Produktbild: Schuldhafte Unwissenheit

Schuldhafte Unwissenheit Essays wider Zeitgeist und Judenhass

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19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

11.02.2025

Verlag

Czernin Verlag

Seitenzahl

128 (Printausgabe)

Dateigröße

837 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783707608748

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

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Erscheinungsdatum

11.02.2025

Verlag

Czernin Verlag

Seitenzahl

128 (Printausgabe)

Dateigröße

837 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783707608748

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Gegenmittel bei selbst verschuldeter Unwissenheit

Sonja aus Hallein am 19.01.2026

Bewertungsnummer: 2984968

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Bereits im Titel des ersten Essays, „Das umjubelte Massaker“, nimmt Karl-Markus Gauß Inhalt und Ziel des Bandes vorweg, nämlich zu erklären, was zum steigenden Antisemitismus seit dem 7. Oktober 2023 geführt hat; er tut dies ohne Anklage oder Vorwürfe, aber auch ohne Rücksichtnahme auf eventuelle Befindlichkeiten aus verschiedensten Richtungen. Vor allem im letzten Essay rechnet der Autor schonungslos mit der selbstverschuldeten Unbildung innerhalb der sogenannten Bildungselite ab: „Sie wissen nichts, das macht sie so unbeirrbar. Sie haben keine Ahnung, daraus beziehen sie ihre Überzeugung. Ihre Unwissenheit darf man ihnen nicht nachsehen, denn sie ist selbstverschuldet.“ (S. 95) In den 10 Essays dazwischen lesen wir vom Pogrom von Jedwabne in Polen, über das 60 Jahre lang geschwiegen wurde, um eventuelle Mittäterschaften nicht eingestehen zu müssen, und über eine angebrachte Form des Gedenkens, ebenso wie über Minderheiten, wie dem slowenischen, in Triest aufgewachsenen Autor Boris Pahor. Anhand der Biografien jüdischer Wiener werden die Umbrüche Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erklärt und der soziopolitische Hintergrund aufgezeigt, vor dem Herzls Der Judenstaat verfasst wurde, und diese Kapitel sind somit besonders heute und für jeden Österreicher eine Pflichtlektüre. Gauß reflektiert über die erschreckende Aktualität der Essays von Jean Améry im woken Hass auf alle Menschen, die „als Juden `gelesen`werden“ (S. 31). Berühmte Autoren, wie der Literaturnobelpreisträger Isaac Bashevis Singer, werden ebenso angeführt wie zu Unrecht vergessene, wie Grigori Kanowitsch. Mit Hugo Bettauers 1922 verfassten Roman Die Stadt ohne Juden wird über den heute auf Demonstrationen und in sozialen Medien wiederholt geäußerten Wunsch nach einer Vertreibung aller Juden (wohin?) reflektiert. Nicht alle Israeli sind Juden, nicht alle Juden sind Zionisten, und nicht alle Zionisten leben in Israel. Diesen Satz habe ich vor einiger Zeit in einem Forum gelesen. Karl-Markus Gauß erklärt und analysiert diese Zusammenhänge in seinen Essays auf seine Weise, von Judith Butler über die Demonstrationen seit dem 7. Oktober, wenn nötig auch mit beißendem Zynismus. Viele kennen und schätzen die klugen, in pointierter Sprache verfassten Essays von Karl-Markus Gauß. Für andere kann dieser Essayband ist ein Gegenmittel sein, das jeden Leser aus seiner selbst verschuldeten Unwissenheit herauszuführen vermag. Voraussichtliche Nebenwirkungen der Lektüre sind der Weg zur nächsten Buchhandlung und die Bestellung einiger der zitierten Bücher.

Gegenmittel bei selbst verschuldeter Unwissenheit

Sonja aus Hallein am 19.01.2026
Bewertungsnummer: 2984968
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Bereits im Titel des ersten Essays, „Das umjubelte Massaker“, nimmt Karl-Markus Gauß Inhalt und Ziel des Bandes vorweg, nämlich zu erklären, was zum steigenden Antisemitismus seit dem 7. Oktober 2023 geführt hat; er tut dies ohne Anklage oder Vorwürfe, aber auch ohne Rücksichtnahme auf eventuelle Befindlichkeiten aus verschiedensten Richtungen. Vor allem im letzten Essay rechnet der Autor schonungslos mit der selbstverschuldeten Unbildung innerhalb der sogenannten Bildungselite ab: „Sie wissen nichts, das macht sie so unbeirrbar. Sie haben keine Ahnung, daraus beziehen sie ihre Überzeugung. Ihre Unwissenheit darf man ihnen nicht nachsehen, denn sie ist selbstverschuldet.“ (S. 95) In den 10 Essays dazwischen lesen wir vom Pogrom von Jedwabne in Polen, über das 60 Jahre lang geschwiegen wurde, um eventuelle Mittäterschaften nicht eingestehen zu müssen, und über eine angebrachte Form des Gedenkens, ebenso wie über Minderheiten, wie dem slowenischen, in Triest aufgewachsenen Autor Boris Pahor. Anhand der Biografien jüdischer Wiener werden die Umbrüche Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erklärt und der soziopolitische Hintergrund aufgezeigt, vor dem Herzls Der Judenstaat verfasst wurde, und diese Kapitel sind somit besonders heute und für jeden Österreicher eine Pflichtlektüre. Gauß reflektiert über die erschreckende Aktualität der Essays von Jean Améry im woken Hass auf alle Menschen, die „als Juden `gelesen`werden“ (S. 31). Berühmte Autoren, wie der Literaturnobelpreisträger Isaac Bashevis Singer, werden ebenso angeführt wie zu Unrecht vergessene, wie Grigori Kanowitsch. Mit Hugo Bettauers 1922 verfassten Roman Die Stadt ohne Juden wird über den heute auf Demonstrationen und in sozialen Medien wiederholt geäußerten Wunsch nach einer Vertreibung aller Juden (wohin?) reflektiert. Nicht alle Israeli sind Juden, nicht alle Juden sind Zionisten, und nicht alle Zionisten leben in Israel. Diesen Satz habe ich vor einiger Zeit in einem Forum gelesen. Karl-Markus Gauß erklärt und analysiert diese Zusammenhänge in seinen Essays auf seine Weise, von Judith Butler über die Demonstrationen seit dem 7. Oktober, wenn nötig auch mit beißendem Zynismus. Viele kennen und schätzen die klugen, in pointierter Sprache verfassten Essays von Karl-Markus Gauß. Für andere kann dieser Essayband ist ein Gegenmittel sein, das jeden Leser aus seiner selbst verschuldeten Unwissenheit herauszuführen vermag. Voraussichtliche Nebenwirkungen der Lektüre sind der Weg zur nächsten Buchhandlung und die Bestellung einiger der zitierten Bücher.

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Schuldhafte Unwissenheit

von Karl-Markus Gauss

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