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Bemühungspflicht

9

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.09.2025

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,6/13,2/2,7 cm

Gewicht

398 g

Farbe

Koralle / Indigo

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-627-00333-3

Beschreibung

Rezension

»Sandra Weihs sieht die Menschen – und damit das Dilemma hinter Sozialhilfeempfänger/innen und Amtspersonen. Sie hat einen Weg gefunden, das Spiel mit Perspektiven besonders eindringlich zu gestalten. Man schwankt ununterbrochen zwischen Verständnis, Mitleid und schlechtem Gewissen.«

Magazin Buchkultur

»Ein großes Glück für die Literatur. Eine Autorin, die ihre Figuren nicht nur aus einer Recherche, flüchtigen Begegnungen oder der eigenen Vorstellungskraft formt, sondern Jahre der Begleitung sogenannter Härtefälle des Sozialsystems in ihnen verdichtet. Ihre Figuren sind real und greifbar, mit scharfen Kanten, rauen Stellen.«

der Freitag

»Sandra Weihs schreibt in einem trockenen, bissigen Ton, der sich aber nie über die Figuren erhebt. Weihs, die selbst Sozialarbeiterin ist, gelingt es sehr gut, die Hilflosigkeit nicht nur der Betroffenen einzufangen, sondern auch die völlige Abstumpfung der Leute im System darzustellen.«

nd aktuell

»Weihs will uns zwar die Abgründe einer Existenz als Sozialhilfeempfänger vor Augen führen, aber sie wertet nicht, es treibt sie kein aufklärerischer Impetus. Nach zwei Büchern, die Jugendliche mit ihren existenziellen Fragen in den Mittelpunkt gestellt haben, zeigt ›Bemühungspflicht‹ nun jemand am Ende seines Arbeitslebens. ›Bemühungspflicht‹ endet mit einem spannenden Showdown.«

Ö1/ORF

»In Zeiten, in denen die Debatte um das Bürgergeld in Deutschland oder ähnliche Sozialleistungen in Österreich zunehmend von Begriffen wie ›soziale Hängematte‹ dominiert wird – und das nicht nur in der Politik, sondern in den Medien (auch den ›sozialen‹) –, ist dieses Buch eine literarische Intervention in einem
entgleisten Diskurs. Denn es entlarvt die Behauptung, Armut sei ein Charakterfehler, als menschenverachtende Ideologie. Ein großartiges Buches, das nicht versöhnen, sondern etwas Essentielles sichtbar machen will.«

Lesart - Unabhängiges Journal für Literatur

»Mit einer enormen Sachkenntnis und Humor tauchen wir in die wechselnden Perspektiven ein, die innerhalb weniger Tage unser gesellschaftliches System beleuchten. Der Misstrauensvorwurf gegenüber den kleinsten Einheiten innerhalb des Wertesystems macht betroffen und lässt es nicht mehr zu, dass weggeschaut wird. Ein eindringlicher Text, der detailverliebt einen großen Kosmos öffnet, der sprachlos macht, uns lachen lässt, wenn es nur nicht so realistisch wäre.«

Buchhandlung Almut Schmidt und Blog leseschatz

» ›Bemühungspflicht‹ ist alles andere als ein Rührstück, sondern entpuppt sich als bitterböser Text, der ein Systemversagen diagnostiziert und in dem es weder wirklich gute noch böse Figuren gibt.«

Falter

»Sandra Weihs hat mit
Bemühungspflicht
einen Roman geschrieben, der sehr grundsätzlich ökonomische Themen aufnimmt und in gesellschaftliche Bereiche blendet, die in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur selten in dieser Form, Wucht und Dringlichkeit aufgenommen werden.«

STANDARD

»Weihs findet Worte für das, was in dürren Zeitungsmeldungen ungesagt bleibt. Und ist somit eine Stimme, die, ohne je Klischees zu bedienen, zeigt, wie kompliziert die Welt manchmal ist. Eine herzerwärmende Lektüre. Die Seele ist danach klüger.«

