Produktbild: Brechen wir aus!

Brechen wir aus! Als polnische Jüdin auf der Flucht in Tirol

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Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

31.01.2025

Herausgeber

Niko Hofinger + weitere

Verlag

Tyrolia

Seitenzahl

416 (Printausgabe)

Dateigröße

26001 KB

Übersetzt von

Brigit Salzmann + weitere

Sprache

Deutsch

EAN

9783702242886

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ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

31.01.2025

Herausgeber

Verlag

Tyrolia

Seitenzahl

416 (Printausgabe)

Dateigröße

26001 KB

Übersetzt von

  • Brigit Salzmann
  • Susanne Costa

Sprache

Deutsch

EAN

9783702242886

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  • Bellis-Perennis

    aus Wien

    5/5

    03.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine klare Leseempfehlung!

    Dieses Memoir, das von Dominik Markl und Niko Höfinger 2025 im Tyrolia-Verlag herausgegeben worden ist, ist die bewegende Flucht- und Überlebensgeschichte von Leokadia Justmann (1922-2002), die gemeinsam mit ihrem Vater aus dem Warschauer Ghetto geflohen ist, während ihre Mutter nach Treblinka deportiert und ermordet worden ist. Leokadia und ihr Vater kommen 1943 als Zwangsarbeiter nach Tirol, leben dort mit falschen Papieren bis sie an die Gestapo verraten werden. Der Vater stirbt im KZ Reichenau, während es Leokadia mit einer Freundin gelingt, aus dem Gefängnis zu fliehen. Die beiden Frauen werden mit Hilfe von fünf mutigen Polizisten und drei unerschrockenen Frauen versteckt. In Innsbruck wird sie Joseph Wisnicki, einen polnischen Juden kennenlernen, der eine ähnliche Lebensgeschichte hat. Die beiden heiraten 1946 und lassen sich 1950 in den USA nieder. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Meine Meinung: Leokadia Justmann hat, wie man im Nachwort lesen kann, mit ihren Aufzeichnungen bereits während ihrer Flucht begonnen, sie mehrmals redigiert und in mehreren Auszügen veröffentlicht unter anderem 1963 als „In Quest for Life“. Bei ihrem Tod 2002 findet sich eine neuerliche überarbeitete Version dieser acht Jahre dauernden Überlebensgeschichte, die Grundlage für die Forschungsarbeit von Dominik Markl und Niko Höfinger ist. Die beiden Herausgeber haben den Bericht behutsam redigiert, die Angaben gegengecheckt und dort wo notwendig, die eine oder andere Ergänzung oder Korrektur angebracht. Auf Grund der detaillierten Angaben von Leokadia Justmann, ist es Dominik Markl und Niko Höfinger gelungen, einige wenige ähnliche Schicksale ausfindig zu machen. Das Buch ist, ebenso wie jenes ihres Ehemanns Joseph Wisnicki, als Hardcover mit zahlreichen privaten Abbildungen erschienen. Fazit: Gerne gebe ich diesem, erstmals in Deutsche übersetze Memoir, das einen authentischen Einblick in die (Über)Lebengsgeschichte einer polnischen Jüdin in Tirol gibt, eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

