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Therese von Bayern – eine bemerkenswerte Frau, unerschrockende Reisende und leidenschaftliche Forscherin
Ende des 19. Jahrhunderts: Therese von Bayern erfüllt so gar nicht die Erwartungen, die ihre Zeit an eine Prinzessin hat. Sie weigert sich zu heiraten und interessiert sich brennend für Naturwissenschaften – und es zieht sie in die Ferne, in das Land ihrer Träume: Brasilien. Gemeinsam mit drei Begleitern reist sie über den Atlantik und taucht ein in eine tropische Welt voller Wunder. Therese ist wie gebannt von diesem Land, erlebt seine Schönheit und Vielfalt, aber auch Gefahren und Grausamkeit. Sie lernt einen Mann vom Volk der Tupí kennen, der ihr ein Leben näherbringt, das sich von ihrem gänzlich unterscheidet. So wird diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis – und zur Geschichte einer besonderen Liebe.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Blümchen
aus Dresden
5/5
10.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Viel mehr als „nur“ eine…
Viel mehr als „nur“ eine Prinzessin! „Wenn sie ein Prinz gewesen wäre, dann wäre sie schon lange als Wissenschaftler anerkannt...“ So wird Therese nicht nur einmal charakterisiert von Forschern und Gelehrten ihrer Zeit. Sie verbanden Freundschaften mit dem bekannten Medizinier Virchow, mit Naturforschern, mit Botanikern und Zoologen. Die meisten von ihnen werden zunächst überrascht gewesen sein, wie interessiert die bayerische Prinzessin an ihrem Forschungsgebiet war, statt sich für edle Stoffe und Haarschmuck zu begeistern. Doch genau das war Prinzessin Therese von Bayern - eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus war (wenn sie auch natürlicherweise manche Vorurteile ihrer Zeit gelebt hat - man kann schließlich sein Umfeld nicht vollständig ablegen). In „Die Forscherin“ hat sich die promovierte Kunsthistorikerin Katharina Innig intensiv mit dem Leben der Prinzessin und ihren Forschungsreisen auseinandergesetzt und daraus einen lebendigen und farbenprächtigen Roman gestrickt. Und das ist gut so, denn seien wir ehrlich - wer hätte von vornherein gewusst, was hinter dieser adligen Frau der Jahrhundertwende steckte? Sie wird kaum in Geschichtsbüchern thematisiert und noch weniger in wissenschaftlich-historischen Abhandlungen. Und doch war sie eine bemerkenswerte Frau, deren Stand es erlaubte, dass sie ihre Leidenschaft quasi zum Beruf machte... Therese von Bayern unternahm viele Forschungsreisen über einen langen Zeitraum hinweg. Vom Orient bis zu den Anden - sie wollte alles erleben, Pflanzen und Tiere in ihrer natürlichen Umgebung sehen und natürlich auch ein paar Exponate mit in die Heimat bringen. Ihre Sammlungen - soweit nicht im 2. Weltkrieg zerstört - sind heute in bayerischen Staatssammlungen enthalten. Im Buch widmet sich die Autorin einerseits den letzten Lebensmonaten von Therese, die sie am Bodensee in ihrer geliebten Villa AmSee verbrachte. Andererseits thematisiert sie exemplarisch die Brasilienreise der Prinzessin, die 1888 stattfand und bis in die Tiefen des Regenwaldes, nach Belem, Manaus und zu den Dörfern der indigenen Bevölkerung führte. Und in diesen Kapiteln kann man als Leser richtig schwelgen - die überbordende Natur, die Exotik, das Abenteuer wird richtig spürbar und ich habe diese Kapitel besonders genossen! Aber das bringt mich auch zu meinem (einzigen) kleinen Kritikpunkt. Das Buch erzählt immer abwechselnd ein Kapitel am Bodensee und ein Kapitel in Brasilien. Ich habe dabei leider immer wieder eine „Unterbrechung“ der so spannenden Brasilienkapitel gefühlt und hätte über diese Reise viel lieber am Stück gelesen. Immer wenn ich gerade so richtig „drin“ war, mitten im Amazonasgebiet, gab es einen Break und ich landete in der Villa AmSee. Das hat mein Lesevergnügen ein klein wenig getrübt, daher ein halber Stern Abzug. Insgesamt möchte ich aber dieses Buch allen ans Herz legen, die historische Frauenfiguren lieben und ein Faible für Natur (Flora und Fauna) haben. Man kann mit diesem Roman nicht nur wunderbar eintauchen in eine vergangene Zeit in Deutschland und Brasilien, sondern auch in die bewegte Zeit der Naturforschung um die Jahrhundertwende! PS. Das Nachwort der Autorin gibt noch einmal einen spannenden und fundierten Überblick über Thereses Leben und ordnet die im Roman erzählten Szenen in historisch belegte und fiktive Geschehnisse ein - super interessant und eine perfekte Ergänzung zum Roman!