Frankfurter Neue Presse

»Weihs blickt mit kühner Haltung auf zermürbende und beklemmende Zustände des österreichischen Sozialsystems. Ein Roman über eine individuelle Entfremdung, der unsere Vorstellungen von Wert und Sinnhaftigkeit von Arbeit ins Wanken bringt.«

Die Presse

»Mit ihrem Roman gibt Sandra Weihs Sozialleistungsempfängern und Empfängerinnen etwas zurück, das ihnen im öffentlichen Diskurs nur allzu oft abgesprochen wird: ihre Würde. ›Bemühungspflicht‹ ist ein literarischer Appell und ein mit Ironie auf unsere Gesellschaft blickendes Drama, das niemanden kalt lassen kann. Ein packender Roman.«

WDR »Westart Lesen«

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.09.2025

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,6/13,2/2,7 cm

Gewicht

398 g

Farbe

Koralle / Indigo

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-627-00333-3

Herstelleradresse

Frankfurter Verlags-Anst.
Arndtstraße 11
60325 Frankfurt
DE

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  • Bewertung

    5/5

    30.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    „Bemühungspflicht“ – bitter, ehrlich, erschreckend nah an der Realität.

    Im Mittelpunkt steht Manfred Gruber, der an der Supermarktkasse steht und feststellen muss, dass seine Sozialhilfe nicht überwiesen wurde. Die Karte wird abgelehnt, der Scham steigt ihm ins Gesicht. Also macht er sich zu Fuß auf den Weg zur Behörde, um zu klären, was schiefgelaufen ist. Er hat schließlich alles getan, was von ihm verlangt wurde: unzählige Bewerbungen, sinnlose Trainings, unbezahlte Probetage. Die berühmte „Bemühungspflicht“, wie sie im System heißt. Doch schnell wird klar, Gruber hat keine Chance. Was das Buch so stark macht, ist der ehrliche, schonungslose Blick auf unser Sozialsystem. Ein System, das Menschen oft nicht unterstützt, sondern zermürbt. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, wie sich Bürokratie und Überforderung zu einem Netz verweben, in dem man sich schnell verfängt und wie leicht es passieren kann, selbst hineinzurutschen. Selbst Menschen, die in den Behörden arbeiten, sind teilweise auf Sozialleistungen oder Zuschüsse angewiesen . Beim Lesen wurde mir einmal mehr bewusst, wie privilegiert ich eigentlich lebe. Und gleichzeitig ist es ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, dass es ein Privileg sein soll, sich keine Sorgen ums Heizen oder Essen machen zu müssen. Einige Szenen waren wirklich hart und trotzdem gelingt es der Autorin, immer wieder kleine, sarkastische oder bittere Momente einzubauen. Etwa Grubers bissige Beschwerdemails, die zugleich witzig und verzweifelt sind. Gruber selbst ist nicht wirklich sympathisch, aber gerade das macht ihn glaubwürdig. Man will, dass er gerecht behandelt wird. Besonders gut fand ich den Erzählstil aus der Du-Perspektive, ergänzt durch andere Stimmen, etwa Nachbar*innen oder Mitarbeitende der Behörde, entsteht ein vielschichtiges Bild davon, wie das System Menschen formt oder bricht. Und obwohl die Geschichte in Österreich spielt, könnte sie genauso gut hier stattfinden. Ein Roman, der auch den Blick schärft, für das, was schiefläuft und was sich dringend ändern muss. Denn alles was wir hier lesen ist so oder so ähnlich wirklich passiert.

  • Bewertung

    5/5

    30.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    leseempfehlung

    das buch wird zum rausch. vom ersten einblick ins leben von gruber bis es dann plötzlich nicht mehr zur seite gelegt werden kann. lebendig und bedrückend zugleich. danke für den einblick in unser sozialsystem!