  • Bewertung

    5/5

    09.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Rezension zum Buch

    Leokadia Justmann- eine jüdische Polin, die dem Glück, dem Wohlwollen ihrer Vorgesetzen und vor allem ihrer eigenen Courage das Überleben des 2. Weltkriegs verdankt. Eingekesselt im Warschauer Ghetto und tief betroffen von dem Verlust ihrer Mutter macht sie sich auf die Flucht- und gelangt von Deutschland nach Österreich in das Bundesland Tirol. Leokadia wird von vielen ihr völlig fremden Personen vor der nationalsozialistischen SS geschützt, ein Beispiel ist Anna Lechner, die ihr die Erlaubnis gibt, in einem Zimmer neben ihren Söhnen wohnen zu dürfen. Das Mädchen verliert trotz der an ihrer eigenen Haut erlebten Verfolgung nie die Hoffnung an den guten Habitus der Menschen und eine friedliche Welt, wo der "jüdische Geist weiterlebt". Denn wie es so schön auf einem im Buch zitierten Wegweiser heißt: „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte, achte auf deine Worte, denn sie werden deine Handlungen, achte auf deine Handlungen, denn sie werden deine Gewohnheiten, achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter, achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal“.   Das Buch ist packend und detailgenau geschrieben und erzählt seinen Leser:innen über Flucht eines jungen Mädchens im Zweiten Weltkrieg. Ihre Erlebnisse werden chronologisch wiedergegeben und durch die Angabe der Jahreszahl lassen sie sich gut in das allgemeine Kriegsgeschehen verorten

  • Bewertung

    aus Heyerode

    5/5

    12.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gut, dass solche Bücher geschrieben werden

    Ich lese sehr gern Biografien. Neulich habe ich die einer polnischen Jüdin gelesen, die in Tirol auf der Flucht war. Leokadia Justman überlebte den Wahnsinn des Zweiten Weltkrieges, ihre Eltern nicht. Sie schreibt nun ein Buch über den antisemitischen Mordwahn, dem Eltern und Verwandte zum Opfer fielen. Vater Jakob musste sein Leben im Innsbrucker KZ Reichenau und Mutter Sofia im Vernichtungslager Treblinka lassen. Die Autorin selbst wurde als Kind von fünf Polizisten und drei Frauen gemeinsam mit ihrer Freundin Marysia Fuchs gerettet. Diese guten und mutigen Menschen setzten ihr eigenes Leben aufs Spiel für die beiden Kinder. Sie gelten heute wohlverdient als Gerechte unter den Völkern. Dieses Buch ist ein Überlebensbericht !!! Gut, dass solche Bücher geschrieben und gelesen werden !!! Das darf nie wieder passieren muss man gerade heute laut ausrufen !!! Ich habe das Buch emotional und mit größtem Interesse gelesen. Es beschreibt sehr flüssig und gut zu lesen die Geschichte beginnend mit der Zeit während des Krieges in Polen, der Zeit im Deutschen reich, im Gefängnis, während des Ausbruchs und nach der Befreiung. Sehr nachvollziehbar gegliedert. Das Buch ist mit zahlreichen Fotos hinterlegt, die die ohnehin verständlich informativen und spannend zu lesenden Texte nochmals bildhaft untermalen. Leseprobe: ========= Das war Zdzisieks Wahl. Als unser Anführer, der behauptete, Österreich wie seine Westentasche zu kennen, dachte er, dass wir in Seefeld leicht Arbeit finden würden, ohne unsere Sicherheit in einer großen Stadt mit Hunderten Spionen und Gestapo-Agenten zu gefährden. Das Buch ist mit einem edlen Lesebändchen versehen. Ich empfehle die Lektüre sehr !!! #leokadiajustman #tyroliaverlag #tirol #Judentum #holocaust

  • Peter Krackowizer

    aus Neumarkt am Wallersee

    5/5

    15.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine eindrucksvolle, dramatische Fluchtgeschichte, spannend geschrieben und hervorragend recherchiert

