallen ein Buch als Theaterstück zu lesen. Die Inszenierung konnte ich mir bildhaft vorstellen. Nur die Zeitsprünge waren etwas irritierend. Themen wie Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Rassenvorurteile, so wie auch Vorurteile im allgemeinen sind hier sehr gut beschrieben. Die Geschichte macht nachdenklich, wie schnell jemand von der Gesellschaft verurteilt wird, wenn er nicht in eine bestimmte Schublade passt, dann muss man eben eine andere Schublade finden … Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Ich empfehle diese Lektüre gerne weiter.

Eine spektakuläre verstörende Kreation der Kritik

FrancisKafka aus LInz Österreich am 28.11.2024

Bewertungsnummer: 2352012

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ich bin selbst Schauspieler und verköpere Andri, ein Jude gefunden an der Grenze aufgezogen in Andorra. Andorra, ein schönes Land, aber ein armes Land. Ein friedliches Land aber ein schwaches Land, predigt der Pater. Andorra ist das Heimatland der Weißen, der reinen, frommen und "judfreundlichen". Die anderen, die hinter der Grenze wohnen sind die bösen, barbarischen, antisemitischen schwarzen. Und obwohl die weißen doch die guten sind brökelt ihre Fassade und die rote Erde kommt unter der geweißelten Mauer hervor. Sie sehen in Andri nicht mehr als einen Jud, lassen ihn nicht Tischler sondern Verkäufer werden, er liebt doch Geld, schlagen ihn zusammen, er ist doch so feig. Andris Leben besteht aus Vorurteile und Diskriminierung, wenn er also doch kein Jude wäre, wer wäre er dann? Andorra ist ein niemals endender Geburtskanal, die lang ersehnte Geburt, ein geschockt traumatisierendes aber wild klatschendes Publikum. Verstrickt geschrieben hat Max Frisch ein Wunder kreiert. Erst das immer wieder lesen beweist; Frisch schreibt nichts ohne Hintergedanken alles ist in sich verzweigt. Das Stück ist aktueller den je: der ansteigender Antisemitismus (der Nazi Rosenkranz im Parlament) und eine gerngenutzte neue Taktik der Rechte: Hier hast du es marganiliesierte Gruppe gut, den die bösen nicht westlichen Länder würden dich viel schlecht. So wie die Andorraner lenken Rechte mit diesen Geschichten von ihren eigenen diskrimmienierenden Strukturen ab.

Eine spektakuläre verstörende Kreation der Kritik

FrancisKafka aus LInz Österreich am 28.11.2024
Bewertungsnummer: 2352012
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ich bin selbst Schauspieler und verköpere Andri, ein Jude gefunden an der Grenze aufgezogen in Andorra. Andorra, ein schönes Land, aber ein armes Land. Ein friedliches Land aber ein schwaches Land, predigt der Pater. Andorra ist das Heimatland der Weißen, der reinen, frommen und "judfreundlichen". Die anderen, die hinter der Grenze wohnen sind die bösen, barbarischen, antisemitischen schwarzen. Und obwohl die weißen doch die guten sind brökelt ihre Fassade und die rote Erde kommt unter der geweißelten Mauer hervor. Sie sehen in Andri nicht mehr als einen Jud, lassen ihn nicht Tischler sondern Verkäufer werden, er liebt doch Geld, schlagen ihn zusammen, er ist doch so feig. Andris Leben besteht aus Vorurteile und Diskriminierung, wenn er also doch kein Jude wäre, wer wäre er dann? Andorra ist ein niemals endender Geburtskanal, die lang ersehnte Geburt, ein geschockt traumatisierendes aber wild klatschendes Publikum. Verstrickt geschrieben hat Max Frisch ein Wunder kreiert. Erst das immer wieder lesen beweist; Frisch schreibt nichts ohne Hintergedanken alles ist in sich verzweigt. Das Stück ist aktueller den je: der ansteigender Antisemitismus (der Nazi Rosenkranz im Parlament) und eine gerngenutzte neue Taktik der Rechte: Hier hast du es marganiliesierte Gruppe gut, den die bösen nicht westlichen Länder würden dich viel schlecht. So wie die Andorraner lenken Rechte mit diesen Geschichten von ihren eigenen diskrimmienierenden Strukturen ab.

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