Bewertung
aus Hamburg
5/5
09.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Meine Reise mit Prinzessin Therese 1888 auf dem Amazonas...
Katharina Innig hat mit „Die Forscherin – Prinzessin Therese und der Ruf des Amazonas“ einen hervorragenden Debütroman vorgelegt.
Ich sollte vielleicht kurz gestehen, dass Reiseberichte aus vergangenen Jahrhunderten eigentlich nicht zu meinem bevorzugten Genre gehören – und von Prinzessin Therese (von Bayern) hatte ich als „Nordlicht“ auch bisher nichts gehört...
Aber was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Katharina Innig hat es innerhalb weniger Seiten geschafft, mich zu einer großen Verehrerin von Prinzessin Therese zu verwandeln, ich habe sie kennen und schätzen gelernt (lt. Wikipedia war sie „eine deutsche Ethnologin, Zoologin, Botanikerin und Reiseschriftstellerin. Sie engagierte sich sozial karitativ.“) und an ihrer Expedition auf dem Amazonas 1888 habe ich mit allen Sinnen teilgenommen... Aber das liegt an der ausgesprochen lebhaften und bildhaften Sprache, die die Autorin benutzt, ich konnte gemeinsam mit Therese die exotischen Düfte riechen („Es riecht nach Meer, nach Kaffee, nach Gewürzen, überreifen Bananen und nach dem Staub auf dem sonnendurchglühten Pflaster.“ S. 51), das Licht des Urwalds wahrnehmen („Der Nebel umschließt die Farne und Wurzeln, schleicht lautlos um die Stämme. Manchmal steht er zwischen den riesenhaften Bäumen wie eine wattige weiße Säule, dann tanzt er wie ein zartes Gespinst zwischen den Lianen und um die Sträucher.“ S. 195). Dies nur eine klitzekleine Auswahl, ich habe mir sehr viele Sätze notiert…
Prinzessin Therese war ihrer Zeit weit voraus: anders als es ihr in die Wiege gelegt, verweigerte sie alle Heiratskandidaten, die ihr ihre Familie präsentierte und brachte sich ein großes naturwissenschaftliches Wissen im Selbststudium bei (Frauen waren zu jener Zeit weder an Gymnasien noch Universitäten zugelassen), außerdem sprach sie mindestens 12 Sprachen fließend.
Doch zurück zum Buch: es ist auf zwei Zeitebenen geschrieben, wir lernen Therese 1924 (als 74-jährige) in ihrem Haus in Lindau kennen, Sie hat Veronika, ihre damalige Reisebegleitung an den Amazonas, zu sich eingeladen, um gemeinsam mit ihr Ordnung in ihre Papiere, Unterlagen,und Reiseandenken zu bringen. Dabei erinnert sich Therese an ihre Reise 1888 (als 38-jährige) zurück…
Gemeinsam mit drei Begleitern (einem Reisemarschall, ihrem treuen Diener Max und eben Veronika) trat sie diese Expedition an (im Nachwort erfahren wir, dass der Reisemarschall und der Diener Max historisch belegte Persönlichkeiten sind, Veronika ist der Fantasie der Autorin geschuldet). Alle drei werden aber authentisch und realistisch geschildert: der Reisemarschall ist ein Kompromiss zwischen Therese und ihrem Vater (Prinzregent Luitpold von Bayern), dass Therese überhaupt diese Reise antreten darf, aber „der sehr penible, sparsame und nicht besonders flexible Freiherr hat sehr wenig mit der impulsiven und bis an die Grenze zum Leichtsinn mutigen Prinzessin gemeinsam.“ (Nachwort, S. 360) Die Dialoge / Diskussionen / Auseinandersetzungen mit ihm haben mich wiederholt zum Schmunzeln gebracht. Max, der treue Diener, kennt Therese seit Kindesbeinen und stellt den „ruhigen Fels in der Brandung“ dar, Veronika verkörpert den damaligen (weiblichen) Zeitgeist, dies wird auch in dem 1924-er Teil deutlich.