  • Bewertung

    5/5

    06.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein großartiger, wichtiger Roman

    Bemühungspflicht, ein Wort was mir nicht viel sagte, aber für Millionen Menschen in Deutschland bitterer Alltag ist. So auch für Manfred Gruber, der an der Supermarkt Kasse feststellen muss, dass seine Sozialhilfe nicht überwiesen wurde, obwohl er doch all seine Pflichten erfüllt hat. Fest davon überzeugt im Recht zu sein und auch Recht zu bekommen, beginnt ein endlos scheinender Kampf gegen das System…. Dieser Roman ist etwas ganz Besonderes – er ist fesselnd, schonungslos und dennoch humorvoll erzählt, während er den Finger tief in die Wunde legt und soziale und gesellschaftliche Missstände offen darlegt. Besonders gelungen sind die vielen Perspektiven, wie die der Mitarbeiterinnen des Jobcenters, Nachbarn und Bekannten, und natürlich Manfreds Perspektive selbst. Hierdurch entsteht ein sehr plastisches Bild der Lage. Die Autorin erzählt diese sehr wichtige und aktuelle Geschichte, bei allem Humor, auf eine sehr ehrliche, bittere und schonungslose Art und Weise. Das Ende ist konsequent und passend. Fazit: Ein großartiger, wichtiger Roman, der zum Nachdenken und zur Empathie anregt und den ich jedem und jeder nur ans Herz legen kann!

  • Christopher Bahn

    Book Circle Community

    5/5

    26.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Düster und trostlos

    Das traurige Leben eines Sozialhilfeempfängers in Österreich, der einerseits unter der Abhängigkeit von den Ämtern leidet, aber auch keine Arbeit aufnehmen will, ist die Geschichte dieses Buches. Das überraschende Finale mit seinem katastrophalen Ende setzt der Story die Krone auf. Der Autorin gelingt es, die Stimmungen der Figuren und die Umgebung eindrücklich zu beschreiben. Ein guter Schreibstil rundet das Buch ab, das sich allerdings nicht zu Unterhaltungszwecken eignet.

