Spott und Satire sind Verdrängungsmechanismen. Sie lassen dem Lachen und Feixen Raum, der sich sonst mit Wut, Verzweiflung und Abscheu füllen würde. Claudio Casula ist es gelungen, über vier Jahre den real existierenden Irrsinn in diesem Lande zu sammeln, ohne dabei selbst irre zu werden. Er macht es den Lesern vor, wie das geht: Mit Seitenhieben, Augenzwinkereien, Lästereien und satirischen Gemeinheiten enthüllt er die absurden Monströsitäten des Systems. Dabei entstehen Parabeln einer ansonsten unverständlichen Zeit, in der Witz und Wahrheit, Wirklichkeit und Widersinn fließend ineinander übergehen. Casula ist ein Eulenspiegel, der der „Aristokratie“ der Besserwisser und Anmaßenden, der Inkompetenten und Ideologen das Gegenstück zu ihrem eitlen Selbstbild hinhält: Es ist die Farce und Groteske ihres Daseins und die Dämlichkeit ihres Gebarens. Dieser wohltuend heitere Blick auf ein „Schweinesystem“, das sich in seiner Selbstgefälligkeit und Arroganz suhlt, macht Freude und Mut, den die Bürger dieses Landes brauchen werden.
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Ich kenne die Inhalte alle…
LichtundSchatten am 06.05.2025
Bewertungsnummer: 2938079
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich kenne die Inhalte alle aus dem Internet und lese sie jetzt konzentriert übersichtlich nochmal. Es stimmt, auch im Nachhinein könnte das eintreten, was Henryk M. Broder im Vorwort sagt: „Die Lektüre dieses Buches könnte zu Irritationen führen, erhöhtem Blutdruck, Atemnot oder Gleichgewichtsstörungen - Symptome, die bei einer exzessiven Achterbahnfahrt auftreten.“ Allerdings sind das keine Fußnoten zur ZeitGeschichte, sondern echte Zeichen einer Zeit, die von Politikern zu Wokistan gedrechselt wurde, deren Kern und Basis jene Angst ist, mit der man die Bevölkerung drangsaliert. Damit regiert es sich bedeutend leichter. Ich kann mich noch genau an den Start des Jahres 2020 erinnern, wir saßen in München in einem Hotel, dessen Restaurant-Bestuhlung damals viel zu eng gesetzt war und uns störte. Sehr schnell lichteten sich dort die Tischreihen, man ging auf Abstand. Beim Strategiekongress der Linken wollte man den Reichen an den Kragen. B. Riexinger sagte damals: „Wir ersch…en sie nicht, wir setzen sie für nützliche Arbeit ein.“ Unglaublich, jeder mag sich vorstellen, wie lange diese Meldung in den ÖR Nachrichten hoch und runter gedreht würde. Dass baldige Einschränkungen des öffentlichen Lebens kämen, wären Fake News, behauptete das Bundesminsterium für Gesundheit, auch die Bundesregierung. Wer erinnert sich nicht an den Wellenbrecher Lockdown, damit die Corona Fallzahlen sinken. Margot Käßmann sagte tatsächlich das: „Es gibt kein Recht auf Weihnachten“ Und Mutti empfahl frierenden Kindern Kniebeugen und Händeklatschen, „wie sie es eben von ihren Delegierten bei Parteitagen gewohnt war.“ Ende 2020 hin reifte bei Claudio Casula der Entschluss, alles aufzuschreiben und festzuhalten. So startet dieses Buch ab 2021. Die erste Nachricht stammt von Walter Borjans: „Die Jusos haben eine neue Köpfin. Herzlichen Glückwunsch, liebe Jessi Rosenthal.“ Er macht mir eigentlich immer einen guten Eindruck, aber Köpfin, man fasst sich an denselben. Die letzte Nachricht aus 2024 handelt von Robert Habeck, ist aber so interessant wie seine Aussagen zur Insolvenz. Hier gilt das Sprichwort: Ein Mann wird schneller alt als weise. Wenn die Regierungs-Comedians mal wieder aktiv sind, einfach dieses Buch lesen, ein guter Tipp für Schmunzeln und Runzeln gleichzeitig.
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