Und so reisen wir mit den Augen Thereses durch den Dschungel am Amazonas, erleben Belem und Manaus, sehen verlassene und bewohnte indigene Dörfer, spüren exotische Dschungelnächte, verkraften Stürme, teilen (nicht immer!) ihre Liebe zu den seltenen Lebewesen, lehnen mit ihr gemeinsam die Arroganz der Kolonialmächte ab und sind entsetzt über das Machtgefühl der Kautschukbarone…
Wie schon erwähnt, rundet ein Nachwort von Frau Innig das Buch perfekt ab: wir erfahren, was historisch belegt und was Fiktion ist und es wird deutlich, wie intensiv die Autorin die Recherchearbeit betrieben hat – genau meine Kriterien für hervorragende historische Romane!
Ich werde Prinzessin Therese von Bayern und ihre Reise an den Amazonas bestimmt nicht vergessen und will es deshalb natürlich auch gern weiterempfehlen – ich habe es selbst schon zweimal verschenkt!
AmberStClair
aus Dorsten
5/5
07.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Die Forscherin. Prinzessin Therese und der Ruf des Amazonas
Meine Meinung:
Dieses Buch handelt sich um einer sehr interessanten und erstaunlich starke Frau, Prinzessin Therese von Bayern. Eine Frau die gerne reiste und eine leidenschaftliche Forscherin war. Die unerschrocken ihren Weg ging um ihr Neugierde zu stillen was man alles so erleben und erforschen konnte. Sie ließ sich nicht beirren und ging ihren Weg.
Diese Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt einmal 1888 als die Reise nach Brasilien begann und 1924 als Therese von Krankheit gezeichnet war.
Wir tauchen als Leser in einer wunderbaren Welt von Licht und den unterschiedlichsten Grüntönen ein, wo seltene Pflanzen wachsen und in einer Tierwelt die unglaublich schön beschrieben wird. Man erlebt hautnah alles mit und kann durch Tereses Augen die Eindrücke miterleben. Ein einmaliges Erlebniss bekommt man hier beschrieben das man Lust bekommt Brasilien mal selbst zu besuchen.
Die Charaktere sind gut geschrieben und sehr unterschiedlich, jeder auf seiner Weise hat eine andere Persönlichkeit was gut zusammen hamoniert. Auch der Schreibstil ist flüssig und man verschlingt jede Zeile des Buches.
Dieser historische Roman von einer außergewöhnlichen Frau war faszinierend, denn sie war nicht nur hochgebildet, sondern eine Forscherin ihrer Zeit die mit Leib und Seele mit dabei war.