    Der Inhalt Die 19jährige Leokadia Justman freute sich auf den Schulbeginn ihrer neunten Klasse Anfang September 1939, da überfiel Hitler Polen. Die junge Frau erlebte einen Angriff der Stukas, bei dem ihre Großmutter hilflos in einem Haus verbrannte. Die Familie zog in ein Dorf. Dort kam dann zu Beginn des Winters 1941/42 der Befehl, alle Pelze – Mäntel und Schuhe – abzugeben. Und eines Morgens im Oktober 1942 wurden alle Juden des Dorfes zum Bahnhof getrieben, wo sie ihre Schuhe ausziehen mussten – „Wo ihr hinfahrt, braucht ihr keine Schuhe“. Ein Hauptsturmführer der SS fuhr mit seinem Wagen vor und rief bei seiner Abfahrt, schon der Griff der Autotür in der Hand, voll Verachtung: „Weg mit der Scheiße“! 20 Personen wurden ausgewählt, die mit ihren Frauen bleiben durften, um die Wohnungen der Juden auszuräumen. Alles wurde versteigert. Ihr Vater war einer der Auserwählten und durfte seine Frau mitnehmen. Ein entscheidender Moment: Ihre Mutter entschied sich anstelle ihrer Tochter Leokadia in den Zug zu steigen, der alle ins Vernichtungslager Treblinka brachte. Mutter Zophia (Sofia) entschied, dass Leokadia mit ihrem Vater zusammen eine Überlebenschance hat. Zophia Justman starb im Oktober 1942 in Treblinka. Was ab dem Zeitpunkt dieser Trennung mit Vater und Tochter geschah, schildert Leokadia Justmann auf den folgenden rund 270 Seiten des Buches. Es sind schreckliche, unvorstellbare Erniedrigungen, Todesängste und immer wieder Fluchten. Schließlich kann Leokadia mit ihrem Vater und ein paar anderen Polen mit gefälschten Papieren aus dem Ghetto Piotrków Trybunalski fliehen. Es war das erste im besetzten Polen errichtete NS-Sammellager im Rahmen der Judenvernichtung. Die Flucht bringt die kleine Gruppe nach Tirol, zunächst verstreut in Seefeld und Innsbruck, schließlich alle zusammen in Innsbruck. Leokadia und ihr Vater arbeiten gemeinsam in einer Fabrik, bis die kleine Gruppe aufgrund einer Reihe unglücklicher Umstände von einem Ukrainer aus dem damals polnischen Lwiw (deutsch Lemberg) verraten wurde. Im März 1944 wird Leokadia von der Gestapo verhaftet und kommt ins Polizeigefängnis von Innsbruck. Es folgen zermürbende Monate der Hoffnung und der Angst, in eines der Vernichtungslager in Deutschland transportiert zu werden. Sie erlebt Mitgefangene, die gefoltert und geschlagen in ihre Zelle kommen, wie eine standhafte Nazi-Frau, die jedoch ebenfalls in Haft in ihrer Zelle war, sie umbringen wollte. Doch in diesen Tagen finden sich drei Polizisten, die versuchen, Leokadia vor dem Abtransport zu bewahren. Sie kann in der Küche arbeiten, wo sie kurz vor dem geplanten Abtransport ihrer Freundin Marysia Fuchs und ihr noch einmal alles auf eine Karte setzt – sie fliehen im Jänner 1945 aus dem Polizeigefängnis, das an einer Seite durch Bomben zerstört war. Sie haben Adressen dieser Polizisten, die sie versteckten, dazu kamen noch drei Frauen, die den beiden helfen. Die beiden Polinnen erhalten noch einmal eine neue Identität und Papiere und reisen nach Zell am See. Das Arbeitsamt vermittelt ihnen Arbeit im Raum Lofer. Leokadia kommt in die Villa Eva-Marie in Lofer zu Clementine Machatschek, einer eingefleischten Nationalsozialistin, die immer noch an Hi*ler und den „großen Endsieg“ glaubt. Sie wirft Leokadia bald hinaus, weil sie ihr das Essen neidig ist – trotz voller Vorratskammern, wie Leokadia als Hausmädchen sehen konnte. Wohl aber auch aufgrund einer Verleumdung eines serbischen Kriegsgefangenen, der