„Mensch trifft Maschine – Gespräche mit einer KI“ ist ein Sachbuch, das den Dialog zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz in den Mittelpunkt stellt. Anhand echter Gespräche, kreativer Experimente und persönlicher Reflexionen wird die abstrakte Technologie greifbar gemacht. Das Buch lädt die Leserschaft ein, KI nicht nur als Werkzeug, sondern als Spiegel unserer Menschlichkeit zu betrachten. Es geht um Begegnungen auf Augenhöhe und um die Frage, wie wir mit KI die Zukunft unserer Welt gestalten können.
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vielleicht nicht das, was man auf den ersten blick erwartet
frenchquarter aus rostock am 19.02.2025
Bewertungsnummer: 2417401
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Der Klappentext macht deutlich, an wen sich dieses Buch wendet. Der Autor möchte den Menschen die Angst vor KI nehmen, oder vielmehr, die Angst vor der Nutzung der KI. Es ist kein richtiges Sachbuch, aber auch keine reine Belletristik. Es ist in Teilen sehr technisch und in anderen Teilen ungewöhnlich offen. Was eben daran liegt, dass wir hier in Buchform einen Dialog zwischen Mensch und Maschine haben. Das durchgestrichene Chaos im Titel bereitet den Leser schon darauf vor, dass er hier kein wohldurchdacht sortiertes Buch bekommt. Es folgt keinem Muster, sondern springt gerne zwischen den unterschiedlichsten Themen hin und her.
Braucht man ein solches Buch? Eine Frage, die man so bei jedem Buch stellen kann. Was mir an diesem Buch gefiel, ist die Tatsache, dass hier dem unbedarften nicht technikaffinen Menschen gezeigt wird, was KI alles sein kann, außer nur eine Bedrohung. Wie man das nun für sich annimmt oder nutzt, sei dahingestellt. Hier wird nichts verteufelt oder in den Himmel gelobt. Es gibt allerdings auch keine Gebrauchsanweisung, wie mit der KI umzugehen ist oder wie man sie benutzt. Der Autor spricht eben, oder chattet, mit der KI über alle möglichen Themen, wobei auch auffallend ist, dass sie von trivial und alltäglich bis hin zu großer Weltpolitik gehen. Finde ich schon gewagt. Wiederum wird der Leser so zum Nachdenken angeregt, über sich, über seine Ansichten und so weiter. Hier werden Themen angesprochen, die man gut und gerne als heiße Eisen bezeichnen kann. Es geht von der Rettung dieses Planeten über Corona bis hin zum Rentensystem. Sehr viele Denkanstöße werden gegeben. Wobei der Großteil des Textes von der KI stammt.
Manchmal habe ich mich schon gefragt, ob der Autor der KI, hier liebevoll Chatti genannt, eine reale Person zur Seite gestellt hat. Es ist sehr authentisch, was da an persönlichen Aussagen geschrieben wurde. Und verschlägt einem schon die Sprache, siehe Kapitel Empathie. Manchmal wirkt es wie ein Kunstgriff, der künstliche Intelligenz einen realen Menschen an die Seite zu stellen, dessen Aussagen, die einer fiktiven Person sind. Eine Autobiografie, versteckt in einem Sachbuch?
Über die Ausführungen mag man nun streiten, einer Meinung sein, eine gegensätzliche Meinung vertreten. Der Umfang hier ist riesig. Aber was mir beim Lesen manchmal zu langatmig war, waren die doch sehr ausführlichen Ausführungen Chattis. Daran merkt man eben, dass eine Maschine dahintersteckt. Der Aufbau seiner Ausführungen klingt für mich sehr technokratisch und passend für einen Beamten. Aber das ist nur mein persönliches Empfinden beim Lesen gewesen.
Es gab Kapitel, die haben mich stark gefesselt. Meist die, in denen der Autor mehr gesagt hat und nicht nur Stichpunktgeber für Chatti war. Wiederum sind manche Kapitel sehr gut gestartet und haben an Kraft verloren (Corona zum Beispiel). Dann wiederum werden Fragen aufgeworfen, welche Nachrichten gesendet werden sollten und welche nicht. Oder wann und für wen. Ist es eine Zensur oder nicht, viele ethische Fragen werden da auf den Tisch gelegt.
Alles in allem ein Buch, welches keine Zeitverschwendung für mich als Leser darstellt. Weniger technisch, als man es erwarten könnte, sogleich aber auch weniger belletristisch als vielleicht erhofft. Für Einsteiger in die KI sehr gut geeignet wie, denke ich, wie auch schon für Fortgeschrittene, die sich hier und da mal Gedanken über diese Welt machen.
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