Alsterschwan
aus Hamburg
5/5
07.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Meine Reise mit Prinzessin…
Meine Reise mit Prinzessin Therese 1888 auf dem Amazonas.... Katharina Innig hat mit „Die Forscherin – Prinzessin Therese und der Ruf des Amazonas“ einen hervorragenden Debütroman vorgelegt. Ich sollte vielleicht kurz gestehen, dass Reiseberichte aus vergangenen Jahrhunderten eigentlich nicht zu meinem bevorzugten Genre gehören – und von Prinzessin Therese (von Bayern) hatte ich als „Nordlicht“ auch bisher nichts gehört... Aber was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Katharina Innig hat es innerhalb weniger Seiten geschafft, mich zu einer großen Verehrerin von Prinzessin Therese zu verwandeln, ich habe sie kennen und schätzen gelernt (lt. Wikipedia war sie „eine deutsche Ethnologin, Zoologin, Botanikerin und Reiseschriftstellerin. Sie engagierte sich sozial karitativ.“) und an ihrer Expedition auf dem Amazonas 1888 habe ich mit allen Sinnen teilgenommen... Aber das liegt an der ausgesprochen lebhaften und bildhaften Sprache, die die Autorin benutzt, ich konnte gemeinsam mit Therese die exotischen Düfte riechen („Es riecht nach Meer, nach Kaffee, nach Gewürzen, überreifen Bananen und nach dem Staub auf dem sonnendurchglühten Pflaster.“ S. 51), das Licht des Urwalds wahrnehmen („Der Nebel umschließt die Farne und Wurzeln, schleicht lautlos um die Stämme. Manchmal steht er zwischen den riesenhaften Bäumen wie eine wattige weiße Säule, dann tanzt er wie ein zartes Gespinst zwischen den Lianen und um die Sträucher.“ S. 195). Dies nur eine klitzekleine Auswahl, ich habe mir sehr viele Sätze notiert… Prinzessin Therese war ihrer Zeit weit voraus: anders als es ihr in die Wiege gelegt, verweigerte sie alle Heiratskandidaten, die ihr ihre Familie präsentierte und brachte sich ein großes naturwissenschaftliches Wissen im Selbststudium bei (Frauen waren zu jener Zeit weder an Gymnasien noch Universitäten zugelassen), außerdem sprach sie mindestens 12 Sprachen fließend. Doch zurück zum Buch: es ist auf zwei Zeitebenen geschrieben, wir lernen Therese 1924 (als 74-jährige) in ihrem Haus in Lindau kennen, Sie hat Veronika, ihre damalige Reisebegleitung an den Amazonas, zu sich eingeladen, um gemeinsam mit ihr Ordnung in ihre Papiere, Unterlagen und Reiseandenken zu bringen. Dabei erinnert sich Therese an ihre Reise 1888 (als 38-jährige) zurück… Gemeinsam mit drei Begleitern (einem Reisemarschall, ihrem treuen Diener Max und eben Veronika) trat sie diese Expedition an (im Nachwort erfahren wir, dass der Reisemarschall und der Diener Max historisch belegte Persönlichkeiten sind, Veronika ist der Fantasie der Autorin geschuldet). Alle drei werden aber authentisch und realistisch geschildert: der Reisemarschall ist ein Kompromiss zwischen Therese und ihrem Vater (Prinzregent Luitpold von Bayern), dass Therese überhaupt diese Reise antreten darf, aber „der sehr penible, sparsame und nicht besonders flexible Freiherr hat sehr wenig mit der impulsiven und bis an die Grenze zum Leichtsinn mutigen Prinzessin gemeinsam.“ (Nachwort, S. 360) Die Dialoge / Diskussionen / Auseinandersetzungen mit ihm haben mich wiederholt zum Schmunzeln gebracht. Max, der treue Diener, kennt Therese seit Kindesbeinen und stellt den „ruhigen Fels in der Brandung“ dar, Veronika verkörpert den damaligen (weiblichen) Zeitgeist, dies wird auch in dem 1924-er Teil deutlich. Und so reisen wir mit den Augen Thereses durch den Dschungel am Amazonas, erleben Belem und Manaus, sehen verlassene und bewohnte indigene Dörfer, spüren exotische Dschungelnächte, verkraften Stürme, teilen (nicht immer!) ihre Liebe zu den seltenen Lebewesen, lehnen mit ihr gemeinsam die Arroganz der Kolonialmächte ab und sind entsetzt über das Machtgefühl der Kautschukbarone… Wie schon erwähnt, rundet ein Nachwort von Frau Innig das Buch perfekt ab: wir erfahren, was historisch belegt und was Fiktion ist und es wird deutlich, wie intensiv die Autorin die Recherchearbeit betrieben hat – genau meine Kriterien für hervorragende historische Romane! Ich werde Prinzessin Therese von Bayern und ihre Reise an den Amazonas bestimmt nicht vergessen und will es deshalb natürlich auch gern weiterempfehlen – ich habe es selbst schon zweimal verschenkt!
