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Das berührende Memoir und die einzigartige Biographie einer Shoah-Überlebenden, die sich bis heute gegen das Vergessen engagiert
Als junges Mädchen läuft sie unbeschwert durch die staubigen Gassen des kleinen ungarischen Dorfes, in dem sie mit ihrer Familie lebt. Bis sie eines Tages nach Auschwitz deportiert wird. Edith Bruck, eine der letzten Überlebenden der Shoah, blickt zurück auf ihre eigene Geschichte. Sie erzählt, wie sie nach der Erfahrung absoluter Grausamkeit und Unmenschlichkeit zurück ins Leben findet, wie sie sich in Israel fremd fühlt, sich einer Tanztruppe anschließt und schließlich in Italien niederlässt, wo sie eine neue Sprache lernt, auf der sie bis heute schreibt. Ihre Worte zeugen von großer Stärke und Klarheit: Eindringlich schildert sie ihr Hadern mit Gott, ihr Festhalten an Vergebung und ihr vehementes Eintreten gegen das Vergessen.
»Edith Bruck ist eine außergewöhnliche Schriftstellerin. Intensiv wie wenige.« La Repubblica
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Vom Leben nach dem Überleben
Bewertung aus Brandis am 17.03.2023
Bewertungsnummer: 1902829
Bewertet: Hörbuch-Download
Die unbeschwerte Kindheit endet jäh, als Edith mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert wird. Als Überlebende der Shoah blickt sie zurück auf ihr eigenes (Er) Leben, was für immer mit unendlichen Schmerz und Leid verbunden ist.
Und wie man im Buch erfahren wird, ist das Überleben der Beginn einer weiteren schmerzlichen Reise, der neben der Verarbeitung von Verlust auch die Suche nach einem Platz und vor allem Sinn im Leben ist. Sehr eindrücklich schildert Edith Bruck ihren persönlichen Leidensweg der exemplarisch für unzählige Schicksale stehen kann. Danke für diese eindringlichen Einblicke! Klare Lese/Hörempfehlung!
Gnadenlos ehrlich erzählte Lebensgeschichte einer Überlebenden
Bewertung aus Quickborn am 21.01.2023
Bewertungsnummer: 1864143
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Ditke wächst in Ungarn auf, in einem kleinen Dorf, in ärmlichen Verhältnissen, in einer jüdischen Familie. Schleichend nähert sich der Faschismus, der Nationalsozialismus und der Rassenhass. Viele jüdische Ungarn hofften, dass der Krieg schneller zu Ende gehen würde als man sie deportieren würde. Aber die Nazis waren schneller als die Befreier, so wurden Ditke und ihre Familie zuerst aus dem mühsam geschaffenen eigenen Häuschen vertrieben und dann im Güterwaggon nach Osten geschafft. Dort verliert sich die Familie, nur Ditke und ihre Schwester Judit bleiben zusammen. Und sie überleben gemeinsam die schlimmsten Torturen, zahllose Verlegungen und letztendlich die Befreiung in Bergen-Belsen. Wer sich wie ich bereits sehr ausführlich mit der Geschichte der Juden, dem Holocaust und den schrecklichen Erlebnissen von KZ-Überlebenden befasst hat, wird in diesem ersten Teil des Buches nicht viel Neues lesen. Aber das was man liest, geht einem unter die Haut, weil es authentisch geschildertes Grauen ist, das einen so schnell nicht loslässt.
Im zweiten Teil des Buches berichtet Ditke (Edith Bruck ist der Name der Autorin, die ihr Leben schildert) dann über die Traumata, die die Überlebenden nie verlassen, ebenso wie über die ablehnende Haltung der Menschen, die niemals im KZ waren. Da macht es keinen Unterschied, ob es sich um Fremde oder Verwandte handelt, KZ-Überlebende habe „die Pest am Leibe“, würde man meinen. Ditkes Schwester Judit packt die erste Gelegenheit beim Schopfe und geht nach Palästina. Ditke macht es sich so leicht nicht, erst nach einigen Umwegen findet sie den Weg dorthin, in das Land, das dann schon Israel heißt.
Aber auch dort fühlt sie sich nicht wohl, nicht geborgen, nicht zu Hause. Eine Heimat wird sie nie wieder finden, aber sie sucht nach Geborgenheit und Glück. Bei ihrem ersten Ehemann findet sie das nicht, der zweite wird nur benutzt, um dem Militärdienst zu entgehen. Dann versucht sie mit einer Tanztruppe, die auf Tournee nach Europa geht, ihr Glück zu finden. Und endlich, endlich, nach vielen Umwegen, wird sie in Italien bleiben, einen Ehemann und Vertrauten finden und ihrer Berufung des Schreibens nachgehen können.
Ditke hat sich das Leben nicht leicht gemacht, aber sie ist sich ihr Leben lang treu geblieben. Zum Ende des kleinen Buches schreibt sie ihren Brief an Gott, der mich sehr tief berührt hat. Das folgende Zitat „Gerechtigkeit ist ein Wort, das aus den Wörterbüchern verschwinden und genauso wenig missbraucht werden sollte wie Dein Name.“ sollte jenen, die das Wort Gerechtigkeit heute bei jeder Gelegenheit so leichtfertig in den Mund nehmen, nie wieder über die Lippen kommen, wenn sie dieses Buch gelesen und verstanden haben.
Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, es liest sich in seiner eingängigen Sprache sehr gut, was natürlich auch der Übrsetzerin Verena von Koskull zu verdanken ist, und ich konnte alles, was Ditke erzählte, nachvollziehen. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, eine gute Freundin hat mir ihre Erinnerungen überlassen.
Ich hatte zuerst das Hörbuch begonnen, aber die Stimme und der Sprechstil von Vanessa Stoll gefiel mir leider gar nicht. Deshalb wechselte ich nach wenigen Minuten zum Buch. Und das habe ich nicht bereut.
Ich gäbe gern mehr als 5 Sterne!
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