Wenn wir wieder Schwestern sind
Ein exzellent recherchierter historischer Liebesroman im China des 20. Jahrhunderts. Über zwei Schwestern, einen Betrug und Vergebung durch Glauben im Missionsumfeld
2022 erschien "Auf der anderen Seite des Sturms" - jetzt wird die Geschichte der Familie weitererzählt. Ein exzellent recherchierter historischer Liebesroman über die Generation der Kinder und ihre Stürme im Leben, verbunden mit authentischen Einblicken in das Leben von deutschen Missionaren in China. 1901: Die 21-jährige Sofie und ihre Schwester Grete folgen dem Ruf nach China, in die deutsche Kolonie Tsingtau, um zwei unbekannte Missionare zu heiraten. Doch das Abenteuer nimmt eine dramatische Wendung: Während der Überfahrt erkrankt Sofie schwer und wird von ihrer Stiefschwester Grete hintergangen, als diese Sofies Verlobten heiratet. Groll und Bitterkeit nisten sich im Herzen Sofies ein und auch Gretes Ehe gestaltet sich anders als gedacht. Wem soll Sofie nun ihr Herz schenken? Und welche Liebe ist stärker als der Verrat, um aus den Schwestern wieder Verbündete zu machen? Ein fesselnder Roman über Rivalität, Sehnsucht und die Suche nach Vergebung in einer fremden Welt.
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Ein Roman vom Feinsten
gerdys_buecher.reich am 26.08.2025
Bewertungsnummer: 2577390
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Gertraud Schöpflin hat einen Schreibstil, der einen gefangen nimmt und direkt in die Geschichte hineinzieht, sodass man plötzlich im fernen China steht und zwei Missionsbräute auf ihren Wegen begleitet.
Tief berührend, fesselnd, spannend, ehrlich, ungeschönt und heilsam entfaltet sich die Geschichte von Sofie und ihrer Stiefschwester Grete vor dem Auge des Lesers. Eifersucht, Neid und ein großer Verrat führen zum ultimativen Zerwürfnis, und es scheint, dass keine Heilung der Beziehung mehr möglich ist. Doch Gott kann zerbrochene Herzen wieder zusammensetzen, Schuld vergeben und dazu befähigen, selbst Schuld zu vergeben und den Groll und die Bitterkeit, die diese mit sich bringen, loszulassen.
Wunderbar hat die Autorin gezeigt, dass es für Gott möglich ist, aus allem das Beste zu machen. Auf krummen Lebenslinien gerade zu schreiben, Menschen zu verändern, die tiefe Sehnsucht und das unendliche Loch in der Seele des Menschen zu füllen und Segen aus dem Leid erwachsen zu lassen.
Gertraud Schöpflins Geschichten haben eine Tiefe und Ehrlichkeit im Umgang mit Versagen, als Christ, wie ich sie sonst nur selten in Büchern finden konnte, und gerade das macht sie so nahbar und relevant, da es sich mit unserem Lebensalltag deckt. Wir versagen, machen Fehler, kämpfen mit unseren Gefühlen, wie Neid und Eifersucht, Missgunst etc. Und doch lässt uns Gott nicht fallen, er liebt uns trotzdem und möchte uns helfen, dass wir nicht so bleiben müssen.
Die Charaktere sind vielschichtig angelegt. Jeder einzelne Charakter war bildlich vor meinen Augen. Alle haben sich entwickelt und letztlich ihr wahres Ich gezeigt. Manches war schön, anderes weniger. Und manch einer verbarg viel mehr, als auf den ersten Blick ersichtlich war.
Historisch war mir die deutsche Kolonialgeschichte in China nicht bekannt, und es war sehr interessant zu lesen und noch beeindruckender, die Fotos am Ende des Buches zu betrachten.
Die zwei Bücher aus Schöpflins Feder gehören für mich zu den besten Romanen, die ich in meiner Bibliothek stehen habe. Und selbst nach Jahren kann ich den größten Teil des Inhalts aus dem ersten Buch wiedergeben. Das schafft mittlerweile nur noch selten ein Buch und muss also was heißen.
Eine große Herzensempfehlung also von mir für dieses Buch!
Verrat und Vergebung
agnes.bookworld aus Heiligenhaus, NRW am 23.05.2025
Bewertungsnummer: 2497203
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In einem wunderbaren und bildreichen Schreibstil wird dem Leser eine fesselnde Geschichte über die Anfänge der Berliner Mission in China erzählt. Man wird völlig in das Jahrhundert und in die Geschichte hineingezogen. Einmal mit dem Lesen begonnen, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Den Protagonistinnen Sofie und Grete begegnet man bereits im ersten Band Auf der anderen Seite des Sturmes. Dort sind sie noch Kleinkinder – im aktuellen Buch Wenn wir wieder Schwestern sind sind sie inzwischen erwachsen.
Rebekka erhält einen Brief der Berliner Mission mit der Bitte, Sofie ihre Tochter als Braut für einen jungen Missionar nach China zu entsenden. Doch sie hat zwei Töchter, Grete ist ihre Stieftochter und diese fühlt sich Sofie in vielem unterlegen und eifert ihr ständig nach. Wo immer sie kann, versucht sie, diese auszubooten. Sofie hingegen gibt in vielen Situationen um des Friedens willen nach.
Sofie hat nur wenige Tage bis ein Gesandter der Mission kommen wird um ihre Antwort zu holen. Als sie sich zu einer Entscheidung durch gerungen hat, fährt sie nicht allein nach China. Grete begleitet und dort eskaliert die Rivalität der beiden schließlich vollends …
Gertraud gelingt es auf beeindruckende Weise, die schwesterliche Rivalität darzustellen. Die Gewissensbisse von Grete, den Kampf von Sofie ob sie vergeben soll oder nicht. In den inneren Glaubenskampf, den beide jungen Frauen durchleben, konnte ich mich sehr gut hineinversetzen.
Ich bin von diesem Roman regelrecht verzaubert. Gertraud hat auf wunderbare Weise tiefgreifende Themen hineingewoben – so sehr, dass mir die Worte fehlen.
Es geht um Neid, Zorn und Verbitterung, aber auch um Vergebung, Versöhnung und das Vertrauen in Gott, der unser Leben führt.
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