in der Villa als Hausmeister arbeitet und dessen Zudringlichkeit und Wunsch nach Sex Leokadia zurückwies. Nun soll sie sich in Zell am See in einem „Sammellager“ melden. Verzweifelt sucht Leokadia einen Ausweg, da sie wusste, dass alle Ausländer in diesem Sammellager letztlich in ein Vernichtungslager deportiert werden. Sie geht zu einer Freundin, die ebenfalls in der Nähe lebt. Und diese vermittelt sie an Leopold Wintersteller, Pfarrer in St. Martin bei Lofer, der ihr Zuflucht gewährt. "Herr Pfarrer", sagt die junge Frau zögerlich. "Ich bin aus dem Gefängnis geflüchtet. Ich bin eine Verbrecherin, ich bin Jüdin." Die Reaktion des Pfarrers überrascht sie, wie sie in ihren Erinnerungen festhält: "Christlchen, du bist keine Verbrecherin. Diese Bezeichnung konnten dir nur die echten Verbrecher geben." Sie sei ein Mensch und sie alle seien Kinder des gleichen Gottes. Leokadia nannte sich in ihren Papieren Krystyna Chruscik. Vor dem Pfarrhof erlebt Leokadia – Christl dann den Einmarsch der amerikanischen Soldaten. Der Krieg war zu Ende. Sie geht nach Innsbruck zurück, um nach ihrem Vater zu forschen und erfährt, dass er bereits im April 1944 im Lager Reichenau in Innsbruck ermordet worden war. Sie gründet eine Vertretung der Juden in Innsbruck, lernt ihren Mann kennen und geht nach ihrer Heirat in Innsbruck mit ihm in die Vereinigten Staaten von Amerika. Über das Buch Martin Thaler, der als Fünfjähriger Leokadia kennengelernt hatte, als sie mit ihrem Vater bei seinen Eltern in der Nähe von Innsbruck wohnte, wandte sich 2018 an seinen alten Bekannten Niko Hofinger. Er bat ihn, den Erinnerungen und Erzählungen nachzuforschen. Hofinger kam dabei auf den Sohn von Lorraine Justman-Wisnicki, wie Leokadia verheiratet hieß, Jeffrey Wisnicki. Dieser verwahrte vier Haupttexte von seiner Mutter mit ihrer Fluchtgeschichte, in hebräischer und englischer Sprache. Hofinger und sein Team ließen die Texte übersetzen begannen nun akribisch alle Fakten und Namen, die sie in diesen Dokumenten fanden, zu überprüfen. So konnten viele Personen identifiziert und viele Details hinsichtlich ihrer historischen Zuverlässigkeit verifiziert werden. 2025, am 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz wurden Justmanns Erzählung im Tiroler Landhaus vorgestellt und zugleich eine begleitende Ausstellung über Leokadia Justmann eröffnet. Beim Lesen des Buches erlebte ich durch die spannende sprachliche Ausdrucksform die Ängste und Sorgen von Leokadia, die grauenhaften Momente von ihr und glückliche kurze Zeitabschnitte, ihren Mut, ihre Entschlossenheit zu fliehen und ihre Intelligenz, die sie zum Überleben immer wieder einsetzte. Die sehr guten Beschreibungen von Stimmungen und Ereignissen ließen die Worte in meinem Kopf zu Bildern werden, wenngleich sehr oft zu traurigen. Die beiden Autoren haben in 368 Fußnoten Kurzbiografien aller im Buch vorkommenden Personen recherchiert. Das Personen- und das Orte-Register umfassen drei Seiten zweispaltig. Eine zweiseitige Zeittafel gibt einen detaillierten Überblick aller Ereignisse von 1. September 1939 bis 16. September 1946, dem Tag der Hochzeit von Leokadia mit Józef Wiśnicki. Die Erzählungen von Leokadia Justmann zeigen ein anschauliches Bild von den skrupellosen Aktionen der Gestapo und ihrer Gehilfe, von den Todesängsten und der Abstumpfung der Menschen in ihren Fängen. Und vom uneingeschränkten Gehorsam und Glauben an Hitler.

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