  • CK

    aus Raum Stuttgart

    4/5

    27.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Rädchen im System:…

    Ein Rädchen im System: Menschenwürde vs. Bemühungspflicht Manfred Gruber, Protagonist in Sandra Weihs Roman "Bemühungspflicht", ist eine gescheiterte Existenz: Geschieden, nach einem Unfall nur eingeschränkt arbeitsfähig, nach mehreren Aushilfsarbeiten und der Pflege seiner Mutter bis zu deren Tod lebt er von Sozialhilfe. Nur das Haus der Mutter ist ihm geblieben; die Kosten für Heizung und Strom muss er sich mühsam zusammensparen. Gruber ist kein wirklich sympathischer Charakter, aber er kommt sehr ehrlich und authentisch rüber; eine der Stärken des Romans. Man kann sich sehr gut in seine Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen. „Von einem Vollzeitjob muss man leben können, steht unter ihrem übergroßen Gesicht. Du denkst, auch ohne Job müsste man leben können. Du weißt, solche Gedanken machen dich unbeliebt. Deine Gedanken zu denken, ist nicht immer leicht. Du würdest jedoch von jedem Menschen erwarten, solche Gedanken denken zu können. Du selbst kannst sie denken, du hast dich nicht vollständig manipulieren lassen vom System. Die Dummheit greift um sich, aber du hast dich nicht einlullen lassen, lässt dich nicht einlullen. Du kannst gegen den Mainstream denken, wie das heute heißt. Zum Beispiel kannst du dir die Frage stellen, warum Leben-Können und Arbeiten-Müssen gekoppelt sind. Auf die Welt kommst du doch als Mensch, nicht als zweckbestimmtes Arbeitstier oder als Automat, mit Ein- und Ausschaltknopf. Rein philosophisch fragst du dich, warum der Mensch in die Arbeit gehen muss, und du kennst die Antwort: Weil das System so funktioniert. Aber es hat dich keiner gefragt, ob du zu diesem System dazugehören willst. Du hast nichts unterschrieben, auch nicht diesen Gesellschaftsvertrag, den die immer anführen, um dir ein schlechtes Gewissen zu machen.“ Zu Beginn des Romans steht Gruber an der Supermarkt kasse und muss feststellen, dass die Sozialhilfe nicht rechtzeitig überwiesen wurde. Also macht er sich im strömenden Regen auf den Weg zum Amt, um die Lage zu klären. Immerhin hat er doch alle Auflagen erfüllt, Bewerbungen geschrieben, unbezahlte Probearbeitstermine absolviert, Bewerbungstrainings gemacht; er ist sicsh keiner Schuld bewusst. Doch die Worte seiner neuen Sachbearbeiterin sind der nächste Schock: „‘Außerdem zweifelt die Behörde an Ihrem Bemühen, die soziale Notlage überwinden zu wollen.‘ – ‚Wie bitte?‘ – ‚Wir glauben, Sie halten sich nicht an die Bemühungspflicht.‘“ Wer oberflächlich liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass Gruber einfach nicht arbeiten will. ABER: Möchten wir uns so ausbeuten lassen beim kostenlosen Probearbeiten - in dem Wissen, dass wir den Job sowieso nicht bekommen? Möchten wir uns auf diese Art und Weise vom Sozialamt behandeln lassen? Möchten wir gezwugen sein, JEDEN Job annehmen zu müssen, ob wir wollen oder nicht? „Dank Ihnen könnte ich zum anerkannten Menschen innerhalb unseres Gesellschaftsvertrags werden. Ich könnte kein Durchschummler mehr sein. Dass ich zu Ihnen komme, obwohl wir wissen, was wir wissen, das verlangt das Gesetz. Es verlangt Bemühen. Bemühungspflicht: so tun, als ob man Interesse hätte, einen Job zu bekommen, den man keinesfalls ausüben möchte.“ Durch die verschiedenen Perspektiven, aus Grubers Sicht sowie der seiner Sachbearbeiterin, seiner Nachbarn und seiner Bekannten Kristina ist der Roman sehr vielschichtig und vermittelt ein gutes gesamtgesellschaftliches Bild. „Du liest dir das Dokument noch einmal durch. Dabei wird dir schlecht. Die Personalerin liest den Wisch sicher nicht durch. Sie sieht dein Foto auf dem Lebenslauf und legt die Bewerbung beiseite, weil du Falten hast und graues Haar. Du wirst schon wieder wütend. Diese ganze Scheißwelt macht dich wütend. Dir steht es bis zum Hals. Man sollte mal ehrlich sein. Die ganze Menschheit sollte ehrlicher sein. Sollen die Beamten dir die Wahrheit sagen: Du bist es nicht wert, wir wollen dich hier nicht, verschwinde von unserem Gebiet. Wir brauchen Leistungsträger, keine Leistungsempfänger, schleich dich! Und die Beraterinnen sollten sagen: Du bist zu dumm für diese Arbeit und zu behindert für die andere, am besten schließt du dich in deinem Haus ein und schaust, dass dich keiner dabei erwischt. Und die Personaler sollten sagen: Du bist zu alt und zu schwach, und niemand braucht dich, deine Arbeit macht eine Maschine besser, du hast in unserer Firma nichts zu suchen. Und du solltest auch endlich mal ehrlich sein. Aber damit würdest du dir nur selbst Steine in den Weg legen.“ Das Buch ist keine bequeme Lektüre, bietet aber definitiv sehr viel Stoff zum Nachdenken. Die Gedanken und Ängste von Sozialhilfeempfänger*innen sind authentisch dargestellt, ebenso wie die fehlende Menschlichkeit in der Maschinerie der Sozialämter. Wie passen die Bemühungspflicht und die Würde des Menschen zusammen? Ein bissiger, vielschichtiger Roman, dem ich 4 Sterne vergebe. Vielen Dank an die Frankfurter Verlagsanstalt und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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