Bewertung
aus Birkenfeld
5/5
14.11.2022
Buch (Taschenbuch)
absolut spannender und hochinteressanter Historienroman.
"Die Forscherin - Prinzessin Therese und der Ruf des Amazonas" bildet das Romandebüt von Kunsthistorikerin und Autorin Katharina Innig. Mit seiner malerischen Covergestaltung ist das ca. 368 Seiten umfassende Taschenbuch am 14.09.22 im Diana-Verlag erschienen.
Thematisch dreht sich der Historienroman um die bayerische Prinzessin Therese und ihre Expeditionsreise ins ferne Brasilien. Der Leser wird mitgenommen ins Jahr 1888, in die tiefen des Amazonasgebiets.
Protagonistin Therese von Bayern erfüllt so gar nicht die Erwartungen, die ihre Zeit an eine Prinzessin hegt. Sie weigert sich zu heiraten und interessiert sich brennend für Naturwissenschaften. Darüber hinaus zieht es die junge Frau in die Ferne. Das Land ihrer Träume ist Brasilien. So macht sie sich mit drei Begleitern über den Atlantik auf die weite Reise und taucht ein in eine tropische Welt voller Wunder. Therese ist wie gebannt von diesem fernen Land, erlebt seine Schönheit und Vielfalt, aber auch Gefahren und Grausamkeit. Auf der Reise lernt sie einen Mann vom Volk der Tupi kennen. Er bringt ihr nicht nur ein Leben näher, welches sich von ihrem gänzlich unterscheidet, sondern weckt auch ganz ungeahnte Gefühle in ihr....
Bild- und wortgewaltig schreibt Autorin Katharina Innig die Romanhandlung. So kann man sich als Leser unglaublich leicht an die Schauplätze im fernen Brasilien, mitten hinein in den Dschungel versetzen. Unglaublich lebendig sind die Beschreibungen von Flora und Fauna. Teils habe ich persönlich mich auch ermutigt gefühlt, gerade bei der Schilderung von exotischen Tieren mir diese mittels Internetrecherchen einmal selbst nochmals mittels Fotografien näher anzuschauen.
Die einzelnen Figuren wurden von Katharina Innig mit viel Liebe ins Detail charakterisiert. Hier fällt es dem Leser ebenso leicht sich in die einzelnen Personen hineinzuversetzen. Gerade Protagonistin Therese wirkt unglaublich authentisch und lebhaft. Ihr Drang nach Wissen und ihre Neugierde lassen sie zu einer fröhlichen und auch mutigen Figur werden.
Die Geschichte wird in zwei verschiedenen zeitlichen Handlungssträngen erzählt. Zum Einen befindet man sich als Leser zusammen mit der Prinzessin in Lindau am Bodensee im Jahre 1924. Hier besucht sie ihre ehemalige Mitreisende Viktoria, um ihr bei der Inventarisierung ihrer gesammelten Expeditionsrequisiten zu unterstützen. Zum Anderen wird die Geschichte der Reise nach Brasilien im Jahre 1988 in Rückblenden erzählt. Durch den Wechsel der zeitlichen Handlungsstränge entsteht ein zusätzlicher Spannungsbogen, welcher dazu führt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Doch nicht nur Spannung ist in der Geschichte enthalten. Einige Stellen lassen den Leser ziemlich schmunzeln. So ist sich die Reisetruppe oft nicht ganz einig über Ablauf, Termine etc. Die Dialoge zwischen der mutigen Prinzessin und ihrem (zu seinem Leid) treu ergebenen, eher zögerlichen und fürsorglichen Reisemarschall haben mich persönlich des Öfteren zum Lachen gebracht.
Nach ca. 360 Seiten Handlung rundet die Autorin Katharina Innig ihr Romandebüt mit einem umfassenden Nachwort ab. Hier erklärt sie offen und ehrlich den Leser über Wahrheit und Fiktion innerhalb der Geschichte auf.
Mein Fazit: Eine ganz klare Leseempfehlung mit fünf Sternen! Ein rundum gelungener, sehr interessanter Historienroman!
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