Wenn heute unser Morgen wäre
Eine gefühlvolle own-voice Geschichte | Slow Burn Romance über Verlust, Identität und den Mut, das Leben beim Schopf zu packen
Eine gefühlvolle Slow Burn Romance über Verlust, Identität und den Mut, das Leben beim Schopf zu packen
Als Grace erfährt, dass sie Krebs hat, wird ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt. Einzig in der Musik findet sie einen Zufluchtsort, an dem sie die Welt für einen kurzen Moment ausblenden kann. Deshalb ist das Musikprojekt an ihrer Schule für sie auch das Highlight des Jahres - bis sie ausgerechnet mit Callum zusammenarbeiten soll. Callum, der arrogante Überflieger, für den nur seine Noten zählen und der jedes Opfer bringt, um in die Fußstapfen seines erfolgreichen Vaters zu treten. Doch Graces Lebensfreude und ihr unbedingter Wille, jedem Tag so viel Glück wie möglich abzuringen, bringen Callums abweisende Fassade nach und nach zum Bröckeln. Und während die Gefühle der beiden füreinander wachsen, versucht Grace verzweifelt ein Geheimnis zu verbergen, das Callum den Boden unter den Füßen könnte ...
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Zwischen gestern und vielleicht
fogandbooks (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 23.02.2026
Bewertungsnummer: 3055788
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Manchmal liest man ein Buch und manchmal trifft es einen so tief, dass es noch lange nachhallt. Wenn heute unser Morgen wäre von Sophie Herbst ist genau so eine Geschichte für mich geworden. Eine, die sich zunächst leise anfühlt. Cozy. Slow Burn. Fast zart. Und die einen dann mit einer Wucht trifft, auf die man emotional eigentlich nie vorbereitet ist. Für mich sind das ganz klare fünf von fünf Sternen, wenn ich ehrlich bin sogar eher eine zehn von zehn.
Im Mittelpunkt stehen Grace und Calum, zwei Jugendliche, die sich vermeintlich nicht ausstehen können und ausgerechnet gemeinsam ein Musikprojekt entwickeln müssen. Was nach einem typischen Schulsetting klingt, entfaltet schnell eine Tiefe, die ich so nicht erwartet habe. Calum ist ehrgeizig und verschlossen, kontrolliert in allem, was er tut. Ein Junge, der seine eigene Leidenschaft für Musik beiseitegeschoben hat, um den Erwartungen seines Vaters gerecht zu werden. Seit seine Mutter die Familie verlassen hat, fühlt er sich verantwortlich, stark sein zu müssen und zu funktionieren. Und dann ist da Grace, die zunächst warm und lebendig wirkt, aber eine Schwere mit sich trägt, die sich erst nach und nach offenbart. Nicht nur der Verlust ihrer besten Freundin Lou steht im Raum, auch ihr eigener Kampf gegen Krebs wird Teil dieser Geschichte.
Und genau hier verändert sich alles.
Ich glaube, ab und zu muss man etwas aufgeben, was einem wichtig ist, um es zu einem anderen, späteren Zeitpunkt wiederzufinden, an dem es eben besser passt.
Was mich beim Lesen besonders bewegt hat, war die Tatsache, wie jung diese Figuren eigentlich sind. Sechzehn, siebzehn Jahre alt und sie müssen sich mit Themen auseinandersetzen, von denen man denkt, dass sie in diesem Alter niemand tragen sollte. Während des Lesens vergisst man das fast, weil die Geschichte so intensiv ist und emotional so dicht. Erst im Nachhinein wird einem bewusst, wie erschreckend es ist, dass junge Menschen solche Schicksale bewältigen müssen. Und genau darin zeigt sich für mich die Stärke der Autorin. Sie dramatisiert nichts künstlich, sie romantisiert keine Krankheit und sie konstruiert kein Leid für den Effekt. Sie erzählt ehrlich, einfühlsam und unaufgeregt. Gerade dadurch wirkt alles so unglaublich stark.
Die Figuren fühlen sich nie überzeichnet an. Calum ist kein klischeehafter Bad Boy, sondern ein junger Mensch mit Angst, mit Loyalität und mit inneren Konflikten. Seine Entwicklung wirkt organisch und nachvollziehbar. Grace ist stark, aber nicht, weil sie unerschütterlich wäre, sondern weil sie fühlt, zweifelt, lacht und kämpft. Und selbst Nebenfiguren wie Lou tragen die Geschichte mit einer Bedeutung, die weit über einzelne Szenen hinausgeht. Niemand ist bloß Beiwerk. Jede Figur hat Gewicht und jede Beziehung hinterlässt Spuren.
Schatz, niemand weiß, was in ein paar Jahren ist. Und auch wenn es ein bisschen deprimierend klingt: Alle Menschen sterben. Jeder, den du triffst, wird in 100 Jahren nicht mehr da sein. Aber die wichtige Frage ist doch, wie viele von ihnen glücklich gelebt haben.
Der Schreibstil ist dabei zugänglich und flüssig, fast leicht, und trotzdem liegt das Gelesene schwer im Magen. Man kommt schnell hinein, man verschlingt die Seiten und dennoch musste ich das Buch immer wieder zur Seite legen, um durchzuatmen und zu verarbeiten, was da gerade passiert. Es ist keine komplizierte, verkopfte Geschichte und doch ist sie tiefgründig. Philosophische Gedanken, leise Zitate und diese ganz großen Fragen nach Verantwortung, Erwartungen und der eigenen Lebenszeit ziehen sich durch das Buch. Man spürt, dass hier Herzblut drinsteckt. Dass es mehr ist als nur eine erdachte Handlung. Es fühlt sich persönlich an und wahrhaftig.
Dieses Buch ist keine leichte Kost. Es tut weh. Es konfrontiert. Man ahnt beim Lesen, dass gewisse Dinge passieren könnten und hofft inständig, dass sie es nicht tun. Und wenn sie dann doch eintreten, sitzt man da und weint. Ich zumindest habe an manchen Stellen wirklich geheult wie ein Schlosshund. Nicht, weil es manipulativ geschrieben ist, sondern weil es ehrlich ist. Weil es die Realität nicht weichzeichnet. Für mich ist Wenn heute unser Morgen wäre eine Geschichte über Liebe, ja, aber vor allem ist es eine Geschichte über das Leben selbst. Über Entscheidungen, über verpasste Chancen, über Mut und darüber, dass Zeit etwas Kostbares ist, das wir viel zu oft als selbstverständlich betrachten.
Es ist eines dieser Bücher, die bleiben. Die nachhallen. Die sensibilisieren. Und genau deshalb würde ich es jedem ans Herz legen, der bereit ist, sich emotional wirklich einzulassen, auch wenn es weh tut.
Zwischen Schmerz, Musik und Hoffnung – ein Buch, das zerbricht und heilt
ancla_books4life aus Schwerte am 01.02.2026
Bewertungsnummer: 3032954
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„Weißt du, manchmal ist es besser, vorher nachzudenken, bevor man etwas zerbricht, das man nicht reparieren kann.“
„Sie verdrängt es nicht, sie akzeptiert es […] Das ist ein Unterschied.“
„Plötzlich fühle ich mich nicht mehr wie ein Außenseiter. Sondern wie jemand, der zum ersten Mal seit Langem das Gefühl hat, genau dort zu sein, wo er hingehört.“
**** Mein Eindruck ****
Zwischen Kotzbrocken-Verhalten und lähmenden Angstzuständen sitzen in diesem Buch die ganz großen Gefühle. Mit jeder Seite traten mir mehr Tränen in die Augen. Ich habe den Schmerz verstanden, das Leben gefühlt und war vollständig Teil der emotionalen Welt dieser Figuren. Es ist schnell, intensiv und lässt einen dann nicht mehr los. Dieses Buch heilt Herzen und umarmt gleichzeitig die Seele. Jeder, der noch weiß, wie es ist, jung zu sein – oder genau das gerade ist – wird sich hier wiederfinden. Callum und Grace sind zwei Ertrinkende, die in der Musik und ineinander Halt finden. Ihre Geschichte ist glaubwürdig, roh und mitreißend erzählt. Die Szenerie fühlt sich echt an, nichts wirkt überzogen, und doch trifft alles mitten ins Herz. Und dann kam die nächste Wendung – und mein Herz brach erneut. Dieses Buch ist hochgradig emotional, schmerzerfüllt, voller Stärke und gezeichnet von schweren Schicksalsschlägen. Ich wusste wirklich nie, was als Nächstes kommt. Dieser Plot ist nicht vorhersehbar, und genau das macht ihn so intensiv. Das Thema Krebs ist allgegenwärtig und wird erschreckend realistisch dargestellt – gerade weil es hier junge Menschen betrifft. Die Einblicke sind ehrlich, schonungslos und unfassbar schmerzhaft zu lesen. Ich habe mitgekämpft, mitgehofft und wollte das Ende lange Zeit nicht erleben. Ich hatte Angst weiterzulesen, wollte abbrechen – und doch überwog immer wieder die Hoffnung. Dieses Buch steckt voller wichtiger Gespräche, bedeutender Momente und emotionaler Wahrheiten. Es ist ein Wow. Es ist ein Autsch. Und es ist ganz klar ein Mehr, mehr, mehr. Mein Herz schreit definitiv nach Band 2.
⚠️ Triggerwarnung: Thematisiert werden u. a. Krebs, Krankheit, Tod, Angstzustände, Trauer und emotionale Überforderung. Bitte achtsam lesen.
**** Empfehlung? ****
Ein absolutes Must-read für alle, die intensive New-Adult-Geschichten lieben, die weh tun dürfen, Hoffnung schenken und lange nachhallen. Dieses Buch fordert euch emotional – aber es lohnt sich in jeder einzelnen Seite.
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