»Kurt Prödels hinreißender Debüt-Roman erzählt von dieser so besonderen Zeit, in der wir uns selbst suchen, um stattdessen dann die Welt zu finden. Und plötzlich ist jemand tot und die Kindheit vorbei – und dass man trotzdem auf jeder Buchseite lachen muss, ist natürlich auch ganz geil.« Benjamin von Stuckrad-Barre Sommer 2011. Klapper ist sechzehn und hat die Sommerferien alleine vor seinem Computer verbracht. Am ersten Schultag kommt plötzlich Bär in seine Klasse – und setzt sich neben ihn. Groß, stark und absolut unbeeindruckt von sozialen Normen, ist sie die Einzige, die Klapper, den blassen Nerd mit langen Haaren und knackenden Gelenken, nicht wie einen Außenseiter behandelt. Und genau wie er liebt sie das Zocken. Klapper merkt immer mehr, dass er sich in Bärs Gegenwart unverwundbar fühlt. Doch während seine Gefühle genau wie ihre Freundschaft wachsen, steuern sie gemeinsam auf den Tag zu, der alles ändert. Die Erinnerungen an Bär und an das, was 2011 geschah, bringen Jahre später Klappers geordnetes Leben aus dem Takt. Zitroneneistee, Counter-Strike, Kollegah-Punchlines – »Klapper« erzählt von Freundschaft, Verlust, toxischer Männlichkeit und davon, wie anstrengend das Erwachsenwerden zwischen Online- und Offline-Realitäten ist. Eine eindringliche, fesselnde und liebevolle Geschichte über eine lebensverändernde Begegnung. »So berührend, so lustig, so absurd, und so gut geschrieben. Die Geschichte von Klapper und Bär ist ein Schatz.« Caroline Wahl
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Toller Stil, toller Sprecher, wenig originelle Handlung
Sursulapitschi am 26.02.2025
Bewertungsnummer: 2422964
Bewertet: Hörbuch-Download
Den Erzählstil dieses Buches mochte ich sehr. Es klingt frisch, originell, auf ganz eigene Art poetisch, schon irgendwie nach Jugendsprache, aber Jugendsprache mit einem Lyrikfilter, ein klein bisschen viel Wetterbericht, aber das schafft Ambiente. Das Lesen macht großen Spaß.
Die Handlung ist sparsam, es geht deutlich mehr um Befindlichkeiten. Thomas ist 15, ein Nerd, der sich in Computerspielen auskennt, im Leben weniger. Er wird Klapper genannt, weil er so dünn ist, dass seine Gelenke klappern. Und dann kommt Bär in seine Klasse, die Bär heißt, weil sie sich Bär nennt. Was passiert ist wenig überraschend, bis auf eins. Eine Überraschung gibt es schon. Ansonsten haben wir hier Teenager mit dem ganzen Teenagerprogramm von Hemmungen über Drogenkonsum zu Peinlichkeiten, Verliebtheiten oder nicht, langweiligen Lehrern und nervigen Eltern. Dabei wird das Innenleben der Teenager sehr einfühlsam und plastisch geschildert, Verklemmtsein und Selbstzweifel zum Miterleben, nur wer will das denn miterleben? Ich bin froh, dass ich das hinter mir habe. Kurze Schwenks in das Leben des erwachsenen Klappers bringen nicht viel mehr Erkenntnis, außer dass eine verstörende Kindheit verstörte Erwachsene hervorbringt.
Die Erwachsenen im Geschehen sind durch die Bank unglaubwürdig. Erst sind sie durchgedreht und lästig, später dann doch elterlich liebevoll, warum weiß man nicht. Vielleicht ist das auch Kindersicht, die sich gewandelt hat, wahrscheinlich ist es schlicht egal, weil sie nur ein schlecht durchdachter Rahmen sind. Richtig daneben fand ich den Lehrer, der den durch und durch introvertierten Klapper nötigt, auf einer Beerdigung ein paar nette Worte zu sagen, niemand auf der Welt kann so unsensibel sein, selbst wenn Klapper natürlich daran wächst, eine unmögliche Aufgabe gemeistert zu haben.
Pascal Houdus liest das Hörbuch und macht das großartig, verkörpert die unterschiedlichsten Figuren authentisch, sogar Bärs schwer verstrahlten Vater. Es dauert 5 Stunden und 47 Minuten und ist durchaus ein Erlebnis durch den tollen Stil und den tollen Sprecher. Der Inhalt hat mich nicht so überzeugt, aber ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher des Autors, der hier ein vielversprechendes Debüt abgeliefert hat.
Ein Buch, das unter die Haut geht.
Nourea aus Straubing am 10.04.2026
Bewertungsnummer: 3105022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der 15-, im Laufe des Romans dann 16jährige Thomas ist ein absoluter Fan von Computerspielen und verbringt nahezu die kompletten Sommerferien an seinem PC. In der Schule wird er gemieden, gemobbt und gehänselt. Er erhält den Spitznamen „Klapper“, weil seine Gelenke häufig knirschende und knackende Geräusche von sich geben. Klapper ist kaum in der Lage, mit Gleichaltrigen zu kommunizieren oder sich gegen deren Gemeinheiten zu wehren. Als „Bär“ ein großes Mädchen an die Schule kommt und gleich den immer freigebliebenen Platz neben ihm einnimmt, verändert sich nach und nach Klappers Sozialleben. Er und Bär sind nicht nur Verwandte im Geiste was die Begeisterung für bestimme Games anbelangt, sie tragen auch beide eine große familiäre Last, über die sie allerdings nicht miteinander sprechen. Bei Klapper leidet die Mutter an Depressionen, den Vater plagen Sozialneid und Minderwertigkeitskomplexe. Bei Bär ist aufgrund der vielen Kinder das Familienleben sehr laut und chaotisch, hier trinkt die Mutter und der Vater schreckt nicht vor häuslicher Gewalt zurück. Klapper fühlt sich immer mehr zu Bär hingezogen, wirkt geradezu verliebt, kann das aber nicht zum Ausdruck bringen, weil er gar nicht weiß, wie Freundschaft oder gar Beziehung gehen.
Für mich ist das Jugendbuch ein außerordentlicher Debüt-Roman eines wirklich begabten und großen Erzählers. Er ist seinen jugendlichen Protagonisten sehr nah und nimmt auch den Leser tief in deren Innenwelten mit. Sehr berührend ist es, wenn Klappers Liebe zu seiner kranken Mutter oder Bärs Fürsorge für ihre jüngeren Geschwister ganz zart, fast wie nebenbei angesprochen werden. Zwischen den Episoden aus dem Leben des jugendlichen Klapper, die 2011 spielen, sind immer wieder kurze Abschnitte aus dem Jahr 2025 eingefügt, in denen wir dem mittlerweile 30jährigen Klapper begegnen, dessen Leben sich alles andere als zum Besseren gewendet hat und für den es auch kaum Hoffnung zu geben scheint. Das ging mir sehr unter die Haut, da ich es ihm wirklich gewünscht hätte, dass er aus seinem inneren Gefängnis heraustreten kann. Das Buch ist somit kein Wohlfühlroman, aber sehr authentisch, tiefgehend und berührend.
Meinung aus der Buchhandlung
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Als Millenial (Generation Y) musste ich dieses Romandebüt einfach lesen! Und: ich habe es geliebt! Ein tolle Geschichte, dem Autor gelingt es wirklich gut, einen Übergang vom jugendlichen zum erwachsenen Protagonisten zu schaffen. "Oft erscheint alles, was passiert, zufällig. Aber wenn man weit genug herauszoomt und sich den gesamten Verlauf ansieht, ergibt alles einen Sinn." Stellt der nun erwachsene Thomas fest.
Eine, stellenweise melancholische, allerdings wirklich auch witzige, schöne Coming - of- age Story!
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Klapper ist ein Metal-T-Shirts tragender Computernerd, der als Einzelgänger versucht, irgendwie die Schule zu überstehen. Bis Bär in sein Leben tritt. Ein großes, schönes, unerschrockenes Mädchen, das ihn aus seiner Komfortzone lockt. Doch auch sie trägt eine schwere Last. Es entwickelt sich eine fragile Freundschaft zwischen den beiden bis zu jenem verhängnisvollen Tag, an dem alles zusammenbricht. Ich kann Klapper fühlen und die Zitrone am Horizont